Bewertung von templeroliver im Detail
templeroliver
Wolfurt, Österreich97%
Masada war zweifelsohne ein Höhepunkt meines Israel Aufenthalts. Dabei begann der Ausflug zur ehemaligen jüdischen Bergfestung gar nicht gut.
Unsere Reiseführerin entpuppte sich als geschichtlich sehr daneben liegende Fantastin (sie behauptete die römischen Truppen die die Juden belagerten seien Germanen gewesen und daher sei schon immer ein germanisch-jüdischer Konflikt in der Weltgeschichte gewesen - was für ein Unsinn) und es war einfach hööööllisch heiß.
Zuerst aber zum Thema Was ist Masada bzw. der Nationalpark Masada
Masada war die letzte Festung der Sikarier gegen die Römer.
In den Jahren 66 bis 73 nach Christus kämpfte die jüdische Sekte der Zeloten gegen die Besetzung jenes Landes, das heute Israel heißt, durch das Römische Reich.
Der jüdische Historiker Josephus Flavius (37-97 n.Chr.) berichtet von einer Intifada gegen die römischen Besatzer, die zum einen von den Zeloten als Guerillakrieg außerhalb der Städte geführt wurde und zum anderen von einer extremen Splittergruppe, den Sikariern, die sich auf Anschläge in den Städten spezialisiert hatten.
Der Sikarier tauchte aus der Anonymität eines überfüllten Marktplatzes auf, zog seinen kurzen Dolch (sica) aus seinem Gewand hervor und schlitzte für alle Anwesenden sichtbar einem römischen Legionär die Gurgel auf.
Oder er verfuhr in gleicher Weise mit einem jüdischen Bürger, der von der Gruppe des Betrugs und/oder der Abtrünnigkeit für schuldig befunden worden war.
Die öffentlich verübten dramatischen Gewaltakte der Sikarier zielten genau wie jene der heutigen Terroristen auf psychologische Wirkung ab, die weit über den Kreis der unmittelbaren Opfer des terroristischen Angriffs hinausreichten und damit eine eindringliche Botschaft an ein breiteres zuschauendes Zielpublikum nämlich die römische Besatzungsmacht und die sie unterstützenden Juden vermitteln sollten
Flavius nennt die Sikarier Verbrecher eines neuen Typs, den es bisher noch nicht gegeben habe. Die Sikarier lebten in einer Zeit, in der man glaubte, die Ankunft des Messias stehe unmittelbar bevor. Sie erhofften sich durch ihre Taten das Eingreifen des Messias.
Ihr Ziel war durch ihre Taten die Unterdrückung durch die Römer unerträglich zu machen, so dass der Aufstand unvermeidlich wurde, und jeden Versuch der Versöhnung zu verhindern.
Der Aufstand der Sikarier, den heiligen jüdischen Terroristen, endete mit der Verwüstung des Landes und dem Massenselbstmord von Massada.
(Anmerkung der Textteil findet sich auch an anderer Stelle im Internet kommt aber von mir, bis auf den Satz von Flavius der kommt von Peter Orzechowski Die Revolution kann nur mit Gift und Sprengstoff siegen“ in www.das-parlament.de)
Massada war der letzte Zufluchtsort dieser Fanatiker. Eine steile Bergfestung die als uneinnehmbar galt. Der römische Feldherr Flavius Silva ließ seine über 15 000 Legionäre Lager errichten und belagerte die Festung. Die ca. 1000 Juden konnten aus der Festung nicht heraus vertrauten aber auf die Festungsmauern. Als die Römer jedoch eine Belagerungsrampe errichteten und Rammböcke heranbrachten beschloß der Anführer der Juden, Eleazar ben-Ya'ir, das alle Frauen, Männer und Kinder den Freitod begehen sollten. Ein ruhmvoller Tod ist besser als ein Leben im Elend soll er gesagt haben und (fast) alle Bewohner Massadas folgten ihm in den Tod. Nur zwei Frauen und ihre Kinder überlebten.
Masada gilt seitdem als Symbol jüdischen Widerstandes und des unbeugsamen Willens des jüdischen Volkes. Bis in die 90er Jahre fanden hier Angelobungen der israelischen Armee statt, heutzutage jedoch nicht mehr. Der Vergleich mit den Zeloten und Sikariern gilt nun als nicht erwünscht.
Masada6
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit
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Architektur
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Zustand
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Historische Bedeutung
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Masada in mittlerweile in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen worden.
Heute führen eine Luftseilbahn und eine weitere Seilbahn zur ehemaligen Festung. Man kann den Weg freilich auch zu Fuß bewerkstelligen aber dies rate ich nur sehr gut konditionierten Menschen mit viel Wasser im Gepäck zu. Wir kamen in den Genuß von 40 Grad Hitze. Ich empfand die Hitze als sehr erdrückend. Dafür konnte man das Leben der Belagerten sehr gut nachvollziehen. Über die Ruinen bekommt man einen guten Eindruck über das Alltagsleben der Belagerten, so etwa gibt es eine Badeanstalt (auf der Festung gab es eine Quelle), und die Größe der Festung.
Beeindruckend ist vor allem auch die noch gut erhaltene römische Belagerungsrampe und die großartige Aussicht. Man kann das Tote Meer erkennen, vor allem hat man aber einen eindrucksvollen Ausblick über die Wüste.
Da Masada heute noch ein Ort ist an dem Bar Mitzwa´s (für jüdische Jungen der Beginn der religiösen Selbstverantwortung) stattfinden sollten männliche Touristen eine Kopfbedeckung tragen. Dies ist aufgrund der starken Sonneneinstrahlung sowieso ratsam.
Meiner Ansicht nach lohnt sich ein Besuch Masadas.