Bewertung von Sternensilber im Detail
Sternensilber(37)
Waldshut-Tiengen, Deutschland95%
Während unserer Nilkreuzfahrt hatten wir einen freien Tag in Assuan. Es gab die Möglichkeit nach Abu Simbel zu fahren oder selbst was zu unternehmen. Da mein Mann an schwereren Motorradunfallverletzunge n leiden musste haben wir uns gegen eine lange Busfahrt entschieden und sind mal auf eigene Faust los. Geholfen hat uns dann auch gleich ein Taxifahrer, den wir eh benötigten, weil unser Schiff, die Solaris I, recht weit weg vom Stadtzentrum war.
Nachdem wir den Philae-Tempel besucht hatten, organisierte der Taxifahrer uns ein Motorboot. Es gibt mehrere Möglichkeiten, sich ein Boot mit Fahrer zu mieten. Einfach an den Nilanlegestellen entlang schlendern und man wird ständig wegen Bootsfahrten angelabert. Für wenig Geld schipperte uns ein Nubier im ersten Katarakt von einer Insel zur nächsten. Das ganze kann man auch mit etwas romantischeren Feluken machen. Aber als wir am nördlichen Zipfel der Elefantine waren, wussten wir, dass wir richtig entschieden hatten: Vier strahlende Gesichter saßen in einer Feluke und freuten sich, dass endlich ein motorisiertes Boot vorbeikommt und sie abschleppt. Bei Flaute kommt so eine Feluke nämlich schlecht wieder den Nil rauf und da morgens weniger Ausflügler unterwegs sind, durften die armen zwei Stunden im Nil ausharren. Also wurde die Feluke noch abgeschleppt und weiter ging es zur Kitchener Insel. Vorher bekamen wir aber noch Besuch von Kindern, die in kleinen bunten selbst gebastelten Holzbooten daherpaddelten, sich an unser Boot hingen und bettelten.
Bei der Kitchener Insel angekommen, wurden wir am Eingang ausgesetzt. Für 1,50 Euro Eintritt durften wir für eine Weile über die Insel schlendern und es war herrlich. Durch die vielen großen Palmengewächse und Bäume ist das Klima auf der Insel auch bei 40 Grad recht angenehm. Zudem waren wir im August dort und so ziemlich die einzigen Touristen. Die Ausflüge der Reiseveranstalter zur Insel beginnen meist erst gegen Abend, sodass die vielen weißen Bänke am Wegrand ganz alleine dastanden und höchstens mal ein Kätzchen daran vorbeischlenderte oder einer der vielen Gärtner drauf geschlafen hat.
Sehr gepflegt und sauber ist die ganze Insel. Dafür sorgt das viele Personal, welchem man ständig über den Weg läuft und welche man auch in Wohnhütten hinterm Restaurant beim Kaffeekochen antrifft
Was ich auch sehr angenehm empfand war die Ruhe. Trotz der vielen Angestellten wurden wir kein einziges Mal angelabert, was in Ägypten eine Seltenheit ist. Nein, wir konnten die Flora genießen, auch wenn ich von der eigentlich mehr erwartet hätte. Es gibt viele Palmen, wie Königspalmen, Dattelpalmen, Kokospalmen auch sind Tempelbäume, Mammutbäume und weitere exotische Bäume zu finden, aber irgendwie fehlte mir die Blütenpracht. Es gibt zwar einige Rhododendron und Bögen aus Bougenville, aber nur ganz wenige. Dafür umso mehr Katzen, die zum Teil ganz zahm waren und schnurrend um die Beine streiften.
Toll ist der Ausblick von der Insel. Je nach dem, auf welcher Seite man steht, hat man eine ganz andere Landschaft. Von der einen Seite blickt man über den Nil gleich in die Wüste, und auf der anderen Seite ist die grüne Elefantine mit dem nubischen Dorf.
In der Nähe der Schiffanlegestelle beim Ausgang steht ein größeres Restaurant und Souvenirgeschäfte. Aber auch dort wurden wir nicht angelabert. Wahrscheinlich lohnen zwei so einsame Touris nicht und das war auch ganz gut so. Die Preise sind für europäische Verhältnisse ganz i. O. wenn auch einiges teurer als in den Stadtrestaurants.
Für uns hat sich der kleine Ausflug gelohnt, wir haben uns wohl gefühlt und teuer war es auch nicht. Die Ruhe und der Erholungsfaktor durch die vielen Spazierwege sind ein Grund, dass auch Nichtbotaniker sich dort wohl fühlen. Die beste Besuchszeit ist allerdings morgens oder bevor die Gruppenausflügler kommen. Ich denke, im Winter wird allgemein mehr los sein, weil zu unserer Zeit im August schon alleine nur ein drittel der Nilkreuzfahrtschiffe unterwegs waren und diese nur zu einem Drittel besetzt. Zu erreichen ist die Insel ja ganz leicht, weil sofort jemand zu finden ist, der Touris dorthin fährt.
Kitchener Insel10
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Architektur
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Artenvielfalt Vegetation
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Erholungswert