Bewertung von K30de im Detail
Gleich zu Beginn meines Berichts möchte ich klarstellen, daß dieses einzigartige geologische Phänomen NICHT durch Blitzeinschlag mit Schmelzerscheinungen entstanden ist. Das war die allgemeine Meinung, bevor man herausfand, daß es sich um Ausfällungen und Sinterbildung kieselsaurer Eisenlösung ist. Der Name "Blitzröhren" hat sich dennoch gehalten - wenn man dieses Phänomen gesehen hat, weiß man auch warum..... . Die Blitzröhren stehen übrigens unter Naturschutz.
ERREICHBARKEIT:
Die Blitzröhren befinden sich kurz vor dem Ortseingang Battenbergs direkt an der Kreisstraße 30 - also nicht zu verfehlen, wenn man nach Battenberg fährt. Zu bevorzugen ist das Auto, da Battenberg etwas abseits liegt. Auf öffentliche Verkehrsmittel sollte man verzichten (oder man ist gut zu Fuß - von der Haltestelle "Battenberg Abzweig" nimmt man die 2km lange K30 zum Ort), da nur sehr selten ein Bus zum Ort hochfährt und der nächste Bahnhof noch weiter weg liegt. Alternativ ist man auf einem Spaziergang durch den schönen Pfälzer Wald und kommt auf einer Tour in Battenberg vorbei (z.B. auf dem 3-Burgen-Wanderwg).
MUSS MAN GESEHEN HABEN:
Für die, die ein einzigartiges geologisches Phänomen in Rheinland-Pfalz und ganz Deutschland sehen wollen, kann ich nur sagen: JA, dann man MUSS man es gesehen haben!!!
Ich will die Erwartungen nicht ins unendliche schrauben, dieses Phänomen ist NICHT riesig, sondern eher "klein" (aber auch nicht wieder "mickrig"). Damit will ich sagen: man muss nicht ausschließlich "nur" wegen den Blitzröhren in die Pfalz kommen, wenn man aber bereits in der schönen Pfalz entlang der Deutschen Weinstraße unterwegs ist, dann darf man auch als Nicht-Geologe gerne vorbei kommen ..... ;-)
BUDGET-FREUNDLICHKEIT:
Es wird kein Eintritt verlangt, daher budgetfreundlich. Aufpassen sollte man auf seine Gesundheit, denn die Blitzröhren liegen direkt an der einzigen - sehr kurvenreichen - Straße nach Battenberg und für die Einwohner sind die Blitzröhren schon so selbstverständlich, daß Touristen für die Autofahrer in die Rubrik "unerwartete Hindernisse" fallen. Nach meinem Kenntnisstand ist in den letzten Jahren noch niemand zu Schaden gekommen, weil ein Autofahrer einen Betrachter der Blitzröhren überfahren (bzw. angefahren) hat. Soweit sollte es auch bitte nicht kommen. Wenn mit dem Auto kommt, sollte erst einmal an den Blitzröhren vorbei fahren und dann gleich danach links auf einen kleinen (Park)Platz noch vor dem Ortsschild das Auto abstellen. Es sind dann wenige Schritte bis zu den Blitzröhren. Man hat von dieser Stelle auch einen sehr schönen Blick in die Rheinebene, sofern es in der Ferne nicht gerade diesig ist. Bei gutem Wetter sieht man bis zum Odenwald.....
ERHOLUNGSWERT:
Unter "Erholung" verstehe ich etwas anderes als sich die unter Naturschutz stehende Brauneisenablagerungen und Konglomerat eines Meeresküstenstrandes aus dem geologischen Erdzeitalter des Tertiärs (also vor rund 32 Mio Jahren) anzusehen. Das einzig "erholsame" an den Blitzröhren ist, daß man sich diese recht schnell angesehen hat und sich dann auf den weiteren Weg machen kann und weitere Ausflugsziele anschauen kann. Zum Beispiel kann man sich auch gleich die Burg mit ansehen und -falls man zur rechten Zeit da ist- dort im Restaurant etwas essen und trinken.... . Das ist dann "Erholung".... ;-)
EINZIGARTIGKEIT:
Wie ich bereits unter "Muss man gesehen haben" erwähnt habe, sind die Blitzröhren ein einzigartiges Phänomen in Rheinland-Pfalz und ganz Deutschlands - wenn das nichts einzigartiges hat.... . Geologisch Interessierte werden sich die Blitzröhren besonders gerne ansehen.
BLITZRÖHREN ETWAS NÄHER ERKLÄRT:
Die Blitzröhren sind aus Braunkohleablagerungen und Konglomerat eines Meeresküstenstrandes aud dem geologischen Erdzeitalter des Tertiärs entstanden. Der ockerfarbene Sandstein ist von röhrenförmigen Brauneisenanreicherungen durchzogen. Das Innere der Röhren ist mit rotem bis braunem Sand verfüllt. Die Röhrenbildung entstand durch Ausfällung und Sintenbildung kieselsaurer Eisenlösung. Eisen wurde im Wasser mitgeführt und wurde konzentrisch ausgeschieden. Im Bereich der Ablagerung wurde aus dem losen Sand fester Sandstein. Son kann man an manchen Stellen ein Brauneisengehalt von bis zu 30 % nachgewiesen werden.
MEIN FAZIT:
Ich bin in Battenberg groß geworden und so waren die Blitzröhren nie wirklich etwas besonderes für mich. Geologisch Interessierte werden für diese Einzigartigkeit sicherlich genug Würdigung übrig haben. Die Holzabsperrung wurde u.a. wegen dem Abgang von Steinen Anfang der 1990er Jahre erbaut (wenn ich mich richtig erinnere) und die gesamten Blitzröhren lassen sich so leider nicht mehr in ihrem gesamten Ausmaß erkennen. Man muss schon an die Absperrung herantreten, um sich alles ganz genau anzusehen......
Blitzröhren10
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Einzigartigkeit