Bewertung von leo56 im Detail
leo56
Rosenheim, Deutschland99%
Am letzten Wochenende besuchten wir Schwager und Schwägerin, die in Bischofswiesen bei Berchtesgaden eine Ferienwohnung besitzen.
Erreichbarkeit
Die Anfahrt von Rosenheim aus dauerte etwa eine Stunde. Am besten fährt man von Rosenheim aus nicht über die Autobahn in Richtung Salzburg, da hier nicht nur in der Ferienzeit oft Staus angesagt sind. Derzeit wird die Autobahn streckenweise erweitert und das führt zu baustellenbedingten Verengungen und Staus. Die Bundesstraße nach Traunstein und von hier an Bad Reichenhall vorbei nach Berchtesgaden ist die beste Strecke, um pünktlich und ohne Stress anzukommen. Na, und so ganz nebenbei und gratis, hat man dann noch eine herrliche Landschaft genossen.
Am Vormittag fuhren wir zum Obersalzberg und genossen den herrlichen Ausblick in alle Richtungen auf der breiten Passstraße, wo die Sicht nirgends versperrt ist. Eine Bergmesse mit Hornbläsern und Gesang durften wir oberhalb des Kehlsteinhauses miterleben.
Anschließend hatten wir eine Wanderung entlang des alten Soleleitungsweges geplant.
Von Bischofswiesen aus ist man ja quasi schon im Nationalpark. Wir sind dennoch, da mein Mann ein neues Knie und mein Schwager mehrere Herz-OPs haben, das erste Stück mit dem Auto gefahren. Von Ramsau aus geht es mit dem Auto durch einen landschaftlich sehr schönen "Schluchtenweg" , der selbstredend auch schon zum Nationalpark gehört und von der Bushaltestelle in Ramsau aus durchaus bei 3,5 km Länge zu Fuß zu bewältigen wäre. Unterhalb des Berggasthofs Gerstreit parkten wir auf einem großen und kostenlosen Parkplatz, der bereits am Sonntagmittag gegen 13 Uhr total überfüllt war. Beim Einparken musste sich dann auch glatt ein Münchner "vordrängeln", was meinem Schwager einige ordentliche Kratzer einbrachte und dem Münchner eine hohe Reparaturrechnung.
Budgetfreundlichkeit
Da alles kostenlos ist, ist es sicher budgetfreundlich. Es gibt keine "Eintrittsgebühr&quo t;, die man zahlen müsste und die Parkplätze sind allesamt frei. Einige Privatstraßen im Nationalpark müssen bezahlt werden, aber das sind keine hohen Beträge. Wir zahlten am Vormittag an anderer Stelle (Obersalzberg) etwa 10 € für alle, aber hier in Ramsau und Bischofswiesen ist alles frei.
Einzigartigkeit
Nicht umsonst hat die UNESCO den Nationalpark Berchtesgaden auch noch in sein Biosphärenreservat Berchtesgaden aufgenommen. Berge und Felsen, wohin man sieht.
Nicht alle Felsen dieses riesigen Alpengebirges können wir namentlich nennen, aber den Watzmann mit seiner etwas kleineren Watzfrau gegenüber kennt fast Jeder. Wir erkennen dann noch den Hohen Göll, das Hohe Brett, den Schneitstein, de sich etwas dahinter versteckt, und den Jenner. Hier oben liegt an der Straße sogar noch Schnee, obwohl es jetzt, Mitte September, noch schön warm ist. Jacken brauchen wir nicht. Wir können uns gar nicht sattsehen, so überwältigend ist das. Ein Raubvogel zieht über uns seine Bahn und plötzlich kommt ein ganz großer. Nein, das ist ein Segelflieger, der entweder sehr übermütig oder so unerfahren ist, dass ihn der Auftrieb gefährlich nahe an die Felsen herantrieb. Einige Berge sind schön grün, aber das ist die Ausnahme (z.B. der Grünkopf), die anderen sind alle schön weiß gepudert.
Der Weg entlang der alten Soleleitung ist überwiegend eben mit einem leichten, fast unmerklichen Anstieg, der gut auch von älteren Menschen bewältigt werden kann. Die ersten 200-300m vom Parkplatz aus gehen bergan bis zum Berggasthof Gerstreit, der gegen 13 Uhr total überfüllt scheint, dann zweigt der Weg aber schon nach rechts zur Berggaststätte Söldenköpfl ab, es ist gut beschildert. Das Schild sagt, es sei heute geöffnet, Freitag wäre Ruhetag und man benötige genau 26 Minuten.
Erholungswert
Durch einen angenehmen Wald führt der Weg nun. Es ist ein Mischwald, der nicht gepflegt wird, da es sich um einen Nationalpark handelt. Umgefallene Bäume bleiben liegen und sogar Bäume, die vom Borkenkäfer befallen waren, haben wir entdeckt. An manchen Stellen führt der Weg entlang eines steilen Abhangs, auf der anderen Seite geht es steil nach oben. An anderen Stellen führt der Weg scheinbar mitten durch den Wald. Rechts und links können wir manchmal Pilze oder Schwammerl erkennen, einmal ist es ein riesiger Fliegenpilz. Wir sind gegen 13 Uhr am Parkplatz losgelaufen und nun kommen uns ohne Unterbrechung Menschen entgegen. Viele haben Wanderstöcke dabei. Menschen aller Altersgruppen: Junge Leute, Familien mit Kindern und auch ältere Menschen. Eng wird es, sobald ein Kinderwagen dabei ist, aber das passiert uns zum Glück nur einmal.
Gegen 14 Uhr kommen wir oben (1000m Höhe) an und genießen ein riesiges Stück Blaubeerkuchen mit einem Haferl Kaffee, komplett unter 5 €. Währenddessen können wir zwei Kohlmeisen beobachten, die sich aus einem Tannenzapfen die Samen herauspicken , und den Ausblick auf den Wimbachgries genießen, der sich zwischen Watzmann und Hochkalter befindet. Im Hintergrund erkennen wir das Palfelhorn. Hier oben ist es so schön, dass wir lange sitzen bleiben und die Natur genießen. Erst gegen 16 Uhr machen wir uns auf den Heimweg. Nun ist es schon sehr ruhig hier, nur ein einziges Pärchen kommt uns noch entgegen.
Die alte Soleleitung, die per Pumpe früher nach oben gepumpt wurde, musste damals täglich abgelaufen werden, um rechtzeitig Risse oder Löcher zu entdecken. Das Werkzeug war natürlich dabei und deshalb war das wohl kein so angenehmer Spaziergang, vornehmlich nicht im Winter. An einigen Stellen kann ich die alte hölzerne Leitung, die mit großen Eisennägeln im Weg befestigt ist , noch erkennen. Der typische Wald-Wanderweg ist insgesamt mit feinem Riesel zusätzlich befestigt worden, der auch ein Ausrutschen bei Nässe verhindert.
Muss man gesehen haben
Eindeutig ja! Es war ein einmaliges Erlebnis, selbst für uns, die wir im Inntal nur unweit der Voralpen leben. Nun verstehen wir auch, weshalb dieses Gebiet um Berchtesgaden herum zum (einzigen) Nationalpark der Alpen erklärt wurde. Überall sind Bänke zum Ausruhen und Genießen aufgestellt. Die ganze Landschaft ist so schön, dass sie fast unwirklich erscheint.
Nationalpark Berchtesgaden10
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Erholungswert
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Einzigartigkeit