Sternensilber
Waldshut-Tiengen, Deutschland99%
Unser Frühjahrsurlaub 2006 brachte uns nach Thailand und Kambodscha. So flog uns Anfang April die nicht ganz so tolle Royal Brunei Airline zum alten Flughafen von Bangkok und nach kurzem Warten auf weitere Leute unserer Reisegruppe ging es los zu unserem Stadthotel in Bangkok. Das Amari Atrium ist grad mal 24 km vom Flughafen entfernt und wir dachten schon, das kann ja nicht so lange dauern bis dorthin. Allerdings brauchte unser Bus knappe anderthalb Stunden, bis er sich durch das Bangkoker Verkehrsgewühl geschlängelt hatte und wir beim Hotel waren.
Vom Personal wurden wir dort ganz nett empfangen. Um das Gepäck musste sich auch keiner kümmern, zumindest nicht, wenn ein Gepäckschild mit dem Namen daran hing.
Die Lobby ist recht groß und mit vielen gemütlichen Sitzgelegenheiten sehr schön gestaltet. Sie ist über mehrere Stockwerke nach oben verglast und dadurch recht hell. Außer der Rezeption sind noch weitere Tische mit Personal im Saal verteilt, bei denen man sich irgendwelche Ausflüge oder Karten für Veranstaltungen buchen kann, oder die Koffer verwaltet werden (wichtig bei Rundreisen) Da gab es allerdings kleinere organisatorische Schwierigkeiten, weil die Rezeption z. B. nicht wusste, dass von einem Schneider Anzüge an einem der Tische abgegeben wurden und sich andere Gäste auf der Kambodscha-Rundreise nach telefonischer Nachfrage schon Sorgen darum machten.
Da wir eine etwas größere Reisegruppe waren, wurden wir nach Ankunft erst mal in den zweiten Stock zu einem Versammlungsraum geführt. Dort bekamen wir einen etwas arg süßen Begrüßungstrunk und einen Umschlag mit den Schlüsselkärtchen für die Zimmer. Zu unserer Überraschung bekamen mein Mann und ich den Umschlag als erster, mit dem Hinweis, wir könnten die Zimmer sofort aufsuchen, während den anderen erst noch erklärt wurde, wo es Frühstück gibt und und und. Unsere Reiseleiterin war zwar etwas verwundert, aber wir bekamen ein Zimmer in der Executive-Etage im obersten Stockwerk und hatten dort eine extra Rezeption, bei der es dann auch die Infos für weitere Extras gab.
Wir fuhren also mit einem der sechs Lifte nach oben. Dazu braucht man schon das Schlüsselkärtchen, sonst bringt einen der Lift nirgends hin. Als wir ganz oben aus dem Lift kamen schauten wir uns erst mal um und schon kam eine Dame von der Rezeption angelaufen und begrüßte uns mit unserem Namen, was ich ja sehr aufmerksam fand. Sie zählte uns mehrere Restaurants auf, in denen wir hätten frühstücken und natürlich auch essen gehen können und brachte uns aufs Zimmer.
Zimmer
Obwohl wir unten nicht viel Zeit verbrachten, waren unsere Koffer schon im Zimmer. Wir genossen aber erst mal den tollen Ausblick. Da wir uns im 23. Stock befanden, war dieser natürlich ganz toll. Das Zimmer hat ein großes Panoramafenster und da die Außenwand in den oberen zwei Etagen nach außen knickt ist dieses auch noch geneigt und man kann gut nach unten auf den dort verlaufenden Klong schauen, auch wenn das Fenster nicht zu öffnen ist.
Das Zimmer ist mit hellen Möbeln ausgestattet und hat ein ganz großes Bett mit einer durchgehenden Matratze, welche auch noch sehr gemütlich war. Mehrere Kissen im Bett und eine angenehme Decke sorgen für noch mehr Gemütlichkeit. Vom Bett aus kann man auch das gesamte Licht und die Klimaanlage steuern und es gibt einen einfach zu stellenden Wecker. Ein Schreibtisch mit Internetanschluss und einer Stereoanlage steht am Fenster und gegenüber ist eine Sitzecke, bei der wir einen Begrüßungsteller mit Obst und Pralinen vorfanden. Schön ist auch das Orchideen-Gesteck und eine Orchidee im Topf, welche alle zwei Tage gewechselt wird. Mehrere Zeitungen und Zeitschriften liegen auch bereit, die sind halt auf Englisch, aber das ist ja egal. Für die, die so was brauchen ist auch ein Hosenbügler im Zimmer. Zudem sind im ganzen Zimmer mehrere Steckdosen verteilt, bei denen man problemlos unsere Stecker nutzen konnten. So hat sich das wie-lad-ich-die-Akkus-für -Camcorder-und-Kamera-Pro blem auch gelöst. Um den Strom zu aktivieren, braucht man wie bei den meisten Hotels das Schlüsselkärtchen. Da wir mehrere davon hatten war der Strom also den ganzen Tag aktiv und somit auch die Klimaanlage.
Ein großer Fernseher mit DVD-Player steht über der Minibar, welche auch ganz gut ausgestattet ist. Die Minibar ist auch nicht sonderlich teuer, zumindest nicht aus europäischer Sicht. Drei kostenlose Trinkwasserflaschen werden aber jeden Tag aufs Zimmer gestellt. Das Leitungswasser kann man nicht trinken und man sollte sich auch nicht unbedingt die Zähne damit putzen (zumindest nicht gleich die ersten Tage).
Im geräumigen Kleiderschrank hängen zwei Bademäntel und ein Regenschirm und es steht ein geräumiger Zimmersafe drinnen, welcher leicht zu bedienen ist. Stellt man Schuhe in den Korb auf dem Schrankboden, werden diese irgendwann abgeholt und geputzt. Hab es aber nicht ausprobiert, genauso wenig den Reinigungsservice. Wenn man sich auf dem Zimmer befindet sollte man das don´t disturb-Licht anmachen, weil sonst ständig jemand ins Zimmer stiefeln will um zu schauen, ob irgendwas fehlt, ob das Bett aufgeschlagen werden muss oder um eine Praline im Schächtelchen auf das Kissen zu legen
Das Badezimmer ist nicht sonderlich groß, aber wie alles andere sehr sauber und mit allem ausgestattet, was man so braucht. Über der Badewanne hängt ein gepflegter weißer Duschvorhang aus Satin made in Switzerland (-: und auf das heiße Wasser muss man auch nicht lange warten. Badeschaum, Duschgel und Shampoo stehen am Badewannenrand gleich neben den drei süßen Quietscheentchen. Da hat sich mein Mann so darüber amüsiert und sich überlegt, mit was sich die Geschäftsmänner auf der Etage wohl mehr beschäftigen, mit der Tageszeitung oder mit denen Entchen.
In einer großen schwarzen Granitplatte ist das Waschbecken eingesetzt und darüber hängt ein großer Spiegel. Ein Kosmetikspiegel ist auch vorhanden und zur Gewichtskontrolle steht unterm Waschbecken noch eine Personenwaage. Die Handtücher sind flauschig und genügend vorhanden und werden täglich gewechselt, auch wenn man zu den Umweltschonern gehört und sie nicht auf den Boden schmeißt. Hat man irgendwas Wichtiges vergessen, versucht es jemand von der Rezeption zu besorgen. Hab ich aber auch nicht ausprobiert. Auch das Bad wird mit Orchideen dekoriert.
Da wir so weit oben waren, hatten wir ein sehr ruhiges Zimmer, obwohl das Hotel an einer stark befahrenen Straße steht. Auch gibt es keine Rauchbelästigung, weil auf der ganzen Etage Rauchverbot ist. Also konnten wir ganz gut schlummern und wurden morgens pünktlich geweckt und die neue Zeitung wurde nachts auch schon unter der Türe durchgeschoben. Von der Klimaanlage war ich auch ganz begeistert, obwohl ich die Dinger gar nicht mag. Aber diese konnte man ganz gut auf eine bestimmte Temperatur einstellen, welche exakt eingehalten wurde und man hatte nie das Gefühl, dass man einen kalten Luftzug abbekommt.
Essen
Am Morgen hatten wir die Möglichkeit, in verschiedenen Restaurants zu frühstücken. Wir blieben aber immer oben in der Lounge. Da sitzt man in einem ruhigen Raum, in welchem grad mal vier Tische mit Sofas und Sessel stehen. Es ist zum Frühstücken vielleicht ein bisschen zu bequem, aber dafür ist es ruhig, man hat dazu eine tolle Aussicht und geraucht wird auch nicht. Wir saßen also fast alleine mit zwei zerknitterten Geschäftsmännern (bei denen man merkte, dass die Mutti fehlte, die ihnen die Klamotten zurechtlegt) in dem Raum und das einzige was man hörte war unser Gelabere.
Das Buffet ist nicht ganz so riesig, aber trotzdem reichhaltig. Man findet verschiedene leckere Käsesorten (nicht der übliche Hotelplastikkäse), Wurst und geräucherten Fisch, eine warme Reisspeise, belegte Brötchen, süße Stückchen, ganz gutes Brot und einige Sorten Obst. Müsli kann man sich selber zusammenstellen und die Milch steht auf Eis in einem Kühlbehälter. Natürlich gibt es Kaffee, Teetrinker bekommen heißes Wasser und können sich aus einem Kasten viele verschiedene und leckere Teesorten aussuchen.
Mein Mann war ganz begeistert, als er mitbekam, dass man sich auch Rührei bestellen konnte, welches einem innerhalb von 12 Minuten versprochen wurde. Das bekam er dann auch pünktlich, ganz edel garniert und lecker serviert.
Sonst waren wir im Hotel nie essen. Die Sachen waren zwar nicht sonderlich teuer, aber irgendwie war mir das Essen doch zu europäisch oder amerikanisch. Und wenn ich schon in Thailand bin, brauch ich keine Spaghetti Bolognese und auch kein Hamburger, auch wenn dieser ganz toll aussieht.
Wellnessangebot
Natürlich hat das Hotel auch eine Spa- und Wellness-Abteilung. Da aber gleich neben dem Hotel ein Massagestudio ist, bei dem man sich ganz toll und nur halb so teuer thaimassieren lassen kann, gingen wir lieber dorthin und haben im Hotel nur den Pool genutzt. Dieser befindet sich im vierten Stock und man muss erst an einem großen Fitnessraum vorbei, der mit vielen Geräten ausgestattet und auch gut besucht war. Daneben ist ein großer Raum für Aerobic und Yoga, was auch immer ganz gut besucht war, wenn wir daran vorbei gelaufen sind. Der Hotelpool ist dann im Freien und sehr schön mit Tempelbäumen und Orchideen angelegt. Es stehen genügend bequeme Liegen mit Sonnenschirmen zur Verfügung und Badetücher kann man sich dort ausleihen. Ein kleines Poolrestaurant sorgt dann auch für das leibliche Wohl.
Für die, die sich nicht in das Stadtleben von Bangkok getrauen, gibt es eine kleinere Shopping-Arkade mit Schneider und allem drum und dran. Da sind wir allerdings auch nur einmal durchgelaufen.
Lage und Umgebung
Das Hotel befindet sich nicht grad im Hauptzentrum von Bangkok aber die Lage ist auch nicht schlecht. Je nach Tageszeit kommt man mehr oder weniger schnell mit dem Taxi zur Altstadt oder nach Chinatown oder zum nächsten großen Kaufhaus. Allerdings ist der Bangkoker Verkehr nicht gerade angenehm aber dafür sehr standhaft.
Nach einem Fußmarsch von fünf bis zehn Minuten kommt man an eine Metro-Station und über die zum Sky Train, womit man den Stau auch ganz gut umgehen kann. Man kann aber auch mit dem eigenen Auto anreisen, weil das Hotel ein großes Parkhaus besitzt, welches so gut wie leer war, dafür aber einen schönen Garten auf dem Dach hat.
Rund um das Hotel findet man Unmengen an kleinen Garküchen, welche zum Teil sehr lecker aussehende Sachen anbieten. Manchmal sind die Sachen aber auch undefinierbar. Wir sind aber in ein Restaurant ganz in der Nähe gegangen, in dem viele Thais saßen und man sehr sehr günstig leckeren Fisch serviert bekam.
Wer sich noch mit günstigen Getränken versorgen will, geht gleich neben dem Hotel in einen 7eleven, welcher 24 Stunden geöffnet ist. Einen Bankautomat gibt es auch gleich daneben bei einer großen Bank. Einkaufs- und Ausgehmöglichkeiten, sowie Kultur findet man in Bangkok ja zu genüge. Und beißt man sich einen Zahn aus, kann man sich gleich in einer der nahe gelegenen Zahnkliniken versorgen lassen.
Wir sind mal an dem Klong neben dem Hotel entlang gelaufen. Da bekommt man dann mal die Unterschiede zwischen Arm und Reich zu sehen. Zum einen steht da der schöne Bau vom Amari Atrium, gleich daneben kommen ein paar kleinere Villen und dann mehrere sehr arme Wellblechbuden mit sehr viel Müll drum herum und auch dort wohnen Leute und liegen auf gammligen Matratzen. Kurz darauf kommt ein kleines Dorf in der Stadt mit alten Holzhäusern, die zwar nicht gerade luxuriös aussehen, aber auch nicht ganz so schäbig. Dort sind dann auch gleich wieder süße kleine Verkaufsstände und Garküchen aufgestellt und man trifft nur noch Einheimische. Natürlich dürfen die Tempel dazwischen nicht fehlen und muss man weiter in die Stadt, kann man dort auch das flotte Wassertaxi nehmen, das mit Sicherheit schneller unterwegs ist, als die meisten Taxis auf den Straßen.
Blöd angelabert oder angebettelt wurden wir rund um das Hotel eigentlich nie. Und wenn wir mal durch eine etwas düstere Unterführung durch mussten oder durch eine enge düstere Gasse, haben wir uns eigentlich nie unwohl gefühlt und hatten ja auch keinen Grund dazu.
Fazit
Wir haben die Zeit im Amari Atrium sehr genossen, schon alleine, weil der Service in der Executive-Etage doch sehr angenehm ist. Über das Upgrade von Berge und Meer haben wir uns natürlich sehr gefreut, aber auch die anderen Gäste aus der Reisegruppe hatten trotz Superior nichts auszusetzen an dem Hotel. Da wir eine Pauschalreise gebucht haben, kann ich über die Zimmerpreise nichts sagen.
Die Entfernung zu den großen Tempeln und zum Königspalast ist vielleicht etwas weit und durch den ewigen Stau kann man schon einige Stunden nur auf der Straße verbringen. Zudem findet man kaum ein Taxi gegen Abend, welches gerne die Fahrt vom Königspalast zum Hotel auf sich nehmen will, weil es einfach zu lange dauert. Dafür hat man ja inzwischen die Metro, welche direkt nach Chinatown fährt. Ist dann zwar nicht so bequem wie Taxi fahren, trotzdem die bessere Lösung. Man sollte auch nicht die angebotenen Stadtrundfahrten nutzen, weil diese mit dem Bus durchgeführt werden und man zuviel Zeit in diesem verbringt. Lieber auf eigene Faust losgehen und dabei mehr erleben.
Für eine mehrtägige Städtetour nach Bangkok kann ich das Hotel sehr empfehlen, da man sich, nach anstrengenden Unternehmungen in der Stadt, bei angenehmer Atmosphäre schön erholen und verwöhnen lassen kann.