Bewertung von Porter3 im Detail
Porter3
Dorfen, Deutschland99%
Bei diesem Bericht soll es um die Rottal-Therme in Bad Birnbach gehen.
Lage:
Bad Birnbach liegt ziemlich im Südosten Bayerns im sog. Bäderdreieck (Bad Birnbach, Bad Griesbach und Bad Füssing). Die nächstgrößere Stadt ist Passau in ca. 40 km Entfernung. Erreichbar ist der Ort mit dem Auto nur über Landstraßen (aber gut ausgebaut). Der nächste Bahnhof (Regionalbahn) ist ca. 5 km entfernt.
Im Ort selbst ist die Therme trotz mäßiger Beschilderung relativ gut zu finden, da der Ort ziemlich klein ist. Es gibt verschiedene Hotels und Pensionen, aber auch Kurheime. Bad Birnbach trägt offiziell auch den Beinamen das ländliche Bad. An der Therme gibt es sowohl Parkplätze als auch ein Parkhaus (Achtung: extrem eng!).
Die Therme:
Die Rottal-Therme besteht aus drei unterschiedlichen (aber grundsätzlich zusammengehörenden) Teilbereichen: dem Erholungsbad, dem Gesundgarten und dem Vitarium. Hat man sein Auto in der Tiefgarage geparkt, muß man sich bereits entscheiden, wo man hin will (es gibt mehrere Eingänge). Erholungsbad und Vitarium sind im selben Gebäudeteil mit einer Kasse, der Gesundgarten geht in die andere Richtung (mit eigener Kasse). Hier nun meine Eindrücke zu den einzelnen Bereichen:
Der Gesundgarten:
Hat man den verwinkelten Gang von der Tiefgarage hinter sich gebracht, befindet man sich im Eingangsbereich mit Kasse. Durch ein Drehkreuz kommt man in einen großen, modernen Umkleidebereich mit Schränken und vielen Einzelumkleiden. Weiter geht es zu den Duschen und Toiletten. Die Badehalle selbst ist mehreckig (ca. 6-8, ich habs nicht gezählt). In der Mitte befindet sich das ebenfalls mehreckige Becken, das rundherum über Stufen verfügt, auf denen man im Wasser sitzen kann (kein Schwimmbecken!). Rundherum an den teilweise verglasten Außenwänden befinden sich ca. 6-8 kleine Therapiebecken, in denen Anwendungen durchgeführt werden.
Außerdem gibt es ein Becken mit Durchgang ins Außenbecken. Die Innenbecken haben eine Wassertemperatur von ca. 32-36 Grad. Im Außenbereich findet man eine Kneipp-Anlage, ein Schwimmbecken (26-28 Grad), ein Ruhebecken mit kleinem Wasserfall (35 Grad) sowie ein kleines Sitzbecken mit ca. 40 Grad. Um zwischen den einzelnen Becken und ins Gebäude zu wechseln, muß man über teilweise etwas weite Wege laufen (im Winter oder bei klassischem Thermenwetter kein wirkliches Vergnügen).
Zurück im Gebäude findet man neben den Becken noch einige Sitzmöglichkeiten. Im ersten Stock gibt es sowohl mehrere Ruheräume als auch Sitz- und Liegemöglichkeiten auf einem Art Balkon über dem Becken. Ebenfalls im ersten Stock befindet sich ein Cafe/Bistro (nicht getestet). Im nicht öffentlich zugänglichen Bereich befinden sich zahlreiche Räume für unterschiedliche Therapien (Physio, Massage usw.). Außerdem gibt es hier auch einen Kosmetikbereich.
Insgesamt ist zu diesem Bereich zu sagen, dass er ziemlich neu und modern, gut ausgestattet, hell und freundlich ist. Alles war sehr sauber und in gutem Zustand.
Das Erholungsbad:
Der Eingangsbereich (mit Kasse) zum Erholungsbad und auch zum Vitarium ist über einen sog. Bademantelgang vom Gesundgarten aus erreichbar. Dieser ist zwar gut beheizt, aber sehr verwinkelt und hat mehrere Treppen. Man befindet sich hier außerhalb des Badebereiches, d.h. man läuft in seinen Badeklamotten zwischen anderen, bekleideten Leuten herum. Je nach Tempo ist man fast fünf Minuten unterwegs. Für Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit (und davon dürfte es ja in einem Kurbad einige geben) ist ein Wechsel zwischen den Bereichen nahezu unmöglich.
Das Erholungsbad ist der älteste Bereich der Therme. Es ist auch insgesamt der einfachste und ehrlich gesagt, langweiligste Bereich. Hat man das obligatorische Drehkreuz hinter sich gelassen, kommt auch hier der Umkleidebereich. Zwar auch großzügig und mit vielen Umkleiden und Schränken, aber halt rund 20 Jahre älter als im Gesundgarten. Zum Duschen- und Toilettenbereich kann ich nichts sagen. Die Badehalle selbst ist quadratisch mit einem mehreckigen Becken in der Mitte, das wiederum rundherum Sitzstufen hat. Das Wasser ist ca. 36 Grad warm. In den Raumecken befinden sich vier kleinere Sitzbecken mit Temperaturen von 20 bis 38 Grad. Dazwischen gibt es mehrere Liegestühle sowie Sitzbänke an den Wänden. Die Badehalle bekommt übrigens nur durch ein kleines Oberlicht Tageslicht, die Wände rundherum sind gefliest (Innenraum).
Im Innenbereich gibt es laut Plan noch ein weiteres Becken, dieser Bereich war bei meinem Besuch (Okt. 2006) aber wegen Bauarbeiten gesperrt. Ansonsten gibt es im Innenbereich noch ein kleines Dampfbad sowie mehrere Ruheräume. Ein winziges Becken ermöglicht den Wechsel ins Außenbecken. Dieses hat rund 34 Grad. Außerdem gibt es draußen noch ein weiteres Sitzbecken mit rund 36 Grad, ein kleines Kaltbecken mit ca. 14 Grad sowie ein Schwimmbecken mit 24-28 Grad. In den Außenbecken gibt es auch die üblichen Einrichtungen wie Düsen, Sprudelliegen, Brausen usw.
Mein Fazit über diesen Bereich: Isoliert betrachtet keinen Besuch wert. Dadurch, dass man mit der Bade-Eintrittskarte aber auch den Gesundgarten nutzen kann, ist es akzeptabel. Die Einrichtung ist in Ordnung, aber schon etwas in die Jahre gekommen. Die Badehalle wirkt durch das fehlende Tageslicht und die massiven Wände ziemlich düster. Die Sauberkeit war einwandfrei. Nachdem ja während meines Besuchs Bauarbeiten stattfanden, besteht Hoffnung, dass auch der restliche Bereich modernisiert wird.
Das Vitarium:
Begibt man sich vom Erholungsbad wieder in die Eingangshalle kommt man nach ca. 50 Metern zum Eintritt ins Vitarium (auch hier wieder durch den öffentlichen Bereich). Hinter dem Drehkreuz befindet sich der Umkleidebereich mit zahlreichen Schränken, aber nur zwei oder drei Einzelumkleiden. Der Platz vor den Schränken ist leider sehr eng bemessen, wenn sich dort ein Gast umzieht, kommt ein anderer nur mühsam vorbei. Die anschließenden Duschen sind einfach, aber ausreichend.
Geht man weiter, kommt man in eine kleinere Badehalle mit einem ca. 36 Grad warmen Sitzbecken. Von hier aus kann man auch ins Außenbecken. Im weiteren Verlauf kommt man an einem Cafe/Bistro vorbei in die sehr verschachtelte und verwinkelte Saunaanlage. Hier gibt es neben zwei Dampfbädern eine ganze Reihe unterschiedlicher Saunen.
Den Gästen steht zur Verfügung: ein Sanarium (trocken, ca. 60 Grad), die Kräuter-Aromasauna (mit frischem Heu und Entspannungsmusik, ca. 70 Grad), eine Trockensauna mit rund 85 Grad sowie die Kristall-Aufgußsauna mit gut 90 Grad. Daneben gibt es als Spezialitäten ein sog. Priesnitzbad (hier wird die Temperatur langsam gesteigert und anschließend über einen Ventilator Eiskristalle auf die Gäste verteilt) sowie eine Salzsteingrotte. In dieser sind die Wände aus Salzsteinen aus dem Himalaya. Durch die relativ geringe Temperatur von rd. 50 Grad ist hier ein schonendes, langsames Schwitzen möglich.
Zwischen den einzelnen Saunen stehen immer wieder Duschen (auch Saunaduschen mit Eimer, Schlauch usw.) und Toiletten zur Verfügung. Auf den Gängen gibt es nur einige, wenige Sitzgelegenheiten. Allerdings gibt es mehrere, unterschiedlich eingerichtete Ruheräume. So gibt es einen Raum mit speziell designten Schaukelstühlen, eine Kaminstube und auch einen Raum mit Wasserbetten. Das Mobiliar machte auf mich einen sehr hochwertigen, edlen Eindruck (nicht die klassischen Schwimmbad-Liegen).
Im Vitarium gibt es neben dem bereits erwähnten Innenbecken noch einen Whirlpool sowie drei Außenbecken mit unterschiedlichen Termperaturen. Natürlich sind die mittlerweile üblichen Eisbrunnen und Tauchbecken vorhanden. Als Besucher des Vitariums kann man die Bereich Erholungsbad und Gesundgarten mit benutzen.
Mein Fazit für diesen Bereich: Insgesamt alles sehr neu und schön eingerichtet. Sehr guter Zustand und einwandfreie Sauberkeit. Die Anzahl der Saunen ist den zusätzlichen Preis auf jeden fall wert. Was mich etwas gestört hat, war die Enge im Umkleidebereich. Außerdem war es bei meinem Besuch (Samstag Nachmittag bei typischem Thermenwetter) extrem voll. Ich habe es noch in keiner anderen Anlage erlebt, dass man auch außerhalb von Aufgusszeiten einfach keinen Platz in einer Sauna bekommen hat. Hier war es leider mehrfach der Fall, sodaß ich nur einen kleinen Teil ausprobieren konnte. Auch in den Ruheräumen war es Glücksache, ein Plätzchen zu finden.
Gesamteindruck:
Die Therme in Bad Birnbach ist m.E. die kleinste der von mir bisher besuchten vier Thermen im Bäderdreieck. Es gibt leider nur relativ wenige Innenbecken, das meiste spielt sich im Freien ab, was bei schlechter Witterung eher unangenehm ist. Die Saunaanlage ist sehr schön, ich werde ihr bei schönerem Wetter (in der Hoffnung, dass es dann leerer ist) eine zweite Chance geben. Reichlich unpraktisch finde ich die weiten Wege zwischen den einzelnen Teilbereichen. Hierzu ein Tip: unbedingt einen Bademantel mitbringen bzw. sich einen für geringes Geld (1,50 EUR) ausleihen. Die Einrichtung und Ausstattung ist in ziemlich gutem Zustand, an der Sauberkeit gibt es nichts zu bemängeln. Wenn man im Parkhaus parkt, ist es wichtig, das Parkticket unbedingt an der Kasse umzutauschen (für Badegäste ist das Parken kostenlos). Im gesamten Parkhaus gibt es keinen Kassenautomaten, im Zweifelsfall muß man den gesamten Weg bis zur Kasse wieder zurück.
Rottal-Terme8
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Architektur
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Umfang der Angebote
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Qualität der Angebote