Chris26
Gland, Schweiz97%
Da ich während meiner Bangkok-Aufenthalte gerne mal zwischendurch die Location sprich: den Stadtteil wechsle und auch generell mal gerne neue Hotels ausprobiere, buchte ich mich diesmal wie üblich via Priceline u. a. in das Sheraton Grande Sukhumvit ein, ein Hotel das ich von außen her und von der Lage her schon ganz gut kannte und das mir von vielen Seiten her wärmstens empfohlen wurde. Empfehlungen, die sich dann auch als absolut zutreffend herausstellten.
1. Lage, Gebäude:
Das Sheraton Grand Sukhumvit oder im Volksmund kurz SGS befindet sich quasi unmittelbar an der Skytrain-Station Asok (250 Sukhumvit Road, Bangkok 10110), liegt damit also recht günstig zwischen dem Shopping Center Emporium (Skytrain Phrom Phong) und dem Skytrain-Umsteigebahnhof Siam. Gegenüber vom Sheraton Grande ist das ebenfalls zum Starwood-Konzern gehörende Westin Grande Sukhumvit zu finden (das ehemalige Grand Pacific Hotel) und das Robinson Department Store Sukhumvit. Das Sheraton ist ein recht hohes, aber schmales Hochhaus, das die Silhouette von diesem Teil von Sukhumvit schon recht stark prägt, insbesondere wenn man sich von Silom kommend am Queen Sirikit Convention Center (Lake Rachada) vorbei der Sukhumvit Road nähert. Das SGS hat circa 30 Stockwerke in zwei Flügeln (die in leichter V-Form zueinander stehen, von oben gesehen).
Es gibt übrigens noch das Royal Orchid Sheraton in Bangkok, das zwar auch zum Starwood Konzern gehört, aber am Chao Praya River gelegen ist. Preislich liegt das SGS üblicherweise etwas über dem Niveau vom Royal Orchid.
2. Hotelklassifikation:
Als Teil der Luxury Collection von Starwood sollte es zu den Top-Häusern des Konzerns weltweit gehören, wobei die Häuser der Luxury Collection in der Regel auf gediegeneren, traditionellen Luxus ausgerichtet sind, während z. B. die Westin und W Hotels eher modern gestaltet sind. Das SGS ist also ganz klar ein 5-Sterne-Haus und gilt wohl zu den Top 10 Hotels von Bangkok.
3. Zimmer:
Im Gegensatz zu manch anderen großen Hotels hat man hier nur relativ wenig Auswahl an Zimmertypen, sprich: es gibt nur Deluxe und Grand Deluxe Zimmer, daneben natürlich noch einige Suiten. Die Deluxe- und Grand-Deluxe Zimmer unterscheiden sich aber in Größe und Ausstattung nicht, sondern im Grand Deluxe Zimmer hat man eben noch Zugang zu einer Executive Lounge mit den üblichen Benefits (Frühstück, Cocktails/Kaffee/Snacks etc.). Innerhalb der Suiten kann man man wählen zwischen einer der 20 Executive Suiten, 3 Specialty Suiten und 3 Suiten im Thai-Stil (tw. Mit eigener Dachterrasse mit Außen-Whirlpool etc.).
Über Priceline.com hatte ich natürlich nur ein Standard- sprich: Deluxe Zimmer gebucht, da ich aber eine Starwood Preferred Guest-Karte habe, bekam ich ein Zimmer in einer der SPG-Floors (die obersten 10-12 Stockwerke). Diese Zimmer dürften aber identisch sein mit den normalen Zimmern, nur dass sie eben in den oberen Stockwerken sind und daher einen besseren Ausblick bieten. Das Sheraton Grande Sukhumvit bietet angeblich die im Durchschnitt größten Hotelzimmer in Bangkok an (wenn man natürlich von den all-Suites-Hotels wie dem Banyan Tree absieht), mit einer Mindestzimmergröße von gut 40qm (42 glaube ich). Also ich habe schon gestaunt, als ich das Zimmer erstmals betreten durfte. Diese Zimmer vermitteln schon eher das Raumgefühl von Junior Suiten in anderen Hotels, klasse!
Man betritt das Zimmer über einen kleinen Flur, fühlt sich dann wie in einer kleinen Halle von der aus Badezimmer, ein kleines Abstellzimmer und das Wohn-/Schlafzimmer abgehen. Dieses Wohnungsgefühl wird wohl u. a. dadurch erzeugt, dass diese Teilbereiche des Zimmers alle durch offene Bögen, die mit dunklem Holz umrandet sind, visuell etwas abgetrennt sind (siehe Fotos). In diesem Hallenbereich findet sich eine optisch schon recht dominante Kommode, in der man u. a. die Minibar findet, darauf bisschen Geschirr, Kaffeemaschine und Wasserkocher und ein Teller mit Früchten (die täglich erneuert/ergänzt werden). In der kleinen Abstellkammer (begehbarer Kleiderschrank) befindet sich der Einbaukleiderschrank, eine Ablage für die Koffer und im Schrank auch ein elektronischer Safe zum Selbstprogrammieren (Zahlencode). Links daneben das ziemlich große Badezimmer (s. Foto), das überwiegend türkisfarben gehalten ist (Kacheln), vielleicht vom Stil her schon etwas konservativ-altmodisch, aber dennoch merkt man dem Badezimmer nicht an, dass es schon in die Jahre gekommen wäre, wirkt immer noch recht pompös. Auch im Badezimmer findet sich diese Bogenarchitektur ansatzweise wieder so ist auch die Badewanne in ihrem eigenen Bereich etwas durch einen Deckenbogen leicht zurückgesetzt vom restlichen Badezimmer, wirkt ganz gut. Ansonsten gibt es natürlich eine Extra-Glasdusche mit zwei Duschköpfen, reichlichst Badeutensilien (die auch täglich stets erneuert wurden), auch Badesalz an der Badewanne usw. alles da, was man braucht und sogar mehr!
Der Wohn-/Schlafbereich selbst wird natürlich zum einen durch das riesige King-Size-Bett dominiert und zum anderen durch das große Panorama-Fenster, das insbesondere aus dem 27. Stock, in dem ich untergebracht war einen traumhaften Ausblick über Bangkok bot (siehe Foto). Im (verschließbaren) Fernsehschrank gibts einen Flatscreen-Sony-TV mit Hotelinfosystem und Pay-TV, darunter eine kleine Stereoanlage mit 3-fach CD-Wechsler, am Schreibtisch einen Internet-Anschluss (2 MBit/s) fürs Notebook, am Bett das Kommandopult für die Beleuchtung und die einschaltbaren Hinweise Nicht stören bzw. bitte Zimmer aufräumen fürs Reinigungspersonal. Natürlich kann man sichs noch auf einem schönen Sessel mit Fußschemel bequem machen, und ein runder Tisch ist natürlich auch vorhanden. Das Bett ist sehr schön bequem, nicht zu hart, nicht zu weich, und mit reichlichst Kissen bestückt (die man natürlich auch beiseite legen kann ;-) ). Allabendlich wird auch noch ein Turndown-Service geboten, d.h. das Bett wird dann aufgeschlagen, ein paar Süßigkeiten oder/und Blüten dazugelegt, das Zimmer ggf. noch mal grobgereinigt und das (kostenlose) Drinking Water ergänzt.
Zur Begrüßung bekam ich einen großen Früchtekorb und ein persönliches Begrüßungsschreiben des Hotelmanagers mit Einladung zum VIP-Cocktail (zu dem ich aber nicht ging). Weiß nicht, ob das immer nur für SPG-Gäste üblich ist, oder für alle Gäste gemacht wird könnte mir im SGS auch letzteres vorstellen.
4. Hoteleinrichtungen:
Das SGS bietet sechs verschiedene Restaurants bzw. Bistros an, vom informellen Sala-Café im Poolbereich bis zum Basil. Im Erdgeschoss gibts auch einen Nightclub, namens Rivas (in dem Mann angeblich hauptsächlich auf teure Angehörige des horizontalen Gewerbes treffen soll). Ansonsten gibts einen schönen Swimmingpool, der zwar nicht ganz so groß ist wie z. B. der im Marriott Resort, aber sehr schön angelegt mit den ganzen Pflanzen und dadurch, dass das Becken so verschlungen verläuft, also nicht nur rechteckig. Durch die üppige tropische Bepflanzung vergisst man beim Schwimmen schnell, dass man mitten in Bangkok ist. Nahe des Swimmingpools findet sich auch der recht große Spa-Bereich und ein Fitness-Center. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Liegen am Pool allerdings schnell mal alle weg sind, wenn das Hotel überdurchschnittlich belegt ist, und das Wetter entsprechend ist aber ich kann mich auch täuschen. An den Tagen, an denen ich im Hotel war, war immer noch reichlich Platz im Poolbereich. Für den Spa- und Fitnessbereich gibts auch spezielle Membership-Karten für Nicht-Hotelgäste, also auch für (reichere) lokal Ansässige ist der Spabereich zugänglich.
5. Service:
Wie in quasi allen Hotels dieser Kategorie in Bangkok ist das Serviceniveau einfach top, wobei ich aber auch soweit gehen würde, zu sagen, dass der Service im SGS vom Niveau her dennoch im Vergleich zu anderen Hotels (z. B. dem JW Marriott, dem Marriott Resort, dem Banyan Tree etc.) meiner Ansicht nach noch besser ist, sofern man das auf diesem Level überhaupt noch realistisch abgrenzen kann. Ich fühlte mich im SGS einfach wirklich freundlich-willkommen und gerne-gesehen, also keine gekünstelte, aufgesetzte Freundlichkeit, sondern wirklich recht aufrichtig. Das fällt schon an Kleinigkeiten auf wie z. B. auf dem kleinen Zettel, den man beim Check-In zusammen mit den Keycards erhält, auf dem dann die Zimmernummer und die Aufenthaltsdaten aufgedruckt sind aber nicht nur das, sondern auch der kleine Satz This is your first visit zu Sheraton Grande Sukhumvit. beim nächsten Mal müsste bei mir dann folglicherweise also This is your second visit draufstehen. Ist zwar nur eine Kleinigkeit, aber immerhin zeigt es klar die Intention, den Gast individuell anzusprechen und nicht als Massenware. Dies setzte sich im oben angesprochenen Begrüßungsbrief vom Manager fort, und gipfelte dann quasi noch in einem Brief vom Guest Relations Manager, der gerade letzte Woche in der Post bei mir war, in dem sich das Hotel noch mal dafür bedankt hat, dass ich im SGS zu Gast war, und dass sie hoffen, mich bald wieder begrüssen zu dürfen etc. etc. zwar logischerweise auch ein Standardtext aus dem Computer, aber dennoch ist es natürlich ein zusätzlicher Aufwand des Hotels, das nun ein Bemühen um den einzelnen Hotelgast zeigt.
Neben den üblichen Hotelservices (24-Stunden-Zimmerservice , Limousinenservice, Wäscherei, Business Center etc.) sticht das SGS wohl noch durch den (kostenpflichtigen) VIP-Airport-Service heraus. Also gegen 3.000 Baht (1 Person; 2 Personen: 4.700 Baht) kann man diesen mitbuchen. Dann wird man nach Landung in Bangkok gleich hinter der Flugzeugtür schon von einer Hostess des Hotels mit einem Gepäckträger erwartet, wird durch den Fast Track der Grenzkontrolle abgefertigt (muss man nicht lange warten), muss sich nicht um das eingecheckte Gepäck kümmern, sondern wird gleich zur wartenden Hotellimousine gebracht und so schnell wie möglich trifft man dann im SGS ein (entsprechendes gilt für die Abreise). Also würde ich persönlich wohl aus Kostengründen nicht in Anspruch nehmen obwohls für ein Hotel dieser Klasse eigentlich nicht zu teuer ist, wie ich meine; 3.000 Bt. sind etwa 60 Euro -, aber so einen Service bieten nicht viele andere Hotels in Bangkok an.
Ansonsten ist das Serviceniveau im Hotel natürlich erwartungsgemäß hoch, alle sehr freundlich, gutes Essen im Room-Service (der preislich unter dem Niveau vom Banyan Tree liegt), keine lange Wartenzeiten für nichts, der Lift wird schon für einen gerufen, wenn man nur in Sichtweite ist, Türen aufgehalten, beim Check-In zum Zimmer eskortiert, die Koffer muss man nicht lange schleppen etc. gar keine Mängel, wie eigentlich auch von anderen Häusern der Starwood-Kette gewöhnt.
6. Internet-Seite:
http://www.sheratongrande sukhumvit.com
oder
über www.starwood.com
7. Übernachtungspreis:
Die Übernachtungspreise über Starwood.com gehen bei etwa 145 US-Dollar die Nacht für den Deluxe Room los, der Grand Deluxe Room liegt etwa 20-30 US-Dollar darüber, die Executive Suiten kriegt man ab etwa 250 US-Dollar usw. (alles u. a. saisonabhängig). Im Internet (z. B. über Hotelthailand.com) kann man die Zimmer mitunter noch mal um etwa 10-20 Dollar günstiger buchen, bekommt dann aber auch keine SPG-Punkte für die Übernachtung (sofern man SPG ist).
Als Angehöriger im öffentlichen Dienst kann man bei Starwood übrigens auch die Government Employee-Rates buchen (im Gegensatz z. B. zu Marriott, da können das nur US-Regierungsangestellte) , für das Sheraton Grande heisst dass, dass man dort zum regulären Preis eines Deluxe Rooms einen Grand Deluxe Room bekommt. Muss man nur bei der Buchung über Starwood.com in der Box Rate Plan Government Employee aktivieren.
Über Priceline.co.uk hab ich die Nacht im Deluxe Room (ohne Frühstück) für rund 40 Britische Pfund bekommen, also in etwa lächerliche 60 EUR/Nacht, was natürlich eine deutliche Ersparnis darstellt. Bei Priceline kann man für den Bereich 5 Sterne/Sukhumvit aber nicht sicher sein, im Sheraton Grande zu landen, da kann auch gut das Westin Grande oder das JW Marriott rauskommen.
8. Quintessenz:
Das Sheraton Grande Sukhumvit ist meiner Ansicht nach ein wirkliches Traumhotel selbst für die ohnehin hohen Hotelniveaus in Bangkok -, an dem es nichts zu bemängeln gibt außer den relativ hohen regulären Übernachtungspreisen natürlich. Das SGS ist schon ein recht etabliertes Hotel in Bangkok, das sicherlich nicht den modernen Schick des recht neuen Conrad oder Westin Grand aufweist, dafür eben traditionellen Luxus bietet. Dabei ist das SGS durchgehend offenbar wirklich top-geführt, sodass man dem Hotel die Jahre, die es schon auf dem Buckel halt, absolut nicht anmerkt. Ich habe mich in dem Hotel äußerst wohl gefühlt, es ist aber vom Typ her eben ein Stadthotel in zentraler Lage für Shopping und Business. Wer dagegen mehr Wert auf eine Art Resorthotel mit Zimmerbalkon, großzügiger Gartenanlage, evtl. direkt am Flussufer des Chao Praya legt, sollte dann wohl doch eher eines der Hotels in Riverside-Silom wählen (z. B. das Shangri-La, Royal Orchid Sheraton, Marriott Resort, Peninsula o.a.).