Bewertung von angelus im Detail
angelus
Diessen am Ammersee, Deutschland99%
St. Stephen's Green das grüne Herz Dublins. Und der ist einer der schönsten und eindrucksvollsten Parks die ich kenne. Und das mit dem Grünen Herzen, da wird mir jeder zustimmen, gilt nun mal hier in Irland in jeder Hinsicht. Wer es noch nicht wußte, spätestens hier, in diesem schönen Park wird er es lernen, in Irland ist alles Grün, denn das ist nun mal auch die Farbe der Irischen Nationalität und ihres Patriotismus. Und dieser Park hat, neben seinem Freizeitwert, nun mal eine ganze Menge auch mit dieser Art der grünen Farbe zu tun, wenn es auch nicht die ganzen traditionellen 40 shades of Green sein dürften die wir hier finden.
Doch zurück zu unserem Park: Dublin hat das Glück gleich mehrere ganz tolle Parkanlagen zu besitzen. Die größte ist dabei der riesige Phoenix Park, quasi der Englische Garten der Hauptstadt, wie der Münchner sagen würde. Der sicherlich zentralste und würdigste ist jedoch der vornehmere St. Stephen's Green, zentral in der Mitte der Stadt gelegen. Wie ich sagen würde übrigens, ohne Zweifel, auch der schönste.
Dieser Park hat seine recht bunte Geschichte hinter sich. So gibt es ihn seit dem 17. Jahrhundert, jedoch war er damals der Standort einer Lepra-Kolonie, an seinem Rande wurden Exekutionen durchgeführt, er war also quasi der Dubliner Galgenberg.
Ende des 18. Jahrhundert mauserte er sich dann. Seine Nordseite wurde zum beliebten 'Beaux Walk', was wohl soviel heißen sollte wie Paradierstrecke für eitle Pfauen, Laffen und sonstige Gecken, wo die Vornehmeren oberen Zehntausend Lust wandelten.
Dann war es die Westseite die in den Vordergrund trat, noch heute, wie ich meine der schönste Teil der Anlage. Hier finden wir auch, groß, den Raum beherrschend, und damit sehr eindrucksvoll, die dekorative Fassade des exklusiven Nobelschuppens der Hauptstadt, womit ich das im viktorianischen Stil gehaltene Shelbourne Hotel meine. Hier kann man für grosses Geld ein kleineres Zimmer buchen, aber auch entspannt in einer der Bars sitzen und geruhsam das Nichtstun genießen.
Patrioten sitzen hier nicht herum, sondern bewundern z.B. die Statue des hier unweit verewigten Patrioten Robert Emmet, dessen Elternhaus hier auch gleich um die Ecke stand. Wenig weiter findne wir einen akzeptierteren Herrn, nämlich die Statue des Lord Ardilan, besser bekannt als den zu seinen Lebzeiten mächtigen Herrn des Guiness Brauimperiums. Entsprechend richtet sich sein Blick logischerweise in Richtung St. James Gate, dort, wo man auch seine Brauerei findet.
Wenig weiter erinnert uns eine Memorial-Bank an James Joyce, der Dubliner war, und seinen Vater der aus Cork kam und ihn wohl oft besuchte. Unweit, im Newman House, einer Abteilung der Dublin University, studierte der bekannte Dichter. Einige Schritte weiter, stilecht im St. Stephens Green Club, hielt sich seinerzeit auch der grosse Schottische Dichter Sir Walter Scott auf,
Im Park finden wir des weiteren eine etwas modernere, eigenwillige Skulptur des von mir sehr verehrten anderen großen Irischen Dichters und nachdenkenden Poeten, William Buttler Yeats.
Neben einer Mehrzahl weiterer eindrucksvoller Statuen, Monumente und Büsten meist heroischer Geister verhangener, patriotischer Kampfeszeiten, finden wir hier dennoch auch, zur Freunde der Besucher und ihrer Kinder, einen schönen großen Teich mit Enten, Gänsen und anderem schwimmenden Federvieh, welches sich zur Erbauung der Besucher frölich im Wasser tummelt und vor sich dahin schnattert und schnarrt.
Um die Parade der Dichter weiter zu komplettieren, finden wir hier, in der südöstlichsten Ecke des Parks, bevor man den Park verlässt, unweit dem schon erwähnten Newman House, eine beeindruckende bronzene Büste des schon erwähnten James Joyce.
Ein paar Schritte weiter, aber eigentlich ausserhalb der Parksgatter, finden wir dann noch bemerkenswerte Statue des frühen Helden Theobald Wolf Tone, bekannt als einer der begabstesten Führer der rebellischen Iren ein und einhalb Jahrhunderte vor der Zeit der späteren Erfolge der Anderen Nationalisten.
Man kann es sehen wie man will, hier trifft man Schritt auf Tritt immer irgendwie auf ein Erinnerungsstück in Bezug auf die große und oft schmerzliche Vergangenheit des Freiheitskampfes der Iren, aber eben, Gott sei dank, vergißt man dabei nicht auch die positiven Seiten der heutigen Welt.
Und das ist nun mal eine großartiger, malerischer Park mit manchem romantischen Winkel, wo man sich gut erholen kann, oder eben auch einen Termin machen mit Freunden, die sich sicher gern bereit finden werden sich gerade hier zu treffen.
Das tolle an dieser zentralen Parkanlage ist eben, dass es hier die verschiedensten Bereiche und Möglichkeiten gibt sich zu unterhalten und zu entspannen, die für die Großstadtverhältnisse recht eindrucksvolle und relativ rein und sauber erscheinende Natur zu genießen.
Daher denke ich, dass in Punkto Parks in Dublin St. Stephens Green immer meine erste Wahl war und es auch in Zukunft bleiben wird, auch wenn ich jetzt nun schon einige Jahre nicht mehr dort sein konnte.
Wer mir nicht glaubt, und sich selbst überzeugen will, der sollte hingehen und sich überzeugen. Er wird seinen Stroll durch diese schöne Anlage nicht bedauern.
St Stephens Green10
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Architektur
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Artenvielfalt Vegetation
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Erholungswert
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Als eigentliches grünes Herz der Haupotstadt selbstverständlich zentral und optimal zu erreichen, egal mit welchem Verkehrsmittel. Diesen Park sollte man gesehen haben, auch wenn man, was Iren wundern dürfte, kein Patriot sein sollte, der die erwähnten verehrungswürdigen Helden der Vergangenheit sehen muß.
Architektur durch die angrenzenden Strassen und ihre Gebäude, sowie die diversen Plastiken, Büsten, Statuen und sonstige Kunstwerke eindeutig als eindrucksvolll zu bejahen.
Als Park eben ein grosser wirklich schöner Stadtpark, insoweit eine Menge Bäume, Sträucher, Pflanzen und einige Tiere, hauptsächlich das quicklebendige Federvieh im Teichbereich. Eine übertrieben große Artenvielfalt würde ich das jedoch nicht nennen.
Der Erholungswert ist entsprechend hoch einzuschätzen, hier kann man sich eben richtig wohl fühlen, die Füße oder die Seele baumeln lassen.