Bewertung von Jodie_ im Detail
Das Borchardt, ein Restaurant der gehobenen Gastronomie liegt direkt am Gendarmenmarkt gut erreichbar in der Französischen Strasse in Berlin Mitte. Das Lokal wird in der Berliner Szene als Klassiker bezeichnet und laut Presse speisen hier viele Prominente. Roland Mary soll der "oberster Schnitzel-Brater der Hauptstadt" sein, wie die Berliner Zeitung 2006 berichtete...
Geschichte
Im Jahre 1899 befand sich in dem Haus ein reines Weinlokal mit Neorenaissance- und Neobarockelementen. 1992 eröffnete Roland Mary den Gourmettempel im Stil der Gründerzeit. Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz.
Atmosphäre
Der Speiseraum des Nobelrestaurants gleicht einer Mensa. Allein die vier hohen Marmorsäulen teilen den großen Raum mit seinen hohen Stuckdecken ein wenig.
Die Tische sind allesamt sehr eng gestellt, so dass z.B. ein kleiner Tisch vorgezogen werden muss, damit der Gast dahinter Platz nehmen kann.
Gedeckt sind die Tische mit weißem Tischtuch, sowie Salz und Pfeffer, mehr passt da auch nicht drauf.
Zum Dinner ist es in dem großen Raum recht laut. Wenn viele Tische besetzt sind gleicht der Geräuschpegel einer Wartehalle.
Die Keller flitzen wirklich durch die Gänge, um die vielen Gäste zu bedienen. Eine Hektik, die einfach Filmreif ist.
Für ein romantisches Dinner zu Zweit würde ich das Restaurant daher keinesfalls empfehlen.
Service
Der Empfang im Restaurant ist auch bei vollem Betrieb freundlich. Die Kellner auch, nur haben sie wirklich wenig Zeit für den Gast. Zack zack wird die Karte aufgeklappt gereicht und die Vorspeise vom Hause auf den Tisch gestellt. Zack zack die Bestellung aufgenommen und weg ist der Keller wieder.
Die Vorspeise kommt auf den Tisch, zack wird die Vorspeise des Hauses abgeräumt, da sonst zu wenig Platz auf dem Tisch ist. Eigentlich räumt man ja erst die Vorspeise ab und serviert anschließend.
Falls man etwas nachbestellen möchte, muss man schon etwas länger nach dem Kellner schauen bis er mal Zeit hat.
Da fällt mir noch ein, beim Empfang hat der Herr vergessen zu fragen, ob ich meine Gaultierjacke abgeben möchte, daher habe ich sie einfach über die Rücklehne des Stuhles gehängt. Bei einem guten Service kommt so etwas nicht vor.
Essen und Trinken
Als Vorspeise vom Haus erhält man frisches Weißbrot, einen Klecks Butter und super grobes Salz, welches in einem durchsichtigen Miniaturgläschen mit großer Öffnung serviert wird.
Wie man dieses Salz dosieren soll, ist ein echtes Rätsel. Mehr als schütten ist nicht drin und dann erhält man einen dicken Haufen auf seinem Stückchen Weißbrot mit ganz normaler Butter. Versalzen hat man sich die Sache dann selbst!
Moderne französische und italienische Küche soll laut Presse geboten werden.
Die Speisekarte ist echt klein, so kann es Schwierigkeiten geben etwas zu finden.
Den Ziegenkäse als Vorspeise kann ich mit gutem Gewissen besonders empfehlen.
Die Tomatensuppe sah aus, wie eine Gemüsesuppe mit zwei Teigtaschen, war jedoch sehr lecker.
Als Hauptspeise gab es Spargel und als extra Beilage ein Rinderschnitzel.
Der Spargel bestand aus dicken weißen Stangen, zart waren nur die Spargelspitzen.
Das Schnitzel sah riesig groß aus und bedeckte fast den ganzen Teller.
Das Fleisch im Schnitzel musste man mit der Lupe suchen, denn die Panade überwiegte bei weitem. An den Enden des Schnitzels gab es wirklich nur noch Panade ohne Fleisch.
Was saß, war die Schnitzelbeilage, sie lag bei 12 Euro. Den Preis des dicken Spargels habe ich darüber glatt vergessen.
Die Sauce Béarnaise wurde etwas später serviert als der Hauptgang, war essbar aber nichts Besonderes.
Die Nachspeise, ein Stück Schokoladenmuse war heftig und sehr sättigend. Zu viel Mouse, zu wenig Früchte, ein paar leckere Himbeeren und die wenigen Erdbeeren noch hell statt rot gereift und fruchtig.
Die Weinkarte zeigt eine gute Auswahl, es gibt jedoch nur sehr wenige offene Weine.
Publikum
Eine Kleiderordnung ist nicht vorgeschrieben, daher zeigt sich das Publikum sehr gemischt. Zwischen frisch gewienerten schwarzen Lederschuhen sitzen bunte Turnschuhe auf den Ornamentfliesen am Boden. In diesem Lokal trifft man auf die High Society aus Politik, Wirtschaft und den Medien. So speisten hier z.B. Leonardo di Caprio, Michael Douglas, Alexandra Maria Lara und Jack Nickolson.
Preis/Leistungsverhältnis
120 Euro für ein Dinner zu zweit, da sollte nicht nur das Ambiente stimmen, sondern auch die Küche und der Service.
Der Mittagstisch wird erheblich günstiger angeboten.
Adresse:
Französische Strasse 47
10117 Berlin-Mitte
Telefon: +49(30)20387110
Öffnungszeiten
12:00 bis 1:00 Uhr Küche bis 24 Uhr
Mittagstisch: Mo. Fr. 12 bis 15 Uhr
Fazit
Ganz nettes Lokal. Man kann mal dort gewesen sein aber nicht öfters. Für ein Dinner zu Zweit gar nicht geeignet und insgesamt viel zu teuer. Zu wenig Kellner anwesend, zu laut und ein Betrieb, wie in einer Großmensa. An das Schnitzel aus einem Haufen Panade gar nicht zu denken.
Ohne Reservierung am Abend fast unmöglich einen Platz zu bekommen, ließt man überall.
Weiß der Himmel warum?
Es war rappel dicke voll, ich hatte nicht reserviert und bekam einen Platz.
Borchardt5
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Atmosphäre
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Publikum
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Küche
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Service