Bewertung von angelus im Detail
angelus
Diessen am Ammersee, Deutschland98%
Prinz John's verhaßte Zwingburg an schwarzen Teich.
Und dann gibt es da in Dublin ein altes Gemäuer, das eigentlich niemand kennt. Niemand mag es, auch wenn, oder gerade weil es so eine lange Geschichte hinter sich hat.
Jeder der sich mit Englischer Geschichte befasst, der hat mal was gehört vom edlen König Richard, dem aus dem Hause Plantagenet, und seinem üblen, missratenen Bruder und späteren Nachfolger, dem bösartigen Prinz John, auch bekannt geworden als Johann ohne Land.
Und gerade dieser spätere King John war es, der massgeblich in die Geschichte dieser Stadt eingriff und sie erst so richtig ins Rollen brachte.
Er war es, der von hier aus gegen seinen älteren Bruder rebellierte, hier seine zusammen geraubten Schätze vor diesem verstecken wollte.
Und da er quasi der Vize-König von Irland war, so ordnete er an, dass an einer entlegeneren Stelle, wo bisher wenig los war, an einem Ort der auf Gälisch 'Schwarzer Teich' hieß, bösartige Leute würden sagen in einem schwarzen Loch, eine neue, mächtige Burg zu errichten, zur Sicherung seiner Schätze und zur Kontrolle über das durch ihn beherrschte umliegende Irland.
Das dürfte so um 1200 gewesen sein, zur Zeit der Kreuzritter, und damit ging es so richtig rund. Was wurde daraus? Ihr wißt es alle. Aus diesem Gälischen Eckchen wurde ein Ort, und er bekam, ihr werdet es unschwer erraten, den Englischen Namen DubLin, so verdankt das heutige Dublin seinen Namen und seine Bedeutung, ob man es will, oder nicht, diesem Fiesling der Geschichte, und seiner hier gelegenen Burg.
Die erste, mächtige Burg steht nicht mehr, ist heute nur noch Erinnerung. Was folgte war jedoch nur noch mächtiger, noch beherrschender, noch zwingender.
Von hier aus wurde dieses Land terrorisiert, von hier aus wurde die die Iren entmachtende Macht der englischen Krone über Jahrhunderte ausgeübt. Von hier aus wurde über das Wohl und das Wehe aller nicht Normannischen, d.h nicht Englischen, Irischen Untertanen entschieden. Dieser Ort war somit über viele Jahrhunderte für die Iren die ungeliebte Quelle alles Bösen, alles Negativen.
Diese Burg war und ist teilweise noch heute die lebendig gewordene Verkörperung des auch den Nationalismus der Iren motivierenden Feindbildes 'Allmacht der Englischen Krone'.
So oder ähnlich hätte jeder Bericht über dieses eigentlich recht ansehnliche Gebäude beginnen müssen, jedenfalls noch vor weniger als 100 Jahren.
Doch dann änderte sich die Welt für Irland. Die Freiheit wurde, unter schmerzlichen Kämpfen, gewonnen. Die katholische Republik bekam ihr eigenes Parlament. Damit gab es die Englischen Zwingherren nicht mehr in Dublin, also war auch ihr Schloss hier über, es wurde dem neuen Staat übergeben, und wechselte so die Rolle.
Da man auch kein eindrucksvolleres, oder mächtigeres Gebäude in der Stadtmitte hatte, wurde also im Jahre 1922 aus dem negativ belasteten Dublin Castle der Englischen Könige, das heutige, zur Nation gehörende Parl(i)ament des Freistaates. Seit dieser Zeit wird weiter von hier aus das Land regiert, doch jetzt sind es die Iren selbst, die die Macht ausüben.
Zur Burganlage selbst muss man sagen, dass sie wirklich zu den größten, stattlichsten gehört, die Europa kennt, John der alte Knochen wusste wirklich wie man sich Respekt verschafft, und das wirkt eigentlich noch heute recht eindrucksvoll.
Die eigentliche ursprüngliche Burg steht, wie gesagt nicht mehr, doch auch das, was wir heute noch sehen beeindruckt. Geblieben ist, wie gesagt, eine recht große Schloßanlage, mit einer eindrucksvollen alten Krypta einerseits, sowie eine Menge attraktiver Prunkräume andererseits. Heute kann das Schloss jedenfalls, zum größten Teil besichtigt werden. Und wenn man dann etwas von der Geschichte hört, dann ist dies eigentlich in erster Linie eine Aufreihung der Angriffe der Rebellierenden Iren gegen diesen Un-Ort unter der unterdrückenden Oberhoheit der Engländer.
Aus all den vielen hier normalerweise zu zitierenden Helden möchte ich nur einen nennen, RedHugh O'Donnel, den Sohn des Stammeskönigs von Donegal, dem es wohl als einzigem gleich zweimal gelang als Gefangener der Engländer hier zu entkommen, jeweils indem er aus dem Fenster sprang und erfolgreich entkam. So sagenhafte Helden wie er waren es die die Iren und ihren Nationalstolz am Leben hielten und schließlich den Siegt gegen die Unterdrücker davon tragen ließen.
Von all dem erzählt uns dieses stattliche Haus. Also mag jeder selbst entscheiden, will er es übersehen und dran vorbeigehen, oder treten wir näher und schauen uns um, hören zu, was man uns von der traurigen bis glorreichen Vergangenheit auch hier erzählt.
Schloss Dublin9
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Architektur
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Zustand
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Historische Bedeutung
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Die Erreichbarkeit, bei der Lage optimal, auch wenn man es nbicht mag, ansehen sollte man es sich, die Führungen gelten als fut, die Eintrittspreise sind recht bescheiden. Die Architektur ist eindrucksvoll und furcheinflößend machtvoll.
Der Zustand ist, natürlich, ausgezeichnet, die historische Bedeutung unbestritten.