Das Bergische Land liegt vor den Toren der Stadt Köln und ist ein beliebtes Naherholungsziel für die Bewohner der Städte an Rhein und Ruhr. Aber auch für einen längeren Aufenthalt bietet die Region eine Vielfalt an Möglichkeiten. Die Talsperren und Flüsse laden zum Wassersport ein, Schlösser und Burgen wollen entdeckt werden und die hügelige Landschaft mit ihren dichten Wäldern ist ein Eldorado für Wanderer. Kulturelle Angebote finden die Urlauber im Bergischen Städtedreieck, das aus Wuppertal, Solingen und Remscheid besteht.
Land und Leute
Das
Bergische Land liegt in
Nordrhein Westfalen und dehnt sich von der Ruhr im Norden bis zur Sieg im Süden aus. Im Westen bildet der Rhein die Grenze und im Osten reicht es bis zum
Sauerland. Zum Bergischen Land gehört das Städtedreieck Remscheid–Solingen–Wuppertal, der Kreis
Mettmann, die kreisfreie Stadt
Leverkusen, der Rheinisch-Bergische Kreis, der Oberbergische Kreis und Teile des Rhein-Sieg-Kreises.

Der Name stammt nicht von der hügeligen Landschaft, sondern von den Grafen von Berg, den Landesherren und späteren Herzögen von Berg. Sie residierten vom 11. bis 14. Jahrhundert auf Schloss Burg. Nach 1380 lebten sie in
Düsseldorf und nutzten das Schloss nur noch als Jagdschloss. Sie prägten aber weiterhin die Politik und Verwaltung des Bergischen Landes. Im 17. Jahrhundert wurde das Land von den Kurfürsten von der Pfalz regiert. Unter der Herrschaft des Kurfürsten Johann Wilhelm von Pfalz – Neuburg oder Jan Wellem und im 18. Jahrhundert unter dem Kurfürsten Karl Theodor erlebte das Land einen kulturellen und wirtschaftlichen Aufschwung.

Während der napoleonischen Kriege fiel das Herzogtum Berg an Napoleon, er gab ihm eine Verwaltung nach französischem Vorbild. Nach 1815 gehörte es zum Königreich Preußen und wurde Teil der preußischen Rheinprovinz. Darin verblieb es bis zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Mit Beginn der Industrialisierung im 18. Jahrhundert erlebte die Region ihre Veränderungen. Die ersten Fabriken entstanden, aus den Bauern wurden Arbeiter und die ersten befestigten Straßen wurden erbaut. Das Tal der Wupper galt zum Ende des 19. Jahrhunderts als das größte Wirtschaftszentrum des Kaiserreiches. So stellten die Chemiker Carl Graebe und Carl Liebermann im Jahre 1869 den synthetischen Farbstoff Alizarin her, der den pflanzlichen Farbstoff ersetzte. 1872 eröffnete die Firma Friedrich Bayer & Co. in Wuppertal eine Alizarinfabrik.

Die Brüder Carl und Adolf Vorwerk konstruierten 1873 den ersten vollmechanisch arbeitenden Bandstuhl, wodurch in den Folgejahren die Teppichweberei vorangetrieben wurde. Das Eisengarn war eine Erfindung eines Barmer Fabrikanten. Das so genannte Glanzgarn war ein in Appreturmasse getränktes und durch Bürsten glänzend gemachtes Baumwollgarn, das für Hutlitzen, Bänder, Futterstoffe, aber auch in der Kabelindustrie Verwendung fand. Ein weiterer Fortschritt für die Textilindustrie war die Erfindung der Kunstseide gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Die Stadt Remscheid tat sich hervor als Standort der Werkzeugfertigung. Bereits im Jahre 1845 kooperierten mehr als 600 Schmiede mit etwa 50 Handelshäusern. Sie hatten über 2000 Artikel wie Sägen, Zangen, Schrauben, Bohrer, Feilen, Hämmer und Haushaltsartikel im Angebot. Nach der Industrialisierung zählte
Remscheid zum größten deutschen Werkzeugzentrum.
Solingen war schon im Mittelalter für die Herstellung von Klingen bekannt. Durch den Einsatz der Dampfmaschinen im 19. Jahrhundert entwickelte sich eine Vielzahl von Gesenkschmieden. Noch heute sind in 40 Betrieben etwa 3500 Menschen beschäftigt. Die Region hat einen Strukturwandel erlebt, die Textilindustrie hat ihre Bedeutung verloren. Mittlerweile spielen die Automobilzulieferindustrie und der Maschinenbau eine wichtige Rolle.
Sehenswertes
Das Bergische Land bietet seinen Besuchern eine Fülle an Naturschönheiten, besonders für Wanderer ist die Region ein Paradies. Der
Naturpark Bergisches Land zeigt sich in jeder Jahreszeit als lohnendes Ziel. Saftig-grüne Wiesen wechseln sich ab mit dichten Wäldern, in denen Rehe, Hirsche, Füchse und Wildschweine leben.

Zahlreiche Wanderwege findet man an der Dhünn und am Eifgenbach sowie im Tal von Morsbach und Wupper. Zu den bedeutendsten Heidelandschaften Europas gehört die
Wahner Heide. Dieses Gebiet liegt vor den Toren der Stadt
Köln und ist Lebensraum für etwa 700 verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Eine Fülle an Freizeitmöglichkeiten bietet das Städtedreieck
Remscheid,
Wuppertal und
Solingen. Motorradfahrer finden reizvolle kurvenreiche Strecken, aber auch für Ausflüge mit dem Fahrrad ist diese Region ein geeignetes Ziel. Wanderwege entlang der Flussläufe laden zu Entdeckungstouren ein. Remscheids ältester Stadtteil ist Lennep, typisch bergische Fachwerkhäuser prägen das Bild. Der Stadtteil gehört zu den ausgezeichneten historischen Stadt- und Ortskernen Nordrhein-Westfalens.
Schloss Burg versetzt seine Besucher ins Mittelalter. Zur Besichtigung gehören die Ahnengalerie, der prunkvolle Rittersaal, die Kemenate und die Rüstkammer mit ihren kostbaren Waffen. In weiteren Räumen wird die Wohnkultur des Bergischen Landes seit dem 18. Jahrhundert präsentiert. Dazu gehören auch historische Puppenstuben und ein Musikzimmer. Nach dem Rundgang bietet sich ein Spaziergang entlang der Wupper zur
Müngstener Brücke an.

Das ist Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke. Sie wurde 1897 in Betrieb genommen und ist 491 Meter lang und 107 Meter hoch.
Wuppertal ist weltberühmt durch seine
Schwebebahn, mit der sich auf eine einzigartige Weise die Stadt erkunden lässt. Sehenswert ist der
Zoo, in dem auf rund 24 Hektar 5000 Tiere aus aller Welt leben. Die Stadt bietet auch gute Einkaufsmöglichkeiten mit zahlreichen Fachgeschäften, Kaufhäusern und Shopping-Arkaden. Daneben laden Restaurants und Cafés zum Ausruhen ein. Ein beliebtes Ausflugsziel ist die
Ronsdorfer Talsperre. Sie steht unter Denkmalschutz und auch der See ist nicht direkt zugänglich. Es gibt aber Wanderwege, die rund um die Talsperre führen. Die Besucher können sich anhand von Schautafeln über die Tiere und Pflanzen, die dort beheimatet sind, informieren. Bei Campern und Wassersportlern ist die
Brucher Talsperre beliebt. Sie gehört zur Gemeinde
Marienheide und zieht Jahr für Jahr Tausende von Erholungssuchenden an. Motorisierte Wassersportarten sind allerdings nicht erlaubt. Das gleiche gilt für die
Lingesetalsperre, die ebenfalls zu Marienheide gehört. Neben vielen Wassersportmöglichkeiten kommen dort auch Wanderer auf ihre Kosten. Die Gemeinde besitzt ein Wanderwegenetz von über 200 Kilometern Länge.

Vielfältige Freizeitmöglichkeiten bietet auch die
Aggertalsperre, die bei
Gummersbach liegt. Am Westufer gibt es Bootsanleger, eine Campingplatz und einen Jugendzeltplatz. Ein Freibad befindet sich in Bruch an der Vorsperre. Der Rundweg um die Halbinsel Burg ist eine beliebte Joggingstrecke. In der Nähe von Gummersbach liegt die
Aggertalhöhle, deren Geschichte bei einem Gang durch den 600 Meter langen erschlossenen Teil erkundet werden kann. Dabei sind zu Stein gewordenen Zeugen von vor 360 Millionen Jahren zu bestaunen. Damals gab es in Europa Korallenriffe und eine artenreiche Tierwelt. Bei einer Führung wird Wissenswertes über die Geschichte der Höhle vermittelt. Mit der
Wiehler Tropfsteinhöhle gibt es eine weitere Höhle im Bergischen Land, die besichtigt werden kann. Sie befindet sich an der Straße von
Wiehl nach
Nümbrecht und hat ein 868 Meter langes Gangsystem. Die Höhle ist mit elektrischem Licht ausgestattet und es werden Führungen angeboten.

Wer das Landleben in früheren Zeiten kennen lernen will, sollte das
Freilichtmuseum in
Lindlar besuchen. Hier werden Höfe, Gärten und Äcker wie zu Großmutters Zeiten bewirtschaftet. Auch historische Werkstätten sind zu besichtigen und es werden alte Handwerkstraditionen am Leben erhalten. Eine Sammlung von Kutschen und ländlichen Arbeitswagen veranschaulicht, wie damals transportiert wurde. Im Museumsladen werden frische Produkte, aber auch Obstsäfte, Hemden aus Leinen und Wanderführer verkauft. Eine weitere Zeitreise kann man im
Industriemuseum in
Engelskirchen erleben. In der ehemaligen Textilfabrik Ermen & Engels erfahren die Besucher etwas über deren Geschichte, über die Energiegewinnung aus Wasserkraft und über das Leben der Arbeiter und ihrer Familien. Zu den interessanten Museen der Region gehört auch das
Neandertal-Museum in
Mettmann. Hier wird die Geschichte der Menschheitsentwicklung dargestellt. Zahlreiche Funde und Sonderausstellungen führen die Besucher in die Steinzeit zurück. Zum Museum gehört ein Wildgehege mit Wildpferden, Auerochsen und Wisenten. Die Umgebung bietet schöne Möglichkeiten zum Wandern. Einen weiteren Einblick in die Geschichte der Industrie bietet das
Deutsche Klingenmuseum in
Solingen.

Die Stadt ist bekannt für die Herstellung von Bestecken und Schneidewerkzeugen. Im Museum ist die größte Bestecksammlung der Welt zu bewundern. Klingen aus vielen Ländern und verschiedenen Epochen sind zu sehen. Einen Besuch wert ist auch die benachbarte Klosterkirche
St. Maria Himmelfahrt. Auch die Stadt
Radevormwald bietet Zeugnisse der Geschichte. Besucher können sich im
Heimatmuseum dazu informieren. Eindrücke über die Textilgeschichte vermittelt das
Wülfingmuseum, das in einer alten Tuchfabrik untergebracht ist. Ein schönes Ausflugsziel für Familien mit Kindern ist der
Affen- & Vogelpark Eckenhagen in
Reichshof. Dort sind rund 180 Tierarten zu sehen, neben den Affen leben dort Eulen, Uhus, Fasane und andere Vogelarten. Für die Kinder ist eine Indoor – Halle vorhanden, die mit Kletterwand, Hüpfburg, Ballbad, Karussell, Trampolin und Scooter zum Spielen und Toben einlädt. Im Außenbereich gibt es einen Streichelzoo. Weitere Highlights sind Grillhütten, die für Kindergeburtstage oder andere Anlässe gemietet werden können. Zu den bekanntesten Sakralbauten des Bergischen Landes gehört der
Altenberger Dom in
Odenthal. Er wurde als Klosterkirche in der Zeit ab 1255 errichtet und gehörte zur Abtei Altenberg. Heute gehört er dem Land Nordrhein-Westfalen und wird als katholische Pfarrkirche genutzt.
Kulinarisches
Die Bergische Kaffeetafel stellt einen besonderen Ausdruck der Gastfreundschaft dar. Dabei handelt es sich um eine reichhaltige Mahlzeit, die zur Kaffeezeit angeboten wird. Sie ist auch ein Bestandteil der Geschichte dieser Region.

Früher wurde aufgetischt, was die Vorratskammer hergab, so dass die Bergische Kaffeetafel auch variieren kann. Zu ihren traditionellen Bestandteilen gehören Rosinenstuten, verschiedenen Brotsorten, Honig, Birnen-, Apfel- oder Rübenkraut, Butter, Käse, Aufschnitt, Milchreis mit Zimt und Zucker und frischgebackene Waffeln. Als Getränk dazu gibt es Kaffee, der stilgerecht in der Dröppelminna serviert wird. Das ist ein dreibeiniger Behälter mit seitlichem Hahn, meist ist sie kunstvoll verziert. Zu den Lokalen im Bergischen Land, die eine Kaffeetafel anbieten, gehört das Ausflugslokal
Haus Zillertal in Wuppertal. Dort gehört sie zum festen Angebot und wird bereits ab einer Person serviert. Für Gruppen empfiehlt sich eine Vorreservierung. Zu den weiteren Spezialitäten der Region gehören Wildgerichte, die im
Schwarzenberger Hof angeboten werden. Das Restaurant liegt in der Nähe der Aggertalsperre und der Genkeltalsperre. Es besitzt einen schönen Biergarten, in dem man im Sommer verweilen kann. Aber auch Sterneküche wird im Bergischen Land geboten. Das
Restaurant Sonne im Overather Ortsteil Marialinden wurde Ende 2008 mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Der Inhaber und Küchenchef Eiko Scharfenberger bietet neben einer hervorragenden Küche auch Kochkurse an.
Hotels
Das Bergische Land bietet seinen Gästen eine Vielfalt an Unterkünften von der Nobelherberge bis zum Landgasthof. Die Stadt
Bergisch Gladbach kann gleich doppelt punkten, zum einen mit dem
Grandhotel Schloss Bensberg und zum anderen mit dem
Schlosshotel Lerbach.

Beide Häuser bieten nicht nur luxuriöse Zimmer und Suiten, sondern verwöhnen ihre Gäste auch in kulinarischer Hinsicht. Das Gourmetrestaurant
Vendôme des Schlosshotel Bensberg gehört zu den besten Restaurants Deutschlands. Chefkoch Joachim Wissler hat schon im ersten Jahr einen Michelin-Stern erhalten, mittlerweile ist er mit drei Sternen ausgezeichnet. Weltweit hat es den Platz 25 erreicht. Neben der hervorragenden Küche bietet das Restaurant eine Auswahl von über 900 Weinen. Im Schlosshotel Lerbach können die Gäste die Küche des Gourmetrestaurants
Dieter Müller genießen. Nils Henkel wurde 2009, nachdem er das Restaurant von Dieter Müller übernommen hat, vom Gault Millau als Koch des Jahres ausgezeichnet. Auch dieses Restaurant ist mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet. Die Gäste können im Wintergarten mit Blick auf den Schlossgarten speisen. Wer es etwas rustikaler mag, ist in der
Altenbrücker Mühle in
Overath gut aufgehoben. Das Fachwerkgebäude bietet seinen Gästen komfortable Zimmer und im Restaurant werden Gerichte aus regionalen Produkten serviert. Zum Hotel gehört der
Golfplatz am Lüderich, weitere Sport- und Freizeitmöglichkeiten befinden sich in der Umgebung. Besuchern der Köln-Messe steht ein Shuttle-Service zur Verfügung. Inmitten des Bergischen Landes liegt das
Landhotel Olper Hof in
Kürten. Es besitzt gemütliche Einzel- Doppel und Familienzimmer und ist ein guter Startpunkt für Wanderungen. Zum Hotel gehört die "Kleine Kneipe", dort können die Gäste bei einem frisch gezapften Bier den Abend ausklingen lassen.