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Bereits 1989 eröffnete das China-Restaurant Mandarin Garten als einziges und erstes chinesisches Restaurant in Berlin-Rudow. Dazu baute man einen alten Bunker entsprechend dem neuen Bedarf um. Auch mein Schatz war mit ihren Eltern bzw. ihrer Mama obwohl noch recht klein ab und an mal hier. Im Laufe der Jahre blieb der Mandarin Garten nicht mehr einzig und die Konkurrenz wurde immer härter. Der Preisdruck wuchs und die Euro-Umstellung bekam dem Restaurant auch nicht besonders. So besteht das Personal seit längerer Zeit auch nur noch aus dem Besitzerehepaar selbst, das aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Aussichten liebend gerne ihr Restaurant verkaufen würde. Dennoch wird der Betrieb aufrechterhalten und auch nach 15 Jahren Bewirtschaftung kümmern sich die Besitzer weiterhin liebevoll um ihre Gäste.
Die Gasträume
Das Restaurant bietet eigentlich zwei Gasträume. Wenn man die schwere Eingangstür passiert hat, befindet sich rechter Hand eine Art Balkon, der über eine einzelne Stufe zu Erreichen ist, und auf dem an sechs Tischen etwa 20 Personen Platz finden. Direkt gegenüber befindet sich ein großer Tresen. Die Einrichtung ist in einem dunklen Holz gehalten, während die Wände oberhalb der Tische in weiß gehalten sind und mit diversen chinesischen Kunstobjekten verziert bzw. Verzierungen versehen sind. Auch sonst finden sich im Raum weitere hübsche Holzschnitzereinen und Porzellanfiguren. An der Wand in diesem Raum stehen auf einem Sims zwei Porzellanbabys, die es meinem Schatz seit ihrer Kindheit besonders angetan haben und an deren Seite sie immer wieder gerne Platz nimmt. Auch einige hübsche Pflanzen sorgen für Geborgenheit. Vom Boden bis etwas über die Tischhöhe befindet sich umlaufend eine Holzumrahmung in demselben dunklen Holzton, den auch die Möbel haben. Von der Decke hängen hübsche und passende Lampen und auf den mit Tischdecken versehenen Tischen finden wir neben einem obligatorischen Aschenbecher und einem Gewürzsortiment zum Nachwürzen auch ein Kerzenlicht. Der Balkon ist durch ein Geländer eingefasst an dessen Enden sich Löwenfiguren aus Messing befinden. Wer dem Gang folgt findet rechts an den Balkon anschließend einen Zugang ähnlich einem Telefonhäuschen, der zu den Toiletten führt. Hier gibt es auch einige Garderobenhaken und einen Zigarettenautomaten. Wer jetzt einen Haken schlägt d.h. erst links und gleich wieder rechts geht gelangt durch einen Torbogen in einen zweiten, größeren Raum in dem noch einmal etwa 40 Gäste Platz finden dürften. Für die Ausstattung gilt das zuvor gesagte. Allerdings hängen hier noch einige typisch chinesische Lampen, die das positive Bild des Gastraumes abrunden. In einer Ecke am Fenster befindet sich auch ein typisch chinesischer runder Peking-Enten-Tisch, der in der Mitte einen Drehteller besitzt. Während der vordere Raum recht dunkel ist, ist es im großen Gastraum zumindest am Tage aufgrund der großen Fensterfronten recht hell. Hier in den beiden Gasträumen fühlt man sich, während leise chinesische Klänge im Hintergrund zu hören sind, wohl und geborgen.
Das Personal
Das Restaurant wird von seinem Besitzerehepaar bewirtschaftet, das sich die Arbeit aufteilt und meist wechselweise im Restaurant anzutreffen ist. Bei größerem Andrang sind beide um das Wohl der Gäste besorgt und dabei immer freundlich und zuvorkommend. Man fühlt, dass ihnen ihre Arbeit Spaß macht und sie wirklich Freude daran haben, uns das bestellte Essen und die Getränke zu servieren. Da mein Schatz und ihre Mama ihnen schon seit vielen Jahren bekannt sind, besteht hier sogar ein ganz besonders herzliches Verhalten.
Speisekarte und Auswahl
Die reichhaltige Speisekarte bietet eine ordentliche Auswahl chinesischer Speisen und Spezialitäten. Als Aperitif werden diverse Suppen (Gemüse-, Tomaten-, Glasnudelsuppe etc.) und andere Vorspeisen (Krupuk, Wan-Tan, Frühlingsröllchen) angeboten. Auch ein paar Salate stehen zur Auswahl. Die Hauptspeisen in Klammern die Anzahl unterschiedlicher Gerichte - reichen von Geflügel- (10) über Schweine- (5) und Rindfleischgerichte (7) zu Großgarnelen (4) und Fisch (drei verschiedene Rotbarschfiletvarianten). Außerdem werden noch einige Nudel- und Reisgerichte (7), Vegetarische Gerichte (3) und so genannte Zwei-in-Eins-Spezials (10) angeboten. Letztere setzen sich immer aus zwei verschiedenen Hauptgerichten zusammen. So besteht die Speise des Taipehs aus panierter Hühnerbrust mit Gemüse und brauner Soße und aus unter Rühren gebratenen Nudeln mit Rindfleisch. Für kleinere Gäste stehen drei spezielle Kindergerichte zur Wahl, wovon die panierte Hähnchenbrust etwas chinesisch-untypisch mit Pommes Frites und Ketchup angeboten wird. Aber so finden vielleicht auch Kinder gefallen am Essen. Seit kürzerem gibt es auch eine so genannte Tageskarte, die montags bis Samstags (außer an Feiertagen) von 12.00 bis 21.00 Uhr neun verschiedene Menüs mit Suppe und einem Hauptgericht anbietet. Vor 18.00 Uhr ist im Menü auch noch eine Kugel Eis enthalten. Seit Anfang Dezember 2004 gibt es aus Anlass des 15 jährigen Jubiläums des Restaurant eine Reihe neuer Delikatessen. Neben verschiedenen Suppen, weiteren warmen Vorspeisen und Salaten werden zusätzliche Meeresspezialitäten (Seeteufel, Tintenfisch), Fleisch- (Hüftsteak) und Geflügelgerichte (u.a. nach Thailändischer Art mit pikannter Erdnusssoße) angeboten. Darüberhinaus stehen mehrere Fliesch- und Geflügelpfannen, die am Tisch serviert werden, neu im Programm. Da die Gerichte mit Sondernummern versehen sind, ist davon auszugehen, dass diese Angebote nur zeitlich begrenzt angeboten werden. Die Sonderkarte weist ausdrücklich darauf hin, dass alle Gerichte auf Wunsch unterschiedlich (mild bis scharf) gewürzt werden.
Preise
Die Preise im Mandarin Garten sind recht heftig. Suppen kosten zwischen 2,70 (Gemüsesuppe mit Ei, Champignons und Glasnudeln) und 4,70 (Fisch-Suppe nach Art des Hauses). Vorspeisen gibt ab für 2,90 (Krupuk sogen. Krabben-Chips). Mit 5,70 runden gebackene Wan-Tans das Vorspeisenangebot nach oben ab. Salate werden zwischen 3,50 (gemischter bzw. Sojabohnensprossen-Salat) und 6,50 (Hühnersalat) angeboten. Kindergerichte kosten alle drei 5,50 . Geflügelgerichte mit Hühnerbrust gibt es zwischen 9,10 und 10,30 . Für Ente muss man mit 11,90 bzw. 12,90 etwas tiefer in die Geldbörse greifen. Schweinefleisch gibt es ab 9,30 , Rindfleisch ab 9,40 . Großgarnelen sind für stolze 15,10 auf der Karte zu finden. Rotbarschfilet kostet 9,70 . Die Preispanne der Nudel- und Reisgerichte liegt zwischen 8,60 (Unter Rühren gebratener Eierreis mit Schweinerückensteak, Hühnerfleisch und Gemüse) und 14,10 (Gebratene Reisnudeln mit Großgarnelen). Zwei in Eins Spezials - für eine Person - kosten zwischen 10,90 und 16,50 . Die Gerichte der Tageskarte gibt es meist für 7,00 . Rotbarschfilet und Mini-Ente (7,30 bzw. 8,30 ) etwas teurer. Wie bereits erwähnt sind die Menüs montags bis Samstags von 12.00 bis 21:00 Uhr erhältlich, wobei nur bis 18:00 Uhr eine Eiskugel zum Menü gehört. Als besonderes Bonbon gibt es einen Großteil der Hauptgerichte auch in einer verkleinerten Portion zu einem Preis, der bei etwa 60 % des Kartenpreises liegt.
Die Gerichte der Jubliläumskarte liegen im üblichen Preisrahmen. Die Pfannengerichte werden zwischen 10,10 (Hong Kong mit Hüftsteak) bis 13,80 (Ente kross).
Alle Gerichte gibt es übrigens zum selben Preis gut verpackt auch zum Mitnehmen. Allerdings gibt es bei den Menüs dann generell kein Eis dazu.
Neben diesen Gerichten gibt es auch welche für mehrere Personen. So kostet der Hausteller 29,- und Mandarin-Teller 33,- . Beide sind für zwei Personen. Die Reistafel a la Pflaumen ist für drei oder vier Personen (49,- bzw. 66,- ) erhältlich. Als besonderes Schmankerl gibt es eine Pekingente. Das spezielle Menü wird ist ab vier Personen für einen Preis von 86,- bestellbar. Für diesen doch recht stolzen Preis gibt es neben einem Aperitif eine Vorspeise, einen Zwischengang, die Ente selbst und ein Dessert für jeden der vier Genießer.
Für den kleineren Appetit werden noch mehrere Nudelteller angeboten. Als Nachtisch werden noch diverse Desserts ab 3,- serviert. Sehr schmackhaft ist die gebackene Banane mit Honig und Vanilleeis für 3,10 , die mein Schatz sehr gerne isst.
Die Getränke sind auch nicht gerade günstig, liegen aber im allgemeinen für Berlin üblichen Rahmen. So kosten 0,3 Liter Bier 2,10 . 0,4 Liter gibt es für 2,60 . Säfte werden für 2,- gereicht.
Das Essen und der Geschmack
Die normalen Portionen sind sehr reichhaltig. Uns persönlich schmeckt die Kanton-Ente (kross gebackene Ente mit gemischtem Gemüse und brauner Soße) für 11,90 sehr gut, so dass wir sie regelmäßig bestellen. Bei mittlerem bis kleinem Hunger genügt wohl auch die 60%-Variante. Auch die Mini-Ente-kross im Menü für 8,30 haben wir schon des Öfteren genossen. Hier wird als Vorspeise eine Sauer-scharf- oder Gemüsesuppe und als Nachtisch eine Kugel Eis (bis 18:00 Uhr) serviert. Beides sehr lecker und das Eis sogar mit Früchten. Bei der Mini-Version schmeckt allerdings die Soße, die ähnlich aussieht, nicht ganz so gut wie bei der Normalversion, ist aber immer noch als sehr schmackhaft zu bezeichnen. Satt wird man auch von diesem Menü. Unsere Ente schmeckte dabei würzig, war dabei nicht zu fest und auch nicht zu weich. Das Gemüse ist bissfest und liegt sogar mir, obwohl ich eigentlich kein großer Gemüsefan bin. Die Soße ist einfach nur lecker, keineswegs aber scharf. Andere Gerichte schmecken natürlich anders. Dennoch waren sie immer schmackhaft und wir eigentlich immer begeistert.
Die Qualität der Rohstoffe scheint erstklassig und rechtfertigt somit offenbar auch die im Allgemeinen recht hohen Preise. Zwischendurch hatte die Qualität des Entenfleischs mal etwas nachgelassen und war ein wenig zu fett. Inzwischen ist sie aber wieder in Ordnung. Solche Schwankungen können aber schon mal vorkommen.
Seit Dezember 2004 werden nunmehr auch bei den Gemüsen nur noch frische Zutaten verwendet. Gemüse aus der Dose ist seitdem passé. Das Gemüse schmeckt nun noch etwas knackiger. Einzig frische Champignons sind geschmacklich nicht so ganz unser Fall, da sie etwas muffig schmecken.
Sanitäre Einrichtungen
Die Toiletten sind über einen kleinen und Gang zu erreichen. Sie sind sauber, allerdings nicht mehr die neuesten. Klar, dass nach 15 Jahren der Zahn der Zeit an ihnen etwas nagt. Dennoch funktioniert alles tadellos.
Behindertenfreundlichkeit
Das Restaurant selbst liegt ebenerdig und ist ohne Benutzung einer Stufe zu erreichen. Allerdings liegt der Bereich gegenüber der großen Theke im vorderen Gastraum um eine Stufe erhöht. Der hintere Gastraum und die Toiletten sind stufenlos zu erreichen. Auch der Flur zu den Toiletten ist ohne Schwierigkeiten mit einem Rollstuhl passierbar. Die Türen zu den Toiletten sind leider etwas zu eng und erlauben es nur, kleinere Gehhilfen mit hineinzunehmen. Das Restaurant ist deshalb als eingeschränkt behindertengerecht einzustufen.
Da das Restaurant zu einer Zeit seine Schankerlaubnis bekommen hat, als eine behindertengerechte Ausstattung und behindertengerechte Toiletten nicht vorgeschrieben waren, wirkt sich diesen Sachverhalt in meiner Bewertung nicht negativ aus.
Kinderfreundlichkeit
Neben speziell für Kinder vorgesehenen Gerichten steht auch ein spezieller kleinkindgerechter Stuhl zur Verfügung. Letzteren hat mein Schatz in den Anfangsjahren dieses Restaurants auch schon mehrfach in Anspruch genommen und für gut befunden.
Öffnungszeiten
Das Restaurant ist täglich von 12.00 bis 22.30 Uhr geöffnet. Es gibt durchgehend warme Küche.
Lage
Der Mandarin Garten befindet sich im Süden Berlins nahe der Stadtgrenze zu Schönefeld in Berlin-Rudow. Der nächstgelegene Bushalt ist die Haltestelle Krokusstraße an der der 171er Bus hält. Von dort sind es etwa noch einmal acht Minuten Fußweg die Krokusstraße entlang. Die U-Bahnhöfe Zwickauer Damm und Rudow (U7) sind jeweils noch einmal weitere 10 Minuten entfernt, wobei mir der Weg vom Bhf. Rudow ein klein wenig kürzer erscheint. Nahverkehrsmäßig ist das Restaurant somit nicht besonders gut zu erreichen. Besser empfiehlt sich die Anfahrt mit dem Auto. Die Anfahrt erfolgt am Besten von der Neuköllner Straße bzw. der Waltersdorfer Chaussee (Bundesstraße 179) über die Straße Alt-Rudow. Diese Straße ist Tempo-30-Zone. Bitte nicht zu schnell fahren, da hier ab und an ein Blitzer (Radarfalle) aufgestellt ist und ich auch schon selbst Opfer war. Die Krokusstraße geht dann direkt ab. Nach einer Kurve befindet sich vor der zweiten Querstraße das Restaurant auf der rechten Seite gegenüber einer Kindertagesstätte. Parkplätze gibt es in ausreichender Zahl vor der Tür oder auf dem eigenen Parkplatz hinter dem Haus im Kornblumenring. Für die Fahrradfahrer unter uns steht vor dem Eingang ein Fahrradständer zum Abstellen des Drahtesels bereit.
Abholen von Speisen
Der Mandarin Garten bietet keinen Lieferservice an. Die meisten Speisen können aber abgeholt werden. Restaurant und Lieferpreise sind identisch. Menüs werden aber nur ohne Eis-Dessert bereitet. Karten zur telefonischen Vorbestellung bzw. Auswahl zu Hause liegen im Restaurant aus.
Zahlung
Neben Bargeld werden Maestro-Karten (früher: EC) und die gängigsten Kreditkarten (VISA, Mastercard, American Express und Diners Club) akzeptiert. Auch DRS-Restaurantschecks werden angenommen.
Fazit
Für einen zwar nicht gerade billigen Preis erhält man ein gutes und schmackhaftes Mahl. Man wird höflich und zuvorkommend bedient und genießt in einer angenehmen Atmosphäre und leisen chinesischen Klängen. Die Auswahl an Gerichten ist vorbildlich und auch sonst wird dem Gast einiges geboten. So werden z.B. regelmäßig zum Jahresende an gute Gäste sehr hübsche Kalender verteilt und nach dem Essen wird meist ein Pflaumenwein zur Verdauung angeboten. Auch wenn ich dieses Angebot meist ablehnen musste schließlich muss ich meist noch Auto fahren und dann trinke ich generell keinen Alkohol finde ich das heutzutage keineswegs mehr als normalen Standard.
Leider ist es im Laufe der Jahre aufgrund der akuten Geldnot vieler Berliner Gäste und der wachsenden Konkurrenz hier immer ruhiger geworden. Ein Schicksal, den dieses wirklich gute Restaurant nicht verdient hat. Vorteil für den Gast ist dadurch aber, dass eine Reservierung von Plätzen in der Regel nicht erforderlich ist und man guten Gewissen immer einen guten Platz bekommt.
Für die etwas ungünstige Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr kann man nach 15 Jahren diesem Restaurant wohl auch keinen Vorwurf machen. Parkplätze und Fahrradständer stehen für den automobilen Besucher auf jeden Fall in ausreichender Zahl zur Verfügung.
Aufgrund der im Großen und Ganzen recht hohen Preise muss ich hier ein paar Punkte abziehen, so dass deren 80 und eine Empfehlung noch verbleiben.
Wichtige Informationen
Adresse und Kommunikation
Mandarin Garten
Krokusstr. 69
12357 Berlin
Tel.: 030 664 16 69
Das Restaurant besitzt keine eigene Homepage und ist auch elektronisch nicht zu erreichen.