AFFBerlin(46)
Berlin, Deutschland98%
Vor ein paar Monaten hatte ich erstmals etwas von einer geplanten Modellbahn-Schauanlage im Herzen Berlins gehört. Erste Infos kamen faszinierenderweise von der Konkurrenz, sprich dem Miniatur-Wunderland in Hamburg, mit dem sich die hier aufgebaute Anlage im Vergleich auch messen muss. Die neue Anlage wurde am 18. September 2004 erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und in der nun folgenden Zeit mehr schlecht als recht beworben. Zwar gab es einige wenige Informationen in den regionalen Radiosendern, doch irgendwie gelangten bis vor etwa zwei Wochen so gut wie keine brauchbaren Informationen an meine Ohren. Nun flatterte genau zu dieser Zeit das aktuelle Scheckheft der Berliner Elektrizitätswerke (Bewag) ins Haus und hierin fand sich auch ein Scheck, der den vergünstigten Besuch der LOXX Miniatur Welten Berlin, so der wenig sagende Name der neuen Modellbahnanlage im Maßstab HO (1:87), gestatten sollte.
Mein Schatz plante nun ohne mein Wissen für den 8. November 2004 einen Besuch, musste diesen aufgrund einer Grippe aber zunächst aufschieben. Am Mittwoch danach griff sie ihre Idee erneut auf und wir fuhren zunächst hatte ich noch keine Ahnung wo es hingehen sollte zusammen mit ihrer Mutter in Richtung City-West (Kurfürstendamm). Zwischenzeitlich hatte ich das Ziel allerdings erraten und suchte nun in der Meinekestraße, zunächst einen Parkplatz. Diesen fand ich dann schließlich in dem von der Lietzenburger Straße in entgegengesetzter Richtung führenden Ast der Straße. Allerdings musste ich noch einen Parkschein ziehen, da dieser Bereich der City-West zu einen Parkraum bewirtschafteten Gebiet gehört.
Nun erst einmal ein paar allgemeine Infos.
Lage und Anfahrt
Die LOXX-Miniatur Welten befinden sich im Untergeschoss des Hauses Meinekestraße 24. Die Ausstellung ist in der Berliner City West (Kurfürstendamm und Umgebung) gelegen und am Besten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Nur ein paar hundert Meter entfernt befindet sich der Kurfürstendamm, auf dem die Buslinien 110,119, 149 und 249 fahren und an der Ecke Kurfürstendamm Joachimstaler Str. halten. Hier liegt auch der U-Bahnhof Kurfürstendamm, der von den Linien U15 und U9 angefahren wird. Zwei Ecken weiter liegt der Bahnhof Zoologischer Garten, wo Anschluss an die S-Bahn und den Fernverkehr der Deutschen Bahn besteht. Wir haben die Fahrt mit dem Auto gewagt, was natürlich auch möglich, bei dem gut ausgebauten Nahverkehrsnetz Berlins aber eigentlich nicht erforderlich ist. Am besten erreicht man die Meinekestraße über den Kurfürstendamm oder die Lietzenburger Straße. Stadtunkundigen ist es zu empfehlen, über die Stadtautobahn A100 zu fahren und diese an der Ausfahrt Kurfürstendamm zu verlassen. Dann einfach in Richtung Zentrum dem Kurfürstendamm folgen. Die Meinekestraße geht dann kurz vor dem Kranzlereck rechts rein. Wer sich etwas besser auskennt und von Süden kommt, kann die A100 auch schon an der Ausfahrt Detmolder Straße verlassen und fährt dann am Heidelberger Platz rechts und dann über Uhlandstraße immer geradeaus bis zur Lietzenburger Straße. Dort dann rechts und dann die zweite Straße wieder links.
Parken
Gleich nebenan (Meinekestr. 19) befindet sich ein großes Parkhaus, in dem man für 1,50 pro Stunde parken kann. Das Parken auf der Straße ist auch möglich und kostet 50 Cent pro halbe Stunde.
Zugang
Über dem Eingang zur Meineke-Passage (Hausnummer 24) weist ein großes Schild auf die Ausstellung hin. Auch im Inneren ist der Weg gut ausgeschildert. Pfeile auf dem Boden und entsprechende Schilder machen ein Verfehlen nahezu ausgeschossen.
So gelangten wir recht schnell und umkompliziert zur Kasse. Wer vorher durch die gewölbte Glaskuppel in den Keller schaut, kann hier übrigens schon einmal einen kleinen und kostenlosen Blick auf die Anlage erhaschen. Allerdings nur, sofern unten nicht gerade die Nacht simuliert wird, da dann ein Lichtschutz vorgefahren wird.
Öffnungszeiten
Geöffnet ist an 365 Tagen im Jahr jeweils von 10 bis 18 Uhr. Entgegen allen Prospekten werden im November allerdings Montags bereits um 15 Uhr die Pforten geschlossen. Sonderöffnungszeiten sind ggf. der LOXX-Homepage zu entnehmen.
Kasse und Preise
Wir standen nun vor dem zu den LOXX Miniatur Welten gehörenden Shop, an dessen Eingang ein rollbarer Holztresen als Kasse für die Modellbahnausstellung fungiert. Eine freundliche Mitarbeiterin verkaufte uns drei Eintrittskarten zum ADAC-Vorteilspreis für 6,- das Stück. Normalerweise kosten Erwachsene 7,50 (Gruppe ab 10 Personen 6,50 pro Person). Also ADAC-Mitgliedkarte nicht vergessen. Es lohnt sich. Kinder zwischen 9 und 14 Jahren kosten 4,- (Gruppe ab 10 Kindern: 3,- pro Kind), noch jüngere Besucher sind frei. Behinderte (90%) zahlen 3,- .
Es gibt auch persönliche Jahreskarten, die für 70,- (Erwachsene) bzw. 35,- (Kinder) erhältlich sind.
Die Erwachsenen-Eintrittskart en enthalten einen Gutschein zur Ermäßigung des nächsten Besuchs bis zum 31.12.2004 um 1,- . Leider ist dieser Gutschein etwas irreführend, da der Wert nicht drauf steht. Die Info ist allerdings dem Internet zu entnehmen.
Raumaufteilung
Nun konnten wir die Treppe hinab steigen und landeten in einem Raum mit etwa 2400 qm Fläche. Auch ein gläserner Fahrstuhl führt nach unten. Der Raum ist in verschiedene Bereiche untergliedert. Rechts von der Treppe befinden sich die Miniatur Welten. Linker Hand stehen mehrere Tische, auf denen öffentlich von den Mitarbeitern Modelle gebastelt werden. Rechts daneben befindet sich das Bistro. Geradezu etwas rechts sehen wir ein großes Steuerpult mit diversen Monitoren und rechts daneben die Zugänge zu den Toiletten. Oben im Erdgeschoss befinden sich der Shop und die Behinderten-Toilette.
Die Anlage
Der Raum wird von einer großen 560 qm großen Anlage gefüllt. Am rechten Rand befinden sich abgedeckte Flächen, die für die nächsten vorgesehenen Ausbaustufen vorgesehen sind. Aber erst einmal zum fertigen Teil der Anlage.
Die Anlage ist rundherum mit einem Geländer versehen, das an einigen Stellen Trittstufen für Kinder aufweist und im oberen Teil durchsichtig ist. Die Eltern haben, sofern noch einer vorhanden ist, die Möglichkeit, sich einen der bereitstehenden Tritte (Trittleiter mit wenigen Stufen) mit auf die Besichtigungstour zu nehmen. Ich persönlich fände eine durchgehende Trittstufe sinnvoller, da ein herumstehender Tritt doch einige Gefahren für die anderen Besucher mit sich bringt. Gerade wenn es voll ist, kann man einen solchen doch leicht übersehen. Aber an unserem Besuchstag war es nicht besonders voll. Alle Stellen waren gut erreichbar und die anderen Besucher störten so gut wie überhaupt nicht.
Die Anlage beginnt direkt hinter dem Geländer und die Besucher werden bereits auf der Eintrittskarte gebeten, nicht über dieses Geländer zu greifen. Wir begannen nun mit unserem Rundgang im Gegenuhrzeigersinn an der Stelle, wo wir die Treppe heruntergekommen waren. Die Anlage zeigt dabei diverse Berliner Großbauten. Der erste Blick fällt auf das Bahnhofsgebäude des Ostbahnhofs mit dem Intercity-Hotel. Alles ist recht großflächig dargestellt und wirkt schon recht beeindruckend. Allerdings auch etwas ausgestorben, da sich gerade mal ein paar 100 Menschen hier herumtreiben. Leider wirken viele Häuser das gilt übrigens für viele der verwendeten Bausätze, die nicht abgewandelt wurden - wie auf Flohmärkten oder sonst wo erstanden. Zeigen sie doch unzählige Klebestellen und Unsauberkeiten.
Weiter geht es über eine Brücke für Rollstuhlfahrer nicht geeignet, da Stufen vorhanden sind. Von hier besteht ein schöner Überblick auf die Ausmaße der Anlage und auch einen Abschnitt der Güteranlagen von Berlin-Rummelsburg, wo sich die Anlage noch im Rohbau dem Besucher präsentiert. Die Brücke überquert dabei die Verbindungsstrecke, die zum geplanten 2. Bauabschnitt führen soll. Der Unterbau für diesen ist auch schon vorhanden, nur wenig erfreulich leider abgedeckt. Unser Weg führt nun weiter in den Phantasiebereich. Hier befindet sich eine Kaserne, ein großer Bahnhof mit Personen- und Güterverkehr, Hafenanlagen und ein Steinbruch. Danach endet die Anlage und der Besucher muss nun weiter nach rechts gehen. Geradezu sind weitere in Bau befindliche Anlagenteile, die aber noch nicht zum Besten geben, was hier einmal entstehen wird.
In der Mitte der Anlage befindet sich ein großer Berg, der Platz für die Schattenbahnhöfe, d.h. die Gleise bietet, auf denen die nicht auf der Platte befindlichen Züge auf ihren nächsten Einsatz warten. Durch die kurz offen gelassene Tür konnte ich einen Blick auf die verborgenen Gleisanlagen erhaschen.
In der nun folgenden Ecke gegenüber der großen Anlage zeigt sich bereits ein Verkehrsflughafen, auf dem einmal die Flugzeuge richtig starten und Landen sollen. Die Konstruktion der Verlängerung der Einflugschneise wirkt recht vergnüglich und die Vorstellung, dass hier einmal funktionsfähiger Flugbetrieb möglich sein soll, fällt etwas schwer. Auf dem Flughafen ist vor einem Hangar bereits ein Airbus A380-800 abgestellt. Hier ist LOXX dem Original noch etwas voraus. Von der im Prospekt abgebildeten A321 fehlt allerdings jede Spur. Ist sie weggeflogen und hat den Rückweg nicht gefunden?
Nun weiter auf der großen Anlage. Nach dem nächsten Abbiegen sehen wir den Bahnhof Zoologischer Garten mit seinem Vorplatz und dem nahe gelegenen Zoo. Dem Bahnhof fehlt noch das Dach und dem Vorplatz die Zugangsgebäude zur U-Bahn, die aber zu den vorgesehen nächsten Projekten gehören. Im Zoo hat man versucht, das Giraffenhaus naturgetreu nachzubilden. Dennoch wirken die Gehege teilweise etwas gequetscht und befinden sich irgendwie an der falschen Stelle. Schade auch, dass das wirklich hübsche Elefantentor und das Gebäude des Berliner Aquariums nirgends zu finden sind. Irgendwie doch zwei wichtige Teile, die unseren Berliner Zoo noch sehenswerter machen würden. Hinter dem Bahnhof sind die Anlagen des Autobushafens in der Hertzallee nachgebildet. Das erinnert mich schmerzlich an einen Strafzettel wegen Falschparkens, den ich mir vor einiger Zeit dort unwissend eingehandelt hatte. Der Berg im Hintergrund wirkt allerdings irgendwie nicht besonders passend.
Vorbei geht es an einer Schleuse im Landwehrkanal, deren mit Gießharz modelliertes Wasser irgendwie bei weitem nicht an die Wassernachbildungen des Hamburger Miniatur-Wunderlandes herankommt. Vorbei an einer angeblich typischen Berliner Vorortsiedlung und der im Hintergrund aufgestellten Schwarzwaldklinik.
Der nun folgende Wasserturm kam mir gleich bekannt vor. Gehört er doch wie die Bahnbauten zum Bahnhof Ostkreuz, der gut zu erkennen ist und auch recht natürlich wirkt.
Nun kamen wir in einen Bereich, in dem es von großen und bekannten Gebäuden nur so wimmelt. Der Reichstag ist klar zu identifizieren und wirkt schon recht imposant. Allerdings hatten wir die Kuppel doch irgendwie rund und nicht eiförmig und zudem oben offen in Erinnerung. Eine Mitarbeiterin probierte hier auf dem Vorplatz gerade aus, wie ein Getränkewagen neben der Bühne hier aussehen würde. Wie aus Gesprächen der Mitarbeiter, die hier irgendwie mehr schienen, als Besucher, herauszuhören war, soll das Dach der Bühne noch mit dem LOXX-Schriftzug versehen werden. Und das, obwohl wir den Anteil an Eigenwerbung auf der Anlage schon jetzt als recht hoch empfanden. Viele Personen stehen hier und horchen dem Programm. Direkt neben dem Reichstag erblicken wir ein Modell des Brandenburger Tores. Die Position zum Reichstag könnte sogar hinkommen.
Kurz danach hat die Anlage einen kleinen Einschnitt. Mit reichlich Illumination zeigt sich der Luna-Park, ein Rummelplatz. Hier gibt es im Gegensatz zum Rest der Anlage einmal Druckknöpfe, die die einzelnen Karussells starten sollen. Allerdings scheinen noch nicht alle betriebsfähig. So leuchten der Break Dancer, der Freifall Turm im Dunkeln weit über die Anlage erkennbar - und die Wildwasserbahn (Piraten Insel) zwar recht nett, an Funktionsfähigkeit mangelt es aber leider. Die Wildwasserbahn, die vom Hersteller mit zwei Pumpen und zwei Motoren zum Hochbringen der Baumstämme ausgestattet ist, enthält nicht einmal Wasser. So kann sie wohl auch kaum funktionieren.
Direkt dahinter erhebt sich das wohl höchste Bauwerk der LOXX Miniatur Welten und auch das höchste Berlins: Der Fernsehturm am Alexanderplatz oder auch Telespargel, wie er liebevoll genannt wird. In unmittelbarer Nähe sehen wir die Bahnhöfe Hackescher Markt und Alexanderplatz, das Rote Rathaus mit seinen Passagen und den Cubix Ufa Palast. Dahinter erhebt sich das ParkInn-Hotel.
Die letzte Ecke bevor wir wieder am Ausgangspunkt unserer kleinen Wanderung angekommen waren, erblickten wir den Bahnhof Jannowitzbrücke und dahinter die sogenannten Bügeleisen-Häuser und eine große Autowaschanlage. Hier hat auch ein Zirkus seine Zelte aufgeschlagen und hier drehen auch einige Busse und Lastkraftwagen ihre Runden. Das Faller-Car-System bildete auch hier wieder die Grundlage für den Fahrbetrieb. Allerdings hätte ich als Berliner nun auch erwartet, das wenigstens ein BVG-Bus und nicht ein Reisebus die Haltestelle anfährt. Besser noch ein Doppeldecker.
Seit Anfang November ist nun auch eine Tag-Nacht-Schaltung in Betrieb, die die Anlage mehrfach pro Stunde in totale Dunkelheit taucht und bei der die Beleuchtung der Gebäude, Fahrzeuge und Ausstattungsdetails richtig zur Geltung kommt. Die Schaltung wirkte an unserem Besuchstag noch etwas abgehackt und der Lichtwechsel erfolgte nicht besonders flüssig.
Die Fahrzeuge
Neben den erwähnten Straßenfahrzeugen drehen alle Arten von Zügen ihre Runden. Neben Fern- und Regionalzügen erblicken wir auch die für Berlin typischen S-Bahnen. Insgesamt sollen etwa 400 Züge in Betrieb sein. Eingesetzt wird 2-Leiter-Gleichstrom-Mate rial insbesondere der Firmen Fleischmann, Roco und Piko. Straßenbahnschienen sind auch schon vorhanden, nur leider sind die zugehörigen Fahrzeuge weder im Stehen noch im Fahren zu sehen. Sie gehören wie viele andere Ausstattungsdetails zu den in Vorbereitung oder Planung befindlichen Projekten. Auf der Anlage sollen zudem über 4000 feste Autos aufgesellt worden sein. Allerdings herrscht bei den PKW-Modellen nicht immer große Typenvielfalt vor. Wie sonst ließe es sich erklären, das auf manchen Parkplätzen mehrere gleiche Fahrzeugtypen nicht gerade weit auseinander stehen oder sich häufig wiederholen?
Projekte und geplante Ausbaustufen
Hier gibt es viel zu erwähnen, sehen wir doch im Großen und Ganzen eine im Bau befindliche Anlage.
So ist der erste Bauabschnitt noch lange nicht abgeschlossen. Der Bahnhof Rummelsburg strebt seiner Vervollständigung entgegen. Damit verschwindet dann hoffentlich auch die letzte im Rohbau befindliche Stelle. Dem Bahnhof Zoologischer Garten fehlt noch sein Dach und der Vorplatz wirkt ohne die markanten U-Bahn-Eingänge irgendwie etwas sehr ungewohnt. Und der in natura doch ziemlich belebte Platz wirkt irgendwie etwas ausgestorben. Die wenigen Figuren derzeit laut Prospekt etwa 11000 - sollten schleunigst noch um weitere in größerer Anzahl ergänzt werden. Dies gilt auch für einen Großteil der restlichen Anlage. Auf dem Alexanderplatz fehlt auch noch so einiges. So ist die bekannte Weltzeituhr noch nicht fertiggestellt und auch der Saturn ist noch nicht da. Ampeln sucht man auf der Anlage bisher ebenfalls vergeblich. Durch sie soll aber der bewegende Straßenverkehr ausgebaut werden. Somit heißt es auch hier warten. Aber wer weiter sucht findet bestimmt noch mehr, was unbedingt gemacht werden müsste.
Geplant sind derzeit sechs Bauabschnitte. Der erste und größte (560 qm) ist wohl noch lange nicht abgeschlossen. Abschnitt 2 (400 qm) soll aber bereits in 2005 begonnen werden. Hier hat sich LOXX aber hohe Ziele gesetzt. Mitte 2005 sollen dann noch einmal 100 qm bebaut werden und die Bauabschnitte 4 bis 6, die 2006 in Angriff genommen werden sollen, werden die Anlagenfläche dann noch einmal um 600 qm auf dann 1660 qm erweitern.
Bauecke
An mehreren Tischen kann man den Mitarbeitern beim Zusammenbau und Schaffen ihrer Modelle über die Schulter oder besser auf den Tisch schauen. Die Ecke ist nur durch Absperrband vom Rest des Raumes getrennt und wirkt ziemlich provisorisch.
Steuerzentrale
Die Steuerzentrale zeigt auf 45 Monitoren die Aufnahmen der insgesamt 82 vorhandenen auf der Anlage verstreuten und teilweise zu gut sichtbaren Videokameras. Andere sind da schon etwas besser (z.B. in einem Stellwerk) getarnt. Drei Mitarbeiter verfolgen auf 19 Computer-Monitoren ständig den Lauf der 30 Computer, die über 41000 m Daten- und Videoleitung mit wichtigen Informationen versorgt werden. Allein 104000 m Stromleitung sollen installiert sein und 2 x 100 Ampere stehen zur Stromversorgung zur Verfügung.
Bistro
Das Bistro wirkt recht nett und die freundliche Bedienung ist bemüht, die Wünsche der Gäste gut zu erfüllen. Das gelingt ihr auch und beim Abräumen werden die Tische auch gleich mit abgewischt. Eine Tasse Kaffee gibt es hier für 1,50 . Ein Kännchen kostet 2,- . Softdrinks (Coca Cola, Fanta, Sprite etc.) gibt es für 1,50 (0,2 l) bzw. 2,50 (0,4 l). Ein Berliner Pilsener (0,3 l) wird für 2,- gezapft. Für ein Weizen (hell oder dunkel 0,5 l) müssen 3,- hingelegt werden. Wiener Würstchen mit Brot, Donuts, Brownies, Muffins und diverse Süßigkeiten gibt es für 1,- . Kuchen steht am Büfett für 1,50 bereit. Auch Kombinationsangebote stehen auf der kleinen Karte. So gibt es ein Stück Kuchen mit einer Tasse Kaffee für 2,50 und ein Würstchen mit einem 0,2 l Softdrink für 2,- .
Sanitäre Anlagen
Die sanitären Anlagen auf der Anlagenebene (Untergeschoss) sind modern und funktionell ausgestattet und recht sauber. Zwei mal am Tag werden die Toilettenanlagen gereinigt und die Zeitdauer auf einem an der Wand hängenden Zettel dokumentiert. Im Untergeschoss finden sich die normalen Toiletten. Die Behindertentoilette im Erdgeschoss ist mit dem gläsernen Fahrstuhl erreichbar.
Shop
Im Erdgeschoss bei der Kasse befindet sich der Eingang zum Shop. Hier gibt es alles Mögliche aus dem Bereich der Modelleisenbahn. Neben Neuware zu handelsüblichen Preisen werden auch vormontierte Bausätze angeboten. Auch hier gibt es Häuschen, die vor Klebstoff nur so trotzen. Und das an Stellen, wo er eigentlich nicht hingehört. Das Angebot erstreckt sich hauptsächlich auf den HO-Maßstab (1:87) in dem die Anlage auch erstellt ist. LOXX-Werbeartikel habe ich keine entdecken können.
Behinderte
Die Meineke-Passage selbst ist ebenerdig und ermöglicht den Besuch mit dem Rollstuhl, ohne fremde Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen. Kasse und Behindertentoilette liegen im Erdgeschoss, während die Anlage mit dem Fahrstuhl erreichbar ist. Mit Ausnahme der Übergangsbrücke zum zweiten Bauabschnitt ist alles behindertengerecht gestaltet. Es können allerdings schon mal ein paar Tritte im Weg stehen, die von unaufmerksamen Eltern gedankenlos stehen gelassen wurden. Da das Geländer im oberen Teil verglast ist, sollte eine ausreichende Sicht auf die Anlage gegeben sein.
Die Homepage
Weitere und aktuelle Informationen und einige weitere Fotos sind auf der LOXX-Homepage zu finden (URL siehe unter wichtige Informationen). Hier lässt sich auch ein Übersichtsplan in verschiedenen Größen betrachten und bei Bedarf ausdrucken und es wird auch eine Anfahrtsskizze angeboten. Ein Blick auf die Seite kann schon mal für etwas Vorfreude sorgen.
Fazit
Vieles habe ich nun geschildert und einiges kam dabei wohl recht gut heraus, anderes weniger. Der Besucher bekommt für 7,50 eine Anlage geboten, die nach rund neun Monaten Bauzeit noch lange nicht vollständig ist und für die ich den normalen Eintrittspreis recht happig finde. Beim Miniatur-Wunderland in Hamburg war die Anlage im ersten Bauabschnitt bereits zur Eröffnung nahezu fertig, so dass hier weitaus mehr fürs Eintrittsgeld geboten wurde. Die dort in Liebe zum Detail wiederzuerkennende Professionalität ist hier in Berlin leider irgendwie noch gar nicht zu entdecken. Nur wenige kleine und ideenreiche Szenen sind zu finden. Andere wirken sogar ziemlich lieblos zusammengewürfelt. Gerade diese kleinen Szenarien machen aber den Reiz einer solchen Anlage aus. Der Besucher muss immer wieder etwas neues entdecken. Und das ist hier leider irgendwie noch nicht der Fall. Wenn es das mal sein sollte, kann ich ja meine nachfolgende Bewertung noch einmal überdenken. Auch der Hinweis im Prospekt, das der Zuschauer den Aufbau verfolgen kann, kann ich hier nicht gelten lassen. Das funktioniert nur, wenn eine Anlage wenigstens im wesentlichen fertig ist. Dazu gehören aber zumindest Ampeln und mehr Bevölkerung. Auch der Zoo wirkt irgendwie einfach nur hingestellt. Das Auge für blickfangende Szenen fehlt den Erbauern offenbar noch. Die lasergefertigten Berliner Bauten sind zwar im großen und ganzen gelungen, dennoch kann mich die Anlage noch nicht überzeugen. LOXX wirbt damit, die größte PHS Modellanlage im HO-Maßstab zu sein. Wofür PHS hier aber steht, konnte ich im Internet und auch auf der Homepage des Ausstellers selbst leider nicht klären. Um eine der größten digital gesteuerten Modellbahnanlagen der Welt scheint es sich auch tatsächlich zu handeln, leider aber auch um eine der größten Baustellen. Abzüge muss ich deshalb wegen des für eine Baustelle recht hohen Eintrittspreises vornehmen. Die nicht durchgehenden Stufen rund um die Anlage, die es kleinen Kindern ermöglichen würden, ohne die transportablen Tritte an allen Stellen der Anlage auch was zu sehen, und die zwar gut gedachten aber für andere gefährlichen Tritte wie leicht kann man dagegen laufen und sich weh tun - selbst bringen weitere Abzüge. Gefährlich scheinen mir die Tritte insbesondere, wenn es mal wirklich voll ist, was an den Wochenenden wohl normal sein soll. Und auch, wenn es mal wieder Nacht auf der Anlage ist. Für Kinder gibt es nur sehr wenigevon diesen selbst auslösbare Funktionalitäten (eigentlich nur am Rummelplatz). Hier hat das MiWuLa klar die Nase vorn. Auch die gekürzte Montagsöffnungszeit im November die den Prospektangaben widerspricht kann ich nicht für gut heißen. Lob verdienen das Bistro und das sonstige drum herum und die Behindertenfreundlichkeit . Darüber, dass die Behindertentoilette nur über den Fahrstuhl erreichbar ist, kann ich hinwegsehen, da dieser Tatbestand bereits auf den ansonsten doch ziemlich langweilig gestalteten Eintrittskarten vermerkt ist. Auch die Nähe des Personals zum Besucher scheint recht positiv. Die Mitarbeiter scheinen allerdings nicht immer vorsichtig über die Anlage zu laufen, sonst wäre bei einer solchen Aktion nicht vor unseren Augen ein Auto zerquetscht worden und die Platte würde nicht gefährlich wackeln.
Mehr als drei Sterne sind deshalb momentan einfach nicht drin. Dennoch werde ich die Anlage im Auge behalten und ggf. nach oben korrigieren, wenn ich es verantworten kann. Der Besuch lohnt sich aber trotz dieser kleineren Schönheitsfehler..
Wichtige Informationen
Adresse
LOXX Miniatur Welten Berlin
Meinekestr. 24
10719 Berlin
Telefon: 030 44 72 30 40
Email:infoloxx-berlin.de
Homepage
http:www.loxx-berlin.de
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