sunflower76
Flatz, Österreich95%
Mein allerletzter Bericht vor meiner großen USA und Kanada Reise bricht an. Ihr wisst ja, dass ich eine Woche im Klopeiner See mit der Arbeit verbracht habe und da hatte ich auch man soll’s nicht glauben den einen oder anderen freien Tag. Meinen letzten arbeitsfreien Tag verbrachte ich zusammen mit zwei Kollegen in der
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~
OBIR TROPFSTEINHÖHE
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~
die zur Stadt Bad Eisenkappel in Kärnten gehört und zu den schönsten Tropfsteinhöhlen Österreichs zählt.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
LAGE & UMGEBUNG
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Bad Eisenkappel, das knapp vor der slowenischen Grenze ist, ist ein beliebtes Urlaubsziel. Zwei Naturschutzgebiete (Vellacher Kotschna, Trögerner Klamm) warten auf euch. Seid ihr Sportler, dann freut ihr euch sicher über die 200 km langen Radwege oder die 200 km langen Wander- und Bergsteigrouten. Außerdem kann hier nach Lust und Laune geangelt werden.
Neben der Tropfsteinhöhle gibt es aber auch noch mehr zu entdecken, etwa das Oldtimer-Museum, den Hochobir sowie die spätgotische Wallfahrtskirche Maria Dorn mit Terrassenfriedhof oder das Schloss Hagenegg mit seinem Renaissance- und Barocktrakt. Wenn ihr dann noch nicht genug habt, dann könnt ihr auch noch die Ruine Schloss Rechberg, das Partisanen-Museum oder das Denkmal am Peršmannhof besuchen.
Die Obir-Tropfsteinhöhlen liegen auf einer Seehöhe von 1078 m. Von hier aus bietet sich ein grandioser Ausblick auf die hohen Berge und Wälder, von denen die Kurgemeinde Bad Eisenkappel umgeben ist.
Es ist nicht möglich, mit dem eigenen PKW direkt zu der Höhle zu fahren. Ihr müsst euer Auto in Bad Eisenkappel abstellen und dann mit dem Bus zu den Obir-Tropfsteinhöhlen fahren. Wenn ihr also zu einer bestimmten Zeit oben sein wollt, dann empfiehlt es sich, vorab zu buchen, sonst kann es auch so wie uns schon passieren, dass ihr mal eine Stunde warten müsst.
~~~~~~~~~~~~~~~~
AUFFAHRT
~~~~~~~~~~~~~~~~
Nachdem ihr im Büro direkt auf der Hauptstraße eure Tickets gekauft habt, braucht ihr also nur mehr um eure Zeit auf die Auffahrt warten. Ein Bus bringt euch dann über eine wirklich enge Straße zu der Höhle. Schon die Auffahrt an sich ist ein Erlebnis, denn der Ausblick ist herrlich und außerdem kann man sich im Bus entspannen. Die Auffahrt mit dem eigenen PKW ist verboten, es bringt euch auch nichts, rauf zu fahren, das würde nur Komplikationen verursachen, wenn euch der Bus entgegenkommt, denn wie gesagt, hier hat nur ein Fahrzeug Platz!
Der Bustransfer ist im Eintrittspreis enthalten und dauert ca. eine halbe Stunde.
Die Auffahrten sind Juli und August ab 9.30 Uhr im Stundentakt bis 15.30. Mai, Juni und September 9.30 Uhr, 11.00 Uhr, 12.30 Uhr, 14.00 Uhr und 15.30 Uhr. Im April und im Oktober gibt es nur zwei Auffahrten, nämlich um 11.00 Uhr und um 14.00 Uhr.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~
WISSENSWERTES VORAB
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~
Das Höhlenklima beträgt konstant 8 °C, egal ob Winter oder Sommer. Es empfiehlt sich also, eine Jacke mitzunehmen. Falls ihr sie vergessen habt, dann könnt ihr euch Schutzkleidung auch direkt vor Beginn der Führung ausborgen.
Nicht vergessen, dass ihr gutes Schuhwerk anzieht. Unsere Führerin hat von lustigen Begebenheiten mit Flip Flops erzählt, das würde ich euch also echt nicht empfehlen.
Aus Sicherheitsgründen dürfen Kinder erst ab 4 Jahren in die Höhle. Vorher hätte es auch wenig Sinn, denn natürlich ist es dunkel in der Höhle und so können vor allem Kinder sehr leicht Angst bekommen.
Wenn ihr die Höhle besuchen wollt, dann müsst ihr schon mit einer Dauer von mindestens drei Stunden rechnen, das kommt darauf an, welchen Bus ihr erwischt. Die Auf- und Abfahrt dauert jeweils eine halbe Stunde und die Führung an sich so um die 90 Minuten.
Bei Schlechtwetter gehen am Tag an die 1000 Leute durch die Höhle, daher solltet ihr euch an Regentagen auf alle Fälle anmelden. An heißen Sommertagen sind es etwa 400 bis 500 Leute. Ihr könnt euch übrigens auch online eine Reservierung verschaffen.
~~~~~~~~~~~~~~~
FÜHRUNG
~~~~~~~~~~~~~~~
Die Obir Tropfsteinhöhlen sind nur mit einer Führung zu betreten. Vorab müsst ihr euch einen Helm aufsetzen und ihr habt die Möglichkeit, Rucksäcke oder Taschen abzugeben.
Die Höhlen wurden 1870 von Bergleuten auf der Suche nach Blei und Zink entdeckt. Obwohl sie wahrscheinlich im ersten Augenblick auch erstaunt waren, nutzten sie diese Schönheit leider auf ganz andere Weise. Auf den von der Natur geschaffenen Gängen konnten sie schneller und tiefer in den Berg dringen. Außerdem wurde hier Schutt und nicht mehr verwendetes Material abgeladen. Die Höhlen waren teilweise meterhoch mit Schutt bedeckt, als sie für den Tourismus freigelegt wurden.
Heute offenbart sich dem Besucher eine unterirdische Welt, in der sorgfältig gesetztes Licht die absolute Dunkelheit erhellt.
Die Führung beginnt typisch touristisch. Es wird ein Foto von der Gruppe gemacht, dass dann am Führungsende um EUR 5,-- gekauft werden kann, was ich auch gemacht habe, weil es eine nette Erinnerung an die schöne Zeit ist.
Während der Führung kommt ihr an insgesamt neun Stationen vorbei, die sorgfältig aufgebaut wurden. Licht-, Ton- und Videoinstallationen sorgen für ein gigantisches Schauspiel, das aber nur selten aufgesetzt wirkt, meist befindet es sich in vollkommenem Einklang mit der Natur.
Zu Beginn betretet ihr die Obir-Tropfsteinhöhlen durch den 240 m langen Wilhelm-Stollen. Irgendwie ist das gespenstisch, ein Gebet kommt von irgendwo her und auch an Stationen, die Eindrücke vom harten Arbeitsleben der Bergleute zeigen sollen, geht man vorbei. Nachdem dann über 100 Stufen hinaufgestiegen wurde (insgesamt sind es 622 Stufen, die zu bewältigen sind) kommt ihr in eine Art kleines Kino. Hier wird die Entdeckung der Tropfsteinhöhe gezeigt, vor allem aber auch, wie die Sprengungen von Statten gegangen sind.
Als ersten wirklichen Höhlenraum bekommt ihr dann die Indische Grotte zu sehen. Hier erfährt ihr, dass Stalagmiten von unten nach oben wachsen, Stalaktiten von der Decke nach unten wachsen und wenn die beiden sich treffen, daraus eine Steinsäule wird. Eine Sinterfahne hingegen ist ein Gebilde durch mineralische Ausscheidungen aus fließendem Wasser und ein wunderschöner Sintersee ist eine Ansammlung eben dieses Wassers. Ein Tropfstein wächst zwei Zentimeter in 1000 Jahren. Wir haben einen Stalaktit und einen Stalagmit gesehen, die schon fast zusammengewachsen sind. Ein Zentimeter fehlte noch, also werden sie sich in läppischen 500 Jahren treffen!
Wunderbar ist dann die nächste Vorführung. Es geht zur sogenannten Orgel. Hier handelt sich um ein riesiges Tropfsteingebilde, das wie Orgelpfeifen aussieht und um das ganze auch noch einen dramatischen Touch zu verpassen, wird nach Johann Sebastian Bachs "Toccata und Fuge d-moll" eine Lichtershow abgehalten.
Vorbei an den sprechenden Steinen geht es dann zur Langen Grotte.
Hier befindet sich das Wahrzeichen der Obir-Tropfsteinhöhlen, nämlich ein pagodenförmige Stalagmit. Ein Bild davon wurde sogar schon einmal als Motiv für eine Briefmarke ausgewählt völlig zurecht, wenn ihr mich fragt.
Damit die Besucher auch von weiteren Höhlensystemen erfahren, die aber nur für Höhlenforscher zugänglich sind, gibt es in der sogenannten Wartburg eine Vorführung, die Eindrücke vermitteln soll. Hier hat jeder Besucher einen Logenplatz.
Danach erfahrt ihr im Tempel des Lichts mehr ober die Karsthöhlen und die Entstehung von Naturhöhlen, bevor es weitergeht zur Kleinen Grotte. Einmal bitte in die Knie gehen und der wunderschöne Sintersee wird euch begeistern. Ein wirlich einzigartiger Anblick.
Noch ein paar Stufen hinauf und dann endet die Führung in einem höher gelegenen Waldstück. Ein kleiner Spaziergang von ca. 5 Minuten den Wald hinunter und ihr kommt wieder am Ausgangspunkt an.
Natürlich ist bis zur Rückfahrt auch noch etwas Zeit eingeplant, um im Restaurant eine Kleinigkeit zu essen oder ein Souvenir zu kaufen. Wir haben es uns auf der Terrasse gemütlich gemacht, bis es dann hieß, dass unser Bus zur Abfahrt bereit ist.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~
GESCHICHTE
~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Im Jahr 1870 wurden die Obir Tropfsteinhöhlen beim Vortrieb des Markus Stollen entdeckt, doch erst im Jahr 1989 wurde die Obir-Tropfsteinhöhlen Errichtungs.- und Betriebsges.m.b.H. gegründet. Zwei Jahre später, am 5. Juli 1991 wurde die Obir Tropfsteinhöhle offiziell als Schauhöhle eröffnet und 8 Jahre später wurde die magische Zahl von 500.000 Besucher gezahlt. 2004 wurde die Höhle dann vertechnisiert. Erstmals gab es Installationen von Licht-, Ton- und Videoeffekten und 2007 wurde die Obir Tropfsteinhöhle mit der weltweit ersten HDTV-Projektion in einer Höhle ausgestattet.
~~~~~~~~~~~~~
PREISE
~~~~~~~~~~~~~
Die positive Nachricht: Habt ihr eine Kärnten Card, eine Wörthersee Card, eine Power Card oder eine Nationalpark Card, dann ist der Eintritt gratis.
Wenn ihr keine der Karten habt, dann zahlen Erwachsene EUR 19,--, Kinder EUR 10,50 und wenn ihr eine Familie (2 Erwachsene und bis zu drei Kinder bis 15 Jahren) seid, dann kommt ihr mit EUR 45,50 durch.
Es gibt aber auch die Möglichkeit, Kombinationskarten zu erwerben, z.B. mit den Bergbahnen Petzen, einer Drauschifffahrt, dem Vogelpark Turnersee oder dem Natur- und Blumenerlebnispark Sonnegger See. Wenn euch das interessiert, dann empfehle ich euch, die Preise auf der Homepage anzusehen, da sie doch sehr unterschiedlich sind und das hier den Rahmen sprengen würde.
~~~~~~~~~~~
FAZIT
~~~~~~~~~~~
Für mich war der Besuch etwas ganz Wunderbares, denn er stellte das Highlight meiner an sich stressigen Woche dar. Durch das Betrachten der verschiedensten Steinformationen wurde mir wieder einmal klar, wie großartig die Natur ist und wie ungeheuer wichtig sich der kleine Mensch darin nimmt. Diese Steinformationen waren schon tausende Jahre vor mir da und werden noch tausende Jahre länger als ich da sein!
Diese Erkenntnis hat mich dazu gebracht, die Sommerferienaktion mit den Jugendlichen unserer WG in einem anderen, viel entspannteren Licht zu sehen und wirklich einige Dinge für mich neu zu ordnen.
Aus diesem Grund kann ich euch einen Besuch wirklich nur ans Herz liegen. Die Tropfsteine sind einzigartig und die Show drum herum wirklich gut durchdacht und sehenswert. Nehmt euch etwas Zeit mit, das ganze zu genießen, es wird euch sicher gefallen.