Die kleine Hafenstadt Dingle im Südwesten Irlands zeichnet sich weniger durch seine Einwohnerzahl von 1500 Einwohnern aus als durch seine drei Besonderheiten:
Erstens ist Dingle Namensgeber der 50 km in den Atlantik hineinragenden Halbinsel Dingle Peninsula, zweitens verfügt der Ort über 52 Pubs und zu guter letzt ist die wichtigste Sehenswürdigkeit ein Delphin, der seit über 20 Jahren dem Ort treu geblieben ist.
Dingle liegt in einem sogenannten Gaeltachtgebiet und wird in der Sprache der Einheimischen An Daingean genannt, was soviel wie Fort bedeutet.
LAGE
Dingle

liegt im Südwesten
Irlands im County Kerry und ist die westlichste Stadt
Europas. Als Hauptstadt der Halbinsel verfügt der Ort über zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten und Banken.
Ungefähr eine Stunde benötigt man mit dem Auto, um den nächstgelegenen Flughafen Farranfore zu erreichen. Allerdings verkehren auch Buslinien von Dingle nach
Tralee und
Killarney, so daß ein Auto nicht zwingend notwendig ist. Von Killarney und Tralee verkehren Züge in regelmäßigen Abständen auch nach
Dublin und zu den Fährhäfen.
Sprachlich gesehen befindet sich Dingle in einem sogenannten Gaeltachtgebiet. Das bedeutet insbesondere für Autofahrer ein besonderes Geschick, denn alle Ortsnamen sind nicht mehr zweisprachig auf den Schildern zu lesen, sondern ausschließlich in der irischen Sprache. So sucht man oft vergebens nach den Orten, die auf den Straßenkarten in englisch zu finden sind und laut Wegweisern jedoch nur noch in irisch ausgewiesen werden. Ebenso werden in diesen Regionen alte irische Traditionen sehr gepflegt und viele Einwohner sind der alten Sprache noch mächtig.
Landschaftlich zeichnet sich die Dingle Peninsula durch sanfte Hügelketten, grüne Wiesen, Strände und Klippen aus, der Ort selber liegt geschützt in einer kleinen Bucht. In dieser befindet sich nicht nur der Fischereihafen, sondern auch das Dingle Marina Centre, in dem Hobbysegler anlegen können.
SEHENSWERTES
Der

Ort an sich besteht aus drei Hauptstraßen: der Main Street, der John Street und der Goat Street. Diese bunten Straßenzüge bieten den Besuchern 52 Pubs und zahlreiche
Restaurants, die überwiegend frische Meeresfrüchte und Fischgerichte anbieten.
Direkt am Hafen von Dingle befindet sich die Touristeninformation des Ortes. Daneben sind verschiedene Büros, in denen Bootsfahrten gebucht werden können.
Wie bereits erwähnt ist ein Delphin die größte Sehenswürdigkeit, welche der Ort zu bieten hat. Der Flaschennasendelphin lebt nachweislich bereits seit 1984 in der Bucht des Ortes, wo ihn zunächst der Leuchtturmwärter beobachten konnte. Seither begleitet Fungi auch heute noch die Fischer mit ihren Booten bei ihrer Arbeit und geführte
Bootstouren zu Fungi sind fester Bestandteil des Tourismus geworden. Sollte Fungi einmal bei einer solchen Bootstour nicht zu sehen sein, erhalten die Fahrgäste ihr Geld zurück. Wer noch mehr Kontakt zu diesen Delphin haben möchte, kann sich über das Dingle Marina Centre anmelden und mit Fungi schwimmen.
Nicht weit vom Hafen entfernt liegt das
Dingle Mara Beo, ein Aquarium, das sich mit den einheimischen Fischen beschäftigt. Neben diesen gibt es auch ein Meerwasserbecken, in denen Rochen, Seesterne und andere Tiere angefasst werden können.
Andererseits gibt es im kleinen Ortszentrum von Dingle zahlreiche Pubs, darunter auch Musikpubs wie das
O´Flaherty´s wo allabendlich Musiksessions mit Profis oder auch ganz spontan stattfinden.
Ein T-Shirt wirbt mit dem Aufdruck, man hätte alle 52 Pubs von Dingle bei der Pubtour besucht, auch dies soll für den einen oder anderen eine Attraktion sein.
SEHENSWÜRDIGKEITEN IN DER UMGEBUNG
Auch

auf der Dingle Halbinsel gibt es eine Panoramastraße, die zu jedem Aufenthalt in Dingle dazu gehört. Entlang des
Slea Head Drives liegen zahlreiche Sehenswürdigkeiten, wie die
Bienenkorbhütten (Beehivehuts) oder das
Dunbeg Steinfort in der Nähe von
Ventry. Diese Bauwerke sind Zeugen frühchristlicher Siedlungen und von besonderer Baukunst, da sie in Trockenbauweise erbaut und auch heute noch erhalten sind. Wegweiser am Rande der Straße gibt es zur Genüge, so daß sie beim Befahren dieser Panoramastraße auch die eine oder andere Sehenswürdigkeit einfach so ergibt.
Am Ende dieser Halbinsel befindet sich Slea Head mit seinem Strand, an dem einst der Film „Ryan´s Daughter“ gedreht wurde. Unabhängig davon, ob gerade Ebbe oder Flut ist, es lohnt sich immer den Strand auch von unten anzusehen, das Meer hat zwischen zahlreichen Klippen und Felsformationen Höhlen und Gänge geformt.
Etwas weiter, im Ort
Dunquin befindet sich das
Blasket Heritage Centre, welches sich mit den Bewohnern der Great Blasket Insel und dessen Zwangsräumung 1954 beschäftigt. In dieser Ausstellung erhält der Besucher ein Bild vom Leben jenseits der mordernen Zivilisation auf der Great Blasket Insel. Vom Dunquin Pier, welches außerdem aufgrund der Steigung ein beliebtes Postkartenmotiv ist, verkehrt täglich ein kleines Boot zur Great Blasket, auf dem noch heute die Ruinen der Wohnhäuser zu sehen sind. Auf diese Art und Weise können sich auch heute Touristen noch ein Bild vom Leben auf der Insel machen. Diese
Bootsausflüge zu den Blasket Islands sind wetter-und saisonabhängig.

Auch das Gallarus Oratorium im Dorf Ballynaga in der Nähe von Dunquin ist sehenswert, welches als gut erhaltenes Bauwerk aus dem 11./12. Jahrhundert gilt. Das Gebäude besteht aus fugenlosem Trockenmauerwerk und hat die Form eines umgedrehten Bootes. Um näheres über das Gallarus Oratorium zu erfahren, liegt ein Informationszentrum direkt am Parkplatz und zeigt anhand einer Multimediashow dem Besucher weitere frühchristliche Stätten.
Kommt man von der nördlichen Seite der Halbinsel zum Ort Dingle, so überquert man den Connor Pass, welcher auch gern als Dach der Insel bezeichnet wird. Diese Passstraße steigt auf 500 m an und bietet eine gute Aussicht über die Insel und den Ort.
SPORT UND FREIZEIT
Aufgrund der Nähe zum Meer bieten sich Wassersportarten bereits an. So kann über das Dingle Marina Centre das Segeln oder Tauchen erlernt werden. Für Geübte steht dort Ausrüstung zum Verleih bereit. Aber auch Windsurfer können hier auf ihre Kosten kommen.
Vom Hafen aus starten außerdem Fischerboote zum Hochseeangeln, welches auch bei Touristen sehr beliebt ist.
Wem das nasse Element nicht so geheuer ist, der kann auch Reiten oder Golf spielen. Auch dies ist in unmittelbarer Nähe des Ortes möglich.
Neben zahlreichen schönen Buchten und Stränden sticht der 5 km lange Strand von Inch zwischen Dingle und Castlemaine hervor.
Für Wanderer ist der Dingle Way ein Muss. Diese Wanderroute umfasst 150 km und führt von Tralee über die Dinglehalbinsle zurück nach Tralee. Dabei sind 8 Tagesetappen aufgrund der verschiedenen Höhenunterschiede empfehlenswert.
Aber auch Bergwanderer können hier auf ihre Kosten kommen, die Besteigung des höchsten Berg der Halbinsel -Mount Brandon- mit seinen 952m reizen einige Touristen zu Bergtouren. Einheimische führt einmal im Jahr eine Wallfahrt auf den Berg, der dem heiligen Brendan gewidmet ist.
Aber auch zum Radfahren ist diese Halbinsel geeignet, denn viele Sehenswürdigkeiten und Reize der Landschaft bleiben den Fußgängern und Radfahrern auf kleinen schmalen Wegen vorenthalten.
ÜBERNACHTUNGSMÖGLICHKEITEN UND GASTRONOMIE
Eine

Statistik zeigt, dass die Übernachtungen in Dingle die Einwohnerzahl um ein vielfaches übersteigt. Daher ist es sicherlich auch nicht verwunderlich, dass der Ort zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten für seine Gäste zur Verfügung stellt.
Neben erstklassigen Hotels wie das
Dingle Skellig Hotel oder dem
Dingle Benners gibt es ausreichend Ferienhäuser. Viele Pubs bieten außerdem auch Übernachtungsmöglichkeiten an, was sich gerade nach einem ausschweifenden Pubbesuch bezahlt macht. An dieser Stelle möchte ich besonders
Murphys Pub hervorheben, denn dieser Pub bietet den Besuchern allerlei Abwechslung.
Aber auch ein Campingplatz und einige Hostels sind in der Nähe zu finden.
Einige B&Bs haben sich einer besonderen Zielgruppe verschrieben, bei denen insbesondere Pferdefreunde und Reiter auf ihre Kosten kommen. Eines davon ist
Dingle Horse Riding.
Mittlerweile gibt es auch in Dingle selbst zahlreiche Ferienhäuser, zum Teil mit Siedlungscharakter wie die
Harbour Cottages,
Marina Cottage oder
Fairfield Close.
Was die Gastronomie angeht, so bietet Dingle als Hafen- und Fischerort ein großes Angebot an Fischrestaurants, die reichlich Auswahl an frischen Fisch und Meeresfrüchten führen. Insbesondere das
Doyle´s Seafood ist da zu erwähnen, da es nicht nur das bekannteste sondern auch das größte Restaurant vor Ort ist.
WEBTIPPS
Neben zahlreichen Einträgen über die
Dingle-Peninsula oder dem Onlinelexikon
Wikipedia gibt es zahlreiche Webseiten, die sich speziell mit einem Aspekt von Dingle beschäftigen.
Auf vielen der Seiten werden Fotos von Fungi, dem Dingle-Delphin gezeigt, wie zum Beispiel auf dieser
Webseite .
Auch sonst ist der farbenfrohe Ort Dingle ein beliebtes Fotomotiv, wie die zahlreichen privaten Webseiten wie zum Beispiel die von
Asrael Franken zeigen.