Bewertung von lenin im Detail
lenin
München, Deutschland99%
Es ist wieder Sonntag und diesmal haben wir uns Bad Aibling als Ziel ausgesucht. Es ist noch tiefer Winter aber so ein Kurort hat auch im Winter seine Reize.
Bad Aibling liegt cirka 50 km von München entfernt, an der A8 Richtung Salzburg dann Abfahrt Bad Aibling. Die Stadt blickt auf eine über 2000 jährige Geschichte zurück und hat etwa 18000 Einwohner. Die Stadt ist ein Kurort und lebt mit den Kurgästen.
Ein Parkplatz ist schnell gefunden, sonntags kann man fast überall kostenlos parken. Alles ist sehr gut beschildert und so machen wir erst einmal einen kleinen Stadtrundgang. Die gesamte Innenstadt scheint verkehrsberuhigt zu sein, überall Tempo 30, also aufpassen wenn man weiter in die Stadt rein fährt.
Direkt neben dem Kurhaus und dem Haus des Gastes findet man das Heimatmuseum. Eigentlich wollten wir uns ja nur aufwärmen aber dann waren wir sehr positiv überrascht.
Schon von außen macht das Gebäude einen interessanten Eindruck. An der Eingangsfront
prangt ein farbiges Fresko, Ansicht des Marktes Bad Aibling um 1700. früher war das Gebäude ein Teil des Irlach Schlösschens.
Seit 1931 wird das Museum vom historischen Verein der Stadt gepflegt und geführt. Neben Funden zur Ortsgeschichte gibt es auch bäuerliche Möbel und Gegenstände, bürgerliche Interieurs und wertvolle Handwerkssammlungen zu sehen. Die gesamte Ausstellung ist in 15 Räumen auf 2 Etagen verteilt.
Fangen wir also an mit der Besichtigung. Übrigens kostet der Eintritt 2 Euro, wenn man Kurgast ist sogar nur 1.50 Euro. Vorn am Eingang steht aber eine große Sparschwein und der nette Herr am Einlass freut sich sichtlich über einen kleine Spende. Man erhält einen mehrseitigen Bericht zum nachlesen für die einzelnen Räume. Einen Audioguide gibt es nicht.
Der erste Eindruck ist, dass alle Räume sehr gut sortiert sind, alles irgendwie geordnet und auch sehr sauber. Man sieht u.a. eine vollständig rekonstruierte Werkstatt eines Fassbinders oder Schäfflers sowie eine umfangreiche Sammlung mit Blaudruckmodeln alter Aiblinger Färbereibetriebe, Pferdegeschirr, alte Webstühle, bäuerliche Stuben, eine Pfeifensammlung, eine Schlössersammlung, Truhen und Fässer, dazu viele Bilder, originale Dokumente die Zeitgeschichte schreiben. Weiter geht es in den 2. Stock. Dort findet man viele sehenswerte Stuben, u.a. die Marbacher Stube mit ihrer Renaissance-Einrichtung und einer Kassettendecke. Seit einigen Jahren gibt es den Leiblraum mit der Kutterlinger Bauernstube, in dem in der einst der Maler Wilhelm Leibl arbeitete. Es sind 16 Originalradierungen des Malers zu sehen und viele persönliche Gegenstände des Malers bereichern die Ausstellung.
Dann gibt es noch eine Grabkreuzsammlung, eine Küche aus dem 19. Jahrhundert, sogar einen Gebetsraum mit einem Minialtar.
Fazit:
Eine sehr sehenswerte Sammlung für Leute die sich für Ortsgeschichte und Leben in vergangenen Jahrhunderten und vielleicht auch für den Maler W. Leibl interessieren. Die Räume sind hell, warm und wirklich gut sortiert. Es gibt allerdings keinen Fahrstuhl, also Rollstuhlfahrer oder Menschen die die Treppe nicht steigen können müssen auf die 2. Etage leider verzichten. Parkmöglichkeiten gibt es direkt neben dem Museum. Empfehlen kann ich nach dem Museumsbesuch einen herrlichen Spaziergang durch den Kurpark und zur Vogelvoliere..davon berichte ich aber später..
Euer lenin
Heimatmuseum8
Einzelbewertung
-
Erreichbarkeit
-
Muss man gesehen haben
-
Budget-Freundlichkeit
-
Architektur
-
Konzept
-
Exponate
-
Bedeutung
-
Das Museum ist nur Freitag und Sonntag am Nachmittag geöffnet. Führungen sind nach Anmeldung möglich.