angelus
Diessen am Ammersee, Deutschland98%
Guinness Storehouse, oder auf gut Deutsch das Stammhaus von Guinness zu Dublin.
Wer nicht nur, aber auch Bier mag, der kommt in Irland, insbesondere im alten Dublin, nicht an dem hier alles beherrschenden Namen Guinness vorbei.
Das Brauhaus-Museum ist rund um die Wochen, von Montag bis Sonntag geöffnet, im Sommer von 9:30 bis 21:00 abends, im Winter schließt man schon um 17:00 Uhr. Der recht beachtliche Eintritt von 13,00 € der Erwachsene, und 5,00 € das Kind, läßt eine Menge erhoffen.
Mit der Frage wo gibts hier Freibier wäre man hier fehl am Platze, wer hier etwas will, der muss sich fleißig durch insgesamt sage und schreibe sieben Stockwerke durcharbeiten.
Grundlage dieses 'Storehouse' ist eine alte Guinness Fabrik auf der Uferböschung des Liffey, also, wie das meiste hier in Dublin, relativ zentral und leicht erreichbar.
An diesem Ort wurde wie wir hören, über 250 Jahre lang Guinness Bier gebraut, das heutige Gebäude selbst wurde vor rund 100 Jahren im damals modernen Stil errichtet.
Hier fand der Gärungsprozess statt. Die gesamten alten Brauanlagen sind hier noch zu betrachten, interessant, aber eigentlich ähnlich wie vergleichbare Anlage die wir im Ruhr-Revier oder aus Bayern kennen. Mitten im Raum erstaunt uns dann noch ein recht originelles, riesiges Bierglas, so groß, dass es vom Erdgeschoss bis nach oben, durch Dach, raus bis in den freien Himmel reicht, was hier der siebte Stock ist.
Die Führung selbst beginnt im Erdgeschoss, wo wir eine Menge erfahren über die Haupt Bestandteile des Biers, Wasser, Hefe, Hopfen und Malz, ohne die es wohl mit echtem Bier nicht geht. Und, entgegen aller bösen Vermutungen, das hier verarbeitete Wasser ist nicht dem nahen Fluss Liffy entnommen.
Über eine Wendeltreppe geht es in den ersten Stock, für diejenigen die ihn brauchen gibt es aber auch einen Lift. Hier soll uns der weitere Brauprozess näher gebracht werden, dann erfahren wir etwas zu früheren Beförderungsarten der kostbaren Nasses. So erfahren wir, dass man zu früheren Zeiten sogar eine eigene Flotte von Transportbooten auf den Flussen des Landes hatte um sein Bier ins ganze Land zu verteilen.
Hausintern verwendete man einige Zeit eine Schmalspur-Eisenbahn, so wurde das gesamte Firmengelände bedient, echt erstaunlich und wirklich beeindruckend. Wir sehen eine alte Küferei, und einige eindrucksvolle, alte große Fässer, zur Zeit der größten Mengen der alten Fässer sollen es einmal bis zu 250.000 Holzfässer gewesen sein, die man bei Guinness hatte, heute alles Schnee von gestern, längst alles umgestellt auf Stainless Steel, also volle unverkaputtbare Metallfässer.
In einer anderen Abteilung werden wir mit der Entwicklung der Verkaufszahlen der Lieferungen ins Ausland, im Laufe der Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte vertraut gemacht, wobei wir auch die Tageszähluhr kennen lernen, geeicht von 0 bis 10.000.000 Pints, an herstellender Produktion einerseits, und verzehrendem Verbrauch andererseits, alles eben mal so 'per day', also täglich, eigentlich doch irre große Mengen Bier die da bewegt wurden und werden.
In zweiten Stock zeigt man uns was jährlich so an Werbeaktivitäten läuft, vom interaktiven Video bis zu den verschiedensten Fernsehspots, beginnend in den frühen 50'ern, bis zum heutigen Tag. Dann wieder sehen wir Beispiele der verschiedenen Arten und von Flaschen und Dosen in denen das Produkt im Laufe der Zeit angeboten wurde. Es folgen die verschiedensten Werbeartikel deren man sich im Laufe der Zeit bediente.
Dann zeigt man uns das Guinness-Buch der Rekorde, ein ganz anderer, inzwischen weltberühmte Begriff, eine komplette Sammlung der über die Jahre, wie bekannt jährlich jeweils neu, herausgegebenen eindrucksvollen Auflistungen der möglichsten und unmöglichsten Rekorde. Das Ganze gilt es nun auch schon seit über 50 Jahren. Übrigens ist es scheinbar nie gelungen zu klären ob es zu Beginn ein Werbegag des Hauses war, oder ob man später nur auf den Zug aufsprang und einfach mitmachte.
Im dritten Stock sehen wir das Schulungszentrum des Hauses, sowie einige Infos wie das Guinness so im einzelnen technisch und logistisch bis zum jeweiligen Endverbraucher im ganzen Land kommt, und auch wie es in das örtliche und regionale Leben integriert ist.
Überall im Hause gibt, es, wie bei so viel Bier wohl nötig, ausreichend ordentliche Toiletten, das ist lobend zu erwähnen. Frisch entlastet kann man dann fortfahren, wie wäre es mit einem Besuch im Guinness-Geschenkartikel- Shop für einen Bierseidel, eine Baseball-Cap oder ein T-Shirt mit bezahlter Guinness-Werbung.
Allgemein sagt man in Irland übrigens, so hören wir weiter, dass Guinness immer ein guter Arbeitgeber war, und heute noch ist, und die Werksrenten sind noch immer so hoch, dass viele Frauen sich gezielt einen Guinness-Man suchen, weil sie dann wissen dass es ihnen lebenslang gut gehen wird.
Jetzt haben wir aber endlich den Abstecher in den siebten Stock, zur 'Gravity Bar' und einer Probe des leckersten Guinness dass ihr je werdet probiert haben, verdient.
Dieser Probeausschank ist eigentlich völlig kostenlos, soweit wir berücksichtigen, dass am Eingang jeder erst mal ein Ticket, eine Biermarke würden wir sagen, erhält, für die er dann wahlweise 'seinen 'Pint Guinness, sein Guinness Extra Cold oder einen Softdrink erhalten kann. Damit kann man sich dann ins phantastische Panorama-Restaurant, hier oben, auf dem Dach setzen. Von hier oben hat man einen phantastischen 360-Grad rundum Ausblick, einen der schönsten in ganz Dublin.
Die gesamte Bar ist relativ gut und modern eingerichtet, und die Mitarbeiter, auch die hinter dem Tresen, machen einen wirklich netten, engagierten Eindruck. Doch all das hilft nix, es gibt nur das vorbestellte Bierchen hier oben, nicht mehr und nicht weniger.
Wer dann noch gieriger wird, mehr will, der muss zurück in den fünften Stock. Da bekommen wir, in einer weiteren Bar des Hauses, die Möglichkeit weiteres Guinness dazu zu kaufen, oder auch im dortigen Restaurant ein ordentliches Menu zu bestellen.
Hier, beim mächtigen Hause Guinness ist eben alles gut organisiert, muss eben alles so seine Richtigkeit haben.
Was soll ich sagen die ganze Tour ist mächtig anstrengend, wenn man richtig folgen will, doch wer sich dafür interessiert, der wird voll auf seine kosten kommen und echt begeistert sein.