Bewertung von kikilotta im Detail
Wie jeder Berlintourist wollten auch wir uns den Reichstag ansehen, schließlich wurde diese Kuppel ja durch die Medien so hoch gelobt. Bei einer Bustour konnten wir jedoch am Karfreitag die laaaaaaange Warteschlange sehen und beschlossen, den Reichstag lieber an einem anderen Tag aufzusuchen. Dieser sollte dann schließlich der Ostersonntag sein, unser letzter Tag in Berlin!
LAGE
Wer den Reichstag in Berlin nicht findet, ist wahrscheinlich hoffnungslos verloren. Zahlreiche Autoschilder, Bus-und Bahnhinweisschilder und auch Schilder für Fußgänger und Radfahrer weisen den Weg direkt dorthin.
Über die S-Bahnstationen unter den Linden, Potsdamer Platz oder Tiergarten ist der Reichstag in 5 Minuten Fußweg zu erreichen. Aber auch mit der U-Bahn oder dem Bus ist der Reichstag günstig gelegen. Alle Hop-on-hop-off Bustouren fahren diese Station an.
FAKTEN, ZAHLEN, INFORMATIONEN
Mit Berlin als Hauptstadt wurde 1871 der Bau dieses Gebäudes beschlossen.
Das Reichstagsgebäude wurde bereits 1884 errichtet und 10 Jahre später fertig gestellt. Paul Wallot lieferte die Pläne dazu. Zahlreiche geschichtsträchtige Entscheidungen wurden hier gefällt, wichtige Verkündigungen von hier aus getätigt. Hier nur ein paar Eckdaten:
1918 Ausruf der Republik
27.2.1933 Reichstag in Flammen.
Umbau des Gebäudes, unter anderem war hier die gynäkologische Station der Charite untergebracht.
1945 Einnahme des Gebäudes durch die Russen.
1954 Sprengung der Kuppel aufgrund der Statik.
1958-1971 Wiederaufbau; Zerstörung der Stuckarbeiten und historischen Innenarchitektur.
Seit 1994 finden hier wieder die Wahl des deutschen Bundespräsidenten statt.
Im Juni 1995 verhüllten Christo und Jean Claude den Reichstag und inszenierten das größte Kunstspektakel in Berlin.
Im Mai 1999 wurde die gläserne Kuppel eröffnet.
Der Reichstag misst 137 m in seiner Länge und ist 104m breit. Die vier Sandsteintürme sind 46 m hoch und werden von der gläsernen Kuppel überragt. Von dieser hat der Besucher einen guten Blick über die Dächer von Berlin. Die Kuppel ragt 75 m in den Himmel hinauf.
DER REICHSTAG ZU OSTERN
Vergleicht man zahlreiche Berichte aus den Medien, so sticht bei unserem Besuch nicht die Glaskuppel sondern eher die lange Warteschlange ins Auge, die sich über den Platz am Reichstag erstreckt. Man spricht von 2 Stunden Wartezeit am Ende dieser Schlange, wir hoffen auf Regenwetter und weniger standfeste Vorgänger, so dass wir doch noch in kürzerer Zeit in den Reichstag gelangen können. Nach 1 Stunde und 15 Minuten sind auch wir dran.
Schuld an der langen Warteschlange ist die flughafenähnliche Sicherheitskontrolle. Alle 15 Minuten werden so viele Menschen in den Vorraum gelassen, wie die Schleuse fassen kann. Anschließend geht es einzeln, nachdem alle metallenen Gegenstände in Körbe verstaut wurden, durch den Metalldetektor. Wer an diesem Tag noch keinen engen Körperkontakt hatte, wird spätestens an dieser Stelle abgetastet. Voll durchleuchtet und betastet ist der Weg zum Fahrstuhl nun frei und es geht hoch zur Glaskuppel bzw. Dachterrasse. Da gerade eine regenfreie Zeit ist, mache ich einen kurzen Rundgang über die Dachterrasse und schieße ein paar Fotos von den Dächern von Berlin.
Mir persönlich fällt dabei das Ensemble rings um das Brandenburger Tor auf. Das Hotel Adlon ist noch ok und passt irgendwie auch optisch ganz gut dorthin, schließlich wurde auch dieses erst nach der Wende wieder errichtet. Aber dahinter ist das moderne Gewölbe der Akademie der Künste zu sehen, welches irgendwie das Brandenburger Tor nur noch winzig erscheinen lässt. Schade, dass ein solches Bauwerk so eingeengt wurde!
Von der Dachterrasse auch habe ich auch einen guten Blick zum neuen Bahnhof, dem Lehter Bahnhof, der in diesem Jahr noch eröffnet wird. Vergleiche ich die Originalaussicht mit dem auf dem Prospekt Ausblicke, so muß ich feststellen, dass wir bessere Sicht haben als auf dem Prospekt. So kann ich auch die Gedächtniskirche und den Funkturm ausmachen, welche auf dem Papier nicht sichtbar sind.
Im Inneren der gläsernen Kuppel, die nach den Entwürfen von Sir Norman Foster entstanden ist, befindet sich auf der unteren Ebene eine kleine Fotodokumentation von der Geschichte des Reichstages. Es lohnt sich diese einmal durchzugehen.
Nun geht es spiralförmig hinauf und immer höher. In der Mitte der Kuppel befindet sich eine trichterartige Verspiegelung, die ein paar neckische Fotospielchen ohne Selbstauslöser zulassen.
Die Kuppel ist nach oben hin offen, bei unserem Regentag tröpfelte es zwischendurch einmal hinein. Auf der oberen Etage befinden sich Sitzmöglichkeiten, die jedoch auch ganz gerne von den Tauben aufgesucht werden.
Der Abgang erfolgt auf der anderen Seite, so dass es auf den Auf-und Abgängen keinen Gegenverkehr gibt.
ÖFFNUNGSZEITEN
Der Reichstag bzw. die Kuppel und Dachterrasse sind täglich von 8-22 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt ist kostenlos, aber recht zeitaufwendig, da die Sicherheitskontrolle zu bewältigen ist.
Der Plenarsaal kann nach vorheriger Anmeldung auch besichtigt werden.
KOMMENTAR
Mir persönlich war es die Wartezeit wert, mal Berlin von oben anzusehen. Ok, wir haben ca. 1,5 Stunden auf der Kuppel verbracht, auch wenn wir Berlin nicht so gut kennen wie vielleicht die Einheimischen. Ich habe die Farbenspiele bei den arg wechselhaften Wetter sehr genossen und hatte keinerlei Probleme mit meiner Höhenangst. Der spiralförmige Aufgang hat ein sehr robustes Geländer und ist breit genug;))
Reichstag10
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Architektur
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Zustand
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Historische Bedeutung