Bewertung von Scrambler im Detail
Die Mauern der Festung Artajona, El Cerco genannt, liegen hoch über dem gleichnamigen Ort. Im Mittelalter umschlossen die Mauern den kompletten Ort, mit samt Burg und Wehrkirche. Es gab Stadttore und 14 imposante Wehrtürme. El Cerco war im Mittelalter somit die berühmteste, weil wehrhafteste Festung des Landes, der Beschützer und Wächter Navarras und begehrtes Eroberungsobjekt.
Der heutige Hauptort, Artajona, zu Füßen des Hügels, entstand erst mit der Zeit.
Vor unserem Urlaub 2010 hatte ich Fotos bei GoogleMaps gesehen, die mich neugierig gemacht hatten. man könnte sie müberschreiben mit: So stelle ich mir eine mächtige Festung vor.
Also legten wir auf dem Rückweg hier, auf dem Weg nach Tafalla und weiter nach Olite einen morgendlichen Zwischenstopp ein.
Zunächst durchquerten wir den neuen Ort und fuhren dann bergauf, bis wir auf einem riesigen, scheinbar ganz neu angelegten Parkplatz angelangten.
Von hier aus hat man freie Aussicht über die Hügel Navarras, bis hin zu den Pyrenäen, die auch ohne Festung, das Halten attraktiv machen würde.
Unbestreitbares Highlight ist allerdings wirklich die Festungsmauer, die alles in den Schatten stellte, was wir bisher an Festungen aus dem 11. und 12. Jahrhundert gesehen hatten. Dominiert von den scheinbar perfekt erhaltenen, zinnengekrönten Festungstürmen zieht sie sich rund um die längliche Hügelkuppe und vom Parkplatz aus, kann man viele hundert Meter an ihr entlang blicken.
Der Fuß der Mauer verschwindet in Sand und Geröll.
Eine sehr gut gelungene Infotafel zeigt anhand eines überzeichneten Fotos, dass vor der heute noch erhaltenen Mauer, eine zweite stand und sich dazwischen ein Graben befand.
Ein befestigter Weg führt an der Mauer entlang zum Stadttor. Man erkennt gut, dass Teile der Mauer aus dunklerem, unregelmäßigen Mauerwerk bestehen, während die Mauerkronen und besonders die Türme aus helleren, regelmäßigeren Steinen gebaut sind. Hier wurde scheinbar schon sehr viel wieder aufgebaut.
Schon im Mittelalter wurde die Festung ja immer wieder angegriffen, zerstört und dann wieder ausgebessert und wieder aufgebaut.
Es fehlen aber auch Mauerstücke und manche Mauerabschnitte sehen aus, als wäre hier noch nicht wieder rekonstruiert worden.
Andere Mauerteile sind scheinbar in Wohnhäuser integriert, denn sie besitzen verglaste Fenster mit Fensterläden.
Eine schmale geteerte Straße führte durch das Tor ins Innere und wir staunten. Wir hatten eigentlich nicht erwartet hinter der Mauer, mehr als Ruinen zu finden.
Hier, direkt an der Festungsmauer und entlang der wenigen Gassen stehen ganz normal bewohnte Häuser. Man hat auf Verputz und bunte Anstriche verzichtet, sodass die Hausmauern den Festungsmauern ähnlich sehen. Es gibt auch keine Plastikzäune oder auffällige Garagen. Es ergibt sich so ein recht einheitliches Bild. Viele der Häuser scheinen Ferienhäuser zu sein oder es werden Zimmer vermietet. Alles, Blumenrabatte, Bänke, Laternen etc. wirkt sehr gepflegt und zum Teil auch wie neu angelegt.
Es gibt hier keine Geschäfte, noch nicht einmal einen Souvenirladen oder eine Gaststätte. Das Flair von engen, schiefen und krummen, mittelalterlichen Pflasterstraßen und historischen Gebäuden fehlt.
Wir gingen bis zum höchsten Punkt des Westteils der Festung. Hier auf dem ehemaligen Gelände der Burg, steht neben ein paar Resten der Grundmauern, noch der Stumpf des Bergfrieds. Wieder zeigte uns eine Infotafel, wie es hier einmal aussah.
Der Rückweg führte uns an der imposanten Wehrkirche Santurnino vorbei. Sie ist in die Wehrmauer integriert und beeindruckt mehr durch ihre Trutzigkeit und Monumentalität, denn durch Eleganz. Sie war geschlossen.
El Cerco9
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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El Cerco beziehungsweise Artajona liegt Fluglinie knapp 30 km südlich von Pamplona. Von allen Hauptverkehrsrouten gleich weit entfernt, kommt man nicht darum herum, ein paar KM Landstraße zu fahren, die aber gut ausgebaut ist.
El Cerco ist mit den üblichen purpurfarbenen Hinweispfeilen ausgeschildert.
Die Festung ist denke ich einmalig und auf jeden Fall einen Besuch wert.
Das Parken war kostenlos.