Brasilien, das ist nicht nur der mit rund 185 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Staat Südamerikas, sondern auch ein Land der Gegensätze und der Abwechslung. Es nimmt rund 47% des südamerikanischen Kontinentes ein und man findet wunderschöne weitläufige Strände genauso wie mit grandioser Flora und Fauna ausgestattete Regenwälder, schier endlose Steppen und riesige Städte voller Kultur und Geschichte.
Geographie und Geschichte
Brasilien umfasst insgesamt rund 8,5 Millionen qm und ist damit das fünftgrößte Land der Erde, etwa 24x größer als Deutschland. Es grenzt an zehn weitere lateinamerikanische Länder, nur mit
Ecuador und
Chile gibt es keinen direkten Grenzkontakt.

Entdeckt wurde das Land von Pedro Álvares Cabral am 22.April 1500 und wurde vor allem zur Zuckerwirtschaft genutzt. Außerdem wurde nach Gold- und Edelsteinen gegraben sowie Kaffee angebaut. Von 1822 bis 1889 war Brasilien ein Kaiserreich, das durch den geflüchteten portugiesischen König gegründet und dann für unabhängig erklärte wurde. Nach João VI., der vor Napoleon geflohen war, herrschten sein Sohn Pedro I. sowie sein Enkel Pedro II. über das Land. Danach wurde Brasilien zur föderativen Republik erklärt und wird seitdem von Präsidenten geführt, unterbrochen von 1964 bis 1985, als Militärgeneräle die Staatsleitung übernahmen. Das Schwellenland teilt sich in
26 Bundesstaaten und einen Bundesdistrikt. Seit 1960 heißt die Hauptstadt
Brasília, sie befindet sich im
Distrito Federal. Auch sonst ist Brasilien ein Land der Superlative, seien es die längste Küste der Welt, der größte Regenwald oder die beeindruckensten Wasserfälle, es scheint fast so, als wäre alles im Überfluss vorhanden.
Das Klima ist überwiegend tropisch, im Süden subtropisch und ist den Jahreszeiten der Nordhalbkugel entgegengesetzt. Von Juni bis August kann es im Süden und Südosten allerdings durchaus kühl werden, wogegen es nah am Äquator temperaturkonstant warm bleibt.
Gesprochen wird Portugiesisch in einer brasilianischen Sprachvariante. In den großen touristischen Städten kommt man zum Teil auch mit Englisch weiter, im Inland sollte man dagegen schon das eine oder andere Wort Portugiesisch sprechen, wenn man als Individualtourist unterwegs ist.
Die Anreise als Tourist erfolgt überwiegend mit dem Flugzeug über die
Flughäfen in den größeren Städten, kann aus den Nachbarländern aber auch mit dem Bus oder Auto erfolgen. Bahnverbindungen sind fast nicht vorhanden, dafür kann man mit den Überlandbussen so gut wie alles erreichen.
Für den Aufenthalt als Tourist braucht man als EU Bürger kein Visum, bei der Einreise muss aber eine Einreisekarte ausgefüllt werden, die in der Regel bereits im Flugzeug verteilt wird. Die Aufenthaltsdauer als Tourist beträgt 90 Tage und kann noch um weitere 90 Tage verlängert werden. Für alle längeren Aufenthalte sind Aufenthaltsgenehmigungen nötig, zu denen man sich in der Brasilianischen Botschaft in Berlin beraten lassen kann. Bei der Ein- und Ausreise sollte man die aktuellen Zollbestimmungen beachten.
Land der Vielfalt und Abwechslung
Wer nach Brasilien reist, wird vieles finden, aber sicherlich keine Langeweile, dafür hat das Land viel zu viel an Sehenswertem zu bieten, egal ob man Kultur, Natur oder einfach nur einen erholsamen Strandurlaub sucht, hier wird man immer etwas finden und hat die Qual der Wahl, wo und was man macht.
Städte, von alt bis gigantisch
Mit die schönste alte Stadt des Landes findet man im Staat
Bahia.

Die Hauptstadt
Salvador de Bahia wird von rund 3,4 Millionen Menschen bewohnt und ist damit die drittgrößte Stadt Brasiliens. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts war die in Ober- und Unterstadt geteilte Stadt die Hauptstadt des Landes. Um von einem Teil in den anderen zu gelangen, kann man den Aufzug
Lacerda benutzen. In der Oberstadt findet man den alten Sklavenmarkt, den
Pelourinho, der von alten in bunten pastellfarben gehaltenen Häusern gesäumt ist. Die Häuser stammen überwiegend aus dem 17. bis 19. Jahrhundert und wurde seit Mitte der 90er Jahre restauriert und renoviert. 1985 wurde das alte Aristokratenviertel zum Kulturerbe der Menschheit der UNESCO ernannt. In der Unterstadt lohnt sich ein Besuch des
Mercado Modelo, des größten Marktes für Kunsthandwerk in Bahia. Absolut sehenswert sind auch die zahlreichen
Kirchen der Stadt, für deren Besuch in der Regel kein Eintritt fällig wird. Sie zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig die Bezeichnung Religion in Salvador de Bahia gelebt wird. Und wer von den ganzen kulturellen Sehenswürdigkeiten genug hat, fährt einfach etwas aus der Stadt heraus und findet dort traumhafte
Strände, an denen er entspannen kann.
São Paulo, die so genannte Stadt der Arbeiter,

befindet sich im gleichnamigen Bundesstaat und wird von rund 20 Millionen Paulistas bewohnt. Es ist eine riesige Großstadt, die dank zahlreicher Wolkenkratzer und Geschäftshäuser sehr amerikanischen Städten ähnelt und trotz vieler sehenswerter Dinge häufig nicht als touristisches Ziel angesehen wird. Einen ersten Überblick über die Stadt hat man in der
Avenida Paulista, der Lebensader durch das Geschäftsviertel von São Paulo, an der man so gute wie alle großen nationalen und internationalen Firmen findet. Ebenfalls sehenswert sind die größte Kathedrale der Stadt, die 1954 eingeweihte
Catedral Metropolitana da Sé, die sich in der Innenstadt befindet, sowie die große Markthalle, der so genannte
Mercado Municipal, der von der Kathedrale aus zu Fuß erreicht werden kann. Hier findet man nicht nur ein riesiges Angebot aus Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch, sondern man kann auch im ersten Stock die bekannten Mortadellasandwiches probieren oder sich andere frische Spezialitäten schmecken lassen. Auch kulturell hat São Paulo viel zu bieten, dazu gehören zahlreiche
Museen genauso wie
Restaurants und
Nachtclubs. Im ganzen Land bekannt ist der
Bourbon Street Music Club, in dem überwiegend Livemusik auch internationaler Künstler geboten wird.
Wohl die Anlaufstelle für die meisten Brasilienbesucher und touristisch am besten erschlossen ist
Rio de Janeiro, eine Stadt

, in der Schönheit und Gefahr zu einer scheinbar unwiderstehlichen Mischung verschmelzen. Weltberühmt ist die Stadt für ihre
Strände wie die
Copacabana und den
Strand von Ipanema genauso wie für den im Februar u. a. im riesigen
Sambodromo stattfindenden
Karneval. Jeder Besucher der Stadt fährt mit der durch einen James Bond Film bekannten gewordenen Seilbahn hinauf auf den
Zuckerhut und erklimmt den Berg hinauf zum
Cristo Redentor ganz ohne Anstrengung dank Zahnradbahn, Fahrstuhl und Rolltreppe. Von beiden Aussichtspunkten hat man traumhafte Aussichten auf die Stadt, das Meer und die Umgebung. Als einzige Stadt der Welt verfügt Rio über einen sich in der Stadt befindlichen Regenwald, den so genannten
Parque Nacional de Tijuca, den man mit seiner beeindruckenden Flora und Fauna am besten im Rahmen einer geführten Autotour erkunden kann. Auch kulinarisch wird es nie langweilig, gibt es doch unzählige
Restaurants und
Bars die Gerichte aus allen Teilen der Welt ebenso wie nationale Spezialitäten anbieten.
Aber auch andere Städte des Landes sind besuchenswert,

so wie z.B. die von Oscar Niemeyer geschaffene Brasilianische Hauptstadt
Brasília, deren Konturen an ein Flugzeug erinnern und die 1960 eingeweiht wurde. Oder das von deutschen Auswanderern geprägte
Blumenau im Bundesstaat
Santa Catarina. Hier wird das größte
Oktoberfest außerhalb Deutschlands gefeiert und rund 40% der Einwohner sind deutschstämmig. Im Norden des Landes befindet sich
Recife, das auch gerne als das Venedig Brasiliens, das
Veneza Brasiliera, bezeichnet wird. In der Stadt findet man 39 Brücken und 50 Kanäle sowie eine restaurierte Altstadt, in der es eine große Kunst- und Musikszene gibt. Wer in den Regenwald des Amazonas möchte, der kommt an einem Besuch der Stadt
Manaus nicht herum. Wirklich besuchenswert ist dort aber nur das Theater, das
Teatro Amazonas.
Natur, einfach überwältigend
Brasilien eignet sich aber auch hervorragend für Naturliebhaber, Wandervögel und

Tierkundler, kaum ein anderes Land der Welt hält so viele Arten und verschiedene Lebensräume bereit. Bestandteil so gut wie jeder Rundreise durch das Land und ist ein Besuch der sehenswerten
Wasserfälle von Iguaçu in der Stadt
Foz do Iguaçu. Es handelt sich hierbei um die größten und mächtigsten Wasserfälle der Welt, die von einem Nationalpark samt Vogelpark und Stausee umgeben sind. Ein etwa ein km langer Rundweg führt auf der brasilianischen Seite an die Wasserfälle heran, am Größten, dem
Garganta do Diabo fällt das Wasser rund 90 m tief. Eine Besichtigung ist auch auf der argentinischen Seite der Wasserfälle im
Parque Nacional de Iguazú möglich, wo es mehr Stege und Aussichtspunkte gibt.
Ein einmaliges Naturschauspiel befindet sich rund 20 km von Manaus entfernt, das
Encontro das Águas. Hier trifft das dunkle Wasser des
Rio Negro auf das gelblich gefärbte Wasser des
Rio Solimões. Durch den Temperaturunterschied des Wassers fließen die Flüsse wie an einer Linie getrennt nebeneinander her.
Aber auch eine Bootstour entlang des Amazonas im gleichnamigen
Bundesstaat kann tief beeindrucken. Entlang seines Ufers erstreckt sich der einmalige Amazonas-Regenwald mit rund 2500 Baumarten, von denen einige bis zu 1000 Jahre alt sind. Dazu kommen Unmengen von anderen Pflanzen und Tieren, die man nur hier findet.
Ein muss für Naturfreunde ist ein Besuch des größten Feuchtsavannengebietes, des Pantanals. Er erstreckt sich in den Bundesstaaten
Mato Grosso und
Mato Grosso do Sul auf einem Areal von rund zweitausenddreihundert Quadratkilometern voller Pflanzen und Tieren. Beobachten kann man hier unter anderem Kaimane, Wasserschweine, Anakondas von bis zu 10 m Länge, Piranhas, Brüllaffen, Sumpfhirsche, Nasenbären und zahlreiche Vogelarten. Als Ausgangsorte für Touren durch das Pantanal eigenen sich
Cuiabá,
Campo Grande und
Corumbá.
Wer Strand mag, der wird sich in Brasilien verlieben,

hat es doch die längste Küste der Welt, an der sich unzählige Strände befinden. Im Falle der
Dünen von Lençois Maranhenses handelt es sich sogar um einen Nationalpark, dessen Dünen sich rund 80 km entlang der Küste und zum Teil bis zu 30 km in das Landesinnere erstrecken. Die Temperaturen können bis auf 50 Grad steigen und es gibt bis zu 50 m hohe Wanderdünen. Wesentlich touristischer geht es an den großen
Stadtstränden z.B. in
Rio de Janeiro zu, die perfekt erschlossen und über eine sehr gut Infrastruktur von der Dusche, über die Toilette bis hin zu unzähligen Strandverkäufern aufweisen. Bekannt für wunderschöne lange Strände sind auch
Fortaleza mit seiner
Praia da Fontes und anderen
Stränden. An den vielen Stränden von
Armação dos Búzios ging sogar schon Brigitte Bardot in den 60er Jahren spazieren und auch heute noch ist der Ort vor allem bei Touristen aus Rio sehr beliebt. Auf der Regenwaldinsel
Morro de São Paulo sind die
Strände praktisch durchnummeriert und laden zu ausgedehnten Wanderungen am klaren Wasser ein.
Kultur für jedermann
Wer lieber Bildungsreisen unternimmt, der hat in Brasilien die Qual der Wahl, so vielfältig sind die Angebote.

Alleine die Metropolen
São Paulo und Rio alleine strotzen nur so vor Museen. Hier gibt es Ausstellungen über die
Kunst Lateinamerikas, die zeitgenössische Kunst des Landes, zu berühmten Ereignissen und Persönlichkeiten, zur
Schlangenkunde und zu anderen Themen aus Naturwissenschaft, Alltag und Kunst. Oscar Niemeyer hat als Architekt im ganzen Land seine Spuren hinterlassen, nicht nur in der Landeshauptstadt. Eines seiner Meisterwerke, die
Catedral de São Sebastião, befindet sich mitten in Rio und zieht ebenso wie die
Kathedrale in Brasília jedes Jahr unzählige Besucher an. Ein weiteres Niemeyer-Bauwerk befindet sich in
Niterói. Das Museu de Arte Contemporanea, das zu den sieben Weltwundern der Modernen Architektur zählt, liegt direkt gegenüber von Rio de Janeiro.
Zwar nicht ganz kulturell wertvoll aber nicht weniger wichtig sind die zahlreichen Möglichkeiten zum Einkaufen.
Shoppingcenter wie das
Center Norte in São Paulo findet man in jeder größeren Stadt und vor allem Lederwaren sind in der Regel deutlich günstiger als in Europa.
Essen, wie im Paradies
Auch kulinarisch wird es in Brasilien nie langweilig,

dafür gibt es eine viel zu große Auswahl an
Restaurants,
Bars und vor allem frischen Zutaten. Das Nationalgericht des Landes ist die so genannte
feijoada, deren genaue Zutaten ja nach Region variieren. Im Großen und Ganzen besteht sie aber aus Schweinefleisch, Speck und Wurst in einer dunklen Soße, Bohnen, Kohl, gebratenem Maniokmehl und zur Unterstützung der Verdauung einer Orange und einem Caipirinha. Im Norden kommt viel frischer Fisch auf den Tisch und weiter im Süden wird in den
Churrascarias frisch gegrilltes Fleisch angeboten. Fast an jeder Ecke findet man aber auch die preiswerten Kilorestaurants, bei denen man sich am Buffet bedient und dann nach Kilo abgerechnet wird. Ebenso allgegenwärtig sind Pizzerias und Sushirestaurants.
Getrunken wird in ganz Brasilien Bier, das fast schon als Nationalgetränk bezeichnet werden kann. In den heißeren Regionen trinkt man es meist aus nur kleinen Gläsern und zum Teil sogar mit Eis, damit es nicht vor dem Genuss zu warm wird. Ebenso beliebt sind
Caipirinhas aus verschiedenen Früchten und mit unterschiedlichen Alkoholsorten zubereitet. Auch Fruchtsäfte und Kokoswasser werden gerne getrunken.
Übernachten, von einfach bis luxuriös
Das Hotelangebot in Brasilien ist in etwa so groß und vielfältig wie das Land selber. Von

einfachen Unterkünften mit keinem oder einem Stern reicht es bis hin zu luxuriösen Hotels, die man meistens in den großen Städten findet. Als Klassiker unter den brasilianischen Hotels gilt das 1920 eröffnete
Copacabana Palace unweit des berühmten Strandes in Rio. Es ist besonders bekannt für teure Hochzeiten und bietet eine schöne Aussicht auf die Bucht und den Strand. In einem alten Kloster kann man dagegen in Salvador de Bahia übernachten. Der elegante
Convento do Carmo befindet sich mitten in der Altstadt und das bekannte Hotelrestaurant bietet nationale und internationale Spezialitäten. Ein berühmtes Designhotel ist das
Unique mitten in São Paulo,

dessen Schwimmbad auf der Dachterrasse mit grandioser Aussicht blutrotes Wasser zu beinhalten scheint. Ebenfalls über ein außergewöhnliches Design verfügt das
Hotel Cocoon in Salvador de Bahia. Die Architektur erinnert stark an das organische Design der 60er Jahre und vermittelt dem Gast ein Gefühl von willkommener Wohligkeit. Als echtes Wohnerlebnis kann das
Ariau Amazon Towers Hotel bezeichnet werden, das sich in den Baumwipfeln von Manaus befindet. Alles befindet sich dort in luftiger Höhe, von der Rezeption über die Zimmer bis hin zum Wellnessbereich. Mitten im Amazonasregenwald befindet sich das
Amazon Village. Die Anlage ist in die umgebende Natur integriert und gilt als Ausgangspunkt für Bootsfahrten auf dem Amazonas und Regenwald-Trekking. Sehr beliebte Unterkünfte sind die meist kleinen Pousadas, die man so gut wie in jedem Ort findet. Fast direkt am Strand wohnt man z.B. in der
Pousada do Frade in
Porto de Galinhas. Ruhig und dennoch nicht weit weg von der Innenstadt von
Florianópolis und dem Flughafen ist es in der
Pousada Vila Tamarindo. Traumhafte Beachresorts befinden sich einige entlang der Küste, meist mit direktem Zugang zum Strand, großen Poollandschaften und erstklassigem Service. Das ruhig gelegene
Oasis Atlantico Praia Das Fontes ist z.B. nicht nur ein Strandhotel, sondern auch ein Familienhotel mit viel Platz. An den großen Stränden haben auch viele größere Hotelketten Häuser, wie z.B. das
Pestana Natal Beach in
Natal, wo man an rund 300 Sonnetagen das wärmste Wasser Brasiliens genießen kann.
Die Hotellandschaft in Brasilien ist sehr vielfältig, so dass dort jeder ein Hotel nach seinem Geschmack und auch nach seinem Geldbeutel finden sollte.
Weiterlesen
Weitere Informationen über Brasilien und seine Einwohner wie z.B. die Seiten des Brasilianischen Tourismusamtes, Reiseberichte, Informationen des Auswärtigen Amtes zu Brasilien und private Seiten, die sich mit dem Thema Reisen nach Brasilien beschäftigen, kann man im Bereich der
Webtipps zu Brasilien finden.
Boa viagem!