Brno (Brünn) ist die Hauptstadt der Region Südmährens und die zweitgrößte Stadt der Tschechischen Republik. In Brno findet man unzählige historische Denkmäler und Sehenswürdigkeiten. Die wichtige Messestadt ist umgeben von vielen Naturschutzgebieten, Parks und auch das berühmte Schlachtfeld von Austerlitz (Slavkov) liegt quasi vor den Toren der Stadt. Die Stadt gilt als führende Industriestadt der gesamten Nation. Im Jahre 1998 wurde in Brno die erste Moschee der Tschechischen Republik gebaut.
Geschichte

Der griechische Mathematiker Claudius Ptolemaeus erwähnte in seinen Werken eine Siedlung namens Eburodunum. Heute geht man davon aus, dass damit das heutige
Brno gemeint war. Sicher ist dies jedoch nicht, da es auch in der heutigen
Schweiz zur gleichen Zeit eine Siedlung dieses Namens gab. Sicher ist, dass in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts hier die Burg Brünn errichtet wurde und auch eine erste Erwähnung der Siedlung Brünn taucht in den Analen der Geschichte auf. Stadtrechte bekam Brno jedoch erst 1243, als Wenzel I. hier seine Stadt gründete. Aus dieser Zeit stammt auch die erste Erwähnung der berühmten
Festung Špilberk, die durch den böhmischen König Premysl Ottokar II. errichtet wurde. Zunächst war
Olmütz die Hauptstadt
Südmährens, musste dann aber 1641 diesen Titel an Brno abgeben. Ab da sollte die Stadt vielfach belagert werden. Zuerst versuchten die
Schweden 1643 erfolglos die Stadt einzunehmen. Preußische Truppen versuchten es 100 Jahre später auch, mussten sich aber ebenfalls vor den Toren der Stadt geschlagen geben. 1805 fand schließlich noch beim heutigen
Prace, ganz in der Nähe von Brno, die berühmte
Schlacht von Austerlitz statt.
In Brno haben immer viele deutschsprachige Einwohner gelebt. Nach dem ersten Weltkrieg lebten hier zum Beispiel circa 55.000 deutschstämmige Personen. Ein anderer wichtiger Teil der Bevölkerung waren die Juden (circa 12.000). Als am 15. März 1939 das Reichsprotektorat Böhmen und Mähren gebildet wurde, fing man jedoch an die Juden zu verfolgen. Letztendlich wurden 9.064 Juden in diversen Konzentrationslagern deportiert. Als der zweite Weltkrieg endete lebten nur noch 700 der deportierten Juden. Nach Kriegsende kam es zum Brünner Todesmarsch (Beginn am 31. Mai 1945) und zur Vertreibung aller deutschen Einwohner in der Stadt. Circa 27.000 wurden gewaltsam zum Verlassen der Stadt gezwungen und sie mussten zu Fuß die 60 Kilometer bis zur
österreichischen Landesgrenze zurücklegen. Bei diesem Todesmarsch starben etwa 5.200 Personen.
Sehenswürdigkeiten und Spaziergänge

Zu sehen gibt es vieles in Brno. Weiter oben wurde bereits die
Festung Špilberk erwähnt. Die Anlage wurde um die Mitte des 13. Jahrhunderts auf einen Felshügel gegründet, der sich unmittelbar über dem Zentrum der Stadt erhebt. Während der Jahre 1987-1992 fanden umfangreiche Renovierungsarbeiten statt. Es sollte der Zustand des ausgehenden 18. Jahrhunderts wiedergegeben werden, also die Zeit des Umbaus von einer Festung zum berüchtigten Kerker der josephineschen Zeit. In den Sommermonaten werden im Burghof und in den anderen Räumlichkeiten kulturelle Veranstaltungen, Konzerte, Theateraufführungen, historische Darbietungen und sportliche Wettbewerbe organisiert. Im Museumstrakt und in den Kasematten werden ständig Expositionen und Wechselausstellungen präsentiert.
In Brno und Umgebung finden Wandervögel zahlreiche, gut markierte Wanderwege. Zu den beliebtesten Wanderwegen überhaupt gehört die Trasse um den Brünner Stausee. Er führt in den Naturpark Podkomorské Wälder am rechten Ufer, weiter zur
Burg Veveří (Eichhorn) in
Veverská Bítýška und auf die andere Seite des Stausees.

Eine weitere interessante Sehenswürdigkeit ist die modernistische
Villa Tugendhat. Die funktionalistische Villa im Stadtteil Černá Pole wurde von dem Architekten Ludwig Mies van der Rohe 1928 für die Familie des Industriellen Tugendhat entworfen und gebaut. Das Gebäude gehört seit dem Jahr 2001 zum Weltkulturerbe der UNESCO und wurde dort als "Denkmal moderner Architektur" eingetragen. Der Film "
Das Haus Tugendhat, Leben im Kunstwerk" vermittelt übrigens einen guten Einblick in die Villa und seiner Geschichte. Ausschließlich geführte Besichtigungen von Mittwoch bis Sonntag. Beginn der Führung jeweils zur vollen Stunde. Telefonische Reservierung wird erbeten.
Nördlich der Stadt, in den ziemlich ausgedehnten Wäldern um
Adamov, gibt es eine andere interessante Sehenswürdigkeit - eine Sammlung von Denkmälern die Förster J. Opletal hier einrichtete. Hier entlang führt übrigens auch eine weitere interessante Wanderstrecke, die von
Babice nad Svitavou ausgeht. Gut erkennbare Hinweisschilder und Streckenmarkierungen führen zunächst zu einem Hügel, auf dem einst die gotische Burg Ronov stand, von dort weiter bis zum kleineren Arboretum U lípy (Zur Linde), in das Örtchen Útěchova und schließlich um einen künstlich angelegten See herum bis nach
Bílovice nad Svitavou.

Die
St.-Peter- und Paul-Kathedrale befindet sich auf einer Anhöhe mitten in Brno. Von weitem sticht einem die Kirche schon ins Auge. Früher stand hier eine romanische Kirche. Dieses Kirchengebäude wurde im 14. Jahrhundert umgebaut und erhielt nun ein gotisches Aussehen. Nach einem Kirchenbrand wurde die Kirche in den Jahren 1743 bis 1748 neu gestaltet. Die gesamte Rekonstruierung wurde erst 1909 fertig gestellt. Die Kathedrale selbst kann kostenlos besichtigt werden. Weiter können die Gruft und die Schatzkammer gegen einen kleinen Obolus besichtigt werden. Wer so mutig ist, die Türme hinauf zu steigen, wird mit einem traumhaften Ausblick über die gesamte Stadt belohnt werden.
Abwechslungsreich und lehrreich ist übrigens die markierte Wanderroute von
Austerlitz (Slavkov u Brna), über
Schloss Austerlitz (Slavkovský zámek) mit der Dauerausstellung über Napoleon und die Schlacht von Austerlitz. Von dort führt der weiterhin gekennzeichnete Wanderweg zur Einsiedelei Lutršték und in das Dorf
Letonice. Der letzte Abschnitt der Wanderroute führt nach Bučovice, wo man Schloss Bučovice besichtigen kann.

Die Abtei St. Thomas in Alt Brünn ist heißt zwar offiziell
Augustiniánské opatství svatého Tomáše na Starém Brně, wird aber in der Regel nur St. Thomas-Kirche genannt, weil dies wesentlich einfacher auszusprechen und zu behalten ist. Die Klosterkirche ist aufgrund des Bildes der wundertätigen schwarzen Madonna, der Wunder wirkenden Stadtpatronin, weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Papst Johannes Paul II. erhob die Abteikirche der Augustiner-Eremiten 1987 zur Basilica minor. Königin Elisabeth, Witwe des Königs Wenzels II. und Witwe Rudolfs von Habsburg, gründete hier im Jahr 1323 als das Zisterzienserinnenkloster
Aula Sanctae Mariae. Im Rahmen der Josephinischen Reformen musste das Kloster im Jahre 1782 allerdings aufgelöst werden und die Ordensschwestern wurden vertrieben. Ein Jahr später zogen die Mönche des Ordens Augustiner-Eremiten im Rahmen einer weiteren Zwangsumsiedlung in das leer stehende Kloster ein. Die Ordensbrüder blieben hier bis 1950, bis sie von der kommunistischen Regierung vertrieben wurden. Erst 1989 konnten die Mönche in ihr Kloster zurückkehren und heute ist das Kloster die
weltweit einzige Abtei des Augustiner-Eremitenordens.
Wer weitere interessante großstadtnahe Wanderwege sucht, sollte sich in das Stadtteil Brno-Líšeň begeben. Dort ist nämlich der Startpunkt vieler Wanderrouten. Eine davon führt unter anderem zu den Höhlen bei
Ochoz u Brna. Auch Radwanderer können diese gut ausgeschilderten und ständig gepflegtenTrassen benutzen - eine davon führt sogar bis nach
Wien.
Übernachten

Das
Grandhotel Brno ist ein traditionelles Vier-Sterne-Hotel. Im Herzen der Brünner Altstadt, gegenüber vom Hauptbahnhof und nur wenige Gehminuten von den historischen Sehenswürdigkeiten und dem Messegelände entfernt. Das
Royal Ricc Hotel ist ein romantisches Anwesen, in einem barocken Bauwerk aus dem Jahr 1596 gelegen, mitten in der historischen Altstadt von Brno. Zur Innenausstattung des Hotels zählen antike Möbel, eine auserlesen schöne Kunstsammlung, ein elegantes Restaurant, ein Weinkeller, eine Lobbybar und gemütliche Gästezimmer. Das
Best Western Premier International Brno ist ideal im Stadtzentrum gelegen und mit hervorragender Ausstattung für sowohl Geschäfts- als auch Urlaubsreisende geeignet. Eine Übersicht der beliebtesten Hotels in Brno findet man
hier.
Brno im Netz
Auf dieser privaten Webseite mit dem Titel "
Einsame Camper" findet man eine bebilderte Reisereportage. Der Autor beschreibt in der Reportage die Stadt Brno und geht detailliert auf alle besuchten Sehenswürdigkeiten ein. Bei
Wikipedia kann man die wichtigsten Daten über Brno nachlesen und sich unter anderem über die Geschichte und einige Sehenswürdigkeiten der Stadt informieren. Die Informationen des
Brünner Kulturzentrums umfassen Themen wie aktuelle Ausstellungen in den diversen Galerien der Stadt, laufende Programme der Kinos und verschiedene Ausflugstipps in der Rubrik "wohin in Brünn".