Reiseführer Ein Bokek

Ein Bokek En Boqeq befindet sich am westlichen Ufer der Lagune des toten Meeres, am Rande der Judäischen Wüste und gehört zur Regionalverwaltung Tamar. Mit zur Zeit -419m unter dem Meeresspiegel ist es die tiefste, frei zugängliche Ortschaft der Erde. Aufgrund des besonderen Klimas, verbunden mit den diversen Eigenschaften des Toten Meeres, entstand der Ort aus rein touristischen Beweggründen, was sich in der Bebauung widerspiegelt. Neben Einrichtungen für den touristischen Bedarf, bestehen momentan 11 Unterkünfte, mit einer Gesamtkapazität von ca. 8.000 Betten. Ein Bokek ist daher das größte touristische Zentrum am gesamten Toten Meer.

Wissenswertes


Der Zeitunterschied zu Deutschland beträgt +1 Stunde, wobei es in Israel ebenfalls eine Sommer- und Winterzeit gibt, die jedoch von der deutschen Umstellungsperiode abweicht. Zahlungsmittel ist der Neue Israelische Schekel (NIS) und 5,- NIS sind ca. 1,-€. Die Maestro-Karte wird an vielen Geldautomaten akzeptiert und notfalls kann man auch mit Euro bezahlen. Als Amtssprachen fungieren (Neu-)Hebräisch und Arabisch. Straßenschilder sind in der Regel zusätzlich englisch beschriftet.

Einreise/Anreise


Deutsche Staatsbürger, welche nach dem 01.01.1928 geboren sind, benötigen kein Visum und müssen nur eine Einreisekarte ausfüllen. Diese Karten werden bereits durch die Fluggesellschaften zur Verfügung gestellt oder man bekommt sie vor der Einreisekontrolle. Von Deutschland (Frankfurt / München / Berlin) aus fliegen regelmäßig die Linienfluggesellschaften El Al und Lufthansa nach Tel Aviv. Die Fahrtzeit vom Flughafen Tel Aviv beträgt ca. 2,5 Stunden und die Strecke führt über Jerusalem in Richtung Totes Meer und dann entlang der Küstenstraße. Individuell anreisende Personen können die regionalen oder überregionalen Buslinien benutzen, welche Ein Bokek und die Region Tamar im Fahrplanverkehr ansteuern. Die gängigen Mietwagenfirmen sind im Flughafengebäude vertreten.

Klima


Durch den höchsten atmosphärischen Druck der Erde (800mm), verbunden mit dem hohen Sauerstoffgehalt (+8%), dem einzigartigen Mineraliengehalt der Luft, der Pollenfreiheit und den 330 Sonnentagen im Jahr, besteht ein fast ganzjähriges Reizklima. Auch der um bis zu 10 mal höhere Salzgehalt des Toten Meeres trägt zur positiven Veränderung des Klimas bei. Die Lufttemperatur erreicht durchschnittlich 20°C (Jan/Feb) bis 40°C (Juli/August). Aufgrund dieser Schwankungen und den Tagessonnenstunden, empfiehlt sich ein Besuch in den jeweiligen Saisonzeiten (März-Juni / September-Oktober)

Sicherheit


Wie überall in Israel spielt auch in Ein Bokek die Sicherheit eine große Rolle. An beiden Zugängen des Ortes befinden sich Check-Points und alle Einrichtungen werden regelmäßig durch das Militär bestreift. Durch die eigenen Sicherheitsdienste der Unterkünfte und Einkaufszentren werden regelmäßig die mitgeführten Handgepäckstücke durchsucht. Bis zum heutigen Tag kam es noch zu keinem Anschlag oder ähnlichem.
Ein anderer Aspekt der Sicherheit gilt dem Baden im Meer. Da dies nicht ungefährlich ist, wenn man z.B. ungewollt das stark salzhaltige Wasser verschluckt, betreuen am öffentlichen Strand und in den Strandhotels Bademeister die Besucher.

Aufenthalt


Durch die unmittelbare Lage an der Lagune des Toten Meeres, welche einen gleichmäßigen Wasserstand bietet und selten Wellen beschert, da sie vom großen Toten Meer getrennt ist, besuchen jährlich Touristen aus der ganzen Welt diesen Ort. Dabei handelt es sich nicht nur um Wellness- oder Erholungstouristen, sondern auch um Knochen- oder Hauterkrankte, denen das Reizklima Linderung verschafft. Der Großteil besteht jedoch aus Tagestouristen, die im Rahmen einer Rundreise den Stop am Toten Meer einlegen und sich für kurze Zeit auf dem Wasser treiben lassen.


Erholung – Kur - Totes Meer


Eine Anlaufadresse für viele Erkrankte ist das DMZ (Deutsche Medizinische Zentrum) im Hotel Lot. Nach dortiger Beratung und Behandlung setzt sich die weitere Therapie zusammen, die oftmals nur aus dem Baden und Sonnen besteht. Da nur wenige Unterkünfte über einen direkten Zugang zum Meer verfügen, bieten einige Hotels spezielle Hallenbäder an, welche mit dem Wasser aus dem Meer gefüllt sind. Ansonsten stehen der öffentliche Strand und das Solarium 400 zur Verfügung. Im kostenpflichtigen Solarium besteht die Möglichkeit, sich auch hüllenlos und nach Geschlechtern getrennt von der Sonne bestrahlen zu lassen. Generell sollte man sich jedoch nicht zu lange in der Sonne aufhalten, obwohl durch die Verdunstungen des Meeres ein viel höherer UV Schutz geboten wird. Vielfach wird auch der stark erhöhte Flüssigkeitsbedarf des Körpers unterschätzt. Die klimatischen Bedingungen fordern pro Tag ca. 5-6 Liter Flüssigkeit, um den Kreislauf stabil zu halten. Das Bad im Meer suchen viele Tagestouristen, denn der starke Salzgehalt bewirkt ein Treiben auf dem Meer, unabhängig vom eigenen Körpergewicht. Der zum Teil kristallisierte Boden des Meeres wird sehr gerne zum vor Ort Peeling benutzt oder als Mitbringsel. Besonders in Ufernähe erreichen die Salzkristalle sehr häufig die Größe einer Murmel.


Shopping – Essen – Trinken – Sport


Da nur Touristen in Ein Bokek wohnen und alle Bediensteten täglich anreisen, fehlt in vielen Dingen eine Breite der Infrastruktur. Sportlich beschränkt sich das Angebot auf die Einrichtungen der Unterkünfte. Hier sind speziell die Bowlingbahn im Golden Tulip zu erwähnen und die Tennisplätze beim Le Meridien.
Auch beim Shopping geht wenig über den täglichen Bedarf hinaus. Neben dem Petra Shopping Center ist noch der Ein Hatchelet Shopping Center eine gute Anlaufadresse. Minimärkte, kleine Bekleidungsläden und wenige, eher unbedeutende Restaurants, bilden einen Großteil der Versorgung. Auffällig sind die vielen Anbieter von Spa Produkten des Toten Meeres. Für viele leidende der koscheren Mahlzeiten lohnt ein Besuch des McDonalds, welcher sich im Petra Center befindet. Auch wenn der Milchshake noch so lecker schmeckt, der Käse an Zuhause erinnert, beides entspricht ebenfalls der koscheren Zubereitungsart und es wird viel Soja verarbeitet.

Partygänger werden es in Ein Bokek schwer haben, denn außerhalb der Saison haben nicht nur viele Hotels geschlossen, sondern auch die wenigen Bars. Bekannt wie ein bunter Hund ist Samy´s Bar, die auch mit der Bezeichnung „Lowest Bar on Earth“ aufwartet. Freunde von alten Spielfilmen werden hier ihre Freude an der Dekoration haben, denn unzählige Filmplakate und Bilder säumen die Wände. Etwas Abwechslung bietet das Elektronic-Dart oder der Pool-Tisch. Allgemein ist Samy´s Bar die Anlaufstelle Nr. 1, nicht nur für deutsche Touristen. In eine ganz andere Richtung entführt das Taj Mahal. 1000 und 1 Nacht, mit Bauchtanz, Wasserpfeife und arabischen Spezialitäten. Abends sitzt man sehr schön auf der Terrasse oder lümmelt sich im Beduinenzelt. In der Hauptsaison öffnen auch die Diskotheken in den Hotels Dead Sea Gardens und Golden Tulip. Natürlich verfügen auch alle Unterkünfte über eigene Bars, wobei diese meistens einen großen Vorteil besitzen. Zahlt man nicht bar, sondern lässt es sich aufs Zimmer schreiben, spart man die Mehrwertsteuer. Die Öffnungszeiten fast aller Einrichtungen richten sich nach dem Linienbusfahrplan, da mit dem letzten Bus (gegen 00:00h) die Hotelangestellten in ihre Heimatorte fahren. Einzig die Diskotheken und die beiden privaten Bars stellen hier eine Ausnahme dar.


Webtipps


Informationen zur Einreise und zu Sicherheitswarnungen liefert die Webseite vom deutschen Auswärtigen Amt. Insiderwissen zum Ort präsentiert Reiseleiter Amit auf seiner privaten Homepage. Umfassend über die Region informiert die offizielle Regionswebseite.

Sehenswertes / Ausflugsziele


Direkt am Ort, zwischen den Hotels Le Meridien und Ein Bokek, empfiehlt sich die Wanderung in einen Wadi. Durch das meistens ausgetrocknete Flussbett gelangt man zu einem kleinen Wasserfall und viel üppigem Grün, mitten in der kargen Felslandschaft. Sehr schön ist auch eine Wanderung auf das Plateau, vom dem man eine schöne Aussicht über den Ort und das Tote Meer genießen kann. Ein wöchentlicher Anlaufpunkt ist der Markt in Arad, denn verbunden mit dem Marktbesuch kann man auch eine der Banken aufsuchen und Geld tauschen, bzw. mit der EC Karte aus dem Automaten ziehen, da es in Ein Bokek keinen Geldautomaten für Kredit- oder EC-Karten gibt und die Wechselkurse schlechter ausfallen. Die Fahrt nach Arad dauert ca. 30-45 Minuten und führt über die Sodom-Arad-Road, auf der ca. 1000 Höhenmeter überwunden werden.
Als Pflichtbesuch sollte man die Bergfestung Masada ansehen, ca. 30 Fahrminuten von Ein Bokek entfernt. Noch heute ist sie und ihre Geschichte der Stolz Israels. Mittels Seilbahn oder Wanderpfad gelangt man auf das Hochplateau. Viele verbinden innerhalb eines Tages Masada und den Kibutz Ein Gedi, mit dem dazugehörigen Reservat und Botanischen Garten. Tiere in freier Wildbahn, Wasserfälle und schroffe Felsen. Wunderschöne Gärten und eine andere Gemeinschaftsform, der Kibutz. Für alle Ausflüge außerhalb von Ein Bokek ist ein Fremdenführer empfehlenswert. Man erreicht sie über die jeweiligen Unterkünfte und sie sprechen sehr gut deutsch. Über sie kann man auch Touren nach Jerusalem, Nazareth, Eilat und Co. Buchen.

Unterkünfte / Hotels


Viele Kategorien sind in Ein Bokek vertreten, jedoch liegt nicht jede Unterkunft direkt am Meer. Das Preisgefüge richtet sich daher weniger nach der Kategorie, sondern eher nach der Lage. Nobel und mit einem Shuttleservice zum Privatstrand lebt es sich im Le Meridien Dead Sea, wer hingegen Ruhe und die private Dachterrasse sucht ist im Tsell Harim bestens aufgehoben. Viele deutschsprachige Gäste findet man im Lot, welches auch über einen direkten Zugang zum Meer verfügt. Internationale Gäste verschlägt es oftmals in das Crowne Plaza oder Royal Dea Sea. Nutzer der hoteleigenen Dachsolarien (FKK) wählen ihre Unterkünfte nach den Sonnenstunden, welche durch den Bergrücken negativ beeinflusst werden können. Unentschlossene sollten sich die Bewertungen anderer Reisender anschauen, um einen detailierten Überblick, bezüglich der Übernachtungs-
möglichkeiten in Ein Bokek, zu erhalten.

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