Bewertung von SiggiWidder im Detail
SiggiWidder
Heinbockel, Deutschland98%
Hallo liebe Leserinnen und Leser
An einem kühlen Augusttag im Jahre 2007 begaben sich meine Maus und ich auf die glorreiche Entdeckungstour von Cuxhaven. Dieses Städtchen, an der Nordsee gelegen, sollte eine Überraschung in sich bergen, von der wir am Zeitpunkt des Starts noch nichts ahnen konnten. Später aber mehr hierzu. Zunächst kommt erst einmal das übliche Vorgeplänkel. Natürlich wünsche ich euch auch hier nun wieder viel Spaß beim Lesen.
Der Start:
Wir wohnen nun ja auch in der nördlichen Region unserer schönen Republik. Von daher war der Weg nach Cuxhaven nun auch nicht so extrem schwierig und eine Übernachtungsmöglichkeit wurde auch nicht benötigt. Ganze 78 Kilometer trennen unseren Wohnort von der steifen Nordseebrise und dem Städtchen Cuxhaven. Selbstverständlich wollten wir dort etwas sportliches Unternehmen und uns im Wattenmeer vergnügen. Was sonst soll man auch an der Nordsee schon machen. Na ja, der Sommer war in diesem Jahr nun ja nicht der, der dann zum Sonnenbaden oder zur Outdoor Fröhlichkeit verleitete. Allerdings frönen meine Maus und ich ja bekanntlich einem Hobby bei, in dem es in der freien Natur zu unverwüstlichen Späßen kommen kann. Wir suchen nämlich Internetschätze und das Hobby nennt sich Geocaching. Dieses aber nur am Rande erwähnt, denn hier im Bericht geht es ja um eine Sehenswürdigkeit und nicht um unser Hobby.
Aber indirekt ist dieses Geocaching Schuld daran, dass wir die hier beschriebene Sehenswürdigkeit überhaupt entdeckten. Ein versteckter Schatz führte uns nämlich zu dieser. Zumindest sahen wir das Gebäude auf der Entdeckungstour.
Wir wanderten am Deich von Cuxhaven entlang und im Visier hatten wir die berühmte und bekannte Kugelbake, die da an der Nordseeküste so im Sande herumsteht. Im Blickpunkt war aber in erster Linie der auf zuspürende Schatz und so viel mein Blick dann auch mehr in Richtung Navigationsangabe als an die schöne Sehenswürdigkeit da in der Ferne. Beim wandern dann entdeckte mein geschultes Auge etwas, für diese Region, ungewöhnliches. Eine ausgediente Flak stand da auf einem Hügel am Deich. Das gesamte Umfeld war durch einen hohen Zaun geschützt und vom Deich aus sah man nur dieses eine Geschütz. Gut, ich bin nun nicht solch eine Kriegsspielzeugfetischist , aber die Neugierde in mir wurde durch den Anblick schnell geweckt. Was verbirgt sich wohl noch alles hinter dem Zaun? Dieses musste ich nun wissen. Was liegt da näher, als einem Schild am Zaun zu erforschen. Dort erfuhr ich dann, dass im eingezäumten Bereich ein altes Fort lag, welches dann auch noch erkundet werden konnte. Mit Hilfe einer Führung, die fast täglich dort durchgeführt wird.
Das Wetter war nun ja nicht so prickelnd, es war Arschkalt an diesem Tage, und so entschieden wir uns zu einer Führung durch die Vergangenheit. Wir gingen zum Startpunkt und meldeten uns zur Führung an. Da die Anzahl der Teilnehmer hier auf 30 Leutchen begrenzt ist, lohnt sich eine telefonische Voranmeldung auf jedem Fall. Wir entschieden uns zu Spontan, um da noch im Vorfelde etwas unternehmen zu können. Und wir hatten das große Glück, dass nicht alle angemeldeten Teilnehmer am Startpunkt erschienen. So konnten wir quasi unangemeldet und spontan an der Führung teilnehmen. Dieses sei aber nur die Ausnahme und sollte nicht zur Nachahmung führen. So erwähnte es jedenfalls der Leiter dieser geführten kleinen Runde. Ungefähr 28 Leutchen warteten am Startpunkt auf das, was da denn kommen sollte. Und pünktlich ging es dann auch los.
Die Führung:
Wir trotteten im Gänsemarsch, na ja nicht ganz so extrem schlimm, dem sprechendem Leiter hinterher. Er führte uns an einem Minigolfplatz vorbei und durch einem kleinen Wald. Ungefähr 8 Minuten dauerte der kleine Spaziergang und dann standen wir schon vor dem verschlossenem Tor. Eine Brücke führte über einem, zugegeben nicht gerade lecker ausschauendem Wassergraben. Auf der Brücke dann begann die eigentliche Führung. Hier erfuhren wir nämlich etwas über die Geschichte des Fort. Es wurde 1870 mit dem Bau begonnen, dann wurde der Bau schon bald, durch äußere Umstände im Lande, für einige Zeit unterbrochen. Im Jahre 1879 war es so weit. Das Fort war fertig erbaut und sollte ab nun die Küstenzufahrt schützen. Wer etwas im Erdkundeunterricht aufgepasst hat, der weiß auch das in Cuxhaven die Elbmündung liegt. Dieser netter kleiner Fluss führt dann auch ja noch an die Hansestadt Hamburg vorbei und hier war auch schon vor langer Zeit der Wasserweg ein Handelsweg von großer Bedeutung für diese Stadt. Und dieser Handelsweg, genauer gesagt, diese Küsteneinmündung sollte vor gegnerischen Schiffen geschützt werden. Hierzu diente dann dieses Fort für lange Jahre.
Im Laufe der Zeit wurde dann immer wieder am Fort gearbeitet. Die Schiffe wurden größer und somit musste auch das Fort dem Zeitgeschehen angepasst werden. Nach Baubeginn war die jetzige Brücke noch eine Zugbrücke. Dann wandelten die Bauherren das ganze in einer festen, auch für Autos befahrbarer, Brücke um. Im Hintergrund wartete dann das Gemäuer des Fort und wir spazierten hinein, in die Geschichte des Bauwerkes.
Ein großer Raum wartete auf uns. Rote Klinkersteine zeigten die Künste der Erschaffer auf der gesamten Linie. In diesem Raum wurden damals die Bomben und Kanonenkugeln gelagert und dicke Mauern sollten die restlichen Gebäude vor ungeschichtliches Hantieren mit diesem explosiven Geschossen schützen. Hier, im Mauerwerk, war noch echtes Handwerk im Spiel. Stein auf Stein wurde der Raum und das gesamte Gebäude errichtet. Und welche Dimensionen dieses Mauerwerk da hat, dieses kann wohl kein Bericht wiedergeben. Seit aber gewiss, dass dieses Mauerwerk gigantische Ausmaße besitzt.
Ein kleiner Gang führte uns dann durch das gesamte Gebäude. Enge Gassen, kleine Treppen und viel feuchte Luft begleiteten uns den gesamten Zeitraum. Einige Räume waren kahl und leer. Andere wiederum beherbergten einige Fotos und Bilder. Diese Räume waren dann noch beheizt und dieses dient einfach nur der Ausstellung und entspricht nicht der Urform des Gebäudes. Im Ursprung nämlich dienten nur kleine Feuernischen für ein warmes Zuhause und wer dieses dann so sieht, der weiß unsere moderne Zeit dann doppelt auch zu schätzen. Zumindest gilt dieses für Frostbeulen wie mich.
In einem Untergeschossligen Raum war vor langer Zeit der größte Scheinwerfer der Welt aufgebaut. Heute erinnert nur die Großflächige Raumgestaltung an diese Zeit. Vom eigentlichen Scheinwerfer ist nichts mehr zu sehen. Dieses ist zwar Schade, aber Materialmangel in der frühsten Vergangenheit unserer Zeit führten dazu, dass dieses Fort so ziemlich ausgeschlachtet wurde. Zumindest was dem Inventar betrifft. Aber wer ein wenig Fantasie besitzt, der kann sich da dann auch in die Zeit vor der Zeit hinein versetzen. Wer wenig Fantasie besitzt, dem wird mit Fotos und anderem Ausstellungsstücken, weiter geholfen.
Nach dem wir uns dann durch das Gebäude begeben hatten, wanderten wir auf die Freifläche hinaus. Ein kalter Wind kam uns entgegen und auf der ausgestellten Fläche waren dann einige Kanonen und Flakgeschütze aufgestellt. Zwar durfte man nicht näher als einem Meter an die Geräte heran, aber der Blick allein reichte schon um die gigantischen Werke des Erbauers zu sehen. Immer wieder wurde das Fort dem neuen Zeitalter angepasst und somit wirkte die Außenfläche auch sehr geflickt. Aber dieses tat der erstaunten Anblick des Werkes keinen Abbruch an. Mir zumindest nicht.
Heute dient das Fort für verschiedene Events der Stadt und es wurde in den 90ziger Jahren dann auch dem entsprechend restauriert. So gibt es moderne Toiletten im Gebäude und der Gang zur früheren Latrine wird einem hier erspart. Stück für Stück wird das gesamte Gebäude nun restauriert und nach gut 2 Stunden dann, war der Rundgang auch beendet.
Übrigens, dieses Fort kann man nur als geführte Besuchergruppe besichtigen. Dieses geschieht aus versicherungstechnischen Gründen und im Vorfeld der Besichtigung muss dann auch ein Haftungsausschluss unterschrieben werden. Alte Gebäude behergen halt auch einige Gefahren. Aber im gesamten Rundgang verletzte sich aus unserer Gruppe niemand.
Anreise:
Autofahrer folgen der Ausschilderung Kurteil Döse bzw. Kugelbake-Halle.
Parkplätze sind in unmittelbarer Nähe vorhanden.
Bus: Linie 1 bis Döser Kirche, von dort zu Fuß bis zum Ende der Strandstraße zum Kurpark.
Linie 21 bis Strandstraße, Haltepunkt Döser Kurpark.
Information:
Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH
Veranstaltungszentrum
Strandstr. 80
27476 Cuxhaven
Telefon: 04721/ 40 8-0
Fax: 04721/ 40 81 80
Der Treffpunkt:
Fort Kugelbake
Treffpunkt und Anmeldung:
Vorverkaufskasse
Strandstraße 80 (nicht am Fort Kugelbake).
Telefon: 04721/ 40 81 88
Kostenbeitrag:
Erwachsene 3,00 €
Kinder 2,00 €
Sonderführungen sind nach telefonischer Voranmeldung möglich. Infomaterial ist an der Kasse erhältlich.
Fazit:
Das Fort Kugelbake ist aus meiner Sicht ein Besuch wert. Zwar wird derjenige enttäuscht, der auf große Ausstellungsstücke wert legt, aber wer sich gedanklich in eine Welt hinein versetzen kann, die vor langer Zeit stattfand, der wird sich hier im Fort auch wohlfühlen. Allerdings ist das Gebäude nun so verbaut, dass es für Menschen mit einer körperlichen Behinderung nicht gerade geeignet ist. Gerade die engen Gänge und die steilen Treppen lassen ein befahren mit dem Rollstuhl nun gar nicht zu. Für alle, die den Weg ins Fort dann wagen, sollte gutes Schuhwerk zur Ausrüstung genauso dazu gehören, wie eine warme Kleidung. Die Nordseeküste kann immer mal kühle Luft mit sich bringen.
Fort Kugelbake7
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Zustand
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Historische Bedeutung