[25.05.2007] Autor Helmut Herrmann bezeichnet die Ruinen als "die berühmteste archäologische Stätte Yucatáns", die "zusammen mit Tulúm in der Karibik" die "meistbesuchte ganz Mexikos". Täglich würde sie von "Tausenden Touristen" besucht. Am 21. März und 23. September herrsche hier "zusätzlicher Andrang" aufgrund der "Tagundnachtgleiche". Die Anlage unterscheide man in "drei Ruinen-Zonen", die Zona Norte mit der Kukulkán-Pyramide, die Zona Central und die Zona Sur. Neben dem "Haupteingang im Westen" gebe es auch noch einen im Osten. Mit der Eintrittskarte könne man an "beiden Ausgängen beliebig oft raus- und reingehen". Das Empfangsgebäude "am großen (gebührenpflichtigen) Parkplatz" sei "mit allem ausgestattet: Info-Stelle, Restaurant-Cafetería, Laden", einer Geldwechselstelle, etc. Ebenfalls gebe es hier eine "kostenlose Gepäckangabe" und "Ruinenführer" böten hier "ihre Dienste an". Alternativ stünden vor den Objekten aber auch "Erklärungstafeln in Spanisch, Englisch und Maya". Das "sehenswerte Museum" dokumentiere "mit Schautafeln, Stelen, einem Chak Mool, skulptierten Säulen, Fotos von Ausgrabungen, Fundstücken" die Geschichte der Anlage. "Schön" sei das "farbige Küstendorf-Bild". Ein "Gesamtrundgang mit ausgiebiger Besichtigung aller auf einer Fläche von ca. 8 qkm verstreuten Bauten" nehme "mit nötigen" Pausen "einen ganzen Tag in Anspruch". Leuten, die dies planten, empfiehlt Herrmann "sich gegen die mittäglich glühende Sonne" zu wappnen, sich auf "lange Fußmärsche" einzustellen und Getränke dabei zu haben. Ein Besuch der "Hauptmonumente", bei dem es die meisten Besucher belassen würden, dauere "drei, vier Stunden". "Allabendlich" finde bei der Kukulkán-Pyramide eine "licht- und Tonschau statt", ein "etwas theatralisches historisches Hörspiel", bei dem die Pyramide und Nebenbauten von Scheinwerfern "farbig angestrahlt" würden, "dramaturgisch passend zur Musikuntermalung". Hierbei erzählten "mächtige Bauten im Dunkel, ein klarer Sternenhimmel und bedeutungsschwangere Stimmen" die Geschichte der Ruinen, wobei viele Touristen versuchten, "diese eindruckvolle Atmosphäre mit ständigem Blitzlichtgewitter einzufangen", obwohl es im Museumsshop "so tolle Postkarten" davon gebe. Übersetzungskopfhörer in Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch seien gegen einen Pfand erhältlich. Rechtzeitiges Kommen ist laut Herrmann empfehlenswert, "da es nur eine bestimmte Anzahl an Kopfhörern und Stühlen zum Sitzen gibt", die Kasse öffne aber "erst etwa 20 Min. vor Beginn". In seinem geschichtlichen Abriss erwähnt Herrmann, dass es über die ersten Bewohner "keine gesicherten Erkenntnisse, nur Mutmaßungen und Legenden" gebe. Nur wenige Inschriften und Datierungen seien gefunden worden, "die älteste Notation stammt aus dem Jahr 842". Noch am Anfang des Postklassikums sei Chichén Itzá "der mächtigste Stadtstaat Yucatáns" gewesen, was sich "kurz nach 1200" änderte, "spätestens um 1400, vielleicht schon früher" sei die Stätte aus ungeklärten Gründen dann "endgültig verlassen" worden. Bauhistorisch ist die Ruine laut Herrmann "das Resultat vieler Zeitepochen und verschiedener Kutluren" und weise jedoch "alle architektonischen und städtebaulichen Komponenten eines mesoamerikanischen Stadtzentrums" wie "Zeremonialzentren, Ballspielplätze, Pyramiden, Tempel und Paläste" auf.
Helmut Herrmann: Reise Know-How Mexiko, Verlag Hermann; 6. Auflage, Januar 2006, S. 464ff.
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