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Flatz, Österreich94%
Das JuFa Campus Futura Bleiburg wurde im Jahr 2009 neu erbaut und liegt in Kärnten im Grenzgebiet zu Slowenien liegt
DIE BUCHUNG
Die Buchung war wie immer unkompliziert. Über die Homepage der JUFA Häuser habe ich direkt mit der Buchungszentrale Kontakt aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, wie viele Plätze wir genau benötigen, nur eine in etwa“ Zahl war abzusehen. Das war gar kein Problem, wir konnten eine Woche vor der Anreise die genaue Anzahl bekanntgeben und so kamen wir hier auch nicht ins Strudeln. Bei uns ziehen immer wieder Leute ein und andere aus, so kann man nie ganz genau sagen, wie viele wir sein werden.
LAGE
Das JUFA Bleiburg liegt, wie der Name schon sagt, in Bleiburg. Hier gibt es nach vielen Diskussionen in Österreich nun auch eine zweisprachige Ortstafel, denn Bleiburg liegt an der slowenischen Grenze, der slowenische Name hierfür ist Pliberk.
Bleiburg hat etwa 4.000 Einwohner und gehört zum Bezirk Völkermarkt. Es liegt direkt am Fuße der Petzen. Von unserem Zimmer aus hatten wir den herrlichen Berg immer im Blick.
DAS GÄSTEHAUS ALLGEMEIN
Das Jugend- und Familiengästehaus, das über 150 Betten verfügt, macht einen sehr neuen, freundlichen und hellen Eindruck.
Die Rezeption, die sich im ersten Stock befindet, ist von 7.00 Uhr bis ca. 22.00 Uhr besetzt, danach werden sämtliche Lichter gelöscht und außer den Besuchern befindet sich niemand mehr im Haus. Zur Rezeption geht es über eine Musiktreppe“, die bei jedem Schritt einen anderen Ton von sich gibt. Für Besucher mag das Lustig sein, für die Angestellten allerdings muss das wohl ziemlich nerven. Auf einem Halbstock befindet sich ein Billardtisch, der eigentlich immer, wenn ich vorbei ging, in Beschlag genommen war.
Im Erdgeschoss befinden sich zwei Computer mit Internetzugang (ein Code hierfür ist bei der Rezeption zu holen).sowie viel verschiedenes Prospektmaterial, einerseits rund um die Jugend- und Familiengästehäuser und andererseits von den Sehenswürdigkeiten in der Umgebung. Weiters befindet sich der Speisesaal in dieser Ebene, ebenso wie einige Entspannungsräume und ein eigenes Wii-Zimmer, das natürlich von unseren Jugendlichen liebend gerne in Beschlag genommen wurde.
Eine Theke, an der es Getränke und kleine Snacks gibt, findet gleich neben der Rezeption im ersten Stock. Hier gibt es auch eine großzügig gestaltete Panorama-Terrasse, die wir sehr oft genützt haben.
Der Außenbereich des JuFas war ebenfalls innovativ und interessant. Es gab einen sogenannten Energiepark, der aus einem mit Luft gefüllten Trampolin und einem Wasserpark bestand. Es gibt auch einen Kinderspielplatz und einen Lagerfeuerplatz. Leider konnten wir aber aufgrund der hohen Hitze kein Lagerfeuer anzünden, der Manager hatte zu große Angst vor einem Brand. So sind wir also ohne Feuer aber mit Gitarre rund um den Platz gesessen.
ZIMMER
Das Haus verfügt über exakt 150 Betten, die ganz unterschiedlich aufgeteilt sind. Es gibt Zweibettzimmer und Mehrbettzimmer. Meine Kollegin und ich hatten ein Zweibettzimmer, das jetzt nicht enorm groß war, aber für unsere Bedürfnisse auf jeden Fall vollkommen ausgerecht hat.
Das Zimmer hatte eine Couch, einen runden Tisch und Betten, die man entweder zusammenschieben oder auseinanderschieben konnte. Als wir ankamen, war das Bett zusammengeschoben, aber meine Kollegin und ich beschlossen, es zu trennen. Was uns da erwartete, war allerdings schlimm. Und zwar so schlimm, dass ich geradewegs zur Rezeption marschiert bin und Besen sowie Schaufel verlangte. Als ich mit dem Zusammenkehren fertig war, traute ich meinen Augen nicht, wie viel Schmutz letztendlich wirklich zusammengekommen ist. Die Sauberkeit ist in allen JuFa Häusern ein Problem, aber so etwas habe ich noch nie zuvor erlebt. Als ich die Reinigungsmaterialien zurück brachte, wurde ich nach der Zimmernummer gefragt, damit man den Zustand weiterleiten konnte und natürlich wurde sich auch entschuldigt, aber der Schaden an meiner Meinung war irreparabel. Das Haus wäre einfach große klasse, wäre nicht dieses Problem mit der Sauberkeit.
Der Flat-Screen war ziemlich klein, wir konnten vom Bett aus nicht einmal die Schrift des Fernsehsenders lesen, von dem Teletext ganz zu schweigen. Der Fernseher bot etwa 20 deutschsprachigen Programme, aber vom Bett aus mussten wir uns wirklich anstrengen, um das Programm verfolgen zu können.
Die Wände der Zimmer sind nicht mehr nagelneu gestrichen und haben schon einige Abnutzungserscheinungen, aber das hat nicht wirklich gestört, ist auch ganz logisch bei den vielen Kindergruppen, die da jährlich absteigen.
Wie ich an dieser Stelle schon öfter mitteilte, ist es mir völlig egal, wie zweckmäßig alles eingerichtet ist - vor allem um den Preis - aber hier war es so, dass wir unendlich viel Staub gefunden haben, als wir die Betten auseinander schoben und außerdem war es unter den Betten und auch in allen Ecken ziemlich staubig. Die Ablage neben dem Bett musste ich zuerst einmal putzen, bevor ich meine Sachen darauf legte. Aus diesem Grund kann ich nicht anders, als dem Haus, das ansonsten fantastisch ist, einen Punkt abzuziehen.
SPORTLICHE AUSSTATTUNG
Hier wird direkt im Haus zwar einiges geboten, generell kenne ich aber bessere Ausstattungsmöglichkeiten .
Im Outdoorbereich gibt es einen Spielplatz mit einigen Geräten (hier könnte noch ein bisschen mehr sein) und einen Tischtennisplatz, den die Jugendlichen natürlich sofort genützt haben. Toll finde ich auch den Lagerfeuerplatz, der sehr gemütlich aussieht, auch wenn wir kein Feuer entfachen durften.
Als besonderes Service ist es hier möglich, Elektrofahrräder auszuborgen, aber das haben wir leider nicht genützt.
Wandern ist natürlich auch hier, wie in vielen JUFAs, angesagt. Vor allem der quasi hauseigene Berg Petzen verführt natürlich zu ausgedehnten Wanderungen oder kurzen Spaziergängen, je nachdem, was man eben möchte.
Auch dieses JuFa verfügt über einen Saunabereich, doch leider hatte ich dieses Mal nicht die Chance, diese zu nützen und daher kann ich euch nichts darüber berichten. Eine Familie, mit der ich aber kurz gesprochen habe, hat gemeint, dass es ein wunderschöner Bereich ist. Die Sauna ist nicht durchgehend beheizt, daher muss man etwa 20 Min. bevor man die Sauna benützen will, der Rezeption Bescheid geben und dann wird eingeheizt.
Im Ort gibt es weitere Sportmöglichkeiten, so verfügt Bleiburg über ein eigenes Freibad, das wir auch besucht haben. Es ist jetzt nichts Besonderes, aber für einen halben Tag ist es eine gute Gelegenheit. Vom JuFa geht man höchstens 5 Minuten zum Bad, was auch sehr angenehm ist.
Direkt in Bleiburg ist auch ein Gleitschirmflug möglich. Das wäre zwar ein einzigartiges Erlebnis, aber das war in unserem Sozialbudget leider nicht drin!
GASTRONOMIE
Wir hatten dieses Mal Halbpension, also Frühstück und Abendessen gebucht.
Das Frühstück wieder einmal einmalig, wenn man nicht zu spät kam. Es gab frisches Gebäck (Semmeln und verschiedene Brotsorten), Säfte, verschiedene Cerealien, Wurst (allerdings immer sehr fettreiche), Käse, Joghurt, und sogar Eierspeise. Weiters gab es eine Toastmaschine, an der unsere Kids immer angestanden sind, gegenüber befanden sich das Nutella und die Marmeladen. Auch jegliche Art von Getränken war vorhanden, Kaffee, Kakao und eine ganze Teebar.
Das Abendessen war in der gleichen Art und Weise aufgebaut. Täglich gab es Suppe, Salat, Obst und Nachspeise. Außerdem gab es meistens drei Hauptgerichte, wobei immer eines vegetarisch war. Die Qualität der Speisen war jetzt nicht überragend, aber durchaus schmackhaft.
Hierzu muss ich sagen, dass ein Jugend & Familiengästehaus kein Hotel ist, d.h. man muss auch einiges selber machen. Das Essen ist direkt vom Buffet zu holen und das Geschirr ist danach in einen Geschirrwagen zu räumen. Man kann auch nicht erwarten, gereinigte Tische vorzufinden. Wenn der Gast vor dir seinen Tisch nicht abgewischt hat, denn musst du an einem schmutzigen Tisch Platz nehmen. Der Höflichkeit halber wischen wir den Tisch nach dem Essen also immer ab.
Das JuFa hat im Hochsommer ein wirkliches Hitzeproblem. Im Speisesaal war es extrem heiß und es gab anscheinend keine Klimaanlage. Schon beim Frühstück begann alles zu schwitzen und am Abend war es wirklich unerträglich. Ich hoffe, dass an diesem Problem gearbeitet wird, denn lustig war das Ganze nicht.
PREISE
Leider kann ich euch jetzt nicht genau sagen, was das Ganze gekostet hat. Wir waren 16 Personen und haben natürlich einen Gruppenpreis und einen Sozialtarif bekommen.
Grundsätzlich aus meiner eigenen Erfahrung kann ich euch aber sagen, dass 2 Nächte für 4 Personen inkl. Frühstück rund € 150,-- kostet. Darin waren auch schon sämtliche Zuschläge, wie Orts- und Kurtaxe und Mitgliedsbeitrag enthalten.
Bezahlen kann man vor Ort bar, mit Überweisung, mittels Bankomatkarte oder mit allen gängigen Kreditkarten wie Mastercard, Visa, Dinersclub, American Express,....
Bei Ebay gibt es immer wieder Gutscheine für solche Wochenenden zu ersteigern, ich habe das bereits dreimal gemacht und war immer begeistert.
WISSENSWERTES
Jugend- und Familiengästehäuser der verschiedensten Art gibt es in der Steiermark, in Niederösterreich, in Tirol, in Salzburg und in Vorarlberg. Ein neues direkt in Wien ist im Entstehen, außerdem gibt es auch eines in Deutschland, genauer gesagt in Nördlingen. Insgesamt gibt es nunmehr mehr als 30 dieser Häuser, wir waren auch bereits zweimal in Neuberg an der Mürz, doch dieses Haus hat uns nicht so überzeugt, und ist auch aktuell nicht im Katalog enthalten. Ein weiteres Mal waren wir noch in Pöllau, das Haus dort war auch einmalig, ebenso wie St. Sebastian im Mariazellerland, Raabs an der Thaya und die Veitsch. Aber dieses JUFA rangiert bestimmt im oberen Drittel der angebotenen Häuser.
FREIZEITANGEBOTE
SEENGEBIET
In der näheren Umgebung gibt es einige Seen. Der wohl bekanntere ist der Klopeiner See, der als wärmster See Österreichs gilt. Gleich daneben befindet sich der Turnersee. Wir haben auch den verhältnismäßig kleinen Sonneggersee sowie den Gösselsdorfer See besucht. Allesamt sauber und schön und in kurzer Fahrtzeit zu erreichen.
AUSGRABUNGEN HEMMABERG
Der 843 m hohe Hammaberg ist ein Vorberg der Karawanken. Er ist mit seinen markanten Felsabbrüchen weithin im Jauntal sichtbar. Bei archäologischen Ausgrabungen konnte erstmals ein Kirchenkomplex eines frühchristlichen Wallfahrtsortes des 5. und 6. Jahrhunders n. Chr. in einem bisher unbekannten Ausmaß freigelegt werden und diese Ausgrabungen gilt es nun zu bewundern.
KLAGENFURT und der WÖRTHERSEE
Die Landeshauptstadt Klagenfurt liegt jetzt zwar nicht um die Ecke, aber einen Ausflug ist sie dennoch wert. Hier kann man z.B. die kleine Welt am Wörthersee“, nämlich Minimundus besuchen. Gleich daneben befindet sich der Reptilienzoo sowie das Planetarium. Direkt in Klagenfurt ist vor allem der Lindwurm, das Wahrzeichen der Stadt, Hauptanziehungspunkt.
TROPFSTEINHÖHLE GRIFFEN
Nur etwa 15 Autominuten entfernt liegt die Tropfsteinhöhle Griffen. Sie gilt als bunteste Schauhöhle Österreichs. Hiervon werde ich euch noch gesondert berichten, denn wir haben sie im Zuge eines Ausfluges kennengelernt.
WAS DARF ICH NICHT ERWARTEN?
Wie schon oft erwähnt, handelt es sich hier um ein Jugend- und Familiengästehaus. D.h. die Zimmer sind zweckmäßig ausgestattet, aber man sieht, dass sich hier oft Kinder aufhalten. Es gibt keinen exzellenten Service, die Betten sind meist selbst abzuziehen, oft sind Handtücher selbst mitzubringen (dieses Mal nicht) Zahnputzbecher und Duschbad nicht vergessen, denn Gratisproben gibt es hier nicht. Weiters ist alles bezüglich Essen selbst zu holen, danach ist das Geschirr wegzuräumen und manchmal auch der Tisch zumindest abzuwischen (diesmal nicht). Die Rezeption ist nur zu bestimmten Zeiten besetzt, 24-Stunden-Service sucht man hier vergebens. Leider ist es hier auch so, dass unser Zimmer für die Zeit unseres Aufenthaltes nicht wirklich oder nur notdürftig gereinigt wurde. Lediglich der Müll wurde entsorgt, aber in den ganzen 5 Nächten wurde nicht einmal das Badezimmer gereinigt, was ich mir ehrlich gesagt ob der Aufenthaltsdauer doch gewünscht hätte.
SERVICE
Die Freundlichkeit des Personals ist sehr gut. Wir hatten auch die Gelegenheit, sowohl mit dem Manager als auch mit den Rezeptionisten zu plaudern, weil wir zu diesem Zeitpunkt fast die einzigen Gäste im JUFA waren.
Der Manager hat sich sogar die Zeit genommen und uns durch das Haus geführt, er hat uns einige interessante Informationen über die Stadt und das JUFA gegeben und natürlich war auch die Fußball WM ein heißes Diskussionsthema.
Diesbezüglich gibt es wirklich nichts zu bemängeln und wir haben uns sehr wohl gefühlt.
FAZIT
Die Ferienaktion unsrer Arbeit ist definitiv die härteste Arbeitswoche des Jahres. Alle Betreuer und alle Kids sind hier vertreten und so kommt es einerseits zu lustigen, andererseits aber auch zu anstrengenden Situationen. Bis jetzt sind wir meist in ein gemietetes Haus oder eine Hütte in den Bergen gewesen und daher bot das JuFa Bleiburg für uns heuer eigentlich eine richtige Luxusherberge. So toll waren wir durch die Arbeit noch nie untergebracht, aber natürlich muss ich es hier mit den Augen des Hoteltesters sehen und da gibt es doch einige Punkte, die verbesserungswürdig sind.
Die Sauberkeit unseres Zimmers war gelinde gesagt schrecklich und dass in der ganzen Zeit nicht einmal gesagt hat, war nicht lustig. Die Entspannungszimmer funktionierten nur teilweise und der TV war recht klein. Schade auch, dass es nicht möglich war, ein Lagerfeuer zu entfachen.
Positiv hingegen war die generelle Ausstattung des Hauses, der Energiepark und die Anordnung der Zimmer. Grundsätzlich war die Gastronomie auch zufriedenstellend.
Ich habe mich nach anfänglichen Sauberkeitsschwierigkeite n aber sehr wohl gefühlt, unsere WG hatte einen kompletten Gang voll Zimmer für uns alleine und auch die Sonnenterrasse war total angenehm.