AFFBerlin
Berlin, Deutschland98%
Angeregt durch unsere positiven Erfahrungen im Restaurant Palamyra und die Preise wollten wir auch mal eines der beiden anderen Restaurants, die auf der mitnehmbaren Speisekarte ausgewiesen sind und mit den selben Preisen und identischem Angebot aufwarten, ausprobieren.
Zwei Tage in Folge statteten wir daraufhin in unterschiedlicher Besetzung dem La Serra einen Besuch ab und waren uns so viel will ich mal schon verraten - im nachhinein sicher, dass es mit dem Palamyra, mit dem man es recht gut vergleichen kann, nicht ganz mithalten kann.
Das La Serra, das sich vor ein paar Jahren in den Räumlichkeiten des ehemaligen Restaurants Treibhaus angesiedelt hat, hat sich nach dem überragenden Erfolg der Jubiläumspreise im Palamyra zusammen mit dem Bellissimo an dessen Niedrigpreispolitik angeschlossen und bietet diese seitdem ebenfalls auf Dauer an.
Zu den stark frequentierten Essenszeiten Abends zwischen 19.00 und 21.00 Uhr und am Wochenende - und beim Einfallen mit einer größeren Meute empfiehlt es sich im voraus einen Tisch zu reservieren. Nur dann ist sichergestellt, dass man nicht mit hungrigem Magen wieder kehrt machen muss. Was passieren kann, wenn dann tatsächlich Gäste auf einen freien Tisch warten, werde ich im folgenden noch näher beschreiben.
Der Gastraum
Das Restaurant bietet Platz für etwa 100 Gäste und wirkt aufgrund der in gelb-braun gehaltenen Wände nicht so dunkel. Hell ist es auch am Tage aufgrund der großen Fensterfronten, die irgendwie an ein Gewächshaus erinnern daher wohl der frühere Name Treibhaus und der nicht vorhandenen sonst aber wohl bei solchen Restaurants üblichen - Markisen. Dennoch ist es recht gemütlich. Die Möbel sind aus dunklem Holz, die Sitzmöbel mit einem hellgrünem Bezug auf Sitzfläche und Lehne versehen. Neben Stühlen gibt es auch Zweierbänke. Die Tischdecken sind hellgrün und auf jedem Tisch findet sich eine Kerze. Einige Tische sind immer im voraus gedeckt. Dabei werden im ganzen Restaurant einheitliche Servietten verwendet, was für einen harmonischen Gesamteindruck sorgt. Man kann sich hier durchaus wohl fühlen. Vom Gastraum gehen rechts und links zwei kleinere Nebenräume ab, die zwar ohne Türen, dafür aber mittels einem Torbogen und Säulen für die räumliche Trennung sorgen. Im mittleren Gastraum befindet sich eine Kühltheke und es gibt eine Empore, die über eine mehrstufige Treppe erreicht werden kann. Hier oben befindet sich neben einen kleineren Anzahl an Tischen ein großer Tresen in den eine Durchreiche von der Küche eingearbeitet ist. Die Bedienung muss folglich immer wieder die Treppe passieren, wenn es Gerichte ausliefert. Für kleine Kinder stehen zwei Hochstühle zur Verfügung, die bei Nichtbenutzung im rechten Nebenraum zu finden sind.
Bei unserem zweiten Besuch wurde der linke Nebenraum gerade von einer Geburtstagsgesellschaft bevölkert. Kurzfristig wurde im ganzen Restaurant das Licht einzig die Kerzen auf den Tischen blieben an - gelöscht und zwei Torten mit Wunderkerzen (oder so was ähnlichem) drauf aufgetragen. Wir fanden das Schauspiel recht imposant.
Bier- oder Sommergarten
Im Sommer können diverse Plätze im restauranteigenen Vorgarten benutzt werden. Allerdings dürfte es hier aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens auf der Buschkrugallee nicht immer leise zu gehen und die Autoabgase könnten auch rüber ziehen.
Das Personal
Die Bedienung ist südeuropäischen oder arabischen Ursprungs. Extrawünsche sind kein Problem. Änderungen in der Zusammenstellung der Gerichte konnten ohne Murren unkompliziert vorgenommen werden. Die männlichen Mitarbeiter sind bemüht, freundlich zu sein. Dennoch gelingt ihnen das nicht immer. Mit dem Organisationstalent bzw. dem Gedächtnis ist es auch nicht soweit her. So erhielten wir an unserem ersten Besuchsabend plötzlich zwei Gläser Bier geliefert, obwohl wir noch gar nichts bestellt hatten. Koordinationsprobleme hatten zu einer Verwechslung des Tisches geführt. So was kann schon mal vorkommen und wir haben es zunächst nicht weiter gewürdigt. Auch konnte Kellner, der Bestellung aufgenommen hatte, weder Getränke noch Gerichte richtig zuordnen. Da die Getränkebestellung noch nicht lange her war, als serviert wurde, hätte ich zumindest hier eine korrekte Zuordnung erwarten, zumal wir nur zu zweit bzw. dritt waren. Am zweiten Besuchstag war es dann recht voll und wir hatten gerade gezahlt, da wurde den wartenden Gästen schon laut unser Tisch zugeordnet. Und das, obwohl wir noch nicht einmal ausgetrunken hatten. Klar muss bei den Preisen der Gewinn über den Umsatz erfolgen, dennoch kann es nicht sein, dass man hier regelrecht hinauskomplimentiert wird. Wer dies vermeiden will, muss wohl die Bezahlung soweit aufschieben, bis auch das letzte Glas gelehrt ist.
Speisekarte und Auswahl
Die uns schon bekannte Speisekarte zeigt eine recht ordentliche Auswahl typischer südeuropäischer Gerichte italieneischer Ausprägung. Neben einer großen Anzahl am Hauptgerichten gibt es auch diverse Vorspeisen und mehrere Desserts. Das Angebot reicht von Nudelgerichten und verschiedenen Salaten bis zu Fleisch- und Fischgerichten unterschiedlicher Herkunft. Neben Fleischgerichten vom Rind, Schwein und Lamm stehen auch noch einige wenige Geflügelgerichte auf der Sonderkarte. Die recht große Auswahl an Fischgerichten reicht von der Seezunge über Calamari und Scampi bis zum Zander. Die Sonderkarte weist noch einmal 17 besonders empfohlene Gerichte aus. Eigentlich sollte bei dieser Auswahl jeder etwas passendes finden.
Preise
Die Preise der Hauptgerichte liegen zwischen 1,48 EUR und 6,48 EUR. Dies ist, wie ich finde, sehr günstig. Vorspeisen kosten zwischen 1,98 EUR und 3,48 EUR. So werden z.B. für 6 Weinbergschnecken 2,48 EUR aufgerufen. Die Preise der Nudelgerichte variieren zwischen 1,48 EUR und 2,48 EUR. Eine Lasagne schlägt mit 2,33 EUR zu Buche. Salate gibt es ab 1,45 EUR (Tomatensalat mit Zwiebeln). Pizzen liegen preislich zwischen 1,48 EUR und 3,48 EUR, wobei die teuerste Pizza eine Familienpizza bzw. eine Pizza Scampi ist. Für 2,98 EUR erhält man schon ein paniertes Schweineschnitzel Wiener Art mit Pommes Frites, während man für das teuerste Fleischgericht, das Rinderfilet La Serra, gerade einmal 6,48 EUR auf den Tisch legen muss. Bei den Fischgerichten geht es bei den Calamari mit 3,48 EUR los. Eine Seezunge kostet 4,98 EUR und ein Zanderfilet 5,48 EUR. Für diesen Preis ist natürlich kein Salat dazu zu erwarten. Denn irgendetwas verdienen will das Restaurant an den Gästen ja auch. Wer einen Salat möchte, kann ihn sich ja extra bestellen. Getränke sind im Preis zwar nicht reduziert, sie sind aber dennoch noch recht preisgünstig. So kostet eine 0,2 l Fassbrause oder eine Coca Cola 1,55 EUR. Ein Malzbier (0,33 l) wird für 1,80 EUR angeboten.
Als einziges der drei Restaurants wird hier auch Frühstück angeboten. So kostet ein Französisches Frühstück mit einem Croissant, Butter, Konfitüre und Früchten 1,45 EUR. Das teuerste Frühstück ist das Lachsfrühstück für 3,75 EUR. Hier ist neben Lachs, Toast, Butter, Sahnemeerrettich und Preiselbeeren sogar ein Glas Sekt im Preis enthalten. Eierspeisen sind zwischen 1,75 EUR (Omelett mit Käse und kleinem gemischten Salat) und 2,45 EUR (Omelett mit Schinken und Champignons) erhältlich. Die Getränkepreise sind morgens meist günstiger. So kostet eine Tasse Kaffee oder Tee 1,20 EUR, ein Kännchen 2,- EUR. Softdrinks sind für 1,20 EUR, Säfte für 1,30 EUR im Angebot.
Das Essen und der Geschmack
Die Portionen sind unterschiedlich groß und schwanken von Mal zu Mal etwas. Für den kleinen und mittleren Hunger sollten sie in jedem Fall ausreichend groß sein. Darüber muss man sehen und ggf. noch etwas nachordern. Bei den Preisen sollte es nicht allzu viel ausmachen, bei Bedarf noch etwas nachzubestellen. Das Essen ist zwar schmackhaft, kann aber mit dem Geschmack und der Qualität des vergleichbaren Palamyra nicht ganz mithalten. Auch das Schnitzel Bello (paniertes Schweineschnitzel mit gekochtem Formfleischvorderschinken , Sauce Bolognese und Käse überbacken mit Pommes Frites) für 4,48 EUR, was mir ansonsten recht gut schmeckt, sah hier ganz anders aus und die Sauce Bolognese konnte man suchen. Sie sah eher nach einer Tomatensauce aus und schmeckte mir auch nicht so toll, wie ich es gewöhnt bin. Zudem war das Schnitzel auch ziemlich winzig. Aus diesen Gründen bestellte ich mir am zweiten Besuchstag einen Grillteller Chalet La Serra für 4,75 EUR. Hier war das Lammfleisch leider überhaupt nicht toll und wies viel Gezerre auf, während das Schweine- und Rindfleisch sehr gut schmeckte. Meine Schwiegermami in Spe, die am zweiten Tag dabei war, hatte gegrilltes Hähnchenbrustfilet mit einer Backkartoffel und Kräuterbutter für 3,45 EUR. Das gleiche Gericht, das mein Schatzi am Vortag mit Pommes Frites gegessen hatte. Der Geschmack der Backkartoffel entsprach nicht ganz dem Gewohnten, während der Fleischanteil an beiden Tagen doch recht reichlich war. Auch das panierte Hähnchenbrustfilet mit frischen Champignons in Rahmsoße mit Broccoli und Pommes Frites (3,95 EUR), dass mein Schatzi am zweiten Tag bestellt hatte, konnte sie geschmacklich nicht überzeugen.
Die Qualität der verwendeten Zutaten scheint dennoch in Ordnung und wird durch den niedrigen Preis wohl nicht negativ beeinflusst. Hierbei dürften sich die umgesetzten Mengen sogar noch positiv auswirken und dem Restaurant auch noch Preisvorteile beim Einkauf sichern.
Die Wartezeit auf die warmen Gerichte hält sich in Grenzen und ist nicht allzu lang.
Zum Frühstück kann ich leider keine Aussagen machen, da ich ein solches im La Serra bisher nicht eingenommen habe.
Sanitäre Einrichtungen
Die Toiletten befinden sich im Untergeschoss. Die Tür zum Treppenhaus, in dem sich auch der Zigarettenautomat befindet, geht vom rechten Nebenraum gesehen vom Eingang ab. Hierbei gelangt man über eine ausreichend breite und nicht zu steile Holztreppe recht einfach in den Keller. Die Einrichtung der Toiletten waren allerdings schon etwas älteren Jahrgangs, dennoch aber recht ordentlich und sauber. Zwar lag etwas Papier außerhalb des Papierkorbes, das kann ich aber nicht unbedingt einer mangelnden Kontrolle zuschreiben. Eine Behindertentoilette ist nicht vorhanden und wäre im Keller wohl auch ziemlich nutzlos.
Behindertenfreundlichkeit
Das Restaurant verfügt am Eingang über eine kleine Stufe. Somit ist es für gehbehinderte Mitbürger ohne größere Schwierigkeiten und ohne Anlegen einer Rampe möglich, die Räumlichkeiten mit ggf. kleinerer Hilfe zu betreten. Einen Aussichtplatz auf der Empore oder im Inneren würde ich dann aber nicht anraten. Hier bieten sich dann nur die direkt erreichbaren Fensterplätze an. Da die Toiletten sich im Untergeschoss befinden ob behindertengerecht oder nicht tut da wohl nicht viel zur Sache, da kein Fahrstuhl existiert ist eine große Blase oder ein Begleiter mit viel Muskelkraft erforderlich. Das Restaurant ist somit stark eingeschränkt behindertauglich. Da zum Zeitpunkt der Eröffnung als Treibhaus eine Behindertentoilette noch nicht vorgeschrieben war, und diese bei der Übernahme vom Neuköllner Wirtschaftsamt wohl auch nicht nachgefordert wurde, werde ich das Fehlen nicht bei meiner Bewertung berücksichtigen.
Öffnungszeiten
Das Restaurant ist täglich von 8.00 bis 1.00 Uhr früh geöffnet. Während dieser Zeit gibt es vom 8.00 bis 11.30 Uhr Frühstück, anschließend bis zum Feierabend warme Küche.
Lage
Das La Serra befindet sich in Berlin-Britz, das verwaltungstechnisch zum Bezirk Neukölln gehört, direkt in der Buschkrugallee Ecke Jahnstraße. Es gibt keinen eigenen Parkplatz und die Parklücken in der näheren Umgebung können schon mal etwas knapper werden. Beide Male fanden wir jedoch ohne längeres Suchen eine solche in relativ geringer Entfernung (Jahnstraße bzw. Priesterweg) zum Restaurant. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Restaurant sehr gut zu erreichen. Schräg gegenüber befindet sich der südliche U-Bahn-Ausgang des Bahnhofs Grenzallee (U7). Vor der Tür hält die Buslinie 171 (U-Bhf. Grenzallee Jahnstr.).
Abholen von Speisen
Einen Lieferservice gibt es nicht. Die Speisen können aber abgeholt werden. Wer telefonisch bestellt erspart sich dann das Warten. Die Preise sind dabei mit den Restaurantpreisen identisch. Karten zum Mitnehmen liegen im Restaurant aus.
Zahlung
Es wird nur Bargeld akzeptiert. Die Zahlung mit Karte ist nicht möglich.
Fazit
Preislich ist das La Serra, wie auch die beiden anderen Restaurants mit identischer Speisekarte, ein Renner. Alle drei haben innerhalb von Berlin diesbezüglich wenig Konkurrenz zu befürchten. Auch die Qualität der Gerichte scheint im großen und ganzen in Ordnung. Dennoch gibt es im Geschmack leichte Defizite und das Personal hat sich bei beiden Besuchen auch nicht durchgehend von der besten Seite gezeigt.
Wir werden vorerst keine weiteren Versuche unternehmen, hier zu essen, und bleiben lieber beim Palamyra, das nicht nur mit dem selben Angebot mithalten kann, sondern gerade in den von mir kritisierten Punkten eindeutig die Nase vorn hat. Außerdem ist die Wartezeit auf das Essen geringfügig kürzer.
Dennoch kann ich das La Serra aufgrund der Preise und der an sich angenehmen Atmosphäre noch empfehlen. Allerdings reicht es aufgrund der vorgenannten Gründe nur für drei Sterne.
Wer einen Besuch insbesondere mit einer größeren Gruppe plant, sollte sicherheitshalber eine telefonische Platzreservierung vornehmen.
Wichtige Informationen
Adresse und Kommunikation
Ristorante Steakhaus Pizzeria
La Serra
Buschkrugallee 2830
12359 Berlin
Tel.: 030-685 30 70
Auch von diesem Restaurant existiert keine Internetpräsenz. Es gibt auch keine Möglichkeit über Email elektronisch zu kommunizieren.