Bewertung von Graefin im Detail
Graefin
Lüdenscheid, Deutschland80%
Als wir in Luxor ablegten, fuhren wir bei Esna durch eine Schleuse. Hier können 2 Nilschiffe durchgeschleust werden, sie ist lang genug.
Die Sonne stand schon recht tief, der nächste Sonnenuntergang stand bevor. Fast alle Gäste fanden sich auf dem Sonnendeck ein, um die Schleusung zu sehen.
Die Wartezeit nutzten Händler, ihre Waren anzupreisen. Sie werfen ihre Waren (meistens Tücher, Djallabijahs Kleidung der Ägypter und T-Shirts) in Tüten aufs Deck.
Touristen können sie anschauen, behalten und Geld hinunter werfen. Landet es im Wasser, springen die Händler hinter her, angeblich nackt. Es hat niemand etwas gekauft...
Aber Spaß beiseite. Sie sind schon eher lästig, aber man wird sie auch nicht los. Aber nach einigen Tagen hat man sich auch an sie gewöhnt. Man lernt, sie zu ignorieren.
TAG 2
Am nächsten Morgen lagen wir in Edfu.
Ca. 125000 Einwohner leben hier 85 km südlich von Luxor und ca. 100 km nördlich von Assuan. Hier lebt man von Zuckerfabriken, Töpfereien und Touristen, die zum Horustempel fahren.
Als wir aus dem Fenster sahen, fiel uns Blick auf zahlreiche Droschken mit ihren Pferden und Kutschern. Wir wunderten uns, aber nicht mehr lange.
Als es los gehen sollte, sagte uns unser Reiseführer, daß wir mit dem Kutschen zum Tempel fahren würden. Sie hatten vor längerer Zeit durch Proteste erwirkt, daß an den Schiffsanlegern keine Busse mehr parken dürften, weil sie so arbeitslos und ohne Verdienst wären.
Man kam die Treppe herauf und wurde von einem Kutscher adoptiert“ und stieg ein. Gefährt, Kutscher und Pferd sehen mehr oder weniger gepflegt aus. Die Pferde sind relativ dünn, schauen aber interessiert und mit glänzendem Fell in die Welt. Es scheint wohl so z sein. Andere aus der Gruppe empfanden Mitleid. Ich denke aber, es geht diesen Tieren noch relativ gut. Haustiere haben in afrkanischen Ländern auch nicht die Stellung wie sie uns uns haben.
Es ging in flottem Tempo auch entgegen der Fahrtrichtung durch Edfu zum Droschkenplatz des Tempels. Man wechselte dem Kutscher Kleingeld - wie fast immer und gab ihm dann noch etwas Geld für Pferd und Fahrt... Er machte Fotos von uns und der Kutsche. Und verabschiedete sich mit gebrochenem Englischdeutsch, das er uns nachher wieder fahren würde. Soso.
Am Tempel angekommen stürzten dann die nächsten Händler auf uns... Die üblichen Einöros, ohne die kein Ausflug gemacht werden kann. Man würde auch etwas vermissen.
Tickets wurden besorgt. Der Eintritt kostete 50 ägyptische Pfund, etwas über 6 €.
Der Boden ist wie immer sehr uneben und man muß auch hier aufpassen, wo man hintritt. Es ist aber alles ebenerdig und nur mit wenigen Stufen zu begehen. Nicht ganz so unüberwindbar für behinderte Besucher.
GESCHICHTE
Es ist eine der besterhaltensten Ruinen Ägyptens. Sie wurde erst um 1860 frei gelegt, da sie von Sand verborgen war. Er wurde in der Ptolemäischen Zeit erst um 237 v. Chr. begonnen und um 80 - 51 v. Chr. fortgeführt.
Edfu war den Ägyptern heilig, da der falkenköpfige Gott Horus hier mit seinem Onkel Seth einen tödlichem Kampf geführt habe. Seth hat seinen Bruder und Vater des Horus Osiris getötet, weil er eifersüchtig war. Horus kam auf die Welt, seinen Vater zu rächen. Seine Mutter ist Isis.
Der Tempel ist von großer Bedeutung für Archäologen, da er alte pharaonische Bauweisen wiedergibt. Da er erst spät entdeckt und freigelegt wurde, ist alles sehr gut erhalten.
Wer auf Hieroglyphen achtet, wird oft das Auge des Horus sehen, welches auch als Logo der Fluggesellschaft Egypt Air dient. Es wacht über den Gast oder die Person, die mit der Kartusche gemeint ist.
LOS GEHT ES
Wir bekamen wie immer einiges Fachwissen vermittelt und hatten dann Zeit. Wie überall ist es beeindruckend, was man vor knapp über 2000 Jahren alles in der Lage war zu bauen und zu malen. Auf dem Tempel ist ein Dach, man bekam zwar keine Sonne mehr ab, kühler wurde es aber dennoch nicht.
Granitstatuen des Horus flankieren den Eingang, innen sind zahlreiche Kammern und Räume. Szenen auf den Wände zeigen verschiedene Feste und Riten.
Vor dem Tempel ist eine Coffeeshop mit einigen Tischen, wir nutzten die Zeit, etwas kaltes zu trinken, was nicht nach Wasser schmeckte. Außerdem nutzten einige die Toilette. Hier stand niemand und verteilte Papier, dafür kostete es auch nichts. Es war relativ sauber.
Von hier ging es mit dem Bus weiter. Wir wurden zu den Ausgrabungen
EL KAB
gebracht.
Es handelt sich dabei um einige Felsengräber nördlich von Edfu. Auf einer Anhöhe mit einem herrlichen Blick ins Niltal sind einige Gräber zahlreicher Priester zu besichtigen. Hier findet man Zeichnungen des täglichen Lebens und sehr gut erhaltenen Farben.
Der Eintritt betrug 30 Ägyptische Pfund.
Wieder sieht man sehr deutlich, daß direkt am Nil alles bewachsen ist und kurz danach die sandige Wüste kommt.
Es war im Laufe des Vormittags sehr heiß geworden und wir suchten bald den Schatten eines Olivenbaumes auf.
Der Bus brachte uns zu einem Platz am Nilufer, wo die zahlreichen Droschken standen. Und tatsächlich kam zu jeder Gruppe der Kutscher vom Vormittag. Es ging zum Schiff zurück. Es legte ab und fuhr dann nach Kom Ombo, wo wir am Abend den Doppeltempel besuchten sollten.
Zwischendurch eine Anmerkung: es ist sehr schwer, alle Eindrücke in Worte zu fassen. Geschichte kann jeder selbst nachlesen, aber alles andere... man muß es einfach selbst sehen. Die Berichte hier können nur einen ganz kleinen Einblick geben.
~ Ende Tag 3 1. Teil ~
Horus-Tempel10