Bewertung von Annna13 im Detail
Bis Pampórovo (in den Rhodopen) das älteste Skigebiet Bulgariens ist, ist Bansko, im alpinen Piringebirge, das neueste und auch das attraktivste. Es wäre nicht übertrieben, wenn man sagen würde, dass es dazu noch einen sehr hohen Kultfaktor besitzt. Bis um das Jahr 2000 war das malerische Städtchen Bansko ein reizender Ort vor allem von historischer und kultureller Bedeutung, das auch ein wichtiger Ausgangspunkt für Wanderungen in das schöne Pirin-Gebirge war. Als Skigebiet hatte es eher eine regionale Bedeutung.
Ich habe es als Skigebiet in den 90er Jahren entdeck, als sich die Ansätze seiner Entwicklung bemerkbar machte, und habe mich auch in dem winterlichen Bansko verliebt. So bin ich einige Saisons jedes Wochenende mit meinem Sohn hingefahren. Die ca. 160 km Autofahrt von Sofia bis nach Bansko, zwei bis drei Fahrstunden ja nach Straßenverhältnissen, und die weiteren 12 km anschliessend bergauf, die bei der engen steilen nicht gepflasterten Straße mehr als 40 Minuten in Anspruch nahmen, lohnten sich durchaus. Auch wenn es bis 2001 dort insgesamt eine 3SB, eine DSB, zwei längere und zwei kurze Schlepper gab, die dazu noch in drei verschiedenen, nicht miteinander verbundenen Skigebietsteilen lagen, war das Skifahren dort immer ein Riesenspaß. Die Skisaison dauert in Bansko im Durchschnitt von Dezember bis April bei einer Höhe des Skigebiets zwischen ca. 900 und 2600 m. Die blendende Sonne sorgt für atemberaubende Aussichten und eine tolle Bräune, aber besonders ab März ist die Sonne so stark, dass man vorsichtig sein sollte, um sich nicht eine Verbrennung zu holen.
Unser Vollprogramm enthielt noch am Nachmittag Schwimmen in einem Mineralwasserpool, Sauna und Massage, Friseurbesuch und die immer wieder erfreuende und erlebnisreiche Begegnung mit der authentischen Banskoer Küche und der sprichtwörtlichen südlichen Gastfreundschaft in einer gemütlichen Mehana, regiontypische Weinstube, mit fantastischer Atmosphäre und Musik als Ausklang des Samstagsabends.
Der grosse Ausbau des Skigebiets begann im Jahr 2002. Die Entwicklung war rasant. Im Jahr 2003 war es vollerneuert und es umfasst nun 14 Pisten mit einer Gesamtlänge von ca. 65 km, die auch zwei Strecken für anspruchsvolle Skifahrer bieten. Marc Girardelli begleitete als Berater des bulgarischen Skiverbandes den Aufbau des Wintersportgebiets, und die schwierigste Piste des Skigebiets, die Abfahrt Nr. 9, trägt den Namen vom dreimaligen Olympiasieger und zweifache Weltmeister Alberto Tomba, der im Dezember 2003 höchstpersönlich den Start der Saison gegeben hat. Es gibt moderne Lifte und Seilbahnen mit einer Kapazität von über 8000 Personen pro Stunde. Eine moderne Achtergondelbahn bringt in nur 20 Minuten die Skifahrer zum Plateau Bunderischka Polyana. Dort starten die Lifte. Mit modernen Vierersesselbahnen geht es von dort hinauf zum höchsten Punkt auf fast 2600 Meter. Dort ist ein Ausgangspunkt für wunderbare leichte und breite Gipfelabfahrten. Die längste Piste beträgt 7 km, sie bietet eine tolle Talabfahrt. Dazu gibt es noch moderne Sesselbahnen, ein Dutzend Pistenpflegegeräte, auch Schneekanone. Eine Loipe 5 km, ein Funpark für Snowboarder und ein Kinderland sind auch vorhanden, und Nachtski werden täglich bis 21 Uhr angeboten. Zurück nach Bansko führt eine über zehn Kilometer lange Traumpiste.
Wenn es um Finanzielles geht, ist alles relativ. Von zentraleuropäischen Verhältnissen aus gesehen, ist Bankso ein ausgesprochen preisgünstiges erstklassiges Skigebiet, das alles bietet, was man von Tirol erwartet. Sechs Tage Skipass kosten in Bansko ca. 140 Euro, für drei Tage Skikurs bezahlt man rund 65 Euro, und für die Leihskiausrüstung muss man ab 75 Euro rechnen.
Mein Geheimtipp für die Zeit nach gemeisterten Abfahrten ist nach wie vor das Hotelkomplex Piri, wo man sich im Mineralwasserpool, bei Sauna und Massge, auf der Sonnenterasse oder in den abwechslungsreichen gastronomischen Einrichtungen richtig entspannen kann. Abends trifft man sich in zahlreichen Banskoer Lokalen aller Art, von modernen Hotelbars und Restaurants, darunter auch ein Kempinski-Hotel, bis gemütlichen und sehr beliebten Weinstuben mit hervorragender Küche und einzigartigem Ambiente. Die Vielfalt der Möglichkeiten ist enorm, sie übertreffen einander mit verschiedenen interessanten und unwiderstehlichen Spezialitäten und Überraschungen. Mein Geheimtyp ist die familiengeführte Baryákova Mehana im Zentrum der Stadt. Danach geht es in so manche Disko, wie z.B. in den Amnesia Disco Club.
Erreichbar ist das Skigebiet Bansko am bequemsten mit Auto oder Bus. Von Sofia aus sind es ca. 160 km, indem man ca. 130 km die internationale Primärlandstraße E79 fährt, die in südliche Richtung nach Griechenland führt. Die letzten 30 km fährt man eine gute malerische Landstraße. Es gibt auch Linienbusse, die mehrmals täglich vom Zentralen Busbahnhof und vom Busbahnhof Süd in Sofia abfahren. Möglich ist es, die Stadt auch per Eisenbahn zu erreichen, was aber für einen Skiurlaub weniger bequem wäre.
Fazit
Das Skigebiet Bansko bietet ausgezeichnete Bedingungen für Skisport für Profis und Amateure. Die Hochgebirgslandschaft, die stabile Schneedecke und tolle Pisten, die neuen modernen Liftanlagen und nicht zuletzt die einzigartige südländische Gastfreundschaft der Stadt Bansko bieten für jeden Geschmack etwas. Mir persönlich war der autentische Ort vor dem Ausbau und Touristenboom lieber. Einen Wintersporturlaub in Bansko empfehle ich wärmstens.
Bansko10
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Anzahl der Pisten
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Qualität der Pisten
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Schneesicherheit
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Après-Ski