Bewertung von ybilkenroth im Detail
ybilkenroth(33)
Alsdorf, Deutschland95%
Die Burg in Alsdorf ist ein sehr wichtiges historisches Bauwerk bzw. Denkmal in der Stadt. Die letzten Bewohner der Burg waren Friedrich Josef Freiherr von Blanckart und seine Frau, im Jahr 1902. Der Freiherr und seine Frau, waren die 8. Generation dieser Familie, die seit 1650 ständig auf der Burg residierten. Die Burgherrschaft an sich, ist sogar noch älter und hängt mit der Entstehung von Alsdorf (im 9. Jahrhundert) zusammen. Wer damals die Burg bewohnte, ist allerdings nicht mehr sicher zu sagen, man vermutet (anhand von Dokumenten) dass es mit der Pfarrei St. Castor und Ludwig den Frommen zusammenhängt. Der allererste Burgbewohner, der sich zu 100% belegen lässt ist, Gottfried von Lovenberg im Jahr 1150. Seine Nachfahren bewohnten die Burg von Alsdorf (damals noch Alstorff genannt) über 7 Generationen, bis zum Jahr 1405. Danach zog die Sippe Hoemen ein, die sich auch noch mal für weitere 200 Jahre in der Burg breit machten.
Architektonisch gesehen, verbirgt die Burg kleine versteckte Merkmale, die das Betrachten wert sind. So sieht man, von der Parkseite der Burg aus gesehen, am Süd- und am Ostflügel zwei Reihen hohe Fenster die durch einen sehr schmückenden Treppengiebel überspannt werden. Steht man dann unter den Fenster, dann lohnt es sich, ein paar Schritte weiter zu gehen und sich in den zugeschütteten Wassergraben der Burg zu stellen. Hier steht man dann direkt an den Fundamenten des riesigen Rundturms. Hier fällt man einer optischen Täuschung zum Opfer. Steht man unten am Fundament und blickt hoch, meint man, man hätte es mit einem gewaltigen Turm zu tun. Dies täuscht; der Turm ist nur unten so breit und stark. Die Erbauer haben den 23 Meter hohen Turm an der Oberseite um mehr als einen halben Meter kleiner im Durchmesser gebaut, als unten. Momentan sind Archäologen dabei den Turm zu untersuchen und somit ist eine genaue Altersbestimmung des Rundturms noch nicht möglich. Man vermutet, der Rundturm könnte aus dem 14. oder 15. Jahrhundert stammen. Die Burg an sich jedoch, ist wesentlich älter, aber das erwähnte ich ja bereits oben. Historische Bedeutung hat der Turm insofern, als das er ganz früher, als Gerichtsturm diente. Im Jahr 1775 wurden her z.b. 12 Mitglieder der sog. Bockreiterbande inhaftiert und später zum Tode verurteilt. Von innen, ist der Turm wirklich sehenswert. Die Eichenbalken an Decken und Wänden sind enorm dick und stark und sie wiegen teilweise mehrere Tonnen. Einige davon liegen ganz frei, auf dem oberen Ring des Mauerwerks. Der Turm ist so massiv konstruiert, dass sogar beim starken Erdbeben im Jahr 1992 keinerlei Schäden auftraten.
Wieder zurück zur Burg. Die Burg wurde als sog. Wasserburg erbaut. Sie wurde u-förmig angelegt, dessen "Arme" auf zwei getrennte Inseln lagen, die mit einer Brücke verbunden waren. Dazwischen war dann Wasser bzw. um der ganzen Burg herum. Mittlerweile hat man den Wassergraben aber komplett zugeschüttet, was sehr viel von der ursprünglichen Romantik und des Charmes der Burg, wegnimmt. Die Burg hat einige Katastrophen hinter sich. So wurde im Jahr 1847 das komplette Dach des Westflügels, durch einen Sturm weggerissen. Im Jahr 1890 brach ein Brand aus, der sämtliche Ställe vernichtete. Nur das Tor und der Pachthof blieben verschont. Wenn man heute sieht, wie prachtvoll die Burg renoviert und rekonstruiert wurde, kann man sich diese enormen Schäden kaum noch vorstellen. Die Burg strahlt und glänzt in der Sonne, als wäre sie erst gestern erbaut worden. Alle Renovierungsarbeiten sind abgeschlossen und die Burg erstrahlt im alten Glanz, ohne dabei den Charme der vergangenen Jahrhunderte verloren zu haben.
Am Burgeingang findet man ein Wappen der Familie Blanckart mit der Jahreszahl 1723. Aus den Geschichtsbüchern in unsere Stadtbücherei geht hervor, dass man in der Zeit die allergrößten Umbauten an der Burg vorgenommen hat. In dieser Zeit wurden nämlich der Westflügel, die Ställe, das Kutschenhaus und die Gefängniszellen gebaut. Dagegen, ist die Eingangstür an sich wieder "brandneu", denn die wurde erst im 19. Jahrhundert eingesetzt. Eigentlich besteht die ganze Burg aus gesonderten Bau-Abschnitten, die sich heute sehr gut identifizieren lassen. So findet man im Ostflügel im Mauerwerk noch Balken mit dem Datum 1617. Der Dachstuhl des Ostflügels, ist aber wesentlich älter, haben die Archäologen rausgefunden. Etwas bizarr wirkt der Erker am Westflügel, der irgendwo 1890 angebaut wurde und der heute komplett verglast ist. Aus den Geschichtsbüchern geht hervor, dass es sich um die alte "Außentoilette" handelt.
Was kann ich sonst noch erzählen? Achso.... am südlichen Ausgang des Parks, teilt die Burgmauer den Abschnitt zum Friedhof und zur Burgkapelle vom Burggelände. Leider war die Kapelle über die Jahrhunderte ziemlich baufällig geworden, so dass man sie um 1890 abriss und man heute nur noch deren Reste sieht. Man hat aber die alte Familiengruft der Alsdorfer Burgbewohner stehen gelassen. Beim Umgraben des Parks in den letzten Jahren, hat man bei Turm noch Mauerreste der Burgkirche gefunden. Diese stammen aus dem 12. Jahrhundert. Leider ist der Park bzw. Friedhof nicht mehr in seinem ursprünglichen Zustand zurückgebracht worden, als man hier in 1925 archäologische Grabungen machte. Man hat alle Gräber neben der neu errichteten Kapelle gepflanzt und auch die ursprüngliche Umzäunung des Friedhofs wurde entfernt. So liegt das Gräberfeld jetzt ziemlich verloren im Park herum. Das älteste Grab stammt übrigens aus dem Jahr 1636.
FAZIT
Die Burg ist sehr einfach zu erreichen, den sie hat eine eigene Bushaltestelle. Die alte Zugangsbrücke ist noch erhalten und so kann man den Gebäudekomplex einfach betreten. Für Rollstuhlfahrer dürfte einen Besuch etwas beschwerlich sein, da sämtliche Pfade um die Burg herum, sowie durch den Park, heute mit einer dicken Schicht Kies bestreut sind. Auch die vielen Treppen in der Burg sind recht beschwerlich.
Das ganze Jahr über werden div. Ausstellungen in der Burg veranstaltet. Auch sind im Sommer sehr viele Aktivitäten vorhanden, die sich speziell an die Kinder richten. Einen Blick im Veranstaltungskalender der Stadt Alsdorf lohnt sich also.
Auch in der Zeit, wo es keine Ausstellungen oder Aktivitäten auf der Burg gibt, so lohnt sich eine Besichtigung. Der Park lädt zum Entspannen ein und ist heute ein sehr beliebtes Ausflugsziel für Fotografen. Fast täglich findet man im Park Ehepaare, die sich in ihren Hochzeitskleidern dort fotografieren lassen.
Mit freundlichen Grüßen, Yvonne.
Die Alsdorfer Burg10
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Architektur
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Zustand
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Historische Bedeutung