Schon die alten Römer wussten von der Heilkraft der heißen Quellen. Heute ist Baden-Baden nicht nur als Kurstadt, sondern auch wegen seiner kulturellen Einrichtungen weltberühmt. Zahlreiche Gebäude im klassizistischen Stil der Belle Epoche machen das malerisch im Tal der Oos gelegene Städtchen zu einem Juwel. Das Kurhaus mit der weltbekannten Spielbank, Galopprennen in Iffezheim, die Caracalla-Therme und das Friedrichsbad. Das sind nur wenige der vielen Ausflugsziele, die ihren Zauber über den Besucher legen und ihn fortan immer wieder hierher an den nördlichen Rand des Schwarzwaldes locken.
Geschichte
Bereits 10.000 vor Chr. nutzten die Römer die heißen Quellen der damaligen Siedlung. Sie errichteten um etwa 80 n. Chr. erste Gebäude in Aquae, wie Baden-Baden zur Römerzeit hieß. Später kamen die Alemannen (um 260) und die Franken (um 500) zur Herrschaft über die Stadt. Urkundlich wird die heutige Stadt erstmalig 712 erwähnt. Rund 400 Jahre später (Anfang des 12. Jahrhunderts) ging der Besitz des Gebietes um Baden-Baden an Graf Hermann den II., der 1102 mit der Errichtung des
Schlosses Hohenbaden (altes Schloss) begann und sich Markgraf von Baden nannte. 1250 erhält die frühere Römersiedlung dann das Stadtrecht verliehen und wird später sogar zur Residenzstadt. 1479 wird das
neue Schloss erstmalig von Marktgraf Christoph I. bezogen. Der 24. August 1689 dürfte als schwärzester Tag der Geschichte der Stadt zu zählen sein. Sie wurde an diesem Tag während des Orléanischen Krieges von den Franzosen niedergebrannt und zerstört. Als Folge verlegte Marktgraf Ludwig Wilhelm seine Residenz 1706 nach
Rastatt und die Stadt verlor als Folge dessen ihre Bedeutung .

Das änderte sich dann ab 1797 als Baden-Baden von den oberen Schichten als Kurort wieder entdeckt wurde und die ersten Luxushotels entstanden. Mit der
Spielbank (1811) und dem
Kurhaus (1824) werden wichtige Gebäude im klassizistischen Baustil fertig gestellt, die bis heute das Stadtbild prägen. 1869 werden beim Bau des
Friedrichsbads die
Römischen Bäderruinen entdeckt und freigelegt. Der 1863 errichtete Kreis Baden wird 1924 wieder aufgelöst und 1939 Baden-Baden, wie die Stadt seit 1931 – vorher hieß sie Baden in Baden - offiziell genannt wird, zum Stadtkreis erklärt. Ein weiterer Meilensteine war 1946 die Gründung des Südwestfunks (SWF), der zwischenzeitlich mit dem Süddeutschen Rundfunk (SDR) zum Südwestdeutschen Rundfunk (SWR) fusioniert ist. Mit der Eröffnung des Michaelstunnels 1989 wird die Innenstadt letztendlich vom Durchgangsverkehr entlastet.
Land und Leute
Baden-Baden mit einer Fläche von 140,18 km² die kleinste der neun kreisfreien Städte Baden-Württembergs, wird vollständig

vom Kreis Rastatt umschlossen und liegt im Westen des Bundeslandes auf einer Höhe von 211 m über NN. Der Rhein und damit die Grenze zu
Frankreich ist gerade einmal einen Steinwurf entfernt. Das Stadtgebiet Baden-Badens umfasst neben der eigentlichen Innenstadt die Stadtteile Oos, Weststadt, Lichtental und Balg, die im Tal der Oos liegen, nördlich davon Sandweier, Ebersteinburg und Haueneberstein, die alle über eine eigene Ortsverwaltung verfügen, sowie Neuweier, Steinbach und Varnhalt, die zur Ortsverwaltung Rebland gehören und in der Rheinebene liegen. Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Wohngebiete. Im zweiten Quartal 2005 zählte die Stadt 54454 Einwohner. Baden-Baden unterhält Städtepartnerschaften mit
Menton,
Moncalieri,
Freital,
Karlsbad und
Jalta.
Wichtigster Arbeitgeber Baden-Badens ist der Südwestdeutsche Rundfunk, der hier eines seiner Funkhäuser betreibt. Im Medienbereich hat sich ebenfalls der Fernsehsender Arte in Baden-Baden angesiedelt und es erscheinen mit dem badischen Tageblatt und den Badischen Neuesten Nachrichten zwei Tageszeiten in der Stadt.
Verkehrsanbindung
Der alte Bahnhof ist zwischenzeitlich zum Festspielhaus umgebaut und wird durch den im Stadtteil Oos befindlichen Bahnhof ersetzt, der neben direkten Stadtbahnanbindungen nach
Bühl im Süden und
Rastatt,
Ettlingen,
Karlsruhe und
Heilbronn im Norden auch ICE-Verbindungen anbietet. Der frühere kanadische Nato-Stützpunkt Söllingen bei
Rheinmünster ist zwischenzeitlich zum
Flughafen Baden-Baden/Karlruhe (FKB) mutiert und bietet Linienverbindungen nach
Berlin (in der Woche drei mal täglich),
London,
Rom und
Barcelona, sowie diverse Charter- und Ferienflüge an. Wichtige Zufahrtswege sind die Bundesautobahn A5 (
Karlsruhe-
Basel) und die Bundesstraße B3, die beide über die Bundesstraße B500 (spätere Schwarzwaldhochstraße) an die Innenstadt angeschlossen sind.
Bekannte Persönlichkeiten
Berühmtheiten hat Baden-Baden viele hervorgebracht. Geboren wurden hier natürlich diverse spätere Markgrafen, aber auch Ludwig II. (Fürst von Monaco), der Sänger Tony Marschall und der Moderator Manfred Sexauer. Berühmte Einwohner waren Johannes Brahms, dessen damalige Wohnung heute ein
Museum ist, seine Freundin die Pianistin Clara Schumann, aber auch die Schriftsteller Otto Flake und Fjodor Dostojewski, wie auch der Journalist Franz Alt. Unter den Ehrenbürgern der Stadt finden sich so bekannte Namen wie Otto von Bismarck (Reichskanzler), Ferdinand Graf von Zeppelin (Luftschiffbauer), Konrad Adenauer (1. Bundeskanzler) und ab 2006 der Kunstsammler Frieder Burger, dessen Sammlung im gleichnamigen Museum begutachtet werden kann.
Einkaufen in der Stadt
Baden-Baden verfügt über eine Fußgängerzone, die Lange Straße (siehe Foto), an der

diverse Geschäfte zu finden sind. Einige weitere vornehme Läden finden sich an der Sophienstraße, die vom Leopoldsplatz ins Thermenviertel führt. Direkt neben dem
Kurhaus gibt es zudem eine erlesene Auswahl kleiner und sehr geschmackvoller Läden. Viele davon gehören, wie doch einiges in dieser schönen, aber recht teuren Stadt, ins gehobene Preisniveau. Auch sollte man beim Einkaufen beachten, dass es immer noch viele Geschäfte gibt, die während der Mittagszeit schließen. Einige davon haben Mittwochs nur Vormittags geöffnet. Außerdem sollte man bedenken, dass nicht alle Läden bis 20 Uhr geöffnet sind.
Esssen und Trinken für Feinschmecker
Baden-Baden hat so einige Restaurants, wo auch der Feinschmecker sich wohl fühlen kann. Die meisten sind nicht gerade für den schmaleren Geldbeutel, bieten aber ein ordentliches Preis-/Leistungsverhältnis. Darunter fällt die französische Küche des
Le Jardin de France in der Lichtentaler Straße. Wer Sushi mag und sich in einer Kombination aus Restaurant, Bar und Lounge wohl fühlt, dürfte im
Medici am Augustaplatz gut aufgehoben sein.

Leute von Funk und Fernsehen finden sich hingegen häufig in
Leo's Restaurant in der Luisenstraße, welches eine Internationale Küche mit lokalem Einschlag anbietet. Auch in den Hotels stehen sehr gute Restaurants zur Verfügung. Eines davon ist das ehemalige Restaurant Bank (siehe Foto) das im Jubiläumsjahr des Hotels Steigenberger Europäischer Hof in
l'Europe umbenannt wurde und saisonale und zeitgemäß regionale Gerichte mit fernöstlichem Touch anbietet. Sicher nicht ganz billig, aber doch sehr schmackhaft und liebevoll zubereitet.
Die Stadt und der Sport
Bekanntere Sportvereine finden sich in der Stadt eher wenige. Aktive Golfer und Tennisspieler kommen innerhalb der Stadtgrenzen zu sportlichen Betätigungsmöglichkeiten. Außerhalb der Stadt im Westen befindet sich die
Galopprennbahn von
Iffezheim, deren Besuch sich während der Rennwochen (Ende Mai / Anfang Juni und Ende August / Anfang September), in denen es in der Stadt kaum noch freie Zimmer gibt, nicht nur für Pferdesportfans lohnt, bei denen sich die Aktivität aber eher auf das Präsentieren beschränkt. Die ersten internationalen Pferderennen fanden hier 1858 statt.
Sehenswürdigkeiten
Am Besten lässt sich die Stadt mittels einer eineinhalbstündigen
Stadtführung, mit der Kutsche oder dem
City-Train kennen lernen.

Viele der bekannten und berühmten Gebäude liegen an der 3,5 km langen
Kunst- und Kulturmeile, die vom Festspielhaus (der 1998 umgebaute alte Bahnhof) im Westen bis zum
Brahmshaus im Osten reicht. Der Weg führt dabei an der
Trinkhalle (Foto rechts) und dem weltbekannten Wahrzeichen Baden-Badens, dem
Kurhaus, in dem sich auch die
Spielbank befindet vorbei. Verläuft dann weiter am
Theater vorbei, passiert die drei großen Museen (Die
Staatliche Kunsthalle, das
Frieder Burda Museum und das benachbarte
Stadtmuseum), sowie das
Kloster Lichtenthal. Ein Teil der Strecke verläuft dabei auf der berühmten
Lichtentaler Allee, die Parkanlage und Flanierpromenade zugleich ist.
Parks und Gärten gibt es übrigens noch viele weitere in dieser wirklich sehr grünen Stadt. Einer davon ist der
Merkurpark, der mit einer der modernsten und steilsten Standseilbahnen erschlossen wird und dessen Besuch sich nicht nur wegen der guten Aussicht lohnt. Wer oben auf die Aussichtsplattform des Merkurturms in 23 Meter Höhe angekommen ist, erhält als Lohn einen weitreichenden Rundblick über Baden-Baden, den Schwarzwald, das Murgtal, die Rheinebene und die Vogesen.

Daneben verfügt Baden-Baden mit dem
Alten Schloss und dem
Neuen Schloss über zwei historische Festungen, die auf die Zeit der Markgrafen von Baden zurück gehen. Auf dem Marktplatz in erhöhter Lage befindet sich die
Stiftskirche, die nur eine von mehreren interessanten Kirchen der Stadt ist. Nicht weit von Marktplatz und neuem Schloss entfernt befindet sich das Thermenviertel Baden-Badens. Mit der modernen
Caracalla-Therme und dem
Friedrichsbad verfügt die Stadt über zwei bekannte Kureinrichtungen, deren Besuch sich auf jeden Fall lohnt. In der Parkgarage findet sich der Zugang zu den alten
Römischen Badruinen, die als Zeitzeugen besichtigt werden können.
Hotels und Unterkünfte
Baden-Baden verfügt über eine für die Größe der Stadt recht ansehnliche Anzahl an Hotels, Pensionen und Gästehäusern unterschiedlichster Qualitäten und Preisklassen. Mit immerhin 11 Häusern ist die Klasse der Häuser, die mindestens über vier Sterne verfügen, nicht gerade gering.
Unter den Luxushotels finden sich als Fünf-Sterne-Superior-Häuser
Brenner’s Park-Hotel & Spa und das außerhalb der Stadt gelegene
Schlosshotel Bühlerhöhe. An der Kaiserallee direkt gegenüber der Trinkhalle befindet sich am Ufer der Oos mit dem
Steigenberger Europäischer Hof (Foto rechts) das kleine Grandhotel und Stammhaus der gleichnamigen Kette. Es wurde 1840 unter dem Namen Hôtel de l'Europe errichtet. An der Werderstraße, an der auch das Kurhaus liegt, befindet sich mit dem
Dorint Sofitel Maison Messmer eine weitere Luxusherberge.
Als Vier-Sterne-Superior-Haus kann das
Belle Epoche in der Maria-Viktoria-Straße aufwarten. Die Aufstellung der
bestbewerteten Luxushotels enthält weitere Unterkünfte, die keine Wünsche offen lassen.

Mit dem
Privathotel Quisiana und dem Romantik-Hotel
Der kleine Prinz (Foto rechts zeigt die Wandzeichnung) bieten sich zwei weitere Vier-Sterne-Superior-Häuser an. Letzteres verfügt fast ausschließlich über Juniorsuiten, die allesamt nach den Reisestationen des kleinen Prinzen designt wurden, und hat eine absolut hervorragende Küche anzubieten. Die in der Leitung von großen Hotels erfahrenen Besitzer dieser 120 Jahre alten umgebauten Stadtvilla konnten sich mit dem Hotel ihren märchenhaften Traum erfüllen und geben ihn nun an ihre Gäste weiter. Zwischenzeitlich erhielt der Betrieb, der sich in zentraler Lage nur eine Minute vom Kurpark entfernt befindet, Unterstützung durch weitere in der Hotelbranche international erfahrene Familienmitglieder.
Zusammen mit den übrigen Hotels sollte sich für jeden Anlass das Passende finden lassen. So sind als
beste Tagungs- und Kongresshotels auch das
Holland Sophienpark, das
Merkur, das
Steigenberger Badischer Hof als zweites Hotel der Steigenberger-Gruppe und das
Best Western Queens Hotel in der Falkenstraße durchaus empfehlenswert. Auch das Hotel
Quellenhof in der Sophienstraße bietet sich an. Viele dieser Innenstadthotels sind auch als
Geschäftsreisehotels bestens geeignet.
Das
Steigenberger Bad-Hotel zum Hirsch, das Hotel
Tannenhof und das Hotel
Bayrischer Hof am Festspielhaus sind Beispiele für Unterkünfte, die schon zu günstigeren Preisen zu erhalten sind.
Wer die längere Anfahrt nicht scheut, kann in der näheren Umgebung auch noch günstigere Zimmer finden.