Bewertung von CarstenHH im Detail
CarstenHH
Hamburg, Deutschland93%
Mit diesem Bericht erreiche ich den fünfzehnten von zweiundzwanzig Reisetagen in meiner Reiseberichteserie. Wie schon der Vortag in der Mayaausgrabungsstätte Tikal sollte auch dieser Reisetag etwas besonderes bieten. Der Tag begann mit einer entspannten und erholsamen Bootsfahrt auf dem Rio Dulce.
- Geografische Lage
- Castillo San Felipe
- Flora und Fauna
- Livington
- Fazit
Geografische Lage:
Der Rio Dulce liegt im Osten Guatemalas. Der Fluss verbindet den größten guatemaltekischen See, den Lago Izabal, mit der Karibik. Auf einer Länge von 40 km bietet er ein landschaftliches Schauspiel von mehreren km breiten Seen bei Golfete und schmalem Flusslauf durch das Kalksteingebirge kurz vor der Mündung. Direkt an der Mündung liegt der kleine Ort Livington.
Am Oberlauf des Flusses liegen die Orte Fronteras und El Relleno. Beide sind kleine Hafenstädte, in denen manch große Yacht amerikanischer Touristen liegt. Diese beiden Orte sind über eine Brücke miteinander verbunden. Diese Brücke ist die einzige Querung, die über den Fluss führt. In diesen beiden Häfen starten auch die Bootsfahrten auf dem Rio Dulce. Wir zahlten je Teilnehmer 19 $ für unsere Bootsfahrt.
Castillo San Felipe:
Kaum das wir auf Fahrt waren, konnten wir schon eine Vielzahl von Kormoranen und Seidenreihern in der Ufervegetation und auf kleinen Inseln im Flusslauf sehen. Unsere Bootsfahrt führte uns von El Relleno zunächst jedoch 3 km flussaufwärts. Dort erreichten wir eine Engstelle des Flusses. Genau hier beginnt der Flusslauf, am Ende des Lago Izabal. Leider war der Himmel so wolkenverhangen und der Horizont am anderen Flussufer vom Regen kaum zu erkennen, dass ich hier kein schönes Foto machen konnte. Aber immerhin regnete es nicht an diesem Ende des Sees.
Genau an dieser Engstelle erbauten die Spanier im Jahre 1652 eine Festung, das Castillo San Felipe. Die Festung sollte verhindern, dass Piraten in den Lago Izabal hineinfahren konnten und die am Fluss liegenden Handelsstationen überfallen konnten. Die Festung ist sicher strategisch günstig gelegen. Dennoch wurde sie im Jahre 1686 von Piraten niedergebrannt. Die wieder aufgebaute Festung wurde nach Ende der Piraterie in der Karibik Ende des 17. Jahrhunderts zunächst noch als Gefängnis genutzt. Danach zerfiel die Festung und wurde zur Ruine. Erst 1956 wurde die Festung wieder aufgebaut und ist heute eine Touristenattraktion.
Die Bootsfahrten können an dieser Stelle unterbrochen werden, um das Castillo San Felipe zu besichtigen. Wir sind leider nur mit dem Boot daran vorbei gefahren.
Flora und Fauna:
Vom Lago Izabal aus fuhren wir die gesamten 40 km Länge des Rio Dulce hinunter bis zur Mündung in die Karibik bei Livington. Unterbrochen war die Fahrt immer wieder durch Stops bei denen wir die Flora und Fauna betrachten konnten. Natürlich war das auch immer eine sehr gute Möglichkeit, um schöne Fotos zu schießen.
Am Rio Dulce leben über 300 verschiedene Vogelarten. Am auffälligsten waren jedoch die Kormorane und die Seidenreiher. Wir haben bestimmt Hunderte von Kormoranen gesehen.
Entlang des Flusslaufes und auch auf den Inseln waren immer wieder mit Vögeln voll besetzte Bäume zu sehen.
Aber nicht nur Vögel kann man am Rio Dulce bewundern. Wer Glück hat, der kann hier sogar Alligatoren sehen. Und wer noch mehr Glück hat, der kann sogar Seekühe sehen. Wir hatten leider weder das eine noch das andere Glück. Das ist schade, denn gerade die Seekühe hätte ich gern gesehen.
Beeindruckend ist die dichtbewachsene Vegetation am Rande des Flusses. So manche Insel war bei genauerer Betrachtung lediglich eine Gruppe von Mangroven. Der Urwald dieser Region führt bis an den Fluss heran. Hier gibt es viele unberührte Ecken. Immer wieder konnten wir prächtige Blüten bewundern. Es wirkte einfach sehr idyllisch.
Kurz vor der Mündung in die Karibik wird es noch einmal eng auf dem Fluss. Hier hat sich der Rio Dulce durch den Kalkstein des an der Küste liegenden kleinen Gebirges graben müssen. Interessant war dabei, dass es an einigen Stellen im Fluss auch heiße Quellen gibt.
Ab und zu waren auch strohgedeckte Hütten der indianischen Bevölkerung am Flussufer im Urwald zu entdecken. Die hier lebenden Indianer leben vor allem vom Fischfang auf dem Fluss. An mehreren Stellen waren Indianer beim Fischen mit ihren Einbäumen zu sehen. Auch die Kinder sind mit einfachsten Booten auf dem Fluss unterwegs.
Livington:
Direkt an der Mündung des Rio Dulce haben wir unsere Fahrt unterbrochen, um eine Mittagspause im dort gelegenen Ort Livington zu machen. Dieser nur 6000 Einwohner zählende Ort ist schon voll auf den Tourismus eingestellt. Eigentlich gibt es nur eine richtige Straße und diese ist von Restaurants und Läden für die Touristen gesäumt.
Der Name Livington kling englisch. Das liegt daran, dass die Einwohner Garifunas sind. Das sind Nachkommen ehemaliger britischer Sklaven. Sie sprechen heute jedoch überwiegend spanisch und ihre Garifunasprache. Der Ort ist nur per Schiff erreichbar. Früher lebten die Bewohner ausschließlich vom Fischfang, heute sicher mehr vom Tourismus. Vom optischen Eindruck und auch von der Bevölkerung würde dieser Ort eigentlich eher zu Belize als zu Guatemala passen.
Hier ergab sich dann doch noch eine Möglichkeit Alligatoren zu sehen. Diese waren jedoch in einem Becken eingesperrt. Glücklicherweise kamen wir gerade zur Fütterungszeit vorbei.
Insgesamt betrachtet hatten wir hier eine entspannte Mittagspause, aber sonst hatte der Ort nicht viel zu bieten. Auch der Strand, der so klein war, dass man ihn nicht als solchen bezeichnen kann, war keine Attraktion.
Fazit:
Die Bootsfahrt war für mich nach dem Besuch der Ausgrabungsstätte Tikal das schönste Erlebnis auf der Reise. Das liegt vielleicht aber auch daran, dass sie in ihrer Art allein da steht. Ausgrabungsstätten und Städte habe ich mehrere gesehen. Dieses Naturerlebnis war aber etwas besonderes.
Was sonst eher unterging bzw. nicht so sehr wahrgenommen wurde, war das Leben der indianischen Bevölkerung. Sie leben in wirklich einfachsten Verhältnissen.
Die Menge an Naturerlebnis hat bei mir mehr Eindrücke hinterlassen als manche Ausgrabungsstätte, die ich zuvor gesehen hatte. Diese Idylle hat mich wirklich beeindruckt.
Diese Bootsfahrt möchte ich nicht missen. Sie hat mir ausgezeichnet gefallen. Wer nach Guatemala kommt und dessen Weg nach Tikal hier vorbei führt, der sollte sich die Zeit für diese eindrucksvolle Bootsfahrt nehmen. Es lohnt sich!
Cañón de Río Dulce10
Einzelbewertung
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Erreichbarkeit
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Muss man gesehen haben
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Budget-Freundlichkeit