miss_varna
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Das Hotel gehört zur Sunriver-Kette, welche mehrere Hotels an der Costa Calma unterhält, unter anderem auch das Nachbarhotel Costa Calma Beach. Es ist ein 4-Sterne-Hotel, welches noch relativ neu ist und zum Zeitpunkt unseres Urlaubes auch sehr gepflegt war. Es liegt an der Costa Calma direkt am Ende des Strandes, in einer Sackgasse. Zu den Nachbarhotels sind es nur ein paar Schritte, ebenso zu verschiedenen Geschäften und Restaurants. Das Hotel ist pyramidenförmig angelegt, jedes Zimmer hat einen Balkon, der mit viel Pflanzen bestückt ist. Dadurch ist der Bau sehr schön anzusehen, mit seiner apricotfarbenen Fassade und der großzügigen Bepflanzung. Außerhalb des Gebäudes befindet sich Richtung Strand der Pool mit Bar, eine kleine Liegewiese (betoniert), und ein kleiner Mehrzweckplatz. Das Grundstück ist eher klein geraten, eine Gartenanlage gibt es nicht.
Das Hotel ist in offener Bauweise erbaut worden, d.h. die Halle ist bis unter das Dach offen, und die Zimmer sind ringförmig angeordnet. Dies hat den Nachteil, dass man sich der Geräuschkulisse aus der Halle auch nicht im Zimmer groß entziehen kann. Wir waren im 2. Stock und haben die Animation auch hinter verschlossenen Türen mitgekriegt, in den oberen Stockwerken mag das anders sein.
Die Zimmer waren sehr schön! Ein großes, nicht durchgelegenes Doppelbett, eine Couch mit Tisch, ein kleiner Schreibtisch, Nachttische, in die Mauern eingelassene Kleiderschränke, Fernseher (Satellit), Klimaanlage. Auch das Bad war schön, Fön war vorhanden. Alles war sehr sauber und gepflegt, keinerlei Beanstandung die Reinigungsfrauen haben ihren Job wirklich gut getan. Bei uns hatten sie wirklich viel zu tun, da mein Mann vom Wellenreiten leider immer einen Menge Sand mitbrachte.... Zusätzlich hat jedes Zimmer einen Balkon mit 2 Stühlen und schönen Pflanzen da lässt es sich aushalten!
Die Hotelhalle ist mit Marmor ausgestattet und wirkt etwas kühl, wozu auch der gläserne Aufzug beiträgt. Neben der Rezeption finden sich hier auch Sitzecken, der Schreibtisch der Reiseleiter, die obligatorischen Infotafeln der Reiseveranstalter, ein paar Postkarten kann man kaufen, und es gibt auch einen Geldautomaten. Diese gibt es übrigens in fast allen Hotels, und auch bei den Einkaufszentren der Costa Calma, so dass man immer an Geld kommen kann, auch wenn der Automat im Hotel einmal leer oder defekt sein sollte.
Das Restaurant hat, wie der Aufzug, eine Glasfront. Es ist relativ klein geraten, weshalb auch nicht alle Gäste gleichzeitig hineinpassen. Die Mehrzahl der Tische ist für 4 Personen, 2er-Tische gibt es nur sehr, sehr wenige. Zum Frühstück werden auch ein paar Tische vor das Restaurant in den Gang gestellt.
Zwischen dem Restaurant und der Terrasse liegt eine weitere große Halle, in der die kleine Bühne ist, auf der abends das Unterhaltungsprogramm stattfindet. Vor der Bühne stehen genügend Tische und Stühle. Hier befindet sich auch die Bar, die allerdings erst abends öffnet. In einer Ecke gibt es einen riesigen Fernsehbildschirm mit Sofas davor.
Von dieser Halle aus gelangt man zuerst auf die Terrasse, auf der auch ein Billardtisch steht (nicht all inclusive). Über ein paar Stufen kommt man zum sauberen Pool mit Kinderbecken, um dem herum Liegen und ein paar Sonnenschirme stehen, und hier befindet sich auch die Poolbar. Sie ist in einem kleinen Gebäude untergebracht, neben dem Tresen stehen in dem Gebäude auch ein paar Tische mit Stühlen, ein paar weitere Tische stehen vor diesem Gebäude, so dass man auch draußen essen und trinken kann. Wenn man vom Pool aus Richtung Strand geht, passiert man eine betonierte Liegewiese, wo man sich Pobacke an Pobacke auf den Liegen sonnen kann, mit Blick auf den kleinen Mehrzweckplatz, der mit seiner Maschendrahtumzäunung sehr einem Käfig ähnelt. Zum Strand gelangt man durch eine Tür, neben der auch eine Dusche steht. Am Strand stehen wieder Liegen, aber leider keine Schirme stattdessen gibt es ein Carport-ähnliches Holzdach, unter der die Liegen eng beieinander stehen.
Zu den ausreichend vorhandenen Liegen gibt es umsonst auch Auflagen, so dass es sich herrlich relaxen lässt. Im Poolbereich und auf der Liegewiese gibt es genügend Schirme, während am Strand die schattigen Plätze rar sind. Daher kommt es auch hier leider zum Phänomen der 6-Uhr-Handtuchplatzierer, obwohl dies vom Hotelmanagement ausdrücklich nicht geduldet wird. Natürlich lassen sich die Hartgesottenen davon nicht abhalten aber während unserer Woche lagen alle Reservierungshandtücher an einem Morgen auf einem Haufen neben den Liegen. Lob an die Hotelleitung für diese todesmutige Aktion!
Strand und Umgebung
Vom Flughafen aus beträgt die Transferzeit in etwa anderthalb Stunden. Der erste Eindruck von der Landschaft ist dabei nicht so gut, alles sieht so karg und trostlos aus. Aber der Bus fährt ja auch nicht die schönste, sondern die kürzeste Strecke! Wir haben während des Urlaubs ein paar schöne Ecken und den Charme des Kargen entdeckt.
Wie schon beschrieben, liegt das Hotel am Ende der Costa Calma, aber keineswegs weitab vom Schuß. Neben dem Hotel liegt das Costa Calma Beach, welches der gleichen Hotelkette angehört. Der Strand, der direkt vor dem Hotel ist, ist wirklich sehr schön: Weißer Sand, sehr fein und sauber, und türkisfarbenes Meer. Der Abschnitt liegt etwas höher als der gut frequentierte Sotavento Beach und wird nur von den Gästen des Nautilus Beach und des Costa Calma Beach genutzt.
Am Sotavento Beach lagen sehr viele Steine am Ufer, was wir an unserem Strandabschnitt kaum hatten. Auch gibt es entlang der Costa Calma einige Felsen, so dass lange Strandspaziergänge nur eingeschränkt möglich sind.
Die Costa Calma ist ein reiner Touristenort aus der Retorte, es ist also kein gewachsener Ort, in dem man ein paar Hotels erbaut hat, und hat somit auch keinen ursprünglichen Ortskern. Die Ortschaft besteht also nur aus Hotels und touristischer Infrastruktur. Die Mehrzahl der Urlauber in diesem Ort kommt aus Deutschland, worauf man sich eingestellt hat: Restaurants wie Renates Bratkartoffelstübchen und Futtern wie bei Muttern säumen die Straßen. Bei den Hotels, z.B. beim Sotavento Beach Club, findet man Einkaufszentren ein etwas hoch geschraubter Begriff für eine Ansammlung von Souvenirläden, hier und da mal ein Surfshop (mit meist höheren Preisen als hierzulande) und Autovermietungen. Auch wir haben uns für einen Tag ein Auto gemietet und sind ein bisschen über die Insel gefahren. Da die Straßen in überraschend gutem Zustand sind, kann ich dies auch jedem raten.
Abends ist an der Costa Calma nicht viel los. Es gibt einen open-air-Bar, wo auch getanzt wird (die Bezeichnung Disco wäre aber schon übertrieben) und noch 1, 2 Surferbars, das wars. Wer auf High-Life steht ist hier sicherlich falsch.
Essen und Trinken
Wir hatten all inclusive gebucht, das Hotel wird aber auch nur mit Halbpension angeboten. Die AI-Gäste erkennt man am Plastikarmband, die HP-Gäste kriegen eine Chipkarte, auf der der Konsum registriert wird und am Ende des Urlaubs wird abgerechnet. Um dem Missbrauch der Karten vorzubeugen, waren diese mit dem Photo des jeweiligen Gastes versehen sehr gut!
All inclusive umfasste das Frühstück, das Mittagsessen, Snacks in der Poolbar, das Abendessen und leider nicht alle Getränke. Die alkoholfreien waren mit Ausnahme der frisch gepressten Fruchtsäfte alle inkludiert, aber bei den Alkoholika war die Auswahl schon deutlich magerer: Man hatte die Wahl zwischen Sekt (den allerdings auch schon zum Frühstück!), rotem und weißem Tischwein, 1 Sorte Bier, die Konzentrate (Gin, Wodka, usw) waren no-name-Produkte, und es gab nur ca. 5 Cocktails zur Auswahl. Alles andere, Marken-Alkoholika und sonstige Cocktails sowie Flaschenweine, musste teuer bezahlt werden. Da die Preise ziemlich hoch waren, waren wir auch froh über das All Inclusive denn obwohl wir nicht viel trinken, wäre die Halbpension mit den Nebenkosten teurer geworden. Die Cocktails waren im übrigen nicht sehr lecker, wir haben sie alle probiert und konnten uns für keinen so richtig begeistern. Der Tischwein war natürlich auch nicht so toll, aber man konnte ihn trinken.
Das Frühstück konnte bis 10 Uhr im Restaurant bzw. auch davor eingenommen werden. Das Büffet war sehr gut und reichlich: Mehrere Sorten Brot, mehrere Sorten Aufschnitt und Käse, Marmelade, Honig, Schoko-Crème, Joghurt, Cornflakes und Müsli, Obst, süßes Gebäck, Tee, Kaffee, Fruchtsäfte und Sekt und auch warme Speisen Omelette, Rühr- und Spiegeleier und Würstchen. Hier wurde jeder satt!
Mittags gab es Essen im Restaurant, was ich allerdings nie genutzt habe, so dass ich hierüber nichts sagen kann. In der Poolbar gab es aber auch Kleinigkeiten zu essen, eine kleine Salatbar, Würstchen, und Croque-Monsieur zum Beispiel das reichte uns mittags. In der Poolbar stand auch eine Kühltruhe voll kleiner Eisbecher (Schoko, Vanille und Erdbeer) für die kleine Erfrischung zwischendurch.
Tja, und das Abendessen ist so ne Sache..... Es wird nämlich
1.) in 2 Schichten (18h00 19h30 und 20h00 21h30)
2.) an fest vorgegeben Tischen
3.) mit zugeteilten Tischnachbarn
eingenommen! So etwas habe ich ja noch nie erlebt und auch nicht von einem 4-Hotel erwartet eher von einer Jugendherberge.
Als wir bei der Ankunft eincheckten, wurden wir direkt in eine Schicht eingeteilt und bekamen einen Tisch zugewiesen. Als wir dann, schon mit etwas vermiester Stimmung, zum Restaurant gingen, erlitten wir einen weiteren Schock: An unserem Tisch saß dieses schreckliche Ehepaar (ca. 15 Jahre älter als wir), dass schon im Flieger vor uns saß, und während der gesamten 5 Stunden Flugzeit kein Wort miteinander sprach! Und mit denen sollten wir 1 Woche lang Abend für Abend speisen? Wir gingen zur Oberkellnerin und fragten, ob wir zur späteren Zeit essen könnten, was auch kein Problem war wir bekamen eine neue Zeit und einen neuen Tisch und warteten also noch 2 Stunden bis zum Essen, voller Neugier auf die neuen Tischnachbarn. Mit diesen hatten wir dann auch mehr Glück, auch wenn wir sie uns selbst nicht ausgesucht hätten.
Das Essen war abends immer sehr reichlich und sehr gut. Es wurde immer in Büffetform angeboten, es gab verschiedene Salate als Vorspeisen, 2 verschiedene Suppen und auch reichlich Auswahl an warmen Hauptspeisen: Immer verschiedene Fisch- und Fleischgerichte, meist auch Pasta, und dazu verschiedene Beilagen und Gemüse. Jeden Abend gab es auch Showcooking. Hinzu kamen verschiedene Brote, zum Wein gab es auch Käse, und natürlich fehlte es auch nicht an verschiedenen Desserten. Das Essen war wirklich immer sehr lecker und wer hier nicht satt wird, der wird es nirgends. Was wir nur sehr schade fanden, war dass das Essen sehr auf den deutschen Geschmack eingerichtet war so gab es eher Sauerkraut als Paella.
Personal und Animation
Das Personal an der Rezeption sprach sehr gut deutsch und war auch immer sehr zuvorkommend. Die Putzfrauen haben ihre Arbeit immer sehr gründlich erledigt, Kompliment! An der Bar sprach und verstand man auch genug Deutsch, und im Restaurant war eine echt gute Truppe: Die Kellnerinnen und Kellner waren immer sehr bemüht, schnell die Bestellungen der Getränke zu erledigen, sie haben sich immer bemüht, schnell abzuräumen und waren dabei immer sehr, sehr freundlich. Da hat es Spaß gemacht, ins Restaurant zu gehen!
Im Hotel wuselten auch 3 deutsche Animateure von Neckermann herum, die zur Unterhaltung der Gäste gedacht waren. Tagsüber versuchten sie, die Gäste z.B. zum Boccia oder Wasserball zu animieren, wobei sie sich selbst kein Bein ausrießen. Irgendwie schienen sie selber kaum Lust zu haben, und da sollen wir Lust haben, mitzumachen? Die Rechnung konnte ja gar nicht aufgehen, so dass die Animation wirklich sehr dürftig war. Einen Miniclub gab es nicht, manchmal hat sich ein Animateur dazu bequemt, mal was für die Kinder zu veranstalten. Das mag aber in den Schulferien auch wieder anders sein.
Abends gab es dann kurze Programme auf der Bühne mal Bingo, mal Mister-Wahl, mal kam auch eine spanische Flamenco-Gruppe. Die Darbietungen dauerten nie sehr lange, und dann war man für den Rest des Abends sich selbst überlassen. Da wurde es dann schon mal langweilig, die Cocktails schmeckten nicht, groß weggehen kann man an der Costa Calma nicht, bleibt eigentlich nur der Fernseher :-(
Die Bar hat abends bis 1 Uhr geöffnet theoretisch. In der Praxis jedoch sassen wir an unserem letzten Abend noch mit einer Urlaubsbekanntschaft bei einem Cocktail zusammen, als dann um 0h30 die Bar geschlossen wurde und auch alle Lichter in der Halle erloschen. Na gut, trinken wir halt leise den Cocktail aus und gehen dann, dachten wir. Da kam aber schon ein rabiater Nachtportier auf uns zugestürzt und machte uns in mit wilden Gesten begleitetem Spanisch klar, dass wir doch jetzt ins Bett gehen müssen! Mein Vergleich mit der Jugendherberge sollte also nochmals bestätigt werden.... Er ließ auch keine Ruhe und blieb stehen und meckerte, bis wir resignierten und aufstanden er war immerhin schon drauf und dran, uns in die Zimmer zu zerren. Das fanden wir schon etwas heftig und hat uns den Urlaub am letzten Tag noch etwas vermiest. Ich hätte es ja verstanden, wenn wir laut gewesen wären und andere Gäste durch uns nicht hätten schlafen können aber der einzige, der laut war, war der Nachtportier.
Unser Eindruck
Das Hotel war zum Zeitpunkt unseres Urlaubs in einem sehr guten, gepflegten Zustand, sehr sauber und kein wenig abgewohnt. Das Personal war mit Ausnahme des Nachtportiers auch sehr freundlich, und die direkte Strandlage war auch super. Das Essen war sehr reichlich und von sehr guter Qualität, so dass man für sein Geld eine gute Leistung erhalten hat denn im Vergleich zu anderen 4-Hotels an der Costa Calma ist das Nautilus relativ günstig.
Nicht gefallen hat uns die Regelung beim Abendessen wir hätten gerne allein und auch länger als anderthalb Stunden beisammen gesessen. Diese Reglementierung hat uns schon sehr gestört.
Auch die Animation oder überhaupt die Unterhaltungsmöglichkeite n waren sehr mager. Enttäuschend war auch das abgespeckte All-inclusive-Angebot an Alkoholika.
Meiner Meinung nach ist das Hotel ideal für 1 Woche Strandurlaub. Wer nur am Strand relaxen will, und abends keine Action braucht, ist hier gut aufgehoben.