Bewertung von winodino im Detail
winodino
Niederösterreich, Österreich96%
Die Terra Mystica ist wirklich ein schönes Ausflugsziel, und obwohl ich Anfangs wenig begeistert war, konnte ich doch noch einiges dazulernen. Die Zechen sind sehr schön gemacht, und die Videos verständlich. Durch die Rutsche, die Zugfahrt und den Aufzug wird die "Fahrt" durch den Stollen aufgelockert.
Der Preis ist zwar auf den ersten Blick schon sehr hoch, das Erlebnis ist es aber auf jeden Fall wert. Ich kann die Terra Mystica ohne Einschränkung weiterempfehlen!!!
Nachdem man die Eintrittskarten gelöst hat, bekommt man ein Kärtchen, auf dem die Einfahrtszeit draufsteht. Bei uns war das 10:40 Uhr. Man braucht nicht früher beim Eingang sein, denn die Türen werden sowieso erst pünktlich zu der besagten Zeit geöffnet. Um 10:40 Uhr waren also alle für die Einfahrt angestellt, unsere Gruppe bestand aus 25 bis 30 Leuten, darunter auch einige Kinder. Zunächst erfolgt die Kleidungsausgabe. An einem Tresen geben einem die Mitarbeiter je eine Hose, eine Bluse und einen Helm. Diese Sachen müssen dann natürlich angezogen werden, und dann geht's los
Mein Tipp hier: Zieht euch und euren Kindern auf jeden Fall feste Schuhe und eine lange Hose an! Es ist im Bergwerk eher kühl und feucht, und es ist ein Stückchen zu Fuß zu gehen, also werden ihr dankbar sein, wenn ihr keine Sandalen anhabt!
Die erste Station ist noch oben, der Führer begrüßt die Gruppe und erzählt ein bisschen was über das Bergwerk. Dazu gibt es einen kleinen Film über dessen Entstehung. Außerdem gibt es Schaukästen mit 3D-Karten des Stollensystems.
Tja, und dann kommt auch schon der lustigste Teil der ganzen Führung: Man rutscht in Gruppen zu 3 oder 4 Personen auf einer 68m langen Bergwerksrutsche in die Tiefe. Es ist keine richtige Rutsche, sondern eher zwei Balken in der Mitte, auf denen man sitzt, und wo es ziemlich schnell bergab geht. Ich muss zugeben, ich hatte etwas Angst, aber im Endeffekt war es wirklich lustig und ist besonders für Kinder eine schöne Erfahrung. Achtung: Nehmt auf jeden Fall viel Schwung, denn es gibt zwei flachere Stellen, wo man sonst stecken bleibt. An diesen Stellen wird auch ein Foto gemacht - also bitte lächeln ;) Der Führer kann die Strecke übrigens über 2 Bildschirme beobachten, und schickt jede Partie erst runter, wenn die Rutsche vollkommen geräumt ist - sehr sicher! Wer nicht rutschen möchte, kann auch über eine Treppe neben der Rutsche runtergehen.
Danach beginnt der Fußweg durch den Stollen. Dieser ist nicht beschwerlich und hat keine Höhenunterschiede - große Personen müssen aber aufpassen, dass sie sich nicht den Kopf stoßen. "Durch den Berg gehen" heißt übrigens "fahren", und die einzelnen Stationen werden "Zeche" genannt. Hier ein kleiner Überblick über die Zechen:
Zeche 1
Die Geburt der Erde
Zeche 2
Das Reich der Unterwelt
Hier geht es um die Urzeitmenschen und ihren Glauben. Achtung: Könnte für Kinder ein bisschen gruselig sein, da man hier ein Skelett eines Grubenarbeiters sieht.
Zeche 3
Die Heilige Barbara und die Bergleute
Die Hl. Barbara ist die Schutzheilige der Bergleute, man lernt etwas über sie und den Brauch der Barbarazweige (sehr schön: die Wände sind mit solchen Zweigen verziert). Außerdem lernt man den Wassertransport im Bergwerk kennen.
Hier geht's für die Kinder ab zur Schatzsuche, darüber werde ich später noch berichten.
Zeche 4
Das Festspielhaus Perschazeche
Hier ist eine Tribüne und eine Bühne aufgebaut, wo regelmäßig Theatervorstellungen oder Passionsspiele abgehalten werden, ebenso wie Heilige Messen.
Zeche 5
Alchemie - Der Stein der Weise
Hier wird die Legen über den Stein der Weisen erzählt und ein Einblick in die Welt der Alchemie gegeben.
Zeche 6
Der berühmte Doktor Paracelsus
In der Zeche lernt man etwas über sein Leben und Wirken.
Zugfahrt
Nach der sechsten Zeche machen die Besucher eine Zugfahrt mit einem kleinen Bergarbeiterzug. Von dieser war ich allerdings eher enttäuscht, da man einfach nur durch einen dunklen Tunnel fährt. Wenigstens brauchten wir den Weg nicht zu Fuß gehen.
Zeche 7
Im Reich der Zwerge und Gnome
Diese ist für Kinder wohl die interessanteste Zeche, und ich fand sie am besten. Man wird über die Sagen über Zwerge informiert, und es gibt wirklich ein ganz liebes Zwergenspiel (Figuren kommen vom Dach und reden miteinander).
Schachtaufzug
Nach der letzten Zeche fährt man zu acht im Schachtaufzug zurück in die Stube.
Infos über die Zechen
In jeder Zeche gibt es eine ca. 10 Minuten lange Bild- und Tonshow, die das jeweilige Thema verständlich erklärt und mit Bildern unterlegt. Die Anlage ist sehr modern, und es ist ein eigenes Flair, wenn die Bilder an die Steinwände projiziert werden.
Neben den ganzen Shows erklärt auch der Führer in jeder Zeche (und zwischendurch, denn da gibt es auch jeweils Schaukästen) wichtige Sachen. Er versorgt die Gäste auch mit Insiderbegriffen und -witzen, was ich sehr lustig fand.
Die gesamte Führung dauert ca. 2 Stunden und wird wirklich niemals langweilig.
Schatzsuche
Kinder können gegen einen geringen Aufpreis (ca. 3 Euro) an einer Schatzsuche teilnehmen. Die dauert ca. 10 Minuten, und jedes Kind darf einen Halbedelstein mit nach Hause nehmen, den es selbst ausgraben kann.
Fotos von der Rutsche
Nach dem Ausgang kann man seine Fotos vom Runterutschen anschauen und gegen eine Gebühr von 5 Euro (!) käuflich erwerben.
Montanmuseum
Im Gebäude des Bergwerkes befindet sich auch das Montanmuseum. Dieses kann man kostenlos besuchen, und sich zB die Zeit bis zur nächsten Einfahrt vertreiben.
Imbissstube
Weiters gibt es oben noch eine Imbissstube, hier gibt es warme und kalte Speisen sowie Getränke zu durchschnittlichen Preisen (Wiener Schnitzel mit Salat, ca. 5 Euro).
Shop
Natürlich gibt es den auch hier - man kann Souvenirs aus dem Berg kaufen, Schmuck, kleine Figuren aus Edelsteinen usw. Die Preise sind eher hoch.
Terra Mystica9
Einzelbewertung
-
Erreichbarkeit
-
Muss man gesehen haben
-
Die Terra Mystice befindet sich in Bad Bleiberg und ist wirklich nicht schwer zu finden:
Von Klagenfurt, Graz, Wien
Über die Autobahn A2 bis zum Knoten Villach, dort auf die A10 auffahren und gleich in Villach-West wieder runter. Dann einfach Richtung Bad Bleiberg fahren, ab dort ist die Terra Mystica auch angeschrieben.
Eine andere Möglichkeit wäre, am Knoten Villach Richtung Italien zu fahren. Dot die Ausfahrt Hermagor nehmen, und wiederum Richtung Bad Bleiberg.
Von Italien
Auf der A2 Richtung Villach, Abfahrt Hermagor. Dort immer Richtung Bad Bleiberg.
Von Spittal/Drau, Salzburg, München
Auf der A10 Richtung Villach die Abfahrt Villach-West nehmen. Ab dort auch wieder Richtung Bad Bleiberg fahren.
In Bad Bleiberg bzw. dem Ortsteil Nötsch könnt ihr die Terra Mystica wirklich nicht verfehlen. Auf der einen Seite sind überall Wegweiser (braun, mit dem Logo) angebracht, auf der anderen Seite ist das Gebäude des Schaubergwerkes nicht zu übersehen (es hat einen seltsamen hohen Turm). Es fällt einem wirklich sofort auf, wenn man in den Ort kommt.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln habe ich keine Erfahrungen, aber in Österreich ist es üblich, dass sämtliche für Touristen interessante Orte mit dem Bus erreichbar sind, was hier auch so sein wird.
Die Rundfahrt durch den Stollen ist für Kinder und Erwachsene gleichermaßen geeignet. Alles wird sehr verständlich erklärt, und durch Bilder und Figuren unterstützt. Der Fußweg ist nicht sehr weit, das einzig anstrengende für die Kinder ist vielleicht, dass man in den Zechen immer 10 - 20 Minuten lang stehen muss. Der Führer ist sehr kompetent, er sagt zwar nur einen vorgeschriebenen Text auf, aber man hat das Gefühl, er kennt sich wirklich aus und ist für Fragen stets offen.
Ich finde es sehr gut, dass man Leihgewand und einen Helm bekommt. So bleibt die Kleidung sauber, und am Kopf fallen kann einem auch nichts. Es ist im Stollen relativ kalt (9 Grad Celsius), deswegen sollte man sich auf jeden Fall etwas wärmer anziehen. Es ist auch sehr feucht dort unten.
Das Klima im Stollen soll ja heilen und die Atemwege befreien - dies kann ich nur bestätigen, bei mir hat es wirklich geholfen. Außerdem ist die Luft dort angenehm kühl und frisch, das beseitigt auch andere kleine Wehwehchen wie Kopfweh.
Die 16 Euro haben sich auf jeden Fall gelohnt!