FLYGVA(37)
Neuk.-Vluyn, Deutschland98%
Das Renaissance Düsseldorf, ein ehemaliges Ramada Renaissance Hotel, liegt etwas außerhalb der Düsseldorfer Innenstadt, dafür jedoch recht verkehrsgünstig zur A 52 und A 3. Ab und an nächtige ich in Düsseldorf, vor allem dann, wenn ich am nächsten Tag zu Besprechungen oder Schulungen muss. Das Renaissance steht dabei, da es außerhalb liegt, nicht gerade auf dem obersten Platz der bevorzugten Hotels, aber wenn es günstige Angebote gibt, schlage ich dann doch mal zu, schließlich hat es 5 Sterne.
LAGE
Das Hotel liegt im Düsseldorfer südlichen Nordosten, schräg gegenüber dem ARAG Hochhaus und direkt am Nördlichen Zubringer, einer Appendix der A 52 (Fahrtrichtung Breitscheider Kreuz). Die Anreise mit dem Auto ist recht unkompliziert, da das ARAG Hochhaus als markantes Hochhaus ein guter Anhaltspunkt ist. Die eigentliche Zufahrt zum Hotel ist etwas umständlich, da die Straßenführung mit einer zufahrtsähnlichen Straße etwas irreführend ist.
Die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist einfach, die Straßenbahnlinien 701 und 711 aus der Innenstadt bzw. die Linie 708 vom Hauptbahnhof bis Heinrichstraße (nicht zu verwechseln mit Heinrich-Heine-Allee !!); mit der S-Bahn fährt man bis Düsseldorf Derendorf und von dort mit jeder Straßenbahn und jedem Bus bis Heinrichtstraße. Vom Flughafen nimmt man die S 7 bis Derendorf und dann wie vorstehend beschrieben. Es würde sich hier eigentlich anbieten, dass das Renaissance bei Bedarf einen Flughafen Shuttle anbietet.
Die Parksituation ist mittelprächtig, das Hotel verfügt zwar über eine eigene Garage, nicht jedoch über Außenparkplätze. Man wird mehr oder weniger gezwungen, die kostenpflichtige Tiefgarage (10 EUR / Tag) zu benutzen. Selbst das Ausladen vor dem Hotel im Rondel gestaltet sich aufgrund der dortigen Taxiplätze etwas schwierig, denn wenn dort ein Wagen steht ist es voll!
AMBIENTE
Durch die gläserne Eingangstür erreicht man die mittelgroße, unförmig in L-Form geschnittene Lobby mit dem auf der linken Seite gelegenen Empfangsbereich, geradeaus befindet sich ein Desk, wo im Sitzen ein- oder ausgecheckt werden kann. Ich habe allerdings bislang erst einmal erlebt, dass dort jemand gesessen hat. Rechts stehen einige Sessel nebst Tischen. Am Empfang wurde ich meist freundlich empfangen und bekam nach den obligatorischen Anmeldeformalitäten den Zimmerschlüssel in Form einer Keycard ausgehändigt. Eingeschoben sei hier, dass die Reservierung über das Internetportal von Marriott reibungslos funktionierte, buchbar ist das Haus indes auch über hrs oder expedia.de.. Der Weg zum Zimmer wurde mir nur einmal erklärt, es begleitete mich niemand dorthin und mein Gepäck musste ich auch selber tragen.
Das Hotel selbst ist großzügiger, als man es von außen vermuten könnte. Dies liegt daran, dass sich die eigentlichen Zimmertrakte in V-Form angeordnet sind (mit dem Eingang an der Spitze des V).
Im Erdgeschoss ist das V nicht so deutlich ausgeprägt, weil sich links, d.h. auf der Empfangsseite die Hotelverwaltung nebst Business Center und einiger kleiner Besprechungszimmer befindet, während der eigentliche Lobbybereicht mit Restaurants und Bar rechts befindet. Im Erdgeschoss ist die V-Form auch nicht so deutlich bemerkbar, denn hier ist der gesamte Bereich umbaut. Im Bereich zwischen den Gästetrakten liegt hier ein offenes Atrium. Im Tiefgeschoss befinden sich weitere Konferenzräume und ein Bankettsaal sowie der Zugang zur Tiefgarage. Dort geht es auch in das Restaurant und in die Bar.
Das Atrium in seinem Baustil mit Glas und Chrom erinnert dabei am stärksten an die 80er Jahre; dies gilt, wenn auch eingeschränkt, für das Restaurant. In der Bar kann man auch einige Kleinigkeiten zu sich nehmen, allerdings sind die Preise recht happig (so bezahlte ich 2003 für Chinesische Köstlichkeiten (Bamboo Garden), ein Glas Weißwein und ein Wasser 17,50 EUR, für einen kleinen Salat und einen Weißwein 2005 gute 18,00 EUR) und einer der dort tätigen Angestellten etwas arrogant; auch wenn es arrogant klingen mag, ich sehe als Gast nicht ein, mir eine Abend lang anzuhören, dass ich Bamboo nach Auffassung des Angestellten nicht richtig ausspreche, indem er jedes Mal das Wort Bamboo wiederholt und anders ausspricht, auch dann, wenn eine Wiederholung nicht notwendig ist. Der Kellner 2005 ersparte mir diese Lektion dankenswerterweise.
Mittels der zentral gelegenen Aufzüge erreicht man jedes Stockwerk inkl. der Garage; die Wartezeit vor den Aufzügen ist allerdings mitunter etwas lang. Die Flure vor dem Aufzug sind breit; hier kann man auch in das Atrium hinabblicken. Die eigentlichen Zimmerflure erreicht man durch eine Glastür. Negativ aufgefallen ist mir hier, dass man in den oberen Bereich merklich Essengerüche aus dem Foyer und dem dortigen Restaurant bzw. bei Veranstaltungen auch von dort wahrnimmt. Die Flurteppiche sind stellenweise doch recht fleckig und einige Male habe ich es auch schon erlebt, dass im Flur noch beschmutztes Geschirr vom Zimmerservice stand, gut, das Problem haben auch andere Häuser, aber es stört schon. 2005 schien der Service etwas aufmerksamer, dann stand das Essen nach einer abendlichen Runde im Pool nicht mehr dort, der Turndownservice hatte wohl hier Meldung gemacht.
Die unteren (ich meine) fünf Etagen sind reguläre Etagen, die sechste Etage ist der Concierge Floor mit eigener Lounge, in der Snacks und kontinentales Breakfast serviert wird.
In der obersten, der achten Etage, befindet sich das Schwimmbad mit separater Umkleidekabine, Sonnenbank und Sauna. Das Schwimmbad hat eine Größe von 6 x 14 m, ist normal temperiert, d.h. es hat keine Badewannentemperatur. Die Sauna ist großzügig; Handtücher werden gestellt. Auf einer Terrasse kann man auch draußen liegen, der Lärm von der nahen Autobahn stört dabei nicht einmal so stark, wie ich dies vermutet hätte. Der Poolbereich wird allerdings nicht vom Hotel selbst betrieben, sondern ist outgesourct. Man hat hier zwar die Möglichkeit auch Getränke zu sich zu nehmen und braucht für die Benutzung des Pools nichts zu zahlen, allerdings ist die Sauna nicht im Zimmerpreis inbegriffen, was ich gelinde gesagt, unverschämt finde, zumal dies bei der Hotelbeschreibung im Internet nicht angegeben ist. Auch empfand ich das Personal, vor allem das männlich hier oben recht rüde. So wurde anderen Hotelgästen die mitgeführten Getränke recht rigide abgenommen, als diese in die Sauna wollten.
2005 war die nun anwesende Dame zwar freundlicher, aber richtig wohl gefühlt habe ich mich hier noch immer nicht. Nun, für einige Runden im Pool reichte es.
ZIMMER
Die insgesamt 236 Zimmer sind aufgeteilt in Standardzimmer (Quality Room), Executive Zimmer (Club Level Room), daneben gibt es noch 8 Suiten (Junior und Suite mit separatem Wohn- und Schlafraum).
Die Zimmer sind durchweg großzügig, wenn auch nicht modern, gestaltet und verfügen über Klimaanlage, Minibar, zwei Telefonen, Modemanschluss, Satellitenfernseher und Bügelbrett. Daneben gibt es die in der Club Level Kategorie noch die Möglichkeiten zur Tee- und Kaffeezubereitung. Mir hat hier auch gefallen, dass trotz Klimaanlage die Fenster geöffnet werden können. Die Klimaanlage arbeitet hörbar, nach meinem persönlichen Eindruck aber nicht störend. Bademantel und Schlappen lagen bereit.
Die Möbel waren Anfang der 80er Jahre wahrscheinlich elegant, mittlerweile wirken sie nicht mehr so ganz modern und irgendwie erinnert mich auch diese Haus an die 80er Jahre. Sie sind hingegen in einem recht guten Zustand mit sehr geringen Spuren von Abnutzung, was für die Qualität spricht. Neben einem Bett (oder auch deren zwei man hat die Wahl zwischen einem großen einzelnen oder einem King Size) gab es noch eine Sitzecke mit zwei Sesseln und Sofa, einem Tisch und einer Stehlampe sowie einem Schreibtisch mit Lampe. Generell empfand ich die Zimmer recht dunkel, eine Deckenlampe gab es nicht und die Stehlampe, wie auch die Lampe auf dem Schreibtisch waren nicht gerade ein Ausbund von Helligkeit, so dass auch ein Lesen in der Sitzecke abends nur schwer möglich war.
Die großzügigen Schränke befanden sich im Flur. Da die Lampe mittig im Flur ist, sieht man im Schrank nur schlecht; allerdings fiel mir auch hier positiv auf, dass es mehr als genug normaler, d.h. nicht diebstahlsicherer, Kleiderbügel gab. Die Wände wirkten infolge fehlender Bilder auf der Schreibtischseite etwas kahl.
Mir wurde berichtet, es soll modernisiert werden, warten wir es ab ...
Die Badezimmer, die im Flur betreten werden, verfügen meines Wissens ausnahmslos über eine Badewanne; es gab einen Duschvorhang; dieser war in einem einwandfreien Zustand, gleiches galt meist auch für die Armaturen, wohingegen der Duschkopf in näherer Zeit eine Entkalkung bzw. einen Austausch notwendig hätte. Der Waschtisch verfügt über eine großzügige Marmor(imitat)platte, in welcher das Waschbecken bündig eingelassen ist. Positiv waren der große Spiegel und der Fön und eine ausreichende Anzahl an Handtüchern. Seifen-, Hautlotions- bzw. Shampoofläschchen standen auch bereit. Das Bad ist nicht im Ursprungszustand, es dürfte vor rund fünf Jahren renoviert worden sein.
Die Minibar war gut gefüllt und hatte die für eine Minibar typischen Preise; ich habe leider meine Notizen mit dem Preisen verlegt bzw. die Datei auf meinem Handheld gelöscht.
Turndownservice wurde angeboten.
FRÜHSTÜCK
Das Frühstück (happige 17,00 EUR in 2003, 2005 war es in der Roomrate drin) wird im Restaurant Orchidee gegenüber der Rezeption serviert bzw. in Buffetform dargeboten. Es gibt neben diversen Sorten Brötchen (Mohn-, Sesam, Roggen, Vollwert) auch Brot (Grau-, Weiß- und Schwarzbrot). Die Auswahl an Konfitüren und Marmeladen bzw. Wurst und Käse ist reichhaltig, gleiches gilt für Müsli und Säften (drei Sorten). Auch Rühr, Spiegel oder gekochte Eier nebst Sausage und Bacon sind erhältlich. Die Auswahl der Speisen beinhaltet somit das Übliche, was man von einem Hotel dieser Kategorie erwarten darf, allerdings meine ich, dass das Frühstück im Courtyard Seestern (vgl. separater Bericht) angenehmer präsentiert ist. Dort gibt es einen richtigen Buffetbereich, während ich im Renaissance die etwas behelfsmäßig wirkenden Wandbuffets über zwei Wände für äußerst unpraktisch halte, denn einmal kommt man sich immer ins Gehege mit anderen Gästen und die Tische sind zu nah am Buffet, so das die Frühstücksgäste hier auch gestört werden.
Neben Kaffee in großen Thermoskannen, den die beiden sehr aufmerksamen Kellnerinnen bringen, kann man sich auch Tee nehmen. Hier war ich als Teetrinker aus Leidenschaft erneut sehr angenehm überrascht, gab es doch die edlen Teebeutel mit losen Tee (u.a. Broken Orange Pekoe, Darjeeling First Flush, etc.) nebst Abtropfteller.
Internationale Zeitungen liegen am Eingang zum Restaurant (und in der Lobby vor dem Restaurant) aus.
PREIS
Die Zimmerpreise variieren recht stark. Sie bewegen sich auf hohem Niveau. Die Tiefgarage schlägt gesondert mit rund 10,00 EUR zu buche, das Frühstück mit 18,00 EUR.
Es gibt Specials für Gäste von LTU vor der Nacht des Abflugs
FAZIT
Es handelt sich um ein Kettenhotel, im oberen Marktbereich mit fünf Steren. Dies muss als Maßstab genommen werden und wenn ich diesen Maßstab anlege, enttäuscht mich dass Renaissance eigentlich immer wieder. Nicht nur die nicht im Zimmerpreis enthaltene Sauna ist ärgerlich, die Zimmer sind altbacken und nicht mehr zeitgemäß. Hier muss die hinter Renaissance stehende Marriottkette dringend renovieren, um den Anschluss nicht vollständig zu verlieren. Flecken auf dem Flurteppich sind zudem ein weiterer Punkt, der in einem 5 Sterne Haus genauso wenig sein darf, wie über 6 Stunden im Flur stehende Teller mit Essensresten. Es sind Kleinigkeiten und vielleicht stelle ich auch zu hohe Ansprüche, aber ich habe schon in besseren Häusern für weniger Geld übernachtet. Der persönliche Service macht dies nicht zur Gänze weg und so ist kann ich das Hotel nicht zuletzt auch wegen der Lage außerhalb von Düsseldorf nicht wirklich empfehlen. Gerade mit dem neu eröffneten Intercontinental legt die Konkurrenz andere Maßstäbe vor, das Renaissance muß aufpassen hier nicht ins Hintertreffen zu gelangen.