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Obwohl das alte Kriminalgericht erst 25 Jahre alt war, wurde am 17.4.1906 das neue Kriminalgericht eingeweiht. Der Hauptgrund war, dass die Strafabteilungen der Landgerichte unter Platzmangel litten. Als Bauplatz wurde der Platz neben dem seit 1881 existierenden Gefängnis genommen. Das Gericht hat eine 210 Meter lange Front an der Turmstrasse, an der Seite geht es über die Wilsnackerstrasse und auf der anderen Seite grenzt es an das Untersuchungsgefängnis, mit dem es durch einen unterirdischen
[mehr]Obwohl das alte Kriminalgericht erst 25 Jahre alt war, wurde am 17.4.1906 das neue Kriminalgericht eingeweiht. Der Hauptgrund war, dass die Strafabteilungen der Landgerichte unter Platzmangel litten. Als Bauplatz wurde der Platz neben dem seit 1881 existierenden Gefängnis genommen. Das Gericht hat eine 210 Meter lange Front an der Turmstrasse, an der Seite geht es über die Wilsnackerstrasse und auf der anderen Seite grenzt es an das Untersuchungsgefängnis, mit dem es durch einen unterirdischen Gang verbunden ist. Insgesamt gibt es 21 Gerichtssäle, davon zwei Schwurgerichtssäle, 13 Strafkammern und sechs Schöffengerichtssäle. Direkt über dem Haupteingang befinden sich die beiden Schwurgerichtsäle, in denen die Podien halbkreisförmig angeordnet sind. Die Schwurgerichtssäle sind über sieben Meter hoch und haben Zugangstreppen für die Zuschauer, sowie verschiedene Beratungszimmer für Richter und Verteidiger.
Jeder Richter hat außerdem sein eigenes Richterzimmer. Verteidiger die das Haus öfter betreten erhalten ihr eigenes Zimmer, dass sie in der Regel mit zwei bis drei Kollegen teilen, hier können sie die Pausen verbringen, oder sich umziehen. Nachdem der Gefangene durch den unterirdischen Gang vom Gefängnis in das Gerichtsgebäude gelangt ist, wird er durch überdachte Verbindungsgänge zum Gerichtssaal geführt. Dies dient nicht nur der Sicherheit zwecks Ausbruchsversuch, sondern auch der Abschirmung gegenüber Zeugen, anderen Angeklagten und der Presse.
Wenn man das Gericht vom Haupteingang aus betritt, kommt man zuerst in eine Art Schleuse. Die 2.Tür öffnet erst wenn die 1. geschlossen ist. Dann steht man in einem grossen 29 Meter hohen und 27 Meter breiten Saal mit einer dominanten Freitreppe, vielen Gängen und Innenbalkonen. Die "Walmgewölbe" werden von 12 gewaltigen Pfeilern getragen. Überall sind verschiedene Figuren aus den Themenbereichen Religion, Gerechtigkeit, Streit, Frieden, Lüge und Wahrheit angebracht. Der grosse Saal ist erst durch eine Art Zaun begrenzt. Durch das Türchen bekommt man nur Einlass wenn man eine Ladung oder einen sonstigen Grund vorweisen kann. Danach steht man vor zwei Türdetektoren die an den Flughafen erinnern. Bevor man diese betreten darf, muß man Handys, Nagelpfeilen und -scheren, aber auch Haarsprays und ähnliches abgeben. Diese Sachen werden verwahrt. Dann wird man abgetastet und darf den Detektor betreten. Danach kann man sich dann an den Portier wenden, der einem hilft den Saal zu finden. Das Gebäude ist sehr verwinkelt, es hat 17 Treppenhäuser und Treppen, 12 Höfe und unendlich viele Gänge.
Das Gerichtsgebäude ist architektonisch äußerst interessant, täglich finden Gerichtsverhandlungen statt die für Zuschauer zugelassen sind. Vor jedem Gerichtssaal findet man eine Auflistung wann welche Verhandlung gegen wen stattfindet und welches das Delikt ist.
Zahlen:
Von 1500 Menschen die hier arbeiten sind
270 Richter
80 Rechtspfleger
350 Staatsanwälte
Jedes Jahr werden ca. 1300 Personen aus 80 Nationen angeklagt und in Untersuchungshaft verwahrt, dazu kommen jährlich 60.000 Strafverfahren wo die angeklagten nicht in Untersuchungshaft genommen werden. Dazu kommen nochmals 100.000 Geschäftsvorfälle wie Strafbefehle und ähnliches und dazu nochmals 24.000 Bussgeldsachen.
Anfahrt:
U9 bis U-Bahnhof Turmstrasse, mittlere Treppe hochgehen, ein paar Meter neben dem Treppenausgang befindet sich eine Bushaltestelle, Bus 187 nehmen und die 2.Haltestelle "Gerichte Moabit" aussteigen
Es gibt keine Parkplätze in der Nähe des Gerichtes
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