Binz liegt auf der 1000 km² grossen Insel Rügen im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Auf dem Wappen sieht man einen Löwen der eine Krone trägt und in einem Boot majestätisch übers Meer fährt. Der Königliche Ort Binz, der sich Ostseebad nennen darf, liegt am östlichen Rand der Insel Rügen. Der 1318 geschichtlich erstmals erwähnte Ort Binz ist sehr lang und schmal. Als Ostseebad begann er ab 1830 an Bedeutung zu gewinnen, als Gäste des Fürsten zu Putbus den Ort als ideale Badebucht entdeckten. Seit 1884 darf Binz sich Seebad nennen. Binz gilt aufgrund seiner imposanten Gebäude, der Seebrücke und dem Kurhaus als sehr elegant.
Land und Leute
1.872 Sonnenscheinstunden

bietet Binz pro Jahr. Dies und der breite, feinsandige Strand, der steinfreie Meeresgrund und die schwache Brandung machen Binz zum beliebten Badeparadies. Das dicht besiedelte Binz, in dem auf nur 25,22 km² 5462 Menschen leben, lebt hauptsächlich vom Tourismus. Zu Binz gehören noch die Ortsteile Blieschow und Prora. Besonders hervorstechend ist die Bäderarchitektur, viele alte Gebäude sind weiß und herrschaftlich und ziehen Blicke auf sich. Bereits zwischen 1880 bis 1920 sind die prachtvollen Bauten entstanden, hölzerne Häuser mit Rosetten, filigranen Ornamenten und meist mit Balkonen versehene Fassaden. Viele Häuser wurden mit viel Liebe und grossem Aufwand restauriert und modernisiert. Da der Baustil auch über den Ortskern hinaus konsequent beibehalten wurde, ist Binz weit über Deutschlands Grenzen hinaus für seine Bäderarchitektur bekannt. Der September jedes Jahres steht ganz im Zeichen dieser Architektur, hier werden Vorträge und Ortsführungen abgehalten, sowie verschiedene Ausstellungen zum Baustil vorgestellt.
Im Jahr 1897 begann man mit dem Bau der
Strandpromenade. Die mondäne Flaniermeile wurde im Jahr 1993 um weitere 700 Meter auf 3,2 Kilometer verlängert. Von den Binzer Bürgern wird sie auch "Verlängerung des Kudamm" genannt. Mittig der Promenade findet man das 1907 eigentlich als Hotel erbaute, Kurhaus mit seinen Wandelhallen, dem Park der Sinne und dem grossen Vorplatz. Ein weiterer Mittelpunkt von Binz ist seine
Seebrücke, die erst im Mai 1994 wieder aufgebaut wurde. 99 Stufen führen hinab zur zweitlängsten Brücke Rügens, von der fast stündlich Ausflugschiffe abfahren.
Der zu Binz gehörende Ortsteil Prora
Prora

war jahrelang ein unbedeutendes Fleckchen Erde, wenige Kilometer von Binz entfernt. Da nicht nur Arbeit, sondern auch die Freizeit vom Regime beobachtet werden sollte,bekam die geplante Ferienmeile unter den Nationalsozialisten den Leitspruch "Kraft durch Freude", kurz
KdF. Von den 5 Seebäder in denen geplant war, Ferienmeilen für jeweils 20.000 Menschen zu erbauen, entstand nur eine, nämlich am Strand zwischen Sassnitz und Binz, in Prora.Eine Ferienmeile wurde jedoch nie daraus. Bis zum Beginn des 2.Weltkrieges stand nur der Rohbau, so das man eine Kaserne daraus machte, nach dem Krieg wurde diese von der Nationalen Volksarmee übernommen. 1990 zog die Bundeswehr ein. Immer noch sind die Eigentumsverhältnisse ungeklärt, worauf auch die Schilder "Privatgelände-Bundesvermögensamt" hinweisen. Endlich, nach über 40 Jahren wurde Prora wieder öffentlich zugänglich gemacht. So haben sich nun dort interessante
kulturelle Einrichtungen genauso etabliert, wie Museen und Galerien, die über die Entwicklung Proras informieren.
Anreise:
Mit dem Auto fährt man von
Stralsund aus über den Rügendamm, nimmt dann die B96 über Bergen, die dann B 196 heißt, und folgt dann der L29 nach Binz. Der Rügendamm schließt jeweils um 5.20 / 9.20 / 17.20/ 21.30 Uhr für 20 Minuten.
Seit Ende März 2006 ist die paralell zum Rügendamm verlaufende
Strelasundbrücke fertiggestellt. Diese 4,1 km lange Brücke beginnt in
Stralsund , geht über die Insel Dänholm und endet auf Rügen. Alternativ kann man auch mit dem Auto von Stahlbrode nach Glewitz/Rügen übersetzen.
Seit 1895 wurde die Kleinbahnstrecke von
Putbus nach Binz ausgebaut, 1896 wurde sie bis
Altefähr verlängert. So kann man direkt von der
Personenfähre, die von
Stralsund nach
Altefähr übersetzt, mit der Eisenbahn nach Binz fahren.
Nachdem Binz 1939, in Verbindung mit dem Bau des KdF in Prora, Anschluß an das Normalspurnetz der Deutschen Reichsbahn erhielt, wird Binz von D-Zügen angefahren. Seit 1990 halten im
Bahnhof Binz auch IC-Züge. Direkt neben dem Bahnhof befindet sich ein Fahrradverleih.
Sehenswürdigkeiten
Das

1316 erbaute
Jagdschloß Granitz findet man in Binz, im Buchenwald auf dem 107 Meter hohen Tempelberg. Der Fürst zu Putbus, Wilhelm Malte I. ließ nicht nur die herrlichen weißen Häuser in
Putbus erbauen, sondern beauftragte 1836 den Berliner Baumeister Karl-Friedrich Schinkel mit dem Bau des Jagdschloßes.
Nachdem das Jagdschloß 1846 fertig erbaut war, diente es als Gästehaus, bereits 1900, durfte man das Schloß besichtigen, wofür die Fürstenfamilie Eintritt nahm. Heute beherbergt das restaurierte Jagdschloß ein Jagdmuseum und verschiedene Ausstellungen. Die Sonnenuntergänge Rügens, sowie herrliche Panoramaansichten kann man vom 145 Meter hohen Aussichtsturm aus genießen.
Die erst 1994 erbaute
Seebrücke von Binz ist mit 370 Meter die zweitlängste von Rügen. Die Seebrücke allein lohnt schon eine Besichtigung. Von hier starten viele Ausflugschiffe nach Sassnitz, Usedom sowie zu unterschiedlichen Sehenswürdigkeiten, wie z.B. dem
Kap Arkona, von Rügen.
International bekannt sind Rügens
Feuersteinfelder. Aus 90% Feuersteinen bestehen die 14 hintereinander liegenden paralell zum Wasser verlaufenden Geröllwände, die eine Länge von 2 km haben. Die restlichen 10% der Steine sind kristallines Geschiebe aus dem Norden. Die Steinwälle entstanden vor 3.500 bis 4.000 Jahren, als mehrere Sturmhochwasser die Küste heimsuchten. In den Feuersteinfeldern soll man die Glück bringenden Hühnergötter finden können, dies sind Steine in die das Wasser Löcher gewaschen hat.
In den von den Nationalsozialisten geplanten
"Kraft durch Freude"-Gebäuden befindet sich heute eine
Kulturkunststatt mit verschiedenen kulturellen Projekten, wie eine Galerie, verschiedene Museen wie das KdF-Museum oder das Rügen-Museum
Freizeittipps
Eine der größten Attraktionen von Rügen ist der
Rasenden Roland , eine der letzten Kleinbahnen Deutschlands, oder das "Museum auf Räder" wie er auch genannt wird. Die Schmalspurbahn verkehrt täglich mehrmals von
Putbus nach
Göhren und hält hierbei auch in Binz.

Die schnaufende, klappernde Eisenbahn, die als technisches Denkmal eingestuft wird, verbindet bereits seit über 100 Jahren die Ostseebäder Deutschlands größter Insel Rügens miteinander. Die verschiedesten Dampflokreihen aus der Jahrhundertwende werden genauso eingesetzt wie ein Traditionszug in Originalfarbe. Seit einiger Zeit besteht die Möglichkeit eine Ausbildung zum Ehrenlokführer zu absolvieren. Das
Eisenbahn- und Technikmuseum bietet auf einer Hallenfläche von 10.000 qm und einer großen Freifläche eine große Anzahl von interessanten Exponaten im Bereich Dampf-, Diesel- und Elektroloks, Feuerwehrwagen, Lastwagen, Flugzeuge und einiges mehr.
Im
Historischen Museum Binz fühlt man sich in die Zeit anno 1900 zurück versetzt. Außer einem Pensionszimmer aus damaliger Zeit sind viele originale Exponate und Postkarten von vor 100 Jahren ausgestellt.
Der 25 km entfernte
Flughafen Güttin bietet Rundflüge und Erlebnisflüge über Rügen und die Inseln an.
In Binz findet man verschiedene gut gekennzeichnete Radtourwege. Interessant ist die
Radtour mit kombinierter Dampflokfahrt. Die in Binz beginnende
Radtour und Dampflokfahrt führt vorbei an einigen interessanten Sehenswürdigkeiten, durch den Märchenwald, bis zum Bahnhof
Putbus , wo man dann mit dem
Rasenden Roland zurück nach Binz fährt.
Die

Disco
M3 liegt direkt am Strand von Prora. Die Samstage sind immer verschiedenen Themen gewidmet. 3 Locations werden innerhalb der Disco angeboten, wobei die Larifari-Bar mit dem Biergarten gerne von Touristen über 35 angenommen wird. Der
Club Löwe, der an der Seebrücke liegt ist hingegen bei der Generation unter 25 sehr beliebt. Nicht selten findet das Chillout beim Sonnenaufgang am nur 100 Meter entfernten Strand statt. Einen angenehmen Strandtag kann man im
Variete Boddenbarsch ausklingen lassen.
Strände
Der 5,5 km lange feinsandige, flach ins Meer abfallende Binzer Strand zeichnet sich durch seinen steinfreien Meeresgrund aus. Bereits zum 10.Mal in Folge erhielt Binz die "Blaue Europa Flagge" für überdurchschnittlich gute Strandqualität. Der Strand teilt sich in 3 Abschnitte auf - den Fischerstrand, den Hauptstrand und den Strand im Ortsteil Prora. In vielen Reiseführern wird Prora als der schönste Strand von Rügen genannt. Einen speziellen Hundestrand gibt es in Prora im Abschnitt 73. FKK-Freunde haben eigene Strandabschnitte in Prora im Abschnitt 61 bis 66 und 72-73, sowie am Hauptstrand im Abschnitt 49 bis 51. Eine Strandkorbvermietung findet man in der Dollahnerstraße 119 und in Prora am Strand in der Strandstraße 6.
Hotels und Unterkünfte
Für Wellnessfreunde ist das direkt an der Strandpromenade liegende
Hotel Am Meer das Richtige. Neben einem großen Wellnessbereich mit Hamam, kann man sich bei angebotenen sportlichen Outdoor-Aktivitäten betätigen oder das Wellness-Vital-Frühstück geniessen.
Die
Villa Vogelsang bietet sehr günstige erstklassige 3 und 4 Sterne Ferienwohnungen an. Diese sind hochwertig ausgestattet mit Stereoanlage, DVD-Player, kostenlosen Fahrrädern etc. und trutzdem schon ab 45€/Tag für 2 Pers. zu mieten.
Für Familien mit Kinder ist die Villa im Bäderarchitekturstil
Haus Karin ABC ideal. Hier können die Kinder nicht nur im Garten spielen oder im See planschen, sondern es sind auch Kinderbetten, Hochstuhl und Fahrräder vorhanden.
Ein Geheimtipp ist die direkt am Strand gelegene
Villa Weisses Rössle , hier sind 1-3 Zimmerwohnungen bereits ab 40€/Tag zu mieten.Ein Campingplatz mit 100 Stellplätzen ist in der Proarer Chaussee in Prora vorhanden.
Gastronomie
Zu

einem Rügen-Urlaub gehört natürlich auch ein Besuch in einem Fischrestaurant dazu. Im Fischrestaurant
Poseidon wird täglich frischer Fisch direkt vom Kutter angeliefert. In der Hauseigenen Räucherei wird der Räucherfisch fangfrisch geräuchert. Im
Cafe Peters in der Heinrich-Heine-Strasse kann man bereits ab 6 Uhr den Sonnenaufgang von der Sommerterrasse aus bei einem großen Frühstück beobachten.
Hier findet man eine Übersicht der gastronomischen Angebote.
Webtipps
Auf der Webseite der
Touristeninformation erfährt man alles Wichtige über Binz.
Auf der
Touristinfoseite kann man Einblick in die Bereiche Sehenswürdigkeiten, Essen und Trinken, Anreise und Kultur nehmen
Um sich auf den Urlaub einzustimmen ist die
Webseite ideal. Hier sieht man Live-Webcambilder von Binz und erfährt was wo los ist.