Bewertung von bjoern im Detail
Am grünen Donnerstag feierte das Aladin seinen 20ten Geburtstag. Zu finden ist es in Bremen, Hemelingen (Abfahrt Hemelingen von der A1). Die lila Fassade des Hauses ist ein gutes Erkennungsmerkmal. Der angrenzende Parkplatz ist ziemlich klein, es bestehen aber Parkmöglichkeiten in etwa 400 Meter Entfernung. Im Internet findet sich das Aladin unter www.aladin-bremen.de. Direkt ans Aladin grenzt das Tivoli, eine Verbindung zwischen diesen beiden Discotheken besteht und wird auch öfters mal geöffnet.
In der Regel hat das Aladin Mittwochs, Freitags und Sonntags geöffnet. In diesem Jahr war ich noch nicht dort (ist halt noch nicht wirklich Motorradsaison aber dazu später mehr), daher kann ich die Eintrittspreise in Euro nicht nennen, billig war es aber noch nie :-)
Räumlichkeiten
In vorderen Bereich auf der linken Seite befindet sich eine Art Imbiss, auf der rechten Seite ein gemütliches Cafe mit Sitzgruppen, Billiard-Tisch und Theke. Der Hauptbereich beinhaltet eine große Tanzfläche, davor sind Bars und Sitzmöglichkeiten untergebracht, letzteres wird von einer Art riesigem Balkon überdacht, auf dem sich wiederum eine Bar und der DJ befinden. Von dort hat man auch einen sehr guten Ausblick auf die Tanzfläche. Ebenfalls im ersten Stock (von hier erreicht man den Balkon) befindet sich ein weiteres Cafe. Toiletten und Garderobe befinden sich im Keller.
Musikrichtungen, Events
Techno und HipHopp sucht man hier vergebens. Der Schwerpunkt liegt eindeutig in Richtung Hardrock und Metal. Im allgemeinen gilt: je später der Abend, desto härter die Musik. Spezielle Hard-Rock-Nächte werden regelmäßig durchgeführt. Ebenfalls regelmäßig finden Konzerte statt, so sind hier schon Bonnie Tyler, Doro und diverse andere Bands aufgetreten. Aber auch die Prinzen und Judas Priest waren im März 2002 hier.
Publikum
Das Publikum ist durch weg gut gemischt, das Durchschnittsalter liegt bei Ende 20 (geschätzt). Das Aladin ist zwar bekannt für viele skurile Figuren, die dort ein- und ausgehen, trotzdem fällt man hier auch in normalen Klamotten oder sogar im Anzug (ja ich habe es ausprobiert :-)) wenig bis gar nicht auf. Besonders beliebt ist das Aladin bei Motorradfahrern, war es doch lange Zeit der einzige Laden, in den man mit voller Lederkleidung rein gekommen ist. In warmen Sommernächten sind vor der Tür des Aladins schon über 400 Motorräder gezählt worden und oft spielt sich das Leben dann auch vor der Tür ab. Lederhosen und/oder jacken sind aber eindeutig die häufigsten Kleidungsstücke.
Was sonst noch
Die Musikanlage ist schon ein wahre Pracht. Man kann den Sound einfach nicht beschreiben, man muss in erleben. Im allgemeinen sind die Höhen etwas rausgedreht dafür sind die Bässe aber voll drin. Dieser Umstand gab dem Aladin auch seinen Spitznamen Dröhn.
Selbstverständlich verfügt das Aladin über eine sehr gute Laseranlage, die Anzahl der Türsteher ist mehr als ausreichend, die Kontrollen am Eingang sehr gründlich.
Meine Meinung
Ich erinnere mich noch ziemlich genau an die Reaktion meiner Eltern, als ich ihnen vor mehr als 13 Jahren beichtet, dass ich im Aladin gewesen bin. Meine Mutter ist aufgestanden und hat meine Arme nach Einstichpunkten untersucht. Das Aladin hatte damals den Ruf eine wahre Drogenhölle zu sein und noch wenige Jahre vorher hat es Schlagzeilen gemacht, weil die Hells Angels (eine Motorradgang) dort regelmäßig Stunk gemacht haben. Über die Jahre hat sich dieses Image nicht zuletzt aufgrund rigoroser Kontrollen aber gewandelt. Im Studium kam dann die Zeit, in der ich sozusagen den Inventarstempel hatte - ich war jeden Mittwoch, jeden Freitag und jeden Samstag dort. Selbst am heiligen Abend, kurz nach Mitternacht ging es in Richtung Dröhn. Schon damals fand ich es einfach wunderbar, mit dem Motorrad vorzufahren und ohne Probleme mit den Ledersachen rein gelassen zu werden. Natürlich spielte auch die Musik eine wichtige Rolle (es geht doch nichts über Hardrock :-)) und natürlich der Kaffee. Der Kaffee im Dröhn ist und war der beste Kaffee aller deutschen Discos.
Längere Aufenthalte im direkten Einstrahlungsbereich der Boxen haben ich auch früher schon vermieden der Gesundheit zuliebe. Aber für wenige Minuten ist es ein faszinierendes Gefühl, wenn der Bass so durch den Körper hämmert, dass man nur im Takt atmen kann.
An der Musik hat sich wenig geändert, am Ambiente ebenfalls. Die technische Aufrüstung ist fortgeschritten, moderne Lasershows sind heute ein weiteres Highlight. Und noch immer treffe ich im Dröhn Leute, die ich schon vor 13 Jahren zu den Oldies gezählt habe. Alleine die Mischung ist wunderbar, endlich komme ich mir mal nicht "alt" vor. Auch schön ist es, dass man mit seinen Klamotten nicht auffällt letztens sagte mal jemand, man könne hierher im Schlafanzug kommen und keiner würde dumm gucken und ich muss demjenigen recht geben.
Meine Lieblingsposition ist oben auf dem Balkon von hier aus kann man die gesamte Tanzfläche überblicken. Es macht einfach Spass, dort zu stehen und den anderen Leuten zu zu sehen. Die Tanzfläche selber ist aus Metall und weder zu stumpf, noch zu glatt. Gefallen tut mir auch die Rückzugsmöglichkeit in den beiden Cafes hier ist es zwar immer noch laut, aber man kann sich wenigstens einigermaßen vernünftig unterhalten.
Die Zeiten, in denen ich ständig im Dröhn war, sind vorbei. Heute komme ich meistens im Sommer stehe stundenlang vor der Tür und quatsche über Motorräder während aus den offenen Fenster die Musik nach draußen schallt. Ich bin immer noch gerne hier, auch wenn ich mir den Besuch der Hard-Rock-Nacht inzwischen verkneife, denn dann muss man um 21:00 Uhr dort sein, um überhaupt noch rein zu kommen. Drogen sind nach wie vor zu finden aber nicht mehr oder weniger als in anderen Discos auch. Die Getränkepreis sind über die letzten Jahre stabil geblieben und sind damit aus dem utopischen Bereich in den Bereich des oberen Drittels der Discowelt gerutscht teuer ist es immer noch, aber ich rede heute wenigstens nicht mehr von schweineteuer :-).
Wer sollte weg bleiben
Alle Leute, die Motorradfahrer als potentielle Gewalttäter sehen, jeder der Popmusik im Übermaß wünscht und natürlich all jene, die meinen, dass man nur aufgestylt weg gehen kann, sind im Aladin definitiv falsch. Was jetzt nicht heisst, dass man nicht auch so kommen kann ... Wer nicht volljährig ist hat bei den Türstehern wenig Chancen (ich schätze mal eine maximale Wahrscheinlichkeit von 25% darauf, dass man rein kommt). Leute mit empfindlichen Ohren sollten entweder Ohrstöpsel mitbringen oder den Einstrahlungsbereich der Boxen meiden.
Fazit
Das Aladin ist besser als sein alter, aber nicht schwindender Ruf. Für Motorradfahrer und Hard- und Metalfans ist es ein Muss. Wer gerne Leute beobachtet ist hier genauso richtig es gibt viel zu sehen. Die Preise sind allerdings ziemlich hoch. Besonders zu empfehlen ist das Aladin im Sommer, wenn wahre Horden von Motorradfahrern dort sind. Eins sollte man aber nie vergessen: der Spitzname DRÖHN ist berechtigt :-)
Aladin-Music-Hall7
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Atmosphäre
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Flirteignung