miss_varna
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Während unseres Urlaubs in der Dominikanischen Republik im Oktober 2002 haben wir bei Scubafun einen PADI Open Water Diver Kurs gemacht.
Die Tauchschule
Wir haben im Hotel Casa del Mar gewohnt, von wo aus man nur ca. 7 Minuten ins Dorf läuft. Auf dem Weg passiert man zuerst eine andere Tauchschule wenn man sich erfolgreich an dem Personal, das einen dort anspricht und Ausflüge andrehen will, vorbeigemogelt hat, gelangt man geradezu direkt am kleinen Hafen (von wo aus die Ausflugsboote und Katamarane nach Saona ablegen) zum Scubadoo. Das Scubadoo ist quasi die kleine Schwester vom Scubafun, es ist die Filiale am Hafen, wo halt die Touristen sind. Es ist ein türkis-farbenes Holzhaus direkt neben dem Internationalen Telefon-Laden.
Im Scubadoo ist stets Personal vor Ort, dort kann man die Tauchkurse und Ausflüge buchen und auch ein wenig Souvenirs kaufen. Dort ist auch eine Vielzahl des Equipments gelagert.
Das große Hauptbüro, das Scubafun, liegt mitten im Dorfzentrum an der Hauptstraße, neben einem Colmado (Tante-Emma-Laden). Dort steht auch die Kompressormaschine, restliches Equipment, nochmals Souvenirs.
Die Tauchschule ist ein eingetragenes PADI Diving Center, es ist auf der Webseite von PADI gelistet.
Das Personal
Die Tauchschule gehört einem deutschen Ehepaar, welche beide Tauchlehrer sind und auch Tauchkurse durchführen. Daneben sind noch ein deutscher und ein französischer Tauchlehrer fest angestellt, sowie mehrere Divemaster bzw. Divemaster in Ausbildung, die dort für ein paar Monate bleiben und weiter ausgebildet werden. Auch einen dominikanischen Divemaster gibt es sowie dominikanische Bootskapitäne, die alle selbst tauchen können falls Not am Manne sein sollen, könnten sie also auch hineinspringen.
Das Equipment
Scubafun verfügt über 2 Schnellboote, mit denen man zu den Spots herausfährt. Auf beiden Booten gibt es Verankerungen für die Sauerstoffflaschen.
Es stehen ausreichend Anzüge (2mm Shorties), Jackets (meist von Aqualung), Flossen, Masken, Schnorchel etc. in allen Größen zur Verfügung, die alle in einem sehr guten Zustand waren. Die Sauerstoffflaschen gibt es sowohl mit DIN-, als auch mit INT-Ventil. Auch die Finimeter, Automaten, Octopusse etc. waren immer in einwandfreiem Zustand, und es kommt nur Qualitätsware (sehr viel von Scubapro) zum Einsatz. Das Equipment wird von den Tauchern selbst zusammengebaut und vor dem Tauchgang noch einmal von dem Tauchlehrer abgecheckt, oft auch noch durch einen zweiten (Divemaster). Diese Überprüfung findet meist schon vor Besteigen des Bootes statt, so dass man ggf. noch Ersatzmaterial von der Basis holen kann.
Was ich sehr gut fand, waren die Masken mit geschliffenen Gläsern in verschiedenen Stärken. Ich bin ziemlich doll kurzsichtig (über 5) und da ich vor dem Urlaub noch nie tauchen war und nicht wusste, ob ich daran Spaß finden würde, wollte ich natürlich nicht eine Menge Geld für eine eigene Maske ausgeben. Um so erfreulicher war für mich die Entdeckung, dass es eine Maske in 5.0 gab, mit der ich wunderbar sehen konnte.
Das Angebot
Bei Scubafun kann man alle erdenklichen PADI-Kurse absolvieren, angefangen beim Discover Scuba Diving. Aber es werden auch Ausflüge angeboten, ob für Taucher, Schnorchler oder Landratten. So kostete der Ausflug nach Saona zum Beispiel nur USD 49, was weitaus günstiger ist als die Ausflüge beim Reiseveranstalter.
Der Open Water Diver Kurs kostete USD 249 und beinhaltet 4 Tauchgänge, alle Übungen im Flachwasser, das ganze Equipment (leihweise versteht sich) und die Theorie. Ein Buch oder sonstige Unterlagen bekommt man leider nur leihweise, kann aber bei PADI nachgekauft werden. Ich fand das Preis-Leistungs-Verhältni s sehr gut, insbesondere im Vergleich zur Tauchbasis unseres Hotels, die nicht bei PADI gelistet ist und für den Kurs 100USD mehr verlangt!
Den Discover Scuba Diving Kurs gibt es schon für 49USD. An einem Tag wird einem da zuerst etwas Theorie vermittelt, die Ausrüstung erklärt und Übungen im Flachwasser gemacht, bevor es zu einem Tauchgang auf 12m geht.
Unser Kurs
Da wir ja, wie schon erwähnt, noch nie vorher getaucht sind, wollten wir uns nicht gleich zu dem Open Water Diver Kurs verpflichten. Wir begannen daher erst einmal mit dem eintägigen Discover Scuba Diving Kurs, wobei uns von der Tauchschule angeboten wurde, dass uns dieser Kurs bei Gefallen voll auf den Open Water Diver Kurs angerechnet wird.
Wir beide begannen den Kurs mit einem anderen deutschen Pärchen aus unserem Hotel, die genauso blutige Anfänger waren wie wir. Den Kurs leitete der Chef der Tauchschule, Werner, der sehr kompetent alle möglichen Fragen beantworten kann und nicht nur sehr nett, sondern auch sehr einfühlsam ist. Gerade als blutiger Anfänger hat man ja anfänglich doch etwas Angst, und die hat er sehr gut zu beseitigen verstanden. Wir wurden zu keinem Zeitpunkt des Kurses gedrängt, gehetzt oder gar ausgelacht, wenn wir etwas nicht sofort konnten alle waren immer total lieb und sehr geduldig.
Der Discover Scuba Diving Kurs war sehr gut, wir haben eine ziemlich ausführliche theoretische Einführung bekommen, wobei alle Fragen immer ausführlich und kompetent beantwortet wurden. Es wurde sich so viel Zeit genommen, wie wir brauchten. Wir wurden gut mit den Geräten vertraut gemacht, und dann gings mit dem Tauchlehrer und einem Dive Master ins Flachwasser zu den ersten wichtigen Übungen. Letztendlich fuhren wir hinaus zu einem Riff (ca. 15 Minuten Fahrt), wo wir auf 12m Tiefe die Unterwasserwelt bestaunten. Dabei wurden wir von Tauchlehrer und Guide auch immer wieder auf interessante Lebewesen aufmerksam gemacht und uns wurden auch Korallen gezeigt, die wir auf keinen Fall berühren sollten.
Wir hatten alle 4 so viel Freude an dem Discover Scuba Diving, dass wir uns geschlossen für den Open Water Diver entschieden. Wie vorher versprochen, wurde uns das absolvierte Discover Programm voll angerechnet, d.h. wir brauchten nunmehr nur noch 200 USD zu zahlen und nur noch 3 Tauchgänge absolvieren.
Am nächsten Tag, einem Samstag, ging es dann an die Theorie. Dafür gab es eine Videokassette von PADI auf deutsch, auf der wir immer 1 Lektion geschaut haben, die dann der Tauchlehrer (wieder Chef Werner) mit uns anhand von Schautafeln wiederholte und dabei noch mal Zusammenhänge sehr gut erklärte. Am Ende jeder Lektion hatten wir dann einen Multiple-Choice-Test, den wir hinterher noch einmal durchgesprochen haben. Die Theorie hat den gesamten Tag (allerdings gab es auch eine Mittagspause) in Anspruch genommen, und wir hatten immer noch 1 Lektion und den Abschlusstest nicht gemacht ein Indiz dafür, wie viel Zeit man sich dafür genommen hat. Am nächsten Tag verspürte ich leichte Ohrenschmerzen kein Problem, wir haben die Theorie binnen eines weiteren halben Tages beendet und die nächsten Flachwasserübungen auf den nächsten Tag verschoben.
Gesagt, getan am nächsten Tag ging es ins Flachwasser, wo wir eine Reihe von Übungen absolviert haben. Ich persönlich hatte große Schwierigkeiten mit dem allseits beliebten Masken ausblasen, ich wollte es einfach nicht hinkriegen!
Am darauffolgenden Tag (Dienstag) fuhren wir mit dem französischen Tauchlehrer, der selbstverständlich auch Englisch spricht, und einer deutschen Dive Masterin hinaus. Wir sollten in der Tiefe die Übungen vom Vortag machen, bevor wir das Riff erkunden durften. Da ich ja am Vortag die Maske nicht ausblasen konnte, war es zu riskant, es mich in der Tiefe probieren zu lassen, bevor ich es nicht konnte (ich tauchte nämlich sofort immer auf). Also ging der Tauchlehrer zuerst mit mir ins Wasser, zum Üben direkt unter der Wasseroberfläche an der Leine. Ich durfte nicht eher wieder hinauf, bis ich es nicht mehrmals hintereinander gut gemacht hatte. Dann ging es mit versammelter Mannschaft hinunter, wo wir die Übungen absolvierten. Dabei wurde stets darauf geachtet, dass man diese gut macht und gut beherrscht man muß es halt so lange machen, bis es sitzt! Dann ging es ins Riff.
Am Mittwoch standen schließlich die letzten beiden Tauchgänge an, jeweils mit immer weniger Übungen und dafür mehr Zeit im Riff. Leider war der Seegang an dem Tag ziemlich heftig..... Ich schaffte es nicht, mir an Bord den Anzug anzuziehen und fütterte statt dessen die Fische grins Jedenfalls konnte ich nicht ins Wasser, der Tauchlehrer, der Dive Master und die zwei Männer (die Freundin des anderen Mannes hatte wegen Ohrenentzündung ausgesetzt) sind also allein hinunter und haben beide im Anschluß ihre Zertifizierung geschafft. Nur ich blieb übrig, und der nächste Tag war doch unser letzter Urlaubstag! Aber auch hier zeigte sich Scubafun von der kulanten Seite: Überhaupt kein Problem, der Tauchlehrer fuhr am nächsten Tag noch einmal mit mir (und einem weiteren Schüler, den ich noch nicht kannte) hinaus, damit auch ich mit den zwei verbleibenden Tauchgängen meinen Kurs beenden konnte. Diesmal machte ich mich schon vorsorglich an Land fertig und konnte an der Ankerstelle sofort ins Wasser springen und habe somit auch noch den Kurs bestanden : - )
Fazit
Wir sind höchst zufrieden mit Scubafun und können es ruhigen Gewissens weiterempfehlen! Besonders gut fand ich als doch etwas ängstlicher Anfänger, wie einfühlsam und geduldig alle waren, man hat sich sehr viel Zeit für den einzelnen genommen. Neben dem sehr gut gewarteten Equipment und dem ausgesprochen freundlichen und kompetenten Personal hat uns die Kulanz und Individualität überzeugt es war nicht selbstverständlich, dass man noch einmal kurzfristig mit mir alleine herausgefahren ist! Die Tatsache, dass unser Kurs von Freitag bis Donnerstag, also 7 Tage anstatt der üblichen 3-4 gedauert hat, werte ich neben den anderen erwähnten Punkten als absolute Seriosität der Tauchschule. Hier wird auf den Kunden eingegangen und Sicherheit groß geschrieben.
Wegen der guten Betreuung und den schönsten Tauchspots in der Dominikanischen Republik, die von Bayahibe aus alle in max. 30 Minuten mit dem Schnellboot zu erreichen sind, werden wir sicherlich wiederkommen.