Bewertung von Thueringerin im Detail
Thueringerin
Eckolstädt, Deutschland97%
Ein Teil unserer 6. Etappe...der Abel Tasman Nationalpark
Unser Plan
Wir wollten heute Natur pur erleben, wandern, Ausblicke genießen. Marion und Peter empfahlen uns, doch am Vormittag noch einen Stadtbummel in Nelson zu machen, das Wetter in der Stadt abzuwarten und nach Besserung in den Nationalpark zu fahren. Aber wir wussten es ja besser. Zunächst sah es ja gar nicht so schlecht aus. Der recht heftige Wind blies die Wolken weg, und ab und an konnten wir ein Stückchen blauen Himmel entdecken. Also ab in die Natur............in der Stadt bummeln konnten wir immer noch.
Der Abel Tasman National Park
Dieser Park liegt im Norden der Südinsel. Er trägt seinen Namen nach dem holländischen Entdecker Neuseelands, der hier 1642 mit dem Schiff vor Anker ging aber nicht an Land kam. Kristallklares Wasser, stille Lagunen, kleine Inseln, immergrüne Urwälder und goldene Strände machen die Landschaft zu einer der reizvollsten in Neuseeland. Leider haben Holzfäller im 9. Jahrhundert starken Raubbau betrieben, aber der Wald hat sich seitdem erstaunlich gut erholt. Man kann die Schönheit dieses Parkes per Kajak erschließen, aber wenn man Zeit hat (die wir nicht hatten), auch eine 5 tägige Wanderung machen, den Abel Tasman Hiking Trail entlang. Wassertaxis können die Wanderer zu einem Ausgangspunkt bringen oder sie an einem bestimmten Ziel abholen.
Der kleinste Nationalpark Neuseelands wurde 1942 eingeweiht, anlässlich des 300. Jahrestages der Entdeckung des Landes durch den Holländer. Zahlreiche Besucher bevölkern den Park das ganze Jahr über.
Abel Tasman ging jedoch damals nicht an Land. Er ankerte in der jetzigen Golden Bay als aggressive Maoris mit ihren Kanus das Beiboot Tasmans überfielen und einige Seeleute erschlugen. Tasman verzichtet so auf den Landgang und nannte die Bucht fortan "Killer Bay " Mörderbucht.
Höhlensysteme gibt es zahlreiche in dieser Region, aber sämtliche Reiseführer warnten vor recht brüchigem Gestein und somit verzichteten wir darauf.
Die Golden Bay
Hier fanden wir eine herrliche Küstenlandschaft, die auf kilometerlangen Sandstränden zum Wandern einlädt.
Feiner Sand lockt die Touristen an und Wassersportler finden hier ein Paradies.
Während wir eine erste kleine Wanderung am Strand entlang machten, beobachteten wir zahlreiche Kanuten, die einen Einführungskurs erhielten. In ihren Neoprenanzügen waren sie auch geschützt vor dem einsetzenden Regen. Es war ja warm und der noch mäßige Niederschlag störte uns wenig.
Wir konnten jede Menge Traktoren sehen, die wegen der Ebbe die Boote an Land holten. Es sah einfach lustig aus, wenn die Fahrzeuge so quasi aufs Meer hinaus fuhren.
Und wieder fand ich solche schönen Muscheln und Steine......
Der Takaka Hill (Hügel)
Unser Reiseführer beschrieb uns diese Strecke als eine der kritischsten in Neuseeland. Eine kilometerlange Fahrt bergauf und das durch unzählige Kurven stand uns bevor.
Mittlererweile hatte starker Regen eingesetzt, so stark, dass wir stehen bleiben mussten, weil die Scheibenwischer es nicht mehr schafften. So mussten wir sicher eine knappe Stunde im Auto verharren. Mein Mann murrte schon, aber eine Weiterfahrt war wegen eventueller Erdrutsche kaum möglich. Nicht auszudenken, wenn auf dieser engen Straße jemand auf der falschen Seite gekommen wäre.........
Wir fuhren durch die Gegend
Etwas planlos zwar, aber durchaus nicht uninteressant gestaltete sich unsere Weiterfahrt. Der Regen hatte ein wenig nachgelassen, aber noch war an Wanderungen im Wald nicht zu denken.
Auf der Autokarte lasen wir, dass es in der Nähe einen Aussichtspunkt gibt, den Mc Arthurs Pass wollten wir unbedingt bezwingen. Nach dem doch langen Aufenthalt im Auto gelüstete es meinen Mann nun endlich, eine größere Wanderung in Angriff zu nehmen. Also auf.........
Das Auto ließen wir gleich am Beginn des Weges stehen, weil die Straße als Schotterpiste begann, und davon war mein Bedarf nach der letzten Rallye gedeckt. Es sollten ca. 8 km ziemlich unwegsame Strecke werden und das wollte ich dann doch lieber zu Fuß in Angriff nehmen.
Also los gings.....eingedeckt mit Wasser, einer Salami, trocken Brot und 2 Äpfeln ging es bergan. Und die Strecke ging relativ human los...........
Nach ca. 2 km kam uns von oben ein kleiner Transporter entgegen und hielt an, nett, wie die Kiwis sind, sprach uns die Fahrerin auch an, erkundigte sich, wo wir hin wollten. Sie hatte
ihre Schafe auf eine Weide gebracht und wir baten sie, ein Foto von uns zu schießen. "Ihr könnt deutsch mit mir reden ", war ihr Kommentar. Unglaublich, da begegnet einem kilometerweit niemand und dann jemand, der deutsch redet. Die braungebrannte Dame erzählte uns, dass sie vor 20 Jahren nach Neuseeland ausgewandert ist und nun als Farmerin lebt.
Mutig, aber ich glaube, so relaxt, wie sie uns begegnete, dass sie diesen Schritt noch nie bereut hat. Sie meinte, dass der Weg, der noch vor uns lag, ein sehr steiler sein würde.
Puh, und die Sonne war schon wieder rausgekommen.........
Nach weiteren 2 km ging eine wirkliche Tortur los. Selbst das Auto hätte seine Probleme mit einer Steigung von ca. 15 % gehabt, wie uns ein Verkehrsschild ankündigte. Wir kamen ins Schnaufen. Keiner außer uns war unterwegs zu diesem Pass.
Ich neige in solchen anstrengenden Situationen dann meist zum Nörgeln und Meckern, während mein Mann zwar auch pustet, aber wesentlich konsequenter ist und sein Ziel verfolgt.
Und wie wir keuchten, lagen doch ca. noch 3 km vor uns.
Irgendwann wollte ich meine wohlverdiente Pause, ich konnte einfach nicht mehr, und mein Mann motiviert mich dann immer mit solchen Sprüchen wie: "Los, noch bis zur nächsten Kurve, dann wird es wieder flacher! " Aber nichts, es blieb steil. Am Wegesrand lag ein großer Felsblock und meine Entscheidung fiel. Hier wollte ich bleiben und rasten, keiner konnte mich antreiben, weiter zu gehen.
So lief mein Mann noch bis zur nächsten Biegung und kam zurück...........es blieb so steil.
Und trotzdem, das Picknick, nun unter vollends blauem Himmel entschädigte uns für die Strapazen, nach 30 Minuten Rast gingen wir den Weg hinunter und ich muss sagen, das lief sich fast noch schlechter.
Aber wir hatten unsere Wanderung gemacht und so war mein Mann zufrieden, obwohl wir den Gipfel nicht erklommen hatten.
Natur hatten wir wirklich gesehen, von kleinen Wasserfällen bis hin zu Felsen mit relativ lockerem Gestein, wo sich ab und an auch kleine Steine lösten....
Nochmal Nelson
Marion hatte uns geraten, in Nelson noch eine Kunstglasbläserei zu besichtigen, aber leider hatte die bereits um 17 Uhr geschlossen. So machten wir noch einen Bummel durch die Stadt und liefen durch die "New World", dem Supermarkt, in dem wir in Neuseeland immer einkauften, um uns wieder für den nächsten Tag mit ein paar Kleinigkeiten einzudecken, denn wir lieben es, in der Natur zu essen und wollten nicht jeden Tag im Restaurant speisen.
Aber unser Reiseführer hatte uns ein kleines Fischerörtchen auf dem Weg zu unserem Quartier empfohlen, in dem es leckere Gerichte geben sollte. Deshalb entschieden wir uns, an diesem Abend in Mapua Halt zu machen.
Im einem Fischrestaurant am Hafen aßen wir den Fisch des Tages, sehr seltsam in tiefe Teller drapiert, wieder eine für deutsche Verhältnisse recht seltsame Sauberkeit und Ordnung in der Gaststätte, aber wieder war es proppenvoll...........
Der Ausklang des Abends
Trotz dieses zu Beginn völlig verregneten Tages waren wir sehr zufrieden zurück zu Marion und Peter zurückgekehrt.
Wir hatten Naturerlebnisse, sahen Tiere und es war zu keiner Zeit ein langweiliger Tag.
Sie offerierten uns noch ein feines Tröpfchen neuseeländischen Weins und wir erzählten........
Schade, auch dieses Quartier mit uns liebgewordenen Menschen mussten wir am nächsten Morgen wieder verlassen. Aber noch warteten ein paar Abenteuer auf uns........
Abel Tasman Nationalpark10