Das Old Cataract Hotel - Schauplatz des Klassikers "Tod auf dem Nil" aus der Feder Agatha Christies, den sich auch in diesem Hotel schrieb, fällt jedem Literatur- und Filmkenner sofort ein, wenn der Namen Assuan fällt. Für alle anderen in dieser Welt ist Assuan durch zwei Bauwerke bekannt: der alten Nilstaumauer, den am Ende des 19. Jahrhunderts die Engländer erbauten und dem in den 1960er Jahren eingeweihte neue Hochdamm, der von Russen gebaut wurde. Besonders durch den neuen Hochstaudamm wandelte sich Ägypten in ein fruchtbares Land, das von den Launen der Natur unabhängig wurde. Assuan, die drittgrößte Stadt Oberägyptens, ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und ist Heimat einer halben Million Ägypter und ist die südlichste Stadt des eigentlichen Ägyptens. Die Bevölkerung Assuans lebt nicht nur vom Tourismus mit Übernachtungen in den Hotels und den Kreuzfahrtschiffen. Arbeitet bieten auch der Granit- und Erzabbau, die Chemische Industrie mit überwiegend der Verarbeitung von Stickstoffsalzen (Düngemittel) und der Hochstaudamm.
Von ersten Siedlungen bis hin zu einer ägyptischen Kleinstadt
Erste Siedlungsspuren des altägyptischen Abu befinden sich auf der Insel Elephantine und reichen bis um 3500 v. Chr. (der Negadezeit) zurück. Hier befanden sich Granitsteinbrüche, in denen bereits im frühen Alten Reich grauer Granit und Rosengranit abgebaut wurden. Diese Siedlungsspuren bildeten damals die südliche Grenze des alten Ägyptens. Assuan wurde zu dem wichtigsten Umschlagplatz für den Handel und war als Grenzstadt und Granitbergbauzentrum ein bedeutendes politisches Zentrum in Ägypten. Die frühesten Zeugnisse Assuans als Stadt am Ostufer des Nils stammen aus der 20. Dynastie. Auf das Gebiet des heutigen Stadtgebietes hat sich Assuan erst in der 30. Dynastie hin ausgebreitet. Es wurden in der griechisch-römischen Zeit auf Elephantine zwei Tempel erbaut. An Bedeutung verlor Elephantine gegenüber Assuan-Stadt als Siedlungsgebiet vollständig. Assuan wurde in späterer Zeit unter verschiedenen Einflüssen wiederholt zur Garnisonsstadt, unter anderem wegen Überfällen und in der christlichen Zeit sogar Bischofssitz. Wirtschaftliche Basis Assuans ist in der heutigen Zeit - wie bereits erwähnt - der Granit- und Erzabbau und die Chemische Industrie mit der überwiegenden Verarbeitung von Stickstoffsalzen (Düngemittel). In der Folge des wirtschaftlichen Wachstums wächst auch die Bevölkerung rasant und das Stadtbild leidet leider darunter, dass moderne Betonbauten in den Himmel sprießen.
Der Hotelname Old Cataract ist Geschichte
Das legendäre
Old Cataract Hotel, in dem Agatha Christie "Tod auf dem Nil" schrieb und das auch als Filmkulisse diente, ist seit Anfang Mai 2008

wegen Renovierungsarbeiten für voraussichtlich zwei Jahre geschlossen und soll danach unter dem Namen "Sofitel Legend" weitergeführt werden. Lange Jahre war das Old Cataract Anziehungspunkt für Touristengruppen aus aller Welt, die das Hotel besuchen wollten, in dem Agatha Christie ihren Roman schrieb und das später als Kulisse des Films mit Sir Peter Ustinov und Angela Landsbury in den Hauptrollen diente. Bisher konnte man sich als Nichthotelgast im Old Cataract aufhalten, sofern man für mindestens 30 L.E. etwas verzehrte. Von der Hotelterrasse hat man vor allem in den Abendstunden einen atemberaubenden Blick auf den Nil und den Katarackt, wenn die Sonne untergeht. In wie weit sich an diesem Procedere durch den Hotelumbau etwas ändert, bleibt bis Mai 2010, der geplanten Wiedereröffnung, abzuwarten.
Der Tourismus
Europäische Touristen kamen seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts vorwiegend im Winter nach Assuan. Das Wetter ist hier im Winter trocken und angenehm. Darüber hinaus kamen die Touristen vornehmlich zur Linderung ihrer Krankheiten wie z.B. Rheuma und Asthma.
Eine Vielzahl an Ausflugsmöglichkeiten
In und um Assuan gibt es eine Vielzahl an Besichtigungsmöglichkeiten, die teilweise von den Reiseunternehmen im Ausflugspaket angeboten werden.
Angebotene Ausflüge der Reiseunternehmen - mal inklusive, mal fakultativ
Wer eine Pauschalreise mit einer Woche Nilkreuzfahrt gebucht hat, bekommt die Möglichkeit, an einem Tag den
Tempel von Abu Simbel, den Ramses II. erbauen ließ, zu besuchen. Dieser Ausflug ist in der Regel fakultativ und kostet extra. Die weiteren Tempel entlang des Nassersees werden bei solch einem Ausflug mit dem Bus und im Polizeikonvoi nicht besichtigt.

Um die weiteren - auch versetzten Tempel entlang des Nassersees empfiehlt sich eine Nasserseekreuzfahrt, bei der auch die abendliche Licht- und Tonshow am Tempel von Abu Simbel besucht werden kann. Ein Besuch der
Kitchener Insel, auch Botanische Insel genannt und des
Philae Tempels und der Insel
Elephantine sind meist auch fakultative Ausflüge in Assuan. Zum Ausflugspaket gehört eine Stadtrundfahrt durch Assuan, bei der man den
Unvollendeten Obelisken in einem Steinbruch besichtigt und einen Eindruck von der Handwerkskunst der Steinmetze der pharaonischen Zeit bekommt. Den unvollendeten Obelisken durchzieht einen Riss, der den Obelisken hat unbrauchbar hat werden lassen.

Weiter steht der weltberühmte
Hochstaudamm, der in den 1960er Jahren fertig gestellt wurde, auf dem Plan, von dem der Besucher nur wenig zu Gesicht bekommt und die meisten Informationen von Schautafeln erhält und einen Blick auf das Ausmaß des
Nassersee werden kann. Um den Hochstaudamm besuchen zu können, wird die "alte" Staumauer, den die Engländer Ende des 19. Jahrhunderts gebaut hatten, überquert. Eine Besichtigung der alten Staumauer geht nicht, da auf der Staumauer und in der unmittelbaren Umgebung, nicht geparkt werden darf. Bei manchen Reiseunternehmen gehört die Besichtigung des
Philae Tempels zum normalen Ausflugsprogramm dazu, bei anderen ist der Ausflug fakultativ. Nachmittags steht eine
Felukenfahrt auf dem Nil durch das Kararakt, bei dem man am Ufer der Elephantine Insel das berühmte Nilometer sehen kann, und um die Kitchener Insel auf dem Programm. Diese Fahrt bietet einen anderen Blick auf Assuan und auf das westliche Nilufer. Das
Aga Khan Mausoleum, das man sonst nur aus der Ferne des Nilschiffes oder vom anderen Nilufer aus sieht, rückt in greifbare Nähe und die Eingänge der
Felsengräber werden deutlicher. Die Stadtrundfahrt endet abends auf dem
Basar, auch Souk genannt. Dieser verläuft parallel zur Corniche el Nil ab dem Bahnhof in Richtung Süden.
Alternative und ergänzende Ausflüge
Wer am zweiten Tag seines Aufenthalts in Assuan nicht an den fakultativen
Ausflügen teilnehmen möchte oder zusätzlich etwas in Assuan unternehmen möchte,

hat zum Beispiel die Möglichkeit das
Nubische Museum zu besuchen, das es erst seit 1997 gibt und mit Hilfe von UNESCO-Geldern errichtet wurde und vor allem die Nubische Geschichte behandelt. Auf der Westseite des Nils liegen die
Felsengräber, das
Aga Khan Mausoleum und die Reste des
Simeonskloster. Mit einer Feluke oder der Fähre setzt man von Assuan zum Westufer über. Lediglich für die Felsengräber muss ein Eintritt (12 L.E. und 5 L.E. für die Kamera, Stand: 2005) bezahlt werden. Auf dem weiteren Weg zum Simeonskloster kommt man am Aga Khan Mausoleum vorbei, das für die Öffentlichkeit geschlossen ist, weil sich in der Vergangenheit die Touristen "unziemlich verhalten" hätten.
Ende der Nilkreuzfahrt und Beginn der Nasserseekreuzfahrt
Von
Luxor aus kommend, enden in Assuan die Nilkreuzfahrten. Zwischen Assuan und Abu Simbel werden auch Kreuzfahrten von drei bis vier Tagen Dauer - je nach Richtung - angeboten. Es steht nicht nur der
Ramses Tempel in Abu Simbel zur Besichtigung an, sondern auch entlang des Nassersees der
Kalabsha Tempel, der Felsentempel
Ramses II - Beit el Wâli, die
Tempelgruppe New Seuba - Al Subu und dem
New Amada Areal. Alle Tempelanlagen sind vor den Fluten des Nassersees versetzt worden. Die Tempel - außer dem Tempel von Abu Simbel - sind im Vergleich zu den anderen Tempeln entlang des Nils nicht touristisch überlaufen und so sind so die Besuche erträglicher.
Einkaufen in Assuan
Die Sharia El Souk, auch Souk-Straße genannt, zieht sich von Süden ab der Matar-Straße quer durch die Stadt in Richtung Bahnhof. Der Souk verläuft parallel zur Corniche el Nil.

Der Souk bietet alles, was das Herz eines Touristen und eines Ägypters höher schlagen lässt. Dinge des täglichen Bedarfs bis hin zu Touristen-Kitsch wird hier alles angeboten. Direkt an der Corniche el Nil sind neben Hotels, Post- und Telegrafenamt und Banken auch Souvenirläden und das Kaufhaus Benzion angesiedelt. Der Umgang der Assuaner Geschäftsleute mit den Touristen ist hier lockerer und nicht so aufdringlich wie in Luxor oder so hektisch wie in Kairo. Begründet liegt dieses Verhalten in der Geschichte Assuans, da hier seit Jahrtausenden der Umschlagplatz für den Handel von Waren Ägyptens mit Zentralafrika ist.
Hotels in Assuan

Natürlich gibt es in Assuan auch einige
Hotels. Entsprechend den Vorstellungen und Bedürfnissen der Gäste findet man hier die verschiedensten Preisklassen. Es gibt einfache Hotels, Mittelklassehotels und 5-Sterne-Häuser. Die meisten Hotels liegen an der Corniche el Nil, nicht weit vom Stadtzentrum entfernt, oder in unmittelbarer Nähe. Dazu gehören unter anderen das
Memnon,
Marhaba Palace, dem
Nile Hotel und die Schwesternhotels
Old Cataract und
New Cataract. Die Hotels
Elephantine Island Resort und
Isis Island befinden sich auf den Nilinseln Elephantine und Ambumart.
Essen gehen in Assuan
Die meisten Restaurants befinden sich direkt an der Corniche el Nil, wie z.B. die Restaurants Saladin, Aswan Moon, Emsy, Mona Lisa, El Shati und dem Aswan Panorama.
Als Tourist unterwegs
In Assuan
Direkt in Assuan gibt es zahlreiche Taxis, auf die man als Tourist zurückgreifen kann. Jedoch sollte man sich über den Preis vorher einig sein. Fähren verbinden das Ostufer mit dem Westufer und mit den Inseln. Die Fähren legen 150 m südwestlich des Bahnhofs beziehungsweise auf Höhe der Egypt Air Geschäftsstelle ab.
Von und nach Assuan
Es besteht die Möglichkeit, mit dem Bus, dem Auto, der Bahn, dem Schiff und dem Flugzeug Assuan zu erreichen beziehungsweise von dort aus weiter zu reisen. Entlang der Nil-Ostseite besteht eine Buslinie zwischen Assuan, Edfu, Esna und Luxor. Wer als ausländischer Tourist mit dem Auto nach Assuan fahren will, muss sich einem Konvoi anschließen. Die Route verläuft entlang der Nil-Ostseite. Die Bahnlinie Assuan - Edfu - Luxor - Minya - Kairo wird mit Schnellzügen drei Mal täglich - auch mit einem Nachtzug - bedient. Die Züge zwischen Assuan und Kairo sind klimatisiert und als Tourist sollte man auf so genannte "protectet trains" ("geschützte Züge") achten, die sicherer sind. Nicht nur zwischen Assuan und Luxor besteht eine Schiffsverbindung, sondern auch zwischen Assuan und Wadi Halfa im Sudan (Autofähre) über Abu Simbel. In Assuan gibt es einen Flughafen, von dem innerägyptische Flüge wie zum Beispiel nach Abu Simbel und Luxor möglich sind.
Ein- und Ausreise
Seit dem 01.03.2007 wird auch in Ägypten die in Europa seit Herbst 2006 geltende "Handgepäckregelung" am Flughafen umgesetzt. Echte antike Souvenirs und Souvenirs aus dem Meer sollten nicht erworben und ausgeführt werden. Es drohen von ägyptischer wie von deutscher Seite her Strafen.