Bewertung von Myhnegon im Detail
Myhnegon
Bremen, Deutschland99%
Als gebürtige Bremerin möchte ich Euch eine ganze besondere Attraktion Bremens vorstellen...
___Das Märchen (frei nach der Fassung der Gebrüder Grimm aus dem Jahre 1857)___
Nachdem ein Esel jahrelang treu und brav die Säcke zur Mühle getragen hat, aber nun zu alt dafür wurde, entschloss sich sein Besitzer in abzuschaffen. Der Esel ahnte jedoch, was auf ihn zukam, weshalb er Reißaus nahm und sich auf den Weg nach Bremen machte, wo er Stadtmusikant werden wollte. Unterwegs traf er einen Hund, eine Katze und einen Hahn, die einem ähnlichen Schicksal entgegensahen wie er, sodass sie sich entschlossen sich ihm anzuschließen. Am ersten Abend ihrer Reise gelangten sie in einen Wald und als sie gerade nach einem Rastplatz Ausschau hielten, fiel ihnen eine Hütte auf, in der einige Räuber munter speisten. Da diese Räuberhütte ausgesprochen einladend aussah, überlegten sie, wie sie die Räuber vertreiben und somit zu Besitzern der Hütte werden könnten. Schließlich kletterte der Hund auf den Esel, die Katze auf den Hund und der Hahn auf die Katze und jeder begann seine Musik zu machen. Derart schauderlich anzusehen und anzuhören krachten sie durch ein Fenster in die Hütte und jagten den Räubern einen derartigen Schrecken ein, dass diese die Flucht ergriffen.
Nachdem die Tiere ihr Mahl in der Räuberhütte vollendet und sich Ruheplätze gesucht hatten, hatten die Räuber sich jedoch von dem ersten Schrecken erholt. Da in der Hütte mittlerweile alles duster war, beschlossen sie nachzusehen, ob sie die Hütte nicht wieder in ihren Besitz bringen könnten und schickten einen Späher hinein. Dieser versuchte jedoch an den glühenden Katzenaugen ein Streichholz zu entzünden, wofür ihm die Katze das Gesicht zerkratzte, dann bekam er noch einen Biss vom Hund und einen Tritt vom Esel sowie einen Mordsschreck vom Kikeriki des Hahns, sodass er völlig verängstigt zu seinen Kameraden zurückkam. Da er nicht gesehen hatte, was ihn angegriffen hatte, erzählte er seinen Kameraden, dass ihm eine Hexe das Gesicht zerkratzt habe, ihn anschließend erst ein Mann mit einem Messer und dann einer mit einem Knüppel angegriffen habe und letztlich der Richter gerufen habe Bring mir den Schelm her. So kam es, dass die Räuber nicht mehr in das Haus zurückkehrten und die Bremer Stadtmusikanten dort ihren Lebensabend verbrachten...
___Weitere Informationen zum Märchen___
- Die Ursprünge des Märchens liegen im Mittelalter. Es beruht auf dem Hintergrund, dass seit 1339 die in der Hansestadt bekannten "Stadt- und Raths-Musici" vom Turm der Kirche "Unser Lieben Frauen" bliesen oder bei Festen spielten. Diese "Stadtmusikanten&quo t; nahmen - wie im Märchen - immer wieder fahrende Musikanten auf. (Quelle: http://www.bremen-tourism .de/)
- Auf das Zitat "...etwas Besseres als den Tod findest du überall..." greift Carl Zuckmayer in seinem Werk 'Der Hauptmann von Köpenick' zurück. (Quelle: http://de.wikipedia.org)
- Das Märchen der Bremer Stadtmusikanten wurde in etliche Sprachen übersetzt und ist auf der ganzen Welt bekannt.
___Die Statue___
Hinter dem Rathaus oder besser gesagt an der Westseite des Bremer Rathauses, also schräg gegenüber des Bremer Rolands, steht die wohl bekannteste Statue der Bremer Stadtmusikanten. Diese 2 Meter hohe Bronzeplastik des Künstlers Gerhard Marcks aus dem Jahre 1951/3 zeigt die vier Tiere in ihrer Angriffsformation, also ganz unten den Esel, darüber den Hund, die Katze und den Hahn. Gemäß einer Sage darf man sich etwas wünschen, wenn man die Hufe des Esels berührt und dabei die Augen schließt, weshalb die die Statue an dieser Stelle glänzend ist. In Bremens Partnerstadt Riga in Lettland steht eine ähnliche Statue.
Eine weitere, ausgesprochen plüschige Ausgabe der Bremer Stadtmusikanten ist in der Böttcherstraße zu finden. Darüber hinaus gibt es die Bremer Stadtmusikanten in den verschiedensten Variationen zu kaufen, sei es als Miniatur der Bronzestatue, als Plüschversion oder als Aufdruck auf Tassen und T-Shirts. Außerdem hat irgendein Scherzkeks ein B-Team der Bremer Stadtmusikanten erfunden, welches aus einem Schwein, einem Huhn, einem Fisch und einem Schmetterling besteht.
___Meine Meinung___
Obwohl ich gebürtige Bremerin bin, muss ich gestehen, dass ich bei meinen Recherchen das erste Mal davon gehört habe, dass man sich bei Berührung der Eselshufe/-beine etwas wünschen darf. Das muss ich bei nächster Gelegenheit mal ausprobieren. Jedenfalls erklärt das auch gleich, warum die Statue sich so großer Beliebtheit erfreut, da sie rein optisch meiner Meinung nach nicht allzu viel hermacht. Zwar sind die Tiere in dieser Formation durchaus ungewöhnlich und auch irgendwie niedlich anzusehen, aber da sie aus Bronze ist, ist sie nicht gerade farbenfroh und ein Blick reicht eigentlich aus, um alles wichtige gesehen zu haben. Vielleicht empfinde ich das aber auch nur so, weil ich damit aufgewachsen bin, denn bei den Touristen fällt mir immer wieder auf mit welcher Begeisterung sie sich auf die Statue stürzen, wobei auch die Fotos nicht fehlen dürfen. Andererseits ist das wohl bei allen Denkmalen so.
Wesentlich fröhlicher sieht die Plüschversion aus, welche scheinbar in der Böttcherstraße zu finden ist und welche ich zugegebenermaßen bisher auch nur im Rahmen meiner Recherchen auf einem Foto entdeckte. Somit muss ich wohl zugeben, dass ich mich bisher noch nicht großartig mit dieser Sehenswürdigkeit meiner Geburtsstadt befasst habe, aber ich finde, es hat sich gelohnt. Jedenfalls liegt die größere Attraktivität der Plüschversion zum einen darin, dass sie farbenfroher ist und zum anderen darin, dass es keine so kantige, sondern eine eher lebensnahe Darstellung der vier Tiere ist. Sie fasst sich vermutlich auch besser an, aber dafür erfüllt sie halt keine Wünsche, was ein wesentlicher Nachteil ist. Eher kleine Wünsche erfüllen die vielen Merchandisingprodukte der Bremer Stadtmusikanten, die auf jeden Fall ein schönes Mitbringsel darstellen. In diesem Falle finde ich den Merchandisingwahn durchaus angebracht, da es sich schließlich um ein anerkanntes Wahrzeichen Bremens handelt.
Weniger gelungen finde ich das B-Team, obwohl dieses zumindest einen gewissen Humor nicht vermissen lässt. Dennoch finde ich es nicht wirklich gut, dass die Bremer Stadtmusikanten auf diese Art und Weise veräppelt werden, da die Geschichte doch einen sehr wahren und wichtigen Kern hat, bei dem sich die Schwachen und Alten durchsetzen und einen verdient ruhigen Lebensabend genießen. Somit macht es nicht nur mit dem Satz Etwas besseres als den Tod findest Du überall Mut, sondern es zeigt auch, was man erreichen kann, wenn man zusammenhält und wenn man nicht aufgibt. Schließlich ist der Esel auch so was wie ein strahlender Retter, da er die anderen Tiere erst auf den richtigen Weg bringt und sie so vor einem unnötigen Tod bewahrt. Dies gibt einem je nach Veranlagung entweder die Hoffnung gerettet zu werden oder zeigt einem, dass es sich lohnt, seinen eigenen Weg zu gehen, da man so vielleicht jemanden retten kann.
___Fazit___
Da ein Besuch bei den Bremer Stadtmusikanten einfach dazugehört, wenn man mal in Bremen ist (und das nicht nur, weil man sich dort etwas wünschen darf), bekommen sie eine klare Empfehlung von mir, und da sich ihre Darstellung glücklicherweise nicht nur auf die eher schlichte Bronzeplastik beschränkt, sondern sie in den erstaunlichsten Formen anzutreffen sind, in denen sie sich übrigens auch gut als Mitbringsel oder Andenken eignen, bekommen sie auch komplette 100% von mir.
Bremer Stadtmusikanten10
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Zustand
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Historische Bedeutung