Tui-Tante(38)
Saarlouis, Deutschland99%
Ihr erinnert euch? Es war ein mega-heißer Sommer und wir hatten eine Woche Urlaub mitten im August gebucht. Deswegen waren mir mit Pimpfeline im Bauch auch Ziele wie ein Outlet-Center wesentlich lieber, als ein Freizeitpark. Zudem ich ja schwanger auf die wenigsten Attraktionen durfte und ich z.B. Achterbahnen über alles liebe und ich schon wusste, dass von unten zuschauen noch nicht mal halb so viel Spaß macht, wie mitzufahren. Egal, es kam wie es kommen musste, das 20igste Mal in Holland, etliche Möglichkeiten Six Flags auch bei kühlerem Wetter ohne Herrn Knirps zu besuchen, wollten die beiden Herren der Schöpfung nun bei 38 C im Schatten den Rollercoaster-Park in Europa unsicher machen.
ANREISE
Der Park ist eigentlich schon 20-30 Kilometer vorher recht gut ausgeschildert, allerdings liegt er nicht in einem wirklichen Ort, sondern in der Gegend um Biddinghuizen. Ihr müsst euch immer Richtung Harderwijk / Lelystadt halten (dort gibts übrigens ein grandioses Outlet-Center Bataviastadt). Ab Harderwijk fahren übrigens auch Pendelbusse zum Park, diese starten vom Bahnhof.
EINTRITTSPREISE:
Diese sind ganz schön happig, wenn man einfach so in den Park spaziert. Die Tageskarte für Erwachsene kostet 24 €, was noch einigermaßen vertretbar ist. Dass allerdings Kinder von 3-11 Jahren 18,50 € kosten, finde ich dann doch ziemlich happig. Senioren kosten das Gleiche wie Kleinkinder und Kinder bis 3 Jahren zahlen keinen Eintritt.
Zum Glück hat der Park aber immer wieder Angebote, so haben wir in unserem Feriendomizil die Eintrittskarten vorher erstanden und hatten Glück, denn im Wonnemonat August zahlte der erste Partner vollen Eintritt, der zweite Partner war frei.
Es gibt auch in den Supermärkten in den Städten rund um Biddinghuizen immer wieder Aushänge mit Angeboten, in den Märkten kann man die Karten auch schon vorher vergünstigt kaufen. Wer also z.B. vom Ruhrpott einen Tagesausflug macht, sollte vorher in einer größere Stadt, in einen Supermarkt und nach Karten Ausschau halten. Da kann man dann mitunter auch 20 € sparen und das ist ja schon Einiges!
Ach ja, da fällt mir noch was ein, wer ein Freizeitparkjunkie ist, kann sich auch eine Saison karte kaufen. Leider weiß ich nicht mehr, wie teuer die war, aber das Gute ist, dass diese Karte u.a. auch für den Six Flags Park in Belgien gültig ist oder aber für den Walibi Park in Frankreich bei Metz. Ich glaube es waren insgesamt 6 Parks, aber die Infos sind auf jeden Fall überall am Eingang oder auch auf der Homepage von Six Flags / Walibi zu finden.
ÖFFNUNGSZEITEN :
Der Park war von Mai bis September eigentlich jeden Tag geöffnet, im August auch schon an einigen Tagen bis 21 Uhr. Weitere Infos unter folgender Nummer: Tel: 0031-321-329999.
ATTRAKTIONEN :
So und was jetzt kommt und zumindest im Bereich der Achterbahnen einfach gigantisch!
Ich kann euch nicht jede einzelne Attraktion aufzählen, denn das würde definitiv den Rahmen dieses Berichtes sprengen, deswegen werde ich euch berichten, was ich als Highlight empfunden habe, was im Gegensatz zu den anderen Park besonders ist oder auf was sogar ich gehen durfte.
Kommt man in den Park, ist der Eingang ähnlich gestaltet wie bei Warner Brothers Movie World in Bottrop. Alles ist sehr sauber, wirkt wie eine Filmkulisse und im ersten Gebäude befinden sich etliche Getränkestände, Essensbüdchen, Toiletten, eine Geschenkshop und Aufbewahrungsfächer. Hier ist auch schon die erste Attraktion, nämlich SUPERMAN THE RIDE, Es handelt sich um eine LSM-Achterbahn (blaue Stahlkonstruktion) auf der man mit 90 km/h pro Stunde in die Luft katapultiert wurde. Die Männer waren mäßig begeistert, obwohl die Achterbahn von außen recht groß und mit Loopings durchsetzt wirkte, es wäre ganz nett gewesen, allerdings hätte der Kick gefehlt, so das Urteil.
Aus dem Gebäude heraus findet man zur rechten Seite elektronische Autos die über Schienen fahren und tatsächlich war dies eine von 3 tollen Attraktionen auf die ich auch durfte. Die Strecke ist schön gestaltet und recht lang und man muss auf ein Fußpedal treten und kann ein wenig lenken, allerdings kann man wie gesagt, durch die Schiene nicht von der Strecke abkommen.
Von den Autos herunter richtet man den Blick geradeaus auf ein gigantisches Riesenrad. Klitzeklein und links davor ist ein Kinderkarussell. Je nach Betrieb ist es eine halbe Stunde am Stück geöffnet, dann eine halbe Stunde geschlossen usw. Wie in jedem anderen Park sind auch hier die Öffnungszeiten mittels einer Uhr angegeben, sowie die ungefähre Wartezeit. Herr Knirps war auf dem Karussell der einzige Fahrgast, sein Freund wollte nicht drauf, Herr Knirps nicht runter.
Leicht gestresst, denn bereits bei den Autos gab es Geschrei, beschloss ich, dass ich nun auch auf eine Attraktion wollte. Also wählte man den Wegs links am Riesenrad vorbei und unsere Bekannte und ich stürmten auf EL RIO GRANDE. Wie der Name ja schon sagt, handelt es sich um einen Fluss und eine Wasserattraktion. Der Fluss hat teilweise extreme Stromschnellen und die 8-sitzigen Kreisel sind lustiger Weise 4-gelenkig, d.h. jeder Zweiersitz bewegt sich noch mal auf und ab. Ich war übrigens diesmal nicht besonders traurig, dass ich mich wie immer genau auf den Sitz platziert hatte, der besonders nass wurde, denn bereits beim Anstehen ist mir mein Kreislauf einmal weggekippt und so war ich zwar pitschnass, aber etwas erfrischt.
Die Männer waren bereits ganz hibbelig und wollten weiter zu EL CONDOR, einer Achterbahn, in der die Füße raushängen. Wir machten aber erst mal einen Stopp, kaufen uns ein ziemlich teures, sehr leckeres Eis mit Mandelsplittern und frische Melone und Erdbeeren für Mami +, die auch gleich mal die Toiletten aufsuchte. Auf die kleinen Autoskooter durften die jungen Herren dann leider nicht, denn sie unterschritten die Mindestgröße um einiges. Schade!
Leider war EL CONDOR gar nicht so einfach zu finden, deswegen verliefen wir uns auch gleich mal, die ganze Zeit den Free Fall Tower im Visier. Meinem Göttergatten war der Tower angeblich zu lasch, unserem Bekannten Mitstreiter zu heftig. Macht euch am besten selbst ein Bild davon, mich persönlich kann da nix und niemand raufbringen. Also wurde der Free Fall Tower rechts liegen gelassen und nun stürmten die Herren erwartungsvoll zu GOLIATH. Alleine vom Anblick wurde mir schon übel und die Damen der Schöpfung blieben samt Kinderwagen erst mal zurück um die Jungs mal wieder mit Getränken aus einem Getränkeautomat zu versorgen (jeweils 1,50 €) und dann ein schattiges Warteplätzchen aufzusuchen.
So etwas wie GOLIATH habe ich bisher vielleicht beim Spiel Rollercoaster Tycoon gesehen, wobei da nie Besucher drauf wollten, weil es schon zu extrem aussah. GOLIATH ist dann auch die grüne Mega-Achterbahn, die man gleich beim Eintritt in den Park sieht und die einen sehr lange mit Schreien und lautem Getöse verfolgt. Wem auch mal übel werden will, kann ja mal unter : http://www.themepark.nl/g oliath/ reinschauen. Jedenfalls sahen unsere Männer in der Warteschlange auf die bis zu 47 Meter hohen Achterbahn die 106 km erreicht, doch recht unschlüssig aus. Das heftigste finde ich dass der Anfahrtshügel genau so hoch ist, wie der darauf folgende Hügel, d.h. es geht hoch, genau so weit runter und wieder hoch. Ich will gar nicht wissen, welchen Fallwinkel Goliath beim ersten Berg hat, jedenfalls sieht es aus, als würde die Achterbahn fast senkrecht herunter stürzen.
Was SUPERMANN nicht schaffte, GOLIATH vollbrachte es, unsere Männer brauchten eine Pause. Allerdings nicht lange, denn auf dem Rückweg wollten sie gleich mit den Cars fahren um sich ein Rennen zu liefern. Ich war jedoch entschieden dagegen, da dies eine Attraktion ist, auf der man zusätzlich 7 € bezahlen muss, was ich angesichts der Eintrittspreise ziemlich unverschämt finde.
Es gibt im Park noch 2 weitere Attraktionen, für die man separat bezahlen muss. Zumindest habe ich mal 2 ausfindig gemacht. Die erste Attraktion, für die man 3€ zahlt ist eine Art Trampolin, auf der man mit Seilen festgemacht wird, so dass man etwas hochgezogen wird und Saltos machen kann. Gegenüber befindet sich ein Kletterturm. Entweder ist in den 3 € dort auch die Benutzung inkludiert oder man muss wieder zahlen, vor den beiden Attraktionen ist jedenfalls ein Automat, wo man sich einen Bon ziehen muss. Die beiden Männer wollten leider nicht, als Ausrede diente, dass sie das Höchstgewicht überschritten und ich durfte ja mal wieder nicht.
Die zweite Attraktion, die mit 2 Personen mit 23 € zu Buche schlug, war dann eine Art Bungee Vorrichtung, allerdings als Pendel. Man kann sich alleine, zu zweit oder zu dritt in die Höhe ziehen lassen, wird dann fallen gelassen und pendelt lustig hin und her. Hier behauptete mein Mann, das hätte er in Amerika schon mal gemacht, deswegen wäre es langweilig, trotzdem hielten sich die beiden Männer sehr lange an dem Hochziehturm auf, vermutlich hat sie der Mut verlassen oder der Blick in den Geldbeutel gab ihnen den Rest.
Nun wollten wir langsam mal etwas mit den Kids machen, die seltsamer Weise noch sehr geduldig waren. Herr Knirps lernte an dem Tag das Wort Achterbahn. Auf dem Weg zum LOONEY TUNES Land kamen wir noch an einer imposanten Holzachterbahn vorbei, die kurzerhand von unseren Freunden gestürmt wurde.
Vorbei ging es mit müden Füßen wieder am Riesenrad und wir schleppten uns mit letzter Kraft ins LOONEY TUNES Land. Dabei durchquerten wir den Themenbereich Wild Wild West, wo eine Wilde Maus Achterbahn fröhlich durch die Gegend sauste und dann noch ein Fahrgeschäft, dass Frisbee hieß, sah sehr seltsam aus, war aber leider geschlossen.
Das LOONEY TUNES Land war für mich persönlich eine Enttäuschung, es gab für Kids einen fliegenden Teppich, dafür waren die Knirpse zu klein. Es gab kleine Autos, die waren Widerrum geschlossen, es gab einen Kürbis aus dem Dampf kam, der war uninteressant und eine kleine Bahn, die wir dann ausgiebig nutzten. Dann gab es zum Glück noch ein Gebilde, aus dem Wasser geschossen kam und in dem unsere Kids herumtoben konnten, aber sonst konnten wir im Kinderland nichts nutzen. Allerdings ist das Land sehr schön gestaltet.
Zum Schluss erwähne ich jetzt noch 2 Achterbahnen, auf denen unsere Männer letztendlich noch gefahren sind. Die eine hieß glaube ich VIA VOLTA und ist eine ganz seltsame Achterbahn, denn es gibt keinen geschlossenen Kurs. Eine Bahn wird hochgezogen, dann gehts rückwärts im Free Fall Modus runter, er saust durch die Station durch, einen Berg hoch und dann geht das Ganze vorwärts weiter. Ein Looping war auch drinnen und die maximale Höhe beträgt 38 Meter.
So und dann kommt noch die meistbesuchte Achterbahn des Parks EL CONDOR. Dort sitzt man drinnen und die Beine baumeln raus, man fährt also unter der Schiene. Ich kann nicht viel dazu sagen, außer dass die Wartezeit extrem lange war und selbst unsere Testfahrer nach dieser Achterbahn die Nase voll hatten.
Natürlich bietet der Park noch wesentlich mehr Attraktionen, eine Wildwasserbahn, Merlins Magic Castle, überall lustige bis abenteuerliche Fahrgeschäfte zwischendrin, wie Fliegende Teppiche, Überschlagende Schiffe usw., allerdings auf einem sehr hohen Standart und mit verschiedenen Raffinessen.
FAZIT:
Ich hoffe ich konnte euch den Park ein wenig näher bringen, denn er ist echt DER Knaller. Leider leider durfte ich ja kaum auf eine Attraktion, aber das wusste ich ja vorher schon. Wer gerne kulinarisch verwöhnt wird, hat im Park allerdings schlechte Karten, denn das Essensangebot ist zwar sehr vielfältig, aber auch gewöhnungsbedürftig. Am Free Fall Tower gibts Pommes, das ist dann etwas, was überall gleich schmeckt.
Mit Kindern unter 3 Jahren dort hin zu gehen, rentiert sich leider überhaupt nicht. Wenn wir noch mal dort landen und das vermute ich mal stark, werde ich auf jeden Fall die Knirpse wohlbehütet zu Hause lassen. Für die Kleinen eignet sich dann doch eher ein Besuch in Appeldorn, in Slagharen oder in Burgers Zoo bzw. in Emmen.
Die Eintrittspreise waren dank der Attraktionen wirklich gerechtfertigt, die Warteschlangen sehr erträglich, allerdings waren die (ausreichenden) Parkplätze (5 €) ein gutes Stück vom Park entfernt.
Wir konnten natürlich nicht alle Attraktionen mitnehmen, haben aber für den 8-Stunden Aufenthalt wirklich viele Fahrgeschäfte besucht und haben den Park einmal ganz durchqueren können. Ich bin mir sicher, dass der Park zumindest für mich alles toppt, in dem ich schon mal war. Also viel Spaß beim Rollercoaster testen.