Bewertung von Saphena im Detail
Saphena
Berlin, Deutschland98%
Da ich gerade in Berlin weile und gestern kreuz und quer über den Kurfürstendamm, kurz und prägnant auch Ku´damm genannt, gelaufen bin, nehme ich das zum Anlass, meine Eindrücke festzuhalten.
ERREICHBARKEIT SEHR GUT
Erreichbar ist der Ku´damm eigentlich sehr gut von egal wo man in Berlin wohnt, zieht er sich doch über eine relativ lange Strecke durch das westliche Berlin.
Im Osten geht der kurz hinter der Gedächtniskirche am Breitscheidplatz aus dem Tauentzien hervor und verläuft dann westlich bis hin zum Rathenauplatz, wo er in die Königsallee übergeht. Auf ganzer Länge gibt es zahlreiche Bus-, U-Bahn- (Kurfürstendamm U9 und U15, Adenauerplatz U7, Uhlandstrasse U15) und auch S-Bahnhaltestellen (Halensee, nahe dran ist auch Savignyplatz). Parkplätze sind auch vorhanden, in der Regel aber außer Sonntags hart umkämpft und kostenpflichtig, weshalb es angenehmer ist, mit der BVG anzureisen.
FLANIEREIGNUNG EXZELLENT!
Zum Flanieren ist der Ku´damm wirklich exzellent geeignet, egal, ob man nun den absoluten Shopping-Bummel machen möchte oder sonntags einen gemütlichen kleinen Spaziergang mit Eis oder Kaffee macht. Hier gibt es für jeden die Möglichkeiten, die er sucht. Seien es zahlreiche Cafés, Restaurants oder Bars, Kinos, Theater und vor allem jede Menge Hotels und Geschäfte. Von Bekleidung über Schuhe, Kosmetik, Friseure, Bau- und Elektromärkte, Autohäuser, Supermärkte, Einrichtungshäuser undundundwer nicht das findet was er sucht, ist vermutlich einfach nur in der falschen Ecke des Ku´damms unterwegs. Im Westen sind mehr Geschäfte des alltäglichen Bedarfs beheimatet und je weiter man Richtung Osten kommt, umso exklusiver werden die Geschäfte, bis hin zu Designern und großen Flag-Stores.
Schön ist auch das Kranzler Eck an der östlichsten Ecke direkt am Breitscheidplatz, hier findet man in unmittelbarer Nachbarschaft, große Geschäfte, Cafés und vor allem in der Mitte eine riesige Vogelvoliere. Wenn man in dem Innenhof bei schönem Wetter sitzt, scheint die Großstadt mit allem ihrem Lärm und Dreck weit weg, so idyllisch ist es mit dem Vogelgezwitschere und abgeschirmt vom Verkehr.
Aber nicht nur der Ku´damm selber bietet für jeden etwas, auch in den abführenden Strassen gibt es eine große Zahl an Geschäften, Hotels und Restaurants zu entdecken.
BUDGETFREUNDLICHKEIT JEDER WIE ER MAG
Das schöne am Ku´damm ist, man kann hier viel Geld ausgeben oder einen kostenfreien und gemütlichen Schaufensterbummel unternehmen, ganz wie man will und wie es das persönliche Budget zulässt. Und das gilt hier für alles, sei es Essen gehen oder Einkaufen, alles ist auf voller Länge in jeglicher Preisklasse vorhanden.
DA WAR NOCH WAS.EINE KURZE GESCHICHTE
Früher führte der Ku´damm durch teils sumpfiges Gelände und war nichts weiter als ein befestigter Knüppeldamm für die kaiserlichen Reiter vom Tiergarten zum Grunewald, als Verbindungsweg zwischen Stadt- und Jagdschloss. 1685 taucht der Churfürstendamm erstmals auf einer Karte auf. Dank Otto von Bismarck wurde dann aus dem Knüppelweg kein gehobenes Wohngebiet, sondern eine breite und schöne Strasse, ein Hauptspazierweg, deren Vorbild der Pariser Camps-Elysée war. Der Ausbau musste privat finanziert werden und begann 1833. Ab 1886 fuhr dann eine Dampfstrassenbahn zwischen Halensee und dem Bahnhof Zoologischer Garten, dies kann auch als die Geburtsstunde des Ku´damms als große Flaniermeile gesehen werden.
Im Kalten Krieg wurde der Ku´damm zum Symbol zwischen Ost und West, vom Osten diffamiert und für den Westen ein leuchtendes Schaufenster. 1989 feierte eine Trabbiparade die Wiedervereinigung von Ost und West, natürlich auf dem Ku´damm, dem auch die Bausünden der 60er bis 80er Jahre nichts von seinem Mythos der Prachtstrasse nehmen konnten.
MUSS MAN GESEHEN HABEN? JA!
Jeder, der in Berlin wohnt oder der die Stadt als Tourist besucht, sollte wenigstens einmal über den Ku´damm oder einen Teil der Strasse gelaufen sein und das einmalige Flair zwischen der typischen Hauptstadtarroganz, Konsum und auch den z.T weniger schönen Seiten der Strasse in sich aufgesogen haben.
Mein erster Kontakt war im Oktober 1996, nachdem ich mich an der FU Berlin eingeschrieben hatte und ich die Zeit bis zur Rückfahrt nach Hamburg totschlagen wollte. Es war ein grauer und nasser Tag und außer ein paar versprengten Pennern und Shoppern lief kaum jemand auf dem Ku´damm herum. Mir war es damals schleierhaft, warum um diese für mich irgendwie verkommene Strasse so ein TamTam gemacht wird, war ich doch die saubere Mönckebergstrasse Hamburgs gewöhnt.
Doch seit 1996 hat sich wirklich viel getan, statt Grau findet man jetzt alle möglichen Farben, immer mehr Menschen bevölkern selbst an nassen Tagen die Strasse und immer schönere Geschäfte und Cafés sind hierher gezogen. Seit damals hat der Ku´damm für mich von Jahr zu Jahr immer mehr an Attraktivität gewonnen und man kann wieder ein bisschen erahnen, was es damals in den 20er Jahren für ein beeindruckender Prachtboulevard gewesen sein muss. Und gerade dieser ein wenig gestrige Charme gemischt mit der heutigen Zeit macht für mich das besondere am Ku´damm aus, ein bisschen so wie Berlin, das sich auch immer wieder berappelt.
Kurfürstendamm10
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Flaniereignung