Bewertung von kikilotta im Detail
Lange schon wollten wir als begeisterte Miniatureisenbahner und Dampflokfans in das Eisenbahnmuseum nach Bochum Dahlhausen... Und umso größer wurde auch unsere Erwartungshaltung und die Vorfreude.
ANFAHRT UND PARKEN
Die Anfahrt gestaltete sich etwas schwieriger,da die Wegbeschreibung "vor der blauen Brücke rechts abbiegen" aufgrund einer Baustelle nun nicht mehr möglich war. Schilder abseits der empfohlenen Strecke konnte ich als aufmerksamer Beifahrer auch nur auf den letzten Metern entdecken, eigentlich sehr schade. Nach einigen Serpentinen- auch die soll es dort geben- landeten wir auf einen recht vollen Parkplatz, der sich nach einmaligen Befahren auch schon in eine Staubwüste verwandelt hatte. Mal eben noch zwischengequetsch konnten wir um 14 Uhr das Museum betreten.
EINTRITT UND ÖFFNUNGSZEITEN
Da wir stolze Besitzer der Ruhrtopcard 2007 sind, brauchten wir für diesen Besuch am letzten Wochenende keinen Eintritt bezahlen. Die Karte kostete uns 36 € und ermöglicht uns in diesem Jahr zahlreiche Einrichtungen, Museen und Attraktionen kostenlos oder vergünstigt zu besuchen- allerdings nur einmalig.
Als Ausnahme las ich, daß unsere Karte nicht am kommenden Wochenende im Eisenbahnmuseum gilt, weil dort die Sonderveranstaltung Museumstage dort stattfindet.
Der reguläre Eintrittspreis beträgt für Erwachsene 5€, was sich recht gesalzen finde.... nähere Informationen dazu folgen noch. Kinder von 6-14 Jahren zahlen nur die Hälfte, eine Familienkarte ist auch zu haben.
Das Museum ist täglich (außer montags) von 10-17 Uhr geöffnet, Kassenschluß ist um 16:15 Uhr.
EXPONATE
Um erst einmal einen groben Überblick zu erhalten, gingen wir in den 14-ständigen Lokschuppen, der sich direkt hinter der recht kleinen Drehscheibe mit 20m Länge befindet. Im Lokschuppen selber sind einige Schätze untergebracht, die allesamt mit Tafeln dekoriert sind, damit der Besucher auch weiß, was für ein Prachtexemplar er vor sich hat. Einige große Dampfrösser stehen unmittelbar vor den Toren und wurden mit Hilfe einer modernen Diesellok hin und her rangiert, mal gedreht, mal geschubst... ich würde es als Spielerei der Rangierer bezeichnen, denn viel mehr passierte leider mit den Dampfloks nicht.
Im Inneren des Lokschuppens gibt es zahlreiche Loks, an denen zur Zeit noch gearbeitet wird, andere sind bereits fahrtüchtig und in einem ansehnlichen Zustand. Auch die graue Rangierlok aus dem Jahre 1929 hat mich ins Staunen gebracht sowie eine Henschel aus dem Jahr 1941.
In einer weiteren Halle findet der Besucher einige Waggons, ebenfalls mit Schildern versehen, die allerdings- bis auf den einen Postwagen-nicht betreten werden können.
Auf einen der Schilder fand ich das Emblem 1901 erbaut von Killing und Sohn in Hagen, was ich für den Zustand dieses Waggons unglaublich fand. In der dritten Halle findet sich ein Sammelsurium aus Waggons, teilweise in sehr maroden Zustand, die sicherlich demnächst noch aufgearbeitet werden. Auch im Außenbereich stehen massig Waggons herum, wobei auch deren Zustand mitunter nicht mehr wirklich schön ist.
Insgesamt kommt das Museum auf 180 Fahrzeuge, wobei es sich dabei nicht nur um Lokomotiven handelt.
AKTIONEN
Im Prospekt werden kostenlose Führungen angeboten, die am Treffpunkt an der Drehscheibe starteten. Solange wir dort waren fanden allerdings keine Führungen statt, es gab auch keine Möglichkeit, darüber Auskunft zu finden, weder Mitarbeiter bei den Rangierern noch eine Hinweistafel, nichts. Gegen 15:30 Uhr fanden wir eine Führung auf dem weitläufigen Gelände und ich fragt, ob noch eine Führung heute stattfinden würde. Die Antwort: "Heute nicht mehr, habe keine Lust mich von den Rangierern anmachen zu lassen" fand ich recht unprofessionell.
Ständig rauschte auch die kleine Feldbahn um die Lokschuppen, deren Fahrt durch das Gebüsch erst recht vielversprechend aussah... Allerdings konnten wir hinter der anderen Seite des Lokschuppen das Ende dieser Feldbahntrasse erkennen und somit ist die Bezeichnung Rundfahrt durch das Betriebsgelände wohl eher nicht passend. Außerdem kostet diese Fahrt zusätzlich 1€, was sicherlich nicht viel ist, jedoch noch auf den Eintrittspreis von 5€ zu rechnen ist.
Auch steht eine Fahrt mit der Draisine im Prospekt, die an dem Tag allerdings neben den Schienen stand und somit nicht eingesetzt wurde. Auch dieses Fahrt sollte 1€ zusätzlich kosten, und das obwohl ich selbst Hand anlegen muß!
Der Schienenbus pendelt auch regelmäßig vom Betriebswerk zum Bahnhof Dahlhausen, wiederum zusätzlich 1€!
Zuguter letzt wollten wir den Tag in der ausgeschilderten Cafeteria im unter Denkmalschutz gestellten Bahnhofsgebäude ausklingen lassen. Auf der einen Seite findet man kleine Bistrotische mit Stühlen, auf der anderen Seite der Cafeteria einen Getränkeautomaten mit Cola, Fanta und Co, Süßigkeitenautomaten und einen defekten Langneseautomaten. Das war so ziemlich die Krönung! Wie kann ich so einen Raum auch nur annähernd Cafeteria nennen???
KOMMENTAR
Ich bin echt enttäuscht von dem großen Eisenbahnmuseum. Soviel Werbung und alles mit Extrakosten verbunden. Ich weiß nicht, ob an diesem Sonntag alles auf Sparflamme lief, um sich für die Museumstage zu schonen?!
Ich persönlich fand zwar die Loks ganz attraktiv, allerdings hätte ich mir eine Führung gewünscht.
Auch in den Prospekten findet man zahlreiche qualmende Dampfloks, die allerdings nur zu Sonderveranstaltungen in Betrieb zu sehen sind. Ansonsten bewegen sich nur die Feldbahn, der Schienenbus und die Rangierzüge...
Insgesamt ist diese Museum sicherlich ein Kostbarkeit, die allerdings im wohl noch im Winterschlaf schlummert.
Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen5
Einzelbewertung
-
Erreichbarkeit
-
Muss man gesehen haben
-
Budget-Freundlichkeit
-
Architektur
-
Konzept
-
Exponate
-
Bedeutung