Verbringt man seinen Urlaub in den Niederlanden und wird gefragt wo man war, erntet man nach der Antwort des Stadtnamens oft nur Schulterzucken. Scheveningen? Zaandvoort? Zwolle? Eine Stadt in den Niederlanden kennt aber jeder - Amsterdam. Wer einen Besuch in Amsterdam plant, sollte jegliche Vorurteile über Bord werfen und der Stadt mit den Grachten unbedarft entgegentreten, denn die Stadt hat wesentlich mehr zu bieten als Coffeeshops und das Rotlichtviertel.
Land und Leute
Die

Hauptstadt der Niederlande beherbergt fast 750.000 Einwohner. Der Sitz der Regierung ist in
Den Haag. Den Namen erhielt Amsterdam durch den Fluss
Amstel, an dessen Mündung die Stadt liegt. Außerdem ist die Stadt durch den Nordseekanal mit der Nordsee verbunden. Die Stadt selbst wurde auf über 5 Millionen Tannenstämmen errichtet und zum Schutz gegen Überflutungen errichtete man einen Damm und die unzähligen Grachten. Hauptverkehrsmittel ist in Amsterdam
het fiets - das Fahrrad. Es gibt auch eine Metro, die 4 verschiedene Linien betreibt und unter anderem Amstelveen an die Stadt verkehrstechnisch anbindet. Der Flughafen Amsterdams heißt Schipohl und liegt in gleichnamiger
Stadt.
Tolerant und offen
Amsterdam

ist eine kleine Welt in den Niederlanden, die für sich lebt und für die andere Gesetze gelten. Die Niederländer an sich sind sehr tolerant und so ist Amsterdam gay-friendly und es gibt das legendäre Rotlicht-Viertel, genannt
Rossebuurt. Und natürlich findet man hier eine dichte Breite der Coffee-Shops. Natürlich bleibt es jedem selbst überlassen, einen Coffee-Shop wie das
FreeAdam zu besuchen, aber die Shops gehören ebenso zum Stadtbild wie das Rotlichtviertel und lassen sich nicht verleugnen und die Amsterdamer möchten das auch gar nicht. Einigen Amsterdamern geht mittlerweile jedoch die viel gepriesene Toleranz in Punkto Drogen und Sterbehilfe sowie Abtreibung zu weit und statt Toleranz hört man in der letzten Zeit auch immer öfter das Wort: Wegsehtaktik. In einem ist übrigens kein Niederländer tolerant - dem Drogenkauf auf offener Straße. Erlaubt sind sie nämlich gar nicht, sondern nur die weichen Drogen werden geduldet und das auch nur in Coffee-Shops!
Amsterdam fehlt zwar südländisches Flair, aber die Grachten und vielen kleinen Kneipen mit Außenbestuhlung laden trotzdem zum Verweilen ein. An den Grachten finden sich auch kleine originelle Geschäfte, die man oft auf den ersten Blick nicht erkennt, weil es ein paar Stufen nach unten geht und auch die Schaufenster im Kellerbereich sind. Weniger tolerant ist dagegen die Polizei in Amsterdam, wer falsch parkt bekommt im Zweifelsfall eine gelbe Kralle und kann nun nicht mehr fahren, ohne vorher bei der Polizei vorstellig zu werden und den Strafbetrag zu entrichten.
Amsterdam und die Niederlande
Amsterdam

ist nicht Regierungsstadt der Niederlande - das ist
Den Haag. Spricht man die Niederländer an, die nicht in Amsterdam wohnen, wird man nicht selten ein Naserümpfen ernten. Sie empfinden Amsterdam oft als laut und stinkig und tatsächlich, wer vom Land in die Stadt kommt, wird enge Straßen, wenig Parkplätze und viel Trouble finden. In den anderen größeren Städten in den Niederlanden geht es da schon gemächlicher zu, aber hier haben Kaufhäuser wie "
De Bijenkorf" auch am Sonntag geöffnet, ebenso finden auch an Sonn- und Feiertagen die Grachtenrundfahrten statt.
Noch weniger als die restlichen Niederländer mögen es die Amsterdamer wenn sie gleich in deutscher Sprache angesprochen werden und man davon ausgeht, dass sie ebenfalls deutsch sprechen können. Hilfreich ist es immer, wie auch sonst im Urlaub ein
Bedankt (Danke),
Alstublieft (Bitte) oder
Tot ziens (Auf Wiedersehen) zu lernen, den Amsterdamern fällt die deutsche Aussprache auch nicht leichter als uns das ungewohnte Niederländisch. Im Zweifelsfall sollte man auf Englisch ausweichen.
Man muss die Feste feiern wie sie fallen
Am
30. April ist
Koninginnedag. Die amtierende Königin Beatrix hat eigentlich am 31. Januar Geburtstag, aber man behielt den Geburtstag ihrer Mutter Juliana bei. An diesem Tag stehen die Niederlande Kopf, man sieht Oranje und es findet ein großes Open-Air-Konzert am Museumsplein statt. Außerdem feiern die monarchiebegeisterten Amsterdamer auch rund um den
Königspalast. Am
5. Mai geht es gleich mit dem
Bevrijdingsfestival weiter, auch hier findet ein Open-Air auf dem Museumsplein statt. So geht es im
Juni, Juli und August mit weiteren Aktivitäten und musikalischen Höhepunkten weiter. Meist im Freien im
Vondelpark und meist sogar kostenfrei kommen alle Musik- und Theaterfreunde auf ihre Kosten. Erwähnenswert ist noch im
Oktober das
Grachtenrace. Wie der Name schon vermuten lässt, geht es um ein Grachtenrennen, welches jeweils am zweiten Oktobersamstag eines Jahres statt findet und zwar auf Ruderbooten in den Grachten.
Die Niederländer und natürlich auch die Amsterdamer haben auch zu Weihnachten eine andere Tradition als wir.
Sinterklaas (der heilige Nikolaus) passt sich den Verhältnissen der Stadt auf 90 Inseln an und kommt praktischer Weise mit dem Boot direkt zum Schifffahrtsmuseum und dies am
dritten Sonntag im November. An Weihnachten schenkt man sich in den Niederlanden eigentlich nichts, dafür gibt es am
5. Dezember den
Pakjesavond. Amsterdam hat sich da jedoch ein wenig angepasst und letztendlich sieht man auch hier am 24. Dezember Weihnachtsbäume und Weihnachtsbeleuchtung in der Stadt.
Sehenswürdigkeiten
Zunächst der Vorsatz - am besten unternimmt man eine Tour durch Amsterdam zu Fuß, per Straßenbahn, per Boot oder per Fahrrad. So kostet das
Ausleihen eines Fahrrads am Bahnhof pro Tag so viel, wie ein Parkplatz in der Innenstadt pro Stunde. Oder man bucht eine
stündige Tour mit Reiseführer auf dem Fahrrad durch Amsterdam Eine weitere Möglichkeit sich einen Vorabeindruck von Amsterdam zu verschaffen ist in jedem Fall eine
Grachtenrundfahrt.
Neben vielen Shoppingmöglichkeiten bietet Amsterdam eins - Kultur. Für die liberalen Niederländer bedeutet dies, dass sie ein eigenes
Sexmuseum besitzen. Es zählt sogar zu den meistbesuchten Museen in den Niederlanden.
Ein

Museum das man keinesfalls verpassen sollte, ist das
Rijksmuseum, welches als bedeutendes Kunstmuseum weit über die Grenzen Amsterdams und auch der Niederlande bekannt ist. Noch ein wenig bekannter ist das
Van-Gogh-Museum. Nicht nur die große Auswahl der ausgestellten Exponate macht es zu einem einzigartigen Museum, sondern auch die Mühe die man sich in Amsterdam gibt, das Museum und den Künstler, der sich kurz vor dem Tod das Ohr abschnitt, zu bewerben. Dafür kann der
Königspalast zurzeit nur zum Teil im Inneren besichtigt werden, da das Gebäude bis zum Jahr 2008 renoviert wird. Ein kleiner Tiefschlag für die Oranje-Anhänger in Amsterdam.
Etwas lustiger und lauter geht es da schon in
Madame Tussauds Amsterdamer Wachsfigurenkabinett zu. Robbie Williams und Jennifer Lopez lassen sich zwar mit stolzen 18 Euro bezahlen, dafür gibt es eine informative Reise durch die Geschichte im Wachsfigurenkabinett. Wer über den Dächern der Stadt abtanzen möchte, tut dies im
11 und wer einen Wagen und schrille Kostüme bevorzugt, kann auf dem
CSD in Amsterdam sehen und gesehen werden.
Wer

lieber weiter im historischen Amsterdam schnuppern möchte, kann dies in der
Westerkerk tun. Noch bekannter als die Kirche an sich, in der übrigens Königin Beatrix Prinz Claus heiratete, ist der Turm der Kirche. Er wird liebevoll von den Amsterdamern "Oude-Wester" genannt und wurde auch in vielen Liedern niederländischer Schlagersänger besungen. Gleich um die Ecke liegt das
Anne-Frank-Haus. Bedrückend ist es zu sehen, in welch kleinem Wohnraum die Familie Frank ausgeharrt hat, hinter einem verstecktem Geheimdurchgang am Bücherregal. Hier wurden so viele hoffnungsvolle Briefe mit "Hallo Kitty"... begonnen, doch wir kennen bereits das traurige Ende. Das Original-Tagebuch der Anne-Frank ist hier ebenfalls ausgestellt.
Erwähnenswert ist auf jeden Fall noch der
Artis-Zoo. Es wäre nicht Amsterdam, wenn es hier im Zoo nicht auch eine Besonderheit gäbe - homosexuelle Tiere. Und so bewundert man den schönen Zoo und betrachtet schwule Elefanten und Flamingos. Wer etwas länger in Amsterdam bleibt, sollte sich die Zeit nehmen, den
Albert Cuypmarkt zu besuchen. Neben frischem Fisch und lecker Käse lautet hier das Motto - Gibt es nicht - gibt's nicht!
Natürlich sollte man auch die Umgebung von Amsterdam erkunden, wenn man mehrere Tage in der Stadt ist, mit dem
Reiseführer der Niederlande kann man sich vorher gut über die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung informieren.
Webtipps
Der informativste Online-Reiseführer ist
amsterdam.info welcher in den unterschiedlichsten Sprachen abrufbar ist. Die Informationen auf der Seite runden ein Stadtplan und eine aktuelle Wetterschau ab.
Die
offizielle Seite der Tourismus-Information von Amsterdam geht auf die Sehenswürdigkeiten der Stadt ein, Erholungsmöglichkeiten und Veranstaltungen. Einziges Manko - die deutschsprachigen Seiten wurden schlichtweg vergessen, die Seite ist nur in niederländisch und englisch abrufbar.
Hotels und Unterkünfte
Die Hotels in Amsterdam verfügen über wenig Platz. Das ist klar wenn man die Giebelhäuser sieht und den Haken an dem die Möbel in die Häuser transportiert werden, auch die Fenster und Eingänge lassen es erahnen. So sollte der, der sich in einem historischen Gemäuer bettet, vorher im Klaren sein, dass er zwar weniger Platz hat, dafür aber mehr Geschichte als in einem modernen Hotel. Tatsächlich sollte man genau aufpassen, ob das vermeintliche Hotel im Preisaushang eventuell Stundenpreise angegeben hat, dann sollte man lieber zwei Straßen weiter gehen und nach einem "richtigen" Hotel Ausschau halten oder noch besser - es im Vorfeld reservieren.
Hier gibt es die
besten Unterkünfte von Amsterdam ab 3 Sternen aufwärts. Und auch für
Familien gibt es tolle Unterkünfte in Amsterdam. Eine Übersicht über alle Hotels in Amsterdam findet man
hier.
Eine

Übernachtung im
NH Grand Krasnapolsky kann ins Geld gehen, muss aber nicht. Bereits zu moderaten Preisen kann man hier nächtigen und dann am nächsten Morgen im mondänen Frühstücksraum sein Frühstück einnehmen. Es wurde 1995 renoviert und bereits im Jahr 1883 erbaut. So ist die Möblierung der Brasserie auch der "Belle Epoque" nachempfunden. Die Zimmer sind für Amsterdamer Verhältnisse recht groß und das Hotel kann besonders durch seine Business-Ausstattung und die Atmosphäre der Lobby beeindrucken. Vielfältige gastronomische Möglichkeiten befinden sich rund um das Hotel.
Ein gutes Hotel, auch vom Preis-Leistungsverhältnis, ist das
3-Sterne-Haus Arena. Die Zimmer sind sehr minimalistisch aber stilvoll eingerichtet und einige der Zimmer im Hotel, welches ein ehemaliges Waisenhaus ist, erstrecken sich über 2-Etagen.
Das
Victoria Amsterdam by Park Plaza liegt zentral gegenüber das Bahnhofs. Das Hotel, welches als klassischer Palast daher kommt, beherbergt einen neuen Seitenflügel und die Hotelhalle verfügt über sehr ansprechende Glaswände. Die Zimmer sind von einer angemessenen Größe und das Hotelrestaurant bietet eine zeitgemäße Küche mit offenen Weinen. Die gute Lage zur Innenstadt und zu den Grachten als auch die Nähe zum Hauptbahnhof macht das Hotel zum beliebten Ziel für Geschäftsreisende und Touristen, die auch beim Städteurlaub nicht auf Komfort verzichten möchten.
Als besonderen "Geheim-Tipp" am Schluss - das
Frederik Park House. Wer hier buchen möchte, muss früh aufstehen, denn es gibt nur 4 Zimmer, die dann aber Suiten sind und eine eigene Dachterrasse haben.