Bewertung von Philea im Detail
Das Schloss Mickeln ist ein echtes Zuckerstückchen, und der Schlosspark ist einen kleinen Ausflug wert. Im Süden von Düsseldorf - im Stadtteil Alt-Himmelgeist - liegt die Naturidylle in direkter Nachbarschaft zum Vater Rhein. Zum historischen Gebäudekomplex gehören ausserdem noch Gut Meierhof, Frohnhof und die Pfarrkirche St. Nikolaus.
Schloss Mickeln wurde zwischen 1839 bis 1842 durch den Architekten Niehaus gebaut, nach dem Vorbild Genueser Renaissance-Villen aus dem 16. Jahrhundert, das war in jener Zeit der vorherrschende Zeitgeschmack, doch die klaren Formen und die gekonnt gesetzten dekorativen Elemente können heute noch überzeugen. Das Schloss zählt zu den interessantesten klassizistischen Bauten im Rheinland. Das dreigeschossige Haus hat einen quadratischen Grundriss von 19,55 x 19,55 Meter und alle Seiten sind (bis auf den Eingangsbereich mit der Freitreppe) gleich gestaltet - deshalb auch meine Metapher eines Zuckerstückchens, es ist zudem ein wirklich süßes Schlösschen.
Besitzer des Anwesens und der Ländereien war ab 1835 der Herzog Arenberg, doch das als Sommerresidenz geplante Haus wurde nie bezogen und nur selten genutzt, der Schlosspark verwilderte. Das Schloss gehört heute dem Land NRW, 2001 hat die Stadt Düsseldorf große Teile des Parks von der Familie Arenberg gepachtet und entsprechend dem Denkmal- und Naturschutz sensibel saniert. Schloss Mickeln ist das offizielle Gästehaus der Heinrich-Heine-Uni, dort finden auch ab und an Veranstaltungen statt, allerdings nicht für private Zwecke.
Der Park, der das Schloss umrahmt, wurde 1843 von dem bekannten Düsseldorfer Gartenarchitekten Maximilian Friedrich Weyhe als sein letztes großes Projekt gestaltet.. Nach dem englischen Vorbild einer "ornamented farm" wurden Meierhof und Fronhof sowie die Rheinauen und die Felder in das Gestaltungskonzept mit einbezogen. Überraschende Blickwinkel und Sichtachsen spielten in seiner Arbeit eine große Rolle - das verspürt man heute noch bei einem aufmerksamen Spaziergang, denn vieles von dem was so schön "natürlich" geordnet aussieht, hat eine künstlerische Grundlage wie z.B. der Goldene Schnitt, der hier auch seine Anwendung findet. Die Zufahrt zum Schloss wurde z.B. auch besonders geplant: eine beeindruckende Lindenallee, die 150 Meter lang ist und deren Breite von acht Metern sich langsam auf das Doppelte vergrößert - dadurch ergibt sich eine besondere perspektivische Wirkung. Die Linden sind heute gut 150 Jahre alt, und nur einige der beeindruckenden Bäume, die der Park zu bieten hat, aus der Erstbepflanzung stammen markante Platanen und Blutbuchen, und zwei überragende Libanonzedern wurden sogar zu Naturdenkmälern erklärt.
Die Höfe sind heute aus dem Park ausgegliedert. Das Gut Meierhof ist seit 1210 urkundlich erwähnt, eine vierflügelige Hofanlage, die dem klassischen Bild eines Bauernhofs entspricht. Vervollständigt werden die historischen Gebäude in Himmelgeist durch den Fronhof, der 1122 urkundlich erfasst ist. Meierhof und Fronhof sind in privatem Besitz. Etwas ein Viertel des Schlossparks werden heute als Ackerflächen genutzt, im Frühjahr und Sommer grasen die Kühe und im Herbst werden die Obstwiesen geerntet.
Diese Ecke von Düsseldorf ist für einen großen Spazier- und Rundgang bestens zu empfehlen, und es muss nicht unbedingt die Sonne scheinen, damit sich der Reiz dieser Landschaft entfaltet! Am besten man beginnt seinen Weg auf der Eingangs- bzw. Lindenallee in Richtung Schloss. Rechts neben der Nordfassade ist ausserhalb des Tors eine Schautafel, wo man die wichtigen Anlaufpunkte ersehen kann. Man kann von hier aus auch die große Runde entlang dem Himmelgeister Rheinbogen laufen, das sind rund 6,5 Kilometer.
Mir gefällt, dass man vom Düsseldorfer Stadtzentrum aus in einer Viertelstunde in eine andere Welt eintaucht, erst das dörfliche Himmelgeist, wo es kein einziges Hochaus oder eine Neubausiedlung gibt, und dann die schöne Naturlandschaft wo man nirgends auf Industrieanlagen oder ähnliches blickt - Idylle pur. An Wochenenden nutzen diesen Geheimtipp natürlich noch einige andere, gerne Jogger, Walker oder Radfahrer, aber unter der Woche empfängt den Besucher eine friedliche Stille.
Schlosspark Mickeln10
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Architektur
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Artenvielfalt Vegetation
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Erholungswert
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Der Weg zum Schlosspark:
Mit dem Auto fährt man die Hauptstraße durch Düsseldorf-Himmelgeist immer geradeaus durch bis zum Ende auf der abknickenden Vorfahrtstraße rechts abbiegen, da ist dann schon ein Schild "Schloss Mickeln" nach rechts.
Mit der Bahn Linie 707 in Richtung Universität, Umsteigen am S-Bahnhof-Düsseldorf-Bilk in die Buslinie 835 in Richtung Düsseldorf-Reisholz. Nach rund 15 Minuten an der Haltestelle Alt-Himmelgeist aussteigen. In Fahrtrichtung des Busses ca. 20 Meter geradeaus gehen, an der nächsten Strasse rechts abbiegen, auf der gegenüberliegenden Strassenseite befindet sich das Tor zum Schloss.
Noch was: Hunde sollten hier an der Leine geführt werden, weil das Ordnungsamt in dieser Gegend auch gerne mal schön spazieren und kontrollieren geht.
Und da es nirgends Eintritt kostet, kann ich für Budgetfreundlichkeit auch 100 Punkte geben.