Bewertung von squarerigger im Detail
squarerigger
Kandel, Deutschland97%
Als man vor einigen Jahrzehnten bei Baggerarbeiten in der Weser ein relativ gut erhaltenes Wrack einer alten Hansekogge fand, war man sich schnell darüber im Klaren, daß man hier ein archäologisches Kleinod gefunden hatte, denn vorher gab es kaum Relikte aus der Zeit der Hanse, jener Gemeinschaft von Handelsstädten, die im Mittelalter zu den mächtigsten Gruppierungen im Norden Europas gehörten.
Was man damals aber noch nicht wußte, war die Tatsache, daß sich rund um dieses Wrack ein faszinierendes Museum, welches sich mit sämtlichen Aspekten der Schifffahrt befasst, entstehen würde. Und doch wurde die Hansekogge, die in jahrzehntelanger Kleinarbeit konserviert wurde, zum Grundstein für das Deutsche Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven.
Heute präsentiert das Nationalmuseum Deutsches Schifffahrtsmuseum, wie es offiziell heißt, eine beeindruckende und hochinteressante Geschichte der deutschen Schifffahrt.
Angefangen von den ersten Anfängen in grauer Vorzeit bis hin zu den jüngsten Entwicklungen wird die Geschichte der Schifffahrt anhand von Schiffsmodellen, Gemälden, Ausrüstungsteilen von Schiffen und sogar anhand von echten Schiffen und Booten erläutert. Das ganze wird in einer museumspädagogisch hochwertigen, interessanten Art und Weise präsentiert, so daß auch Landratten Gefallen an der Ausstellung finden können. Für mich als alten Seebär ist dieses Museum eine wahre Fundgrube, wo ich mein Wissen zum Thema bei jedem neuen Besuch erweitern kann.
Sämtliche Teile der Ausstellung hier aufzuzählen würde wohl den Rahmen dieses Berichts sprengen, deshalb möchte ich hier nur ein paar Teile erwähnen, die meiner Meinung nach besonders interessant sind.
Da wäre natürlich zum einen die Hansekogge, die Urzelle dieses Museum, zu nennen. Das inzwischen konservierte Wrack verblüfft bereits durch seine schieren Abmessungen; es ist schon erstaunlich, daß bereits im Mittelalter Schiffe mit einer solchen Tragfähigkeit gebaut werden konnten, die so seetauglich waren, daß die Seeleute der Hanse damit bis nach Nahost und an die Küsten Afrikas fahren konnten.
Sehr interessant ist auch die Abteilung, die sich mit der Geschichte der deutschen Hochseefischerei, deren Hochburg bekanntlich Bremerhaven war, befasst. Eindrucksvoll werden die harten Arbeitsbedingungen, unter denen die Fischer arbeiten mußten und müssen, damit in der heimischen Pfanne die Fischstäbchen zubereitet werden, vermittelt.
Ein relativ neuer, aber gerade für die von der Automobilindustrie geprägte deutsche Wirtschaft ungemein wichtiger Zweig der modernen Hochseeschifffahrt wird in einer Ausstellung, die sich mit dem modernen Autotransport beschäftigt, dargestellt. Auch dieser Teil der Ausstellung paßt natürlich hervorragend zu Bremerhaven, denn dort findet man die größte Drehscheibe für Automobillogistik in ganz Deutschland.
Sehr beeindruckend ist auch der Ausstellungsteil, welcher sich mit der Seenotrettung an den deutschen Küsten befasst. Gerade wer wie ich selbst zur See fährt, egal ob hobby- oder berufsmäßig, der weiß den Einsatz der Männer der DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger), die oft genug ihr eigenes Leben riskieren, um andere Leben zu retten, zu würdigen. Insofern haben diese Männer (und inzwischen vereinzelt auch Frauen) der DGzRS es verdient, daß ihnen im Deutschen Schifffahrtsmuseum ein Denkmal gesetzt wurde.
Besucht man das Museum mit Kindern, so ist auf jeden Fall der 'Miniport' im Keller des Museums zu empfehlen. Hierbei handelt es sich um ein großes Wasserbecken, in dem die Besucher die Möglichkeit haben, funkferngesteuerte Schiffsmodelle fahren zu lassen.
Am beeindruckendsten sind jedoch die Museumsschiffe, die außerhalb des eigentlichen Museumsgebäudes im Museumshafen bewundert werden können. Das Wahrzeichen des deutschen Schifffahrtsmuseums ist wohl die Bark 'Seute Deern', einer der letzten noch existierenden Rahsegler mit Holzrumpf. Aber a uch weitere Exponate laden zum Besuch ein, z.B. ein ausgemustertes Schnellboot der Kriegsmarine, die 'Kranich', der alte Hochsee-Bergungsschlepper 'Seefalke' oder das alte Walfangboot 'Rau X'.
Ich kann einen Besuch im Deutschen Schifffahrtsmuseum nur empfehlen. Allerdings sollte man ein paar Stunden Zeit mitbringen, denn wenn man sich dort alles anschauen will, dann kann das ein bißchen dauern. Der Eintrittspreis beträgt für Erwachsene 5 Euro. Geöffnet ist das Museum täglich von 10.00 bis 18.00. Weitere Infos findet man im Web unter www.dsm.de.
Deutsches Schiffahrtsmuseum10
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Architektur
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Konzept
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Exponate
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Bedeutung