Burgdorf (nicht zu verwechseln mit der Partnerstadt Burgdorf bei Hannover in Deutschland) hat knapp 15000 Einwohner wovon rund 2350 (15,6%) Ausländer sind was die Kombination von Tradition und mulikulturellem Zusammenleben unterstreicht. Arbeit, Schulen/Ausbildung, Kultur, Freizeit/Erholung ist alles vorhanden.
Geographische Lage
Burgdorf liegt im Schweizer Mittelland im
Kanton Bern in der Mitte zwischen der
Hauptstadt Bern (Entfernung rund 20 km) und
Solothurn.

Sie gilt als das Tor zum Emmental am Fluss Emme welcher dem Tal wie auch dem berühmten Emmentaler Käse den Namen gibt. Verkehrstechnisch liegt Burgdorf ebenfalls ausgezeichnet. Wenige Kilometer entfernt in Kirchberg ist man mit der Autobahn A1 (Bern - Zürich oder Basel) ans Schweizerische Nationalverkehrsnetz angeschlossen. Burgdorf selber liegt an der Hauptachse der Schweizerischen Bundesbahn Bern - Olten und weiter nach Zürich oder Basel mit Schnellzügen jede Stunde. Der Flughafen Zürich-Kloten kann mit dem Zug bequem in rund 75 Minuten erreicht werden. Mit dem Auto dauert es ohne Stau ungefähr gleich lang.
Geschichte
1175 wurde Burgdorf erstmals urkundlich erwähnt. Die Stadt wurde von den Zähringern (Berchtold IV, auch Namensgeber der Stadt) gegründet. Auch das Wahrzeichen der Stadt,
das Schloss wurde um diese Zeit gebaut.

Ungefähr ein Jahrhundert später gingen die Stadtrechte an die Habsburger über und nochmals ein Jahrhundert später wechselte die Herrschaft über die Stadt (wie auch Thun) zu den Berner Landvögten über. Dies nach dem "Burgdorfer Krieg". 1706 brannten in der Altstadt 45 Häuser nieder was bedeutet, dass praktisch alle Häuser in der Burgdorfer Altstadt aus den Jahren danach stammen. Bereits im Jahre 1726 fand die erste Solennität (Solätte auf Mundart) statt. Dies ist ein Kinderfest und regionaler Feiertag. Mehr dazu unter dem Abschnitt Brauchtum.
1830/31 wurde durch die Gebrüder Schnell die heutige Rechtsordnung hergestellt.

Die Vorrechte der Berner Patrizier wurden abgeschafft und die Demokratie, Presse- und Meinungsfreiheit 100%ig eingeführt. In dieser Zeit wurde auch die Lokalzeitung, das heutige Burgdorfer Tagblatt gegründet. 1834 wanderte der Burgdorfer Kaufmann Johann August Sutter nach Amerika aus und gilt heute als Gründer von Kalifornien. Dies tat er als General Sutter und er gab Kalifornien den Namen New Helvetia. Seine Goldfunde waren für den Goldrush in Südwesten der USA mitverantwortlich. Viele Gegenstände von ihm sind heute im Schlossmuseum ausgestellt.
Altstadt / Sehenswürdigkeiten
Seit 1989 ist ein Teil der
Altstadt (die etwas höher gelegene Oberstadt)

von Burgdorf verkehrsfrei. Sie lädt zum Flanieren, Einkaufen, Restaurantbesuchen und zu kulturellen Events ein. Die Unterstadt ist nach wie vor für den Verkehr freigegeben. Seit diesem Zeitpunkt hat sich die Oberstadt ziemlich gewandelt. Viele Geschäfte sind an Standorte welche mit dem Auto erreicht werden können abgewandert, dafür gibt es jetzt regelmäßige Märkte, Flanierer und auch Gartenrestaurants wo man abgasfrei Speis und Trank genießen kann. Die Häuser fast alle nach dem großen Stadtbrand anfangs des 17. Jahrhunderts gebaut und sind aus Sandstein was sie sehr speziell macht. Da alle unter Heimatschutz stehen, darf am Äußeren nichts verändert werden. Viele Menschen genießen diese sehr speziellen Altstadtwohnungen.
Teil der
Altstadt ist auch das
Schloss Burgdorf 
welches bei Anfahrt von den meisten Seiten als erstes wahrgenommen wird. Es wurde um 1200 gebaut und kann besichtigt werden. Es beherbergt ebenfalls das Lokalgericht und ein kleines Gefängnis. Das Schloss gilt als die größte und besterhaltenste Zähringer Bauanlage. Im Schloss befinden sich auch das Schlossmuseum, das Museum für Völkerkunde sowie das helvetische Goldmuseum (unter anderem Gegenstände vom Kalifornien-Gründer General Sutter welcher aus Burgdorf stammt). Sehr speziell ist der "Armsünderweg" welcher von der Emme aus zum Schloss hinaufführt. Zu früheren Zeiten durfte die arme Landbevölkerung (die armen Sünder) nicht den Haupteingang benutzen sondern mussten die Treppen hinaufsteigen um die Steuern abzuliefern oder ihre Bitten vorzubringen. Gegenstück zum Schloss in der Altstadt ist die über 500 Jahre alte Stadtkirche welche das andere Ende der Oberstadt bildet.
Ebenfalls sehr auffällig sind die vier Sandsteinfelsen (Flühe)

welche die Stadt überragen. Sie liegen gleich oberhalb des Flusses Emme und bilden ein perfektes Naherholungsgebiet mit einem großen Wald, Froschteichen etc. Die Emme ladet im Sommer zum Baden ein und eignet sich auch für kleinere Kinder da sie im Sommer nicht sehr viel Wasser führt. Aufpassen muss man bei starken Regenfällen im oberen Emmental, da sie sich dann zu einem reißenden Fluss verändert. Wer Glück hat kann bei den Flühen sogar etwas Gold finden.
Allgemein bietet Burgdorf sehr viel Natur. Die typischen Hügellandschaften im Emmental mit den alten Emmentaler Bauernhäuser, Weilern,

Dörfern Käsereien (
Schaukäserei in Affoltern i. E. nur rund zehn km entfernt). etc. Wanderungen und Fahrradtouren können fast beliebig unternommen werden. Fahrradwege und Wanderwege stehen in großer Anzahl zur Verfügung. Leicht außerhalb der Stadt findet man die restaurierte Siechenkapelle und das Siechenhaus. Zu der Zeit als die Pest in Europa grassierte hat man die Aussätzigen aus der Stadt hinausgeworfen und ihnen das Haus und die Kapelle gebaut so dass sie keinen Kontakt mehr zu der Stadtbevölkerung aufnehmen konnten und durften. Als Kind kommen einem diese Gebäude schon vom Namen her gruselig vor. Aber architektonisch und geschichtlich sind sie sehr interessant. Die Siechenkappelle ist heute sehr beliebt um zu Heiraten. Sie ist jedoch relativ klein und bietet nicht sehr vielen Leuten Platz
Brauchtum / Veranstaltungen
Wie bereits erwähnt findet schon seit über 270 Jahren immer am letzten Montag im Juni die
Solennität (Solätte) 
statt. Dies ist ein Kinderfest bei dem alle Mädchen weiße Röcke und Blumenkränzchen tragen und die Jungs sind festlich gekleidet. Man sagt, dass Petrus ein Burgdorfer gewesen sei. Kann doch auch ich mir nur an einmal Regenwetter während meiner Schulzeit und danach an diesem Tag erinnern! Die Solätte beginnt bereits am Morgen wo die Erstklässler in der
Stadtkirche ihren Solättetaler erhalten welcher außer einem emotionellen, keinen Wert hat. Am Nachmittag findet ein großer Umzug aller Burgdorfer Schüler mit viel Musik durch die ganze Stadt zu der Schützenmatte statt wo die größeren Mädchen Reigen aufführen, die größeren Jungs sich sportlich messen und die Kleinen Tänzchen aufführen. Als Kind freute ich mich jeweils schon Monate im Voraus auf die Solätte.
An diesem Tag kommen ehemalige Burgdorfer immer wieder in die Stadt zurück. Man trifft sich immer wieder und spricht über alte Zeiten. Da es ein solches Fest sonst nirgendwo auf der Welt gibt lohnt es sich am letzten Montag im Juni einmal nach Burgdorf zu fahren. Und wie gesagt: der Regenschirm kann zu Hause bleiben.
Im benachbarten
Oberburg kann seit einigen Jahren auch
Golf gespielt werden. Die Preise sollen verhältnismäßig günstig sein. Aber als Nicht-Golfspieler kann ich nichts Genaueres darüber berichten. Im Sommer von Juli bis September gibt es neuerdings ein Open-Air-Kino. Weitere Veranstaltungen sind das Oberstadtfest, Sommernachtsträume (Open Air Musik), Schweizer Nationalzirus Knie welcher jeweils Anfang Juli in Burgdorf gastiert, Schlossnächte, diverse Sportveranstaltungen (Eishockey, Fußball, Landhockey, Minigolf, Pferdesport usw.), Jahrmärkte, Antiquitätenmarkt etc. Es ist für jeden etwas dabei.
Museen
Burgdorf gilt auch als Museumsstadt. Das neuste Museum ist das
Franz Gertsch Museum 
welches dem Schweizer Künstler gewidmet ist. Daneben gibt es noch das Helvetische Goldmuseum, Schlossmuseum und Museum für Völkerkunde. Das Kornhaus welches das Haus für Volkskultur war musste leider kürzlich mangels Geld schließen was ich persönlich sehr bedaure. Neben dem Schlossmuseum war mir dieses am liebsten. Waren im Kornhaus doch oft Ausstellungen über die nationale Kulturgeschichte zu Gast.
In Bern können natürlich rund 100 weitere Museen besucht werden. Als neustes kann das erst 2005 eröffnete Paul Klee Zentrum genannt werden. In nahen Affoltern kann in der bekannten Emmentaler Schaukäserei zugeschaut werden wie Käse hergestellt wird. Auch Degustationen fehlen dort nicht.
Gastronomie / Unterkünfte
In Burgdorf gibt es die Hotels
Stadthaus,
Berchtold,
Emmenhof und
Carrera wobei das Stadthaus sich selber als das kleinste Luxushotel der Schweiz nennt (18 Zimmer). Das gesamte Hotel ist mit Antiquitäten ausgestattet und die Preise entsprechend hoch. Als Gegenstück ist das Carrera wo bereits ab 50 Franken genächtigt werden kann. Ein Campingplatz zwischen der Emme und den Flühen ist ebenfalls vorhanden und wunderschön gelegen, wenn auch etwas schattig.
Kulinarisch verfügt Burgdorf über eine eigene kleine Brauerei welche im
Restaurant Schützenhaus beheimatet ist. Das Burgdorfer Bier kann jedoch auch anderen Orten probiert und getrunken werden. Einfach nur danach fragen.

Ansonsten kann man in Burgdorf alles haben was das Herz begehrt, von Luxuriös und gediegen (im Stadthaus und im Emmenhof (16 Gault Millau Punkte) bis zu Fast Food und Take Away (von McDonnalds, über Hot Dog und Kebablokale) ist alles vorhanden. Bürgerliche, traditionelle und lokale Küche gibt es zum Beispiel im Landgasthof Sommerhaus, im Schützenhaus, im Carrera. Gerberen (in der Unterstadt) etc. Es würde zu weit führen hier alle genauer zu beschreiben. Ich persönlich bevorzuge das Schützenhaus und das Carrera welches ein hervorragendes Preis-/Leistungsangebot aufweist. Nur um etwas trinken zu gehen bevorzuge ich vor allem im Sommer die Lokale in der Oberstadt wo man draußen sitzen kann. Italienische, Chinesische und Sri Lankische Küche sind ebenfalls vorhanden.