Bewertung von kikilotta im Detail
Wer wie ich einmal vor der Hitze und den Touristenmassen in Dresden flüchten möchte, dem kann ich nur zu einer Besichtigung der Kasematten bzw. der Festung Dresden raten.
LAGE
Der Eingang der Kasematten befindet sich zur Zeit ein wenig versteckt hinter Bauzäunen, dennoch findet der genaue Beobachter dank zahlreicher Hinweisschilder den Weg recht zügig.
Wer von der Brühlschen Terrasse zu den Kasematten möchte, sollte den Treppenweg am Semperdenkmal zum Georg Treu Platz wählen. Am Fuße der Treppe haltet ihr Euch rechts und geht praktisch unter die Brühlsche Terrasse. Denn dort ist der Eingang zu den Kasematten.
Wer von der Altstadt her kommt, sollte am besten die Frauenkirche als Ausgangspunkt wählen. Geht vorbei an der Hochschule für Bildende Künste. Die Straße An der Frauenkirche weist Euch die richtige Richtung. Biegt links auf den Georg-Treu-Platz ein, dann seid ihr auch schon fast da. Links der Treppe zu der Brühlschen Terrasse findet ihr den Eingang zu den Kasematten.
KASEMATTEN-KANN MAN DAS ESSEN?
Zunächst sollte ich einmal den Begriff erklären, denn schließlich war das Wort Kasematten auch für mich lange Zeit etwas Unbekanntes.
Unter Kasematten versteht man einen beschusssicheren Raum in Festungen.
Die Kasematten von Dresden gehören zur einstigen Festung von Dresden mit Wehranlagen, Wassergräben und auch Stadttore.
ENTSTEHUNG
Zwischen 1520 und 1529 wurde in Dresden durch Herzog Georg der Bärtige die Stadtbefestigung Dresdens errichtet. So baute er auf den bestehenden alten Wehrtürmen Basteine, auf die Geschütze postiert werden konnten. Außerdem entstand ein neues Stadttor, das Ziegeltor.
1546-1555 Herzog Moritz sorgte für eine neue Befestigungsanlage, der so genannten Bastionärsbefestigung. So wurde eine umfassende Wallanlage errichtet. Der Wall hatte eine Höhe von 10 m und war 20 m breit. Acht pfeilförmige Bastionen mit Geschütze wurden vorgelagert.
Kurfürst August sorgte für die Vollendung dieser Stadtbefestigung.
1559-1563 errichtete man das kurfürstlich sächsische Haupt-Zeughaus, das heutige Albertinum. Dabei wurde zum Schutz dieses Gebäudes die Nordbastion vergrößert, so dass die kleine Bastion und auch das alte Stadttor- das Ziegeltor- überbaut wurden.
1721 wurde diese Bastion zur Venusbastion umbenannt.
1748/49 Umbau dieser Venusbastion durch den Grafen von Brühl zu einer Gartenanlage. Die Geschützhöfe wurden verfüllt.
Zwischen 1809 und 1829 wurde Teile der Festung wieder abgerissen. Als einziges erhaltenes Stück ist heute noch der Teilbereich der Brühlschen Terrasse erhalten geblieben.
1901 wurde der erste Kanonenhof freigelegt.
Heute sind zur Besichtigung freigegeben:
- die überbaute Bastion
- das Ziegeltor
- die Kasematten
Seit der Entdeckung der ältesten Steinbrücke in Dresden finden hier weitere Ausgrabungen statt.
1991 fand man die beiden Höfe in der kleinen Bastion.
Seit 1993 finden hier Führungen statt und die Festung Dresden erhielt den Museumsstatus.
KIKILOTTAS FÜHRUNG DURCH DIE KASEMATTEN
Gelangt ihr in den Eingangsbereich der Kasematten, werden ihr nett empfangen. Für 3,10€ Eintritt pro erwachsene Person erhält jeder eine Art tragbaren Telefonhörer. Eine kurze Einführung gibt es natürlich auch dazu. Wer jedoch nicht alles merken kann, findet eine Kurzanleitung auf dem Gerät.
Verschiedene Punkte weisen Euch den Weg. Bei Punkt 1 findet ihr ein Modell, wie die Festung Dresden einst aussah. Für weitere Informationen drückt ihr dann auf die Taste 1 Eures elektronischen Führers.
Dann geht es weiter zu Punkt 2, welches das große Ziegeltor ist. Es ist schon beachtlich, welch große Sicherheitsvorkehrungen schon zu damaliger Zeit gemacht wurden und auch schon möglich waren.
Wer einen Blick in eine der Wachstuben(Taste 4) machen will, hat hier Gelegenheit dazu.
Außerdem findet ihr in der Wachstube ein Modell der Festung wie sie war und wie sie nach dem Umbau durch den Grafen von Brühl wurde.
In einer weiteren Wachstube( Taste 5) findet ihr einen kleinen Kinosaal (;) ich nenne das mal so) mit 4 unbequemen Stühlen. Hier führt euch ein Grauer Mönch interaktiv durch die Kasematten. Einige Informationen sind sehr gelungen, denn unsere Vorstellkraft reicht mitunter gar nicht aus, um die theoretischen Erklärungen wirklich erfassen zu können. Dann helfen der kleine Trickfilm und der graue Mönch. Wer den ganzen Film betrachten will, sollte schon mehr als 20 Minuten einkalkulieren. Mir wurde es aber viel zu unbequem, außerdem plagte mich die Neugierde!
Nett ist auch mal ein altes Klo zu sehen- ach ja, das hieß ja Abort!
Weiter geht es in die Fasstonne. Dieser lange Raum mit einem runden Gewölbe diente einst als Zugang zur Bastion.
Dann gelangt ihr in den großen Kanonenhof, übrigens mal von oben, mal von unten.
Hier findet ihr auch Geschützöffnungen mit Bildern von einst. Wenn ihr Euren Blick nun einmal die Wände nach oben streifen lasst, findet ihr sicherlich auch die Markierung des Augusthochwassers des letzten Jahres!
Der nächste lange Gang wird als Kugelraum bezeichnet. Hier war einst eine Gießerei, davon zeugen Ausgrabungen.
Die drei langen Räume die daraufhin folgen, werden als Buchnersche Tonne bezeichnet. Diese Kasematte diente lange Zeit als Lagerraum. Im Übrigen befinden sich hier auch wirklich gute Toiletten in moderner Ausstattung.
Leider ist von diesen drei Tonne nur eine zu besichtigen.
Ihr gelangt nun auf die Reste der ehemaligen Zugbrücke und zurück zum Ziegeltor.
Die Führung mit dem elektronischen Führer dauert ca. 20 Minuten. Wenn ihr mehr Informationen haben wollt, könnt ihr diese durch das Drücken weiterer Tasten erhalten. Dann dauert die Führung ca. 45 Minuten. Allerdings ist dieses individuell gestaltbar. Je nach Eurem Interesse und nach Luftfeuchtigkeit und Außentemperatur.
Ich selber habe den Aufenthalt sehr genossen, denn hier waren gerade keine 38C und Millionen von Menschen unterwegs. Außerdem interessiere ich mich schon für das wirklich alte Dresden, von dem durch den Bombenangriff des 2.Weltkriegs ja leider nicht mehr viel übrig geblieben ist.
Die Kasematten sind täglich von 10-16:00 Uhr geöffnet. In den Monaten April-Oktober sogar von 10-17:00 Uhr.
KOMMENTAR
Zunächst wollte mein Schatz überhaupt nicht mit rein kommen, denn er hatte bereits vor Jahren gehört, es wäre nicht viel da unten zu sehen! Doch aufmerksame Leser haben sicherlich schon bemerkt, dass immer noch Ausgrabungen dort stattfinden und auch die letzten großen Entdeckungen erst 10 Jahre her sind! Also: nix wie rin!
Und wer war nachher verwundert? Einen Tipp gebe ich Euch: Ich war es nicht!
Zieht Euch was Warmes an, denn dort sind konstante Temperaturen! Im Sommer recht angenehm, wie ich fand!
FAZIT
Wir haben das alte Dresden zur Zeit der Renaissance entdeckt! Ein Grundinteresse solltet ihr schon mitbringen...
Festung Dresden10
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit