Bewertung von Annna13 im Detail
Wenn ich in Bansko bin, ist jedesmal mindestens ein Abendessen in der Baryakovata Mehana angesagt und auf jeden Fall das erste, das Willkommenessen. Angefangen hat es vor einigen Jahren, als die Mehana ziemlich neu war, und ich nach mehreren Jahren wieder in der wunderschönen kleinen Stadt angekommen war, die mir seit Kindheit sehr am Herzen liegt und nun u.a. durch den erstklassigen Wintersportkurort berühmt geworden ist.
Damals war ich mit einer befreundeten Familie in den Frühjahrsschulferien in Bansko. Weil sich der Mann meiner Freundin als Bergretter bestens im Ort auskannte, kündigte er gleich am ersten Tag an, dass er uns zum Abendessen in eine ganz besondere Mehana bringen will. Unter Mehana stellt man sich bei uns eine in Volksstil angerichtete Gaststätte vor, meistens rote Tischdecken, Keramikschnaps- und Weinbecher, sowie -teller, Gewürzsets aus ebenso bunter Keramik auf jedem Tisch, in wessen Schälchen Happen für Happen vom heißen Brötchen, das noch vor der Grundbestellung serviert wird, gewälzt wird und in den Mund kommt, in Trachten gekleideten Personal, Folkloremusik... Ich war sehr neugierig, denn die Superlative waren enorm, und ich hatte nicht wenige Restaurants dieser Art erlebt.
Gesagt, getan, wir saßen am Abend in dieser Mehana, die wir einfach zu Fuß erreicht haben. Sie liegt nämlich im Herzen des alten Stadtteils Banskos, unweit der historischen Kirche und des Touristenheims entfernt. Wir brauchten nur wenige Minuten über die für diese Fußgängenzone üblichen engen Kopfsteinpflasterstraße zu laufen, um um die Ecke Baryakovata zu erreichen. Auch hatten wir in der Nähe Parkmöglichkeiten für unsere Autos gefunden.
Wir hatten, sicherlich mit Beziehungen, einen wunderbaren Tisch bekommen, von wo wir alles beobachten konnten: das sehr schöne Ambiente anschauen, die bezaubernde offene Feuerstelle und ihr Füttern genießen, die Bar am anderen Raumende, die fleißigen Ober, ja, auch die anderen Tischen mit den gebrachten neugierig machenden Speisen und ... bekannte prominente Gesichter aus der Hauptstadt. Die Sitze an den Wänden hatten alle keine Stühle, sondern eine Art breite hölzerne Bänke oder Sofas von Wand zu Wand , die mit handgewebten bunten Decken überdeckt waren. (Bei meinen öfteren späteren Besuchen auf eigene Faust reservierte ich mir jedes Mals solche Plätze mit Kaminansicht, damit sich damals noch kleiner Junior nach seinem Abendbrot schlafen legen hann, bis ich mit meinem gemütlichen Essen, Wein und Musikhören fertig werde.) Auch waren die steingemauerten Wände mit Utensilien aus dem vorigen Jahrhundert geschmackvoll dekoriert. Die Atmosphäre war einmalig, unheimlich gemütlich, meine Begleiter und ich haben sich jedes Mal sehr wohl gefühlt. Eine dekorative Wand teilte den nicht großen Raum in zwei kleinere und schuf somit noch mehr Atmosphäre.
Beim ersten Mal ließ ich mich beim Essen beraten. Bankso hat berühmte eigenartige Spezialitäten - Kátino Mesé, Kapamá u.v.a. - die sich in ihrer Art und Vielfalt von der allgemeinen bulgarischen Küche ziemlich unterscheiden. Und wenn sie an Ort und Stelle von echten Banskoer in einer Familienküche zubereitet werden, schmecken sie selbstständig echt und einmalig als woanders nachgemacht. Und in dem Familienbetrieb Baryakovata waren Mutter und Vater die Köche, und der Sohn, auch Bergretter mit einem eigenen Rettungshund, und die Schwiegertochter waren die Bedienung. Nach und nach habe ich bei regelmäßigen späteren Besuchen alle Spezialitäten probiert und kann nur Superlative aussprechen. Immer frisches zartes Fleisch, fein gewürzt, ansprechend arranged, unheimlich lecker. Unter der Vielfalt der Getränke habe ich auch immer problemlos meinen Lieblingswein, richtig temperiert, gefunden. Sollte ich meine Zigaretten aufgeraucht haben, wurden mir schnellstens welche einzeln und richtig serviert. Und die Live Musik der Baryakovata macht einen Besuch in Bansko und einen Tag auf den Skipisten, anschließenden Schwimmens und Sauna und Bummelns in der schönen Stadt zu einem noch größeren Erlebnis und perfektem Abschluss. Es ist jeden Abend eine Gruppe von drei exzellenten Musikern da, die neben der vorgestellten ausgezeichneten ergreifenden Musik jenes südlichen Landesteils, der sich nach dem schönsten bulgarischen Gebirge, dem Pirin, Pirinmazedonien nennt, immer bereit sind, Musikwünsche des Publikums an dessen Tisch zu erfüllen.
Die Mehrheit im Publikum sind Stammgäste, die aus einem oder anderen Anlass die Gaststätte kennenlernen durften, sie gemocht haben oder sie empfohlen bekommen haben. Die meisten davon kommen aus Sofia oder anderen Großstädten und verbringen ein Skiwochenende oder ihren Winterurlaub in Bansko. Es sind Leute mit Geschmack und Stil. Ausnahmen bestätigen die Regel. Auch Familien und Einheimischen begegnet man.
Die Preise sind angemessen. Nachdem Bansko als den besten Wintersportkurort in Osteuropa definiert wurde, ist dort nichts mehr preiswert. Dieses Restaurant bietet aber alles, was zu einem ausgezeichnetem Preis-Leistungs-Verhältni s zählt und für eine wunderbare Stimmung bürgt, ob zu Mittag oder am Abend, im Sommer oder im Winter. Der perfekte Service, schnell und richtig bedienend, nett und zuvorkommend, trägt entscheidend zum Wohlfühlen der Gäste bei. Bei meinen ersten Besuchen endete jeder Abend mit einem Drink, den die junge Wirtin ausgab, ich weiß nicht, ob sie jedem Gast diese Ehre erweist. In diesen Gesprächen erfuhr ich, dass das Geschäft ausgebaut wird, zusätzliche Räumlichkeiten, ein Garten und ein kleines Hotel gebaut werden. Es dauerte nicht lange, als ich bei ihr auch Hotelgast sein durfte, und auch die tolle Wohnung war von Stil, Originalität und Gastfreundschaft geprägt.
Baryakova Mehana ist ein absoluter Muss, wenn man sich als werter Gast in einem wunderschönen Ort fühlen und richtig gut bewirtet werden möchte. Nur nicht vergessen: eine Reservierung müsste man machen, und dabei auch pünktlich sein!
Baryakova Mehana10
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Atmosphäre
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Publikum
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Küche
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Service